Die vorliegende Studienarbeit untersucht die Frage, ob Unternehmen, die von einem PE-Fonds übernommen wurden, gegenüber nicht PE-geführten Unternehmen erfolgreicher sind und welche Auswirkungen die Übernahme auf die Beschäftigung des betroffenen Unternehmens hat. Im Fokus stehen daher MBOs und MBIs, wohingegen Transaktionen, die dem Venture Capital zuzuordnen sind, hier nicht in die Betrachtung einbezogen werden. Untersuchungsgegenstand sind Unternehmen, die bereits langjährig vor Übernahme durch einen PE-Fonds am Markt tätig waren. Hierzu werden nach einer begrifflichen Definition von PE, Kriterien gebildet, die den Erfolg eines Unternehmens klassifizieren, und es wird auf Basis
von wissenschaftlichen Studien untersucht, ob PE-Unternehmen erfolgreicher sind.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition „Private Equity“
2.1. Arten des Private-Equity-Buy-outs
2.1.1. Management-Buy-out (MBO)
2.1.2. Management-Buy-in (MBI)
2.1.3. Leveraged Buy-out
2.2. Zwischenfazit
3. Qualitative Untersuchung – Private Equity Funds – „Heuschrecken“ oder bessere Unternehmenseigner
3.1. Vorgehensweise in der qualitativen Untersuchung
3.2. Begriffsdefinition „Heuschrecke“ und „bessere Unternehmenseigner“
3.3. Anwendung auf die analysierten Studien
3.3.1. Kriterium 1 – Entwicklung der Beschäftigung
3.3.2. Kriterium 2 – Entwicklung der betriebswirtschaftlichen Kennzahlen
3.4. Fazit der qualitativen Untersuchung
4. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die kontroverse Wahrnehmung von Private-Equity-Fonds, die in der öffentlichen Diskussion oft als „Heuschrecken“ bezeichnet werden, um zu klären, ob deren Beteiligung tatsächlich negative Auswirkungen auf Zielunternehmen hat oder ob sie als bessere Unternehmenseigentümer agieren können. Der Fokus liegt dabei auf der Analyse der Auswirkungen von Buy-outs auf die Beschäftigungsentwicklung und betriebswirtschaftliche Kennzahlen im Vergleich zu Unternehmen ohne Private-Equity-Beteiligung.
- Abgrenzung und Definition von Private Equity im Vergleich zu Venture Capital und Hedge Fonds.
- Differenzierung der Auswirkungen nach Transaktionstypen, insbesondere Management-Buy-outs (MBO) und Management-Buy-ins (MBI).
- Qualitative Untersuchung der Beschäftigungsentwicklung in PE-finanzierten Unternehmen.
- Analyse der Performance und betriebswirtschaftlichen Kennzahlen nach Unternehmenskäufen.
- Bewertung der unternehmerischen Qualität von Private-Equity-Gesellschaften anhand wissenschaftlicher Studien.
Auszug aus dem Buch
3.2. Begriffsdefinition „Heuschrecke“ und „bessere Unternehmenseigner“
Den Begriff „Heuschrecke“ in Bezug auf PE-Unternehmen hat vor allem der damalige SPD-Vorsitzende Franz Müntefering mit folgender Aussage geprägt: „… fallen wie Heuschreckenschwärme über Unternehmen her, grasen sie ab und ziehen weiter“. Darin lassen sich drei Kriterien zur Bewertung innerhalb dieser Studienarbeit erkennen. Zunächst geht es um die Übernahme eines Unternehmens durch ein PE-Unternehmen („fallen … her …“); weiterhin enthält die Aussage eine Renditeerwartung durch die Übernahme („... grasen … ab …“) und zuletzt wird die Veräußerung des übernommenen Unternehmens angesprochen („… ziehen weiter“).
Somit werden als Kriterien für eine „Heuschrecke“ definiert:
• Investition eines PE-Unternehmens in ein Zielunternehmen
• mit einer konkreten Renditeerwartung, die auf einen
• Unternehmensverkauf nach einer befristeten Haltedauer hinzielt.
Diese Kriterien sind bei Buy-outs jeglicher Art durch ein PE-Unternehmen erfüllt. Dadurch lässt sich der Begriffe „Heuschrecke“ synonym zu „PE-Unternehmen“ verwenden.
