Über kaum ein anderes Konzept oder Lernmedium wurde in den letzten Jahren und Jahrzehnten mehr debattiert als über das E-Learning. Die ersten Lernprogramme, die im weitesten Sinne etwas mit dem heutigen Begriff E-Learning zu tun hatten, entstanden Mitte der achtziger Jahre des vorherigen Jahrhunderts. In den neunziger Jahren wurden erste multimediale Lernprogramme mittels PC eingeführt. Spätestens die Einführung eines Strategiekonzeptes des Bundesministeriums für Bildung zur Implementierung der neuen Medien in das Schulsystem machte jedem deutlich, dass E-Learning ein Konzept der Zukunft ist.
Inwieweit E-Learning in der Schule angewendet und wie diese Anwendung gefördert wird, ist Hauptbestandteil dieser Arbeit. Fragen, wie zum Beispiel
• Wie sieht E-Learning im täglichen Unterricht aus?
• Welche Initiativen zur Förderung des E-Learning gibt es?
• Wie kann E-Learning den herkömmlichen Unterricht verbessern
• Wie sollten E-Learning-Programme konzipiert sein?
Es sollen in dieser Arbeit keine didaktischen Konzepte erstellt oder analysiert, sondern die Grundprinzipien und Möglichkeiten beim Einsatz von E-Learning-Programmen aufgezeigt, werden. Es geht in dieser Arbeit also nicht um didaktische Feinheiten von E-Learning, sondern um die Po-tentiale zur Verbesserung des täglichen Unterrichts in der berufsbildenden Schule.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 E-Learning – eine Einführung
2.1 Begriffsbeschreibung
2.2 Formen des E-Learning
3 Entwicklung und Förderung der Grundvoraussetzungen von E-Learning
3.1 Geschichte des E-Learning
3.2 Institutionelle Förderung von E-Learning
3.2.1 Europäische Förderung
3.2.2 Förderung in Deutschland
3.2.3 Fazit der Förderung
4 Gründe und Ziele von E-Learning an berufsbildenden Schulen
4.1 Besonderheiten der berufsbildenden Schule
4.2 Potentiale von E-Learning
4.2.1 Fördern von Kompetenzen
4.2.2 Zeit- und ortsunabhängiges Lernen
4.2.3 Kommunikation
4.2.4 Elektronische Lernmaterialien
4.2.5 Lernerfolgskontrolle
4.2.6 Unterstützung von kooperativen Lernen
4.3 Förderung des selbstgesteuerten Lernens
4.4 Motivation und E-Learning
4.5 Kritische Betrachtungsweise von E-Learning
5 Die Erstellung von E-Learning-Programmen
5.1 Schaffung der Rahmenbedingungen für erfolgreiches E-Learning
5.1.1 Technische Infrastruktur
5.1.2 Die Aufbereitung von Inhalten
5.1.3 Lernende /Lehrende
5.2 Gestaltung von E-Learning-Programmen
5.3 Betreuung von E-Learning-Programmen
6 E-Learning an Berufsbildenden Schulen
6.1 Einsatzmöglichkeiten von E-Learning in der Schule
6.2 Die Lernplattform Moodle
6.3 E-Learning-Programme an der BBS1 in Leer
7 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einsatz von E-Learning an berufsbildenden Schulen. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, wie E-Learning-Programme den Unterricht sinnvoll ergänzen können, welche Potenziale sie für die individuelle Förderung bieten und welche Rahmenbedingungen sowie Anforderungen an Lehrkräfte für eine erfolgreiche Implementierung erforderlich sind.
- Potenziale von E-Learning zur Verbesserung des Unterrichts an berufsbildenden Schulen.
- Die Bedeutung der Förderung des selbstgesteuerten Lernens.
- Anforderungen an die technische Infrastruktur und die inhaltliche Aufbereitung.
- Praxisbeispiel der Umsetzung von E-Learning an der BBS I in Leer unter Nutzung der Lernplattform Moodle.
- Kritische Reflexion der Einsatzmöglichkeiten und Grenzen von E-Learning.
Auszug aus dem Buch
4.1 Besonderheiten der berufsbildenden Schule
In keiner anderen Schulform herrscht soviel Heterogenität wie in der berufsbildenden Schule. In zahlreichen Schulformen dieser Einrichtung kommt es vor, dass sowohl Absolventen ohne Hauptschulabschluss, als auch Abiturienten zusammen in einer Schulklasse auftreten. Auch die Karriereinteressen können sehr unterschiedlich ausfallen. Während ein Abiturient eventuell lediglich Praxiserfahrung in der Lehre eines handwerklichen Berufes sammeln möchte, um später einen eigenen Betrieb zu gründen, geht es für Jugendliche ohne Abschluss oft darum, mit der dualen Ausbildung den Hauptschulabschluss nachzuholen um in dem Beruf jahrelang weiter zu arbeiten (vgl. Rauner & Piening 2010, S. 9).
