Die vorliegende Studienarbeit „Der Nordrisalit des Pergamonaltars. Die Meeresgottheiten der Gigantomachie“ widmet sich der Beschreibung und Gestaltungsanalyse der dargestellten Meeresgottheiten am nördlichen Westfries der Altaranlage aus Pergamon. Entstanden ist die Idee zu dieser Semesterarbeit innerhalb des Seminars „Der Pergamonaltar – eine hellenistische Kultanlage und ihre Rezeption“ im Sommersemester 2013 im Fachbereich Klassische Archäologie.
Nach einer kurzen Erläuterung des geschichtlichen Entstehungshintergrundes des Pergamonaltars folgen Informationen über die allgemeine Gestaltung des Frieses, die in die detaillierte Beschreibung der beiden Friesabschnitte am Nordrisalit überleiten. Zusätzlich wird eine Charakterisierung der sechs dargestellten Gottheiten bezüglich ihres griechisch, mythologischen Hintergrundes benannt. Das Ziel dieser Ausarbeitung ist es, durch die bildliche Analyse beider Friesabschnitte, mit Bezug auf den mythologischen Hintergrund, eine Charakterisierung der Meeresgottheiten hinsichtlich ihrer Gestaltung im Kampf gegen die Giganten zu geben, welche als Quintessenz dieser Arbeit abschließend zusammengefasst formuliert wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Entstehung des Pergamonaltars
3. Darstellungsart der Gigantomachie
4. Beschreibung der Friesabschnitte am Nordrisalit
5. Quintessenz
6. Bibliographie
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die bildliche Gestaltung und mythologische Einbettung der Meeresgottheiten am Nordrisalit des Pergamonaltars, um deren Rolle innerhalb der Gigantomachie und die Verbindung zur Geschichte Pergamons zu analysieren.
- Historischer Kontext und Entstehung des Pergamonaltars
- Stilistische Analyse der Gigantomachie-Darstellungen
- Detailbeschreibung der Friesabschnitte am Nordrisalit
- Mythologische und genealogische Verknüpfungen der Meeresgottheiten
- Verbindung zwischen Architektur (Treppenwange) und bildhauerischer Gestaltung
Auszug aus dem Buch
Triton ist als Verkörperung der Naturgewalt Meer besonders inszeniert: „Ein mächtiger Fischleib mit Flossen, zwei Vorderbeinen eines Pferdes und hochschwingende Flügel aus Blätterwerk verleihen ihm ein eindrucksvolles Aussehen“ (PäD:1991,45). Dargestellt mit menschlichem Oberkörper, „der unter Brustbereich und die Oberschenkelkanten mit zackigen blattförmigen Flossen besetzt“ (Winnefeld:1910,84) kämpft Triton schwebend über dem Boden mit seinem Fischleib, welcher „in eine zweiteilige Schwanzflosse mit dicker Mittelrippe und Randrippen, die aus einem doppelten Kelch von Schuppen und Stacheln entspringen“ (ibd.) endet und seinen Pferdebeinen, deren Huf mit zackigen Blättern umkleidet ist, zugleich gegen drei Giganten. Sein Haar fällt in dicken und schweren, „vom Wasser triefenden Strähnen“ (ibd.) herab. Den Giganten links neben sich zerquetscht Triton mit seinem Fischleib, welcher sich „dicht an die Brust und in die lein Achselhöhle“ (ibd.) des Giganten presst. Dieser ist auf seine Knie gestürzt, sein linker Arm hängt schlaff herab, sein anderer „Arm war der Eckkante entlang aufwärtsgestreckt“ (ibd.,84f.). An seinem rechten Knie, welches scharf gebogen ist, „zeichnet sich noch der Umriß [sic!] des rechten Fußes des dicht gefolgten Giganten ab“ (ibd.,85).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in das Thema der Meeresgottheiten am Nordrisalit des Pergamonaltars ein und formuliert das Ziel, deren Charakterisierung und mythologische Bedeutung bildlich zu analysieren.
2. Entstehung des Pergamonaltars: Dieses Kapitel beleuchtet den historischen Entstehungshintergrund des Altars im Kontext der Siege der Pergamener unter Eumenes II. und beschreibt die architektonische Struktur sowie die Materialität des Frieses.
3. Darstellungsart der Gigantomachie: Hier wird die symbolische Bedeutung der Gigantomachie als Verteidigung griechischer Kultur gegen äußere Bedrohungen sowie die dramatische und plastische Inszenierung der Götter und Giganten erörtert.
4. Beschreibung der Friesabschnitte am Nordrisalit: Dieser Teil enthält eine detaillierte Untersuchung der drei Götterpaare und ihrer Kämpfe gegen die Giganten, inklusive einer Analyse der kompositorischen Einbindung der Treppenarchitektur.
5. Quintessenz: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und hebt die bewusste Verknüpfung von mythologischer Genealogie, thematischer Darstellung des Elements Wasser und architektonischer Raumgestaltung hervor.
6. Bibliographie: Ein Verzeichnis der verwendeten Quellen und wissenschaftlichen Literatur zur Untersuchung des Pergamonaltars.
Schlüsselwörter
Pergamonaltar, Nordrisalit, Gigantomachie, Meeresgottheiten, Triton, Amphitrite, Nereus, Doris, Okeanos, Tethys, Skulpturenfries, Hellenismus, Mythologie, Reliefkunst, Treppenwange.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert die bildliche und mythologische Darstellung der Meeresgottheiten am Nordrisalit des Pergamonaltars.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der Kunstgeschichte der hellenistischen Epoche, der Ikonografie des Pergamonfrieses und der Verknüpfung von Mythen mit historischen Ereignissen.
Was ist die zentrale Forschungsfrage?
Es wird untersucht, wie die Meeresgottheiten im Kampf gegen die Giganten gestaltet sind und inwiefern diese Darstellung ihr mythisches Wesen sowie ihre genealogische Verbindung widerspiegelt.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit verwendet eine bildliche Gestaltungsanalyse in Kombination mit einer Auswertung mythologischer und historischer Quellen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil beschreibt detailliert die Friesabschnitte, die Interaktion zwischen Göttern und Giganten sowie die Einbindung dieser Figuren in die architektonische Treppenform des Altars.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Pergamonaltar, Gigantomachie, Meeresgottheiten und hellenistische Reliefkunst definiert.
Welche Rolle nimmt Triton in der Darstellung ein?
Triton nimmt aufgrund seines Standorts am Frontfries und seiner komplexen Gestaltung als Mischwesen, das gegen drei Giganten gleichzeitig kämpft, eine herausgehobene Rolle ein.
Wie verbindet der Autor Architektur und Skulptur?
Der Autor zeigt auf, wie die Höhe des Frieses und die Anordnung der Figuren bewusst mit der Treppensteigung des Altars korrespondieren, um die Dynamik des Kampfes zu unterstreichen.
- Arbeit zitieren
- Rebekka Schindehütte (Autor:in), 2013, Der Nordrisalit des Pergamonaltars., München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/232355