Im nächsten Schritt gilt es nun den Begriff „bessere Unternehmenseigner“ näher zu spezifizieren. Entgegen der Bestimmung der oben genannten Kriterien für „Heuschrecke“ werden diese Kriterien vom Autor definiert. Ziel ist dabei immer der Vergleich der Kriterien mit Unternehmen ohne PE-Finanzierung und/oder die Betrachtung vor und nach Übernahme durch ein PE-Unternehmen. Da der Schwerpunkt dieser Studienarbeit auf Buy-outs, also Investitionen, auf die meist umfangreiche Umstrukturierungsmaßnahmen folgen, liegt, wird als erstes Kriterium die Beschäftigung (Anzahl der Arbeitsplätze) gewählt. Daneben wird als zweites Kriterium die positive Entwicklung von betriebswirtschaftlichen Kennzahlen, wie z. B. Umsatz, Ertrag, Rendite, gewählt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die öffentliche Diskussion um Private-Equity-Fonds als „Heuschrecken“ ein und umreißt die Relevanz von Beteiligungskapital für mittelständische Unternehmen.
2. Definition „Private Equity“: Hier werden die begrifflichen Grundlagen von Private Equity, deren Abgrenzung zu anderen Finanzierungsformen wie Venture Capital und die verschiedenen Buy-out-Arten erörtert.
3. Qualitative Untersuchung – Private Equity Funds – „Heuschrecken“ oder bessere Unternehmenseigner: Dieses Kapitel bildet den Hauptteil, in dem durch die Anwendung spezifischer Kriterien auf Basis existierender Studien untersucht wird, wie sich Private-Equity-Beteiligungen auf Beschäftigung und betriebswirtschaftliche Kennzahlen auswirken.
4. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, wonach Private-Equity-Investoren bei MBOs positive Effekte erzielen, während die Auswirkungen bei MBIs heterogener sind, und regt weitere Forschungsfelder an.
Schlüsselwörter
Private Equity, Heuschrecken, Buy-out, Management-Buy-out, Management-Buy-in, Unternehmenseigentümer, Beschäftigung, Unternehmensfinanzierung, betriebswirtschaftliche Kennzahlen, Renditeerwartung, Venture Capital, Unternehmenswert, Performance, Umstrukturierung, Unternehmenskultur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Studienarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht kritisch die umgangssprachliche Bezeichnung von Private-Equity-Unternehmen als „Heuschrecken“ und stellt dem die Frage gegenüber, ob diese Investoren in der Praxis tatsächlich die besseren Unternehmenseigentümer darstellen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder umfassen die Definition von Private Equity, die Differenzierung zwischen verschiedenen Buy-out-Formen (MBO, MBI, LBO) sowie die empirische Untersuchung von deren Auswirkungen auf Beschäftigungszahlen und wirtschaftliche Unternehmenskennzahlen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Hauptziel besteht darin zu klären, ob Unternehmen, die von Private-Equity-Fonds übernommen wurden, gegenüber Vergleichsunternehmen ohne eine solche Beteiligung erfolgreicher agieren und welche Auswirkungen die Übernahme konkret auf die Mitarbeiterzahl hat.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Der Autor führt eine qualitative Untersuchung durch, bei der bestehende wissenschaftliche Studien zum Thema Private Equity ausgewertet werden. Hierbei werden Kriterien für „Heuschrecken“ und „bessere Unternehmenseigner“ definiert und auf Basis dieser Studien kritisch reflektiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Vorgehensweise, der Begriffsdefinition sowie der Anwendung der Kriterien „Beschäftigungsentwicklung“ und „betriebswirtschaftliche Kennzahlen“ auf die analysierten Fallstudien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist maßgeblich geprägt durch Begriffe wie Private Equity, Management-Buy-out, Heuschrecken-Debatte, Beschäftigungseffekte und Unternehmensperformance.
Warum differenziert der Autor so stark zwischen MBOs und MBIs?
Die Differenzierung ist notwendig, da die Studien zeigen, dass der Verbleib des Managements (MBO) oft positive Auswirkungen auf das Unternehmen hat, während ein Austausch der Führungskräfte durch externe Manager (MBI) häufig mit negativen Beschäftigungseffekten einhergeht.
Gilt das Urteil „Heuschrecke“ nach den Ergebnissen der Arbeit für alle PE-Fonds?
Nein, die Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass PE-Unternehmen, insbesondere im Bereich von MBOs, eher als bessere Unternehmensführer agieren, die Prozesse professionalisieren und den Unternehmenswert steigern, statt Unternehmen lediglich „abzugrasen“.
- Arbeit zitieren
- Jürgen Weimann (Autor:in), 2012, Private Equity Funds: "Heuschrecken" oder bessere Unternehmenseigentümer?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/232485