Die theoretischen Vorkenntnisse sind aufgrund der vorher besuchten Schulen also grundlegend verschieden. Zudem kommt es häufig vor, dass die Berufsschüler bereits andere berufsbildende Schulformen besucht haben. Andere haben bereits eine Ausbildung erfolgreich absolviert und verfügen schon über berufsbezogene Kenntnisse. Hinzu kommt, dass innerhalb einer Klasse die Qualität und der Einsatz der Ausbildung innerhalb der verschiedenen Lehrbetriebe stark variieren können. Und auch in Schulformen, die nicht zur dualen Ausbildung gehören, wie zum Beispiel ein Wirtschaftsgymnasium einer berufsbildenden Schule, treffen Schüler aufeinander, die vom Gymnasium oder von der Realschule kommen oder die bereits andere Ausbildungen absolviert haben. Neben den theoretischen und berufsbezogenen Vorkenntnissen ist auch das Alter in berufsbildenden Schulen somit höchst unterschiedlich (vgl. Rauner & Piening 2010, S. 10 ff.). Laut einer Studie von Rauner und Piening (2010, S. 11 f.) sind die Unterschiede der Schüler teilweise extrem groß. So besteht in einem untersuchten dritten Ausbildungsjahr einer Elektroniker-Klasse zwischen den schlechtesten und den besten Schülern ein Unterschied im Kompetenzniveau von zwei(!) Ausbildungsjahren. Die schlechtesten Schüler erreichen selbst im dritten Ausbildungsjahr nur das Kompetenzniveau von Ausbildungsanfängern.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Rolle von E-Learning zur Qualitätssteigerung im Unterricht an berufsbildenden Schulen innerhalb einer Wissensgesellschaft.
2 E-Learning – eine Einführung: Dieses Kapitel erläutert grundlegende Begriffe und verschiedene Ausprägungen des E-Learning, wie etwa Blended Learning oder Computer Based Training.
3 Entwicklung und Förderung der Grundvoraussetzungen von E-Learning: Es wird die historische Entwicklung sowie die institutionelle Unterstützung durch EU und Bund bei der technischen Ausstattung von Schulen dargelegt.
4 Gründe und Ziele von E-Learning an berufsbildenden Schulen: Das Kapitel analysiert die spezifische Heterogenität an berufsbildenden Schulen und die Potenziale von E-Learning zur Kompetenzförderung und Motivation.
5 Die Erstellung von E-Learning-Programmen: Hier stehen die technischen Rahmenbedingungen, die didaktische Inhaltsaufbereitung und die Anforderungen an Lehrende bei der Gestaltung und Betreuung im Fokus.
6 E-Learning an Berufsbildenden Schulen: Dieses Kapitel untersucht den praktischen Einsatz, die Möglichkeiten von Lernplattformen wie Moodle und das konkrete Beispiel der BBS I in Leer.
7 Fazit und Ausblick: Eine kritische Zusammenfassung der Ergebnisse und ein Ausblick auf die notwendige Einbettung von E-Learning in didaktische Konzepte sowie den Bedarf an weiterer Forschung.
Schlüsselwörter
E-Learning, Berufsbildende Schulen, Blended Learning, Moodle, Selbstgesteuertes Lernen, Medienkompetenz, Unterrichtsqualität, Lernplattformen, Didaktik, Wissensgesellschaft, Kompetenzförderung, Lernmotivation, Lehrunterstützung, ICT, Medienintegration.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt den Einsatz und das Potenzial von E-Learning-Programmen zur Verbesserung des Unterrichts, speziell mit Blick auf die Anforderungen und Strukturen berufsbildender Schulen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den zentralen Themen gehören die technischen Voraussetzungen, didaktische Prinzipien der Inhaltsaufbereitung, die Rolle des selbstgesteuerten Lernens sowie die praktischen Einsatzmöglichkeiten digitaler Lernplattformen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie E-Learning den Unterricht an berufsbildenden Schulen aufwerten kann, und die dafür notwendigen Grundvoraussetzungen und Erfolgsfaktoren zu definieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und einer praxisnahen Untersuchung der E-Learning-Angebote an der BBS I in Leer, um den theoretischen Rahmen mit der Realität abzugleichen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit den Potenzialen von E-Learning zur Förderung von Kompetenzen und Motivation, den Anforderungen an eine lernförderliche Gestaltung sowie den Betreuungsmöglichkeiten durch Lehrkräfte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Begriffe sind E-Learning, berufsbildende Schulen, Blended Learning, selbstgesteuertes Lernen, Medienkompetenz und didaktische Konzepte.
Warum spielt die Heterogenität der Schülerschaft eine so große Rolle?
An berufsbildenden Schulen treffen Schüler mit sehr unterschiedlichen Vorkenntnissen und Bildungsbiografien aufeinander; E-Learning bietet hier Ansätze, um diese Disparitäten durch individualisiertes Lernen besser aufzufangen.
Welche Rolle spielt die Lernplattform Moodle im Kontext dieser Arbeit?
Moodle dient als praxisnahes Beispiel für eine weit verbreitete, kostenlose Lernplattform, die aufgrund ihrer Flexibilität und Funktionalität sehr gut für die Umsetzung von Blended-Learning-Szenarien geeignet ist.
Was ist das zentrale Ergebnis bezüglich der "Wunderwaffe E-Learning"?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass E-Learning keine "Wunderwaffe" ist, die den Unterricht revolutioniert, sondern ein wertvolles, didaktisch sinnvoll zu integrierendes Instrument zur Ergänzung des traditionellen Unterrichts.
- Quote paper
- Daniel Rüschmeister (Author), 2011, Einsatz und Förderung von E-Learning an berufsbildenden Schulen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/232211