Inhalt
1. Einführung 3
2. Die große Komplementverschiebung 4
3. Gerundien und Partizipien 5
4. Horror aequi als universelle Regel? – Die Entwicklung der Forschung 6
4.1 Ross 1972 7
4.2 Milsark 1972 10
4.3 Emonds 1973 11
4.4 Pullum 1974 12
4.5 Bolinger 1979 13
4.6 Milsark 1988 14
4.7 Pullum & Zwicky 1999 15
4.8 Rhodenburg 2003 15
4.9 Vosberg 2006 16
5. Zwischenfazit 16
6. Tripl-ing 17
7. Doubl-ing in der neuseeländischen Presse 18
7.1 Getrennte –ing Doppelungen 19
7.2 Non-verbale –ing Formen 20
7.3 Doubl-ing 20
7.3.1 Doubl-ing im Fernsehen 21
8. Fazit 21
9. Literaturverzeichnis 23
Horror aequi ist ein übereinzelsprachlicher Faktor, der die Aufteilung der Komplemente festlegt und die morpho-syntaktische Form des nachgeordneten (unterworfenen) Elements beeinflusst (Vosberg 2003: 315).
Im Deutschen wird die Aufeinanderfolge zweier identischer Formen durch eine veränderte Satzgliedstellung vermieden, wie an Satz (2) gesehen werden kann (Vosberg, 2006: 51).
(1) …it was thus pointless to attempt to analyse it. (ebd.)
(2) … es war daher zwecklos zu versuchen, es zu analysieren. (ebd.)
Horror aequi Effekte sind in Standard- sowie in Nichtstandard gleichermaßen anzutreffen (ebd.: 49). Tritt eine Doppelung von –ing Formen auf, so wird im Folgenden der Begriff Doubl-ing verwendet. Dieser geht auf Ross zurück, der 1972 erstmals eine Regel zur Einschränkung der –ing Doppelung auf einer rein formalen Grundlage entworfen hat.
In der englischen Sprache beeinflusst horror aequi nicht nur die in dieser Arbeit untersuchte Doppelung von –ing Formen, sondern zeigt auch eine Abneigung gegenüber nicht-koordinierten to-Infinitiven (Vosberg, 2006, 41) und der Wiederholung gleichartiger Wörter aus verschiedenen Klassen. Letzteres wird intuitiv durch synonyme Ausdrücke behoben (ebd.), wie in (3) zu sehen ist.
(3) You didn’t have to assert it so positively /*assertively. (ebd.)
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Die große Komplementverschiebung
3. Gerundien und Partizipien
4. Horror aequi als universelle Regel? – Die Entwicklung der Forschung
4.1 Ross 1972
4.2 Milsark 1972
4.3 Emonds 1973
4.4 Pullum 1974
4.5 Bolinger 1979
4.6 Milsark 1988
4.7 Pullum & Zwicky 1999
4.8 Rhodenburg 2003
4.9 Vosberg 2006
5. Zwischenfazit
6. Tripl-ing
7. Doubl-ing in der neuseeländischen Presse
7.1 Getrennte –ing Doppelungen
7.2 Non-verbale –ing Formen
7.3 Doubl-ing
7.3.1 Doubl-ing im Fernsehen
8. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das linguistische Prinzip des "Horror aequi" – die natürliche Abneigung gegen die Wiederholung gleichartiger grammatischer Formen – speziell in Bezug auf die Doppelung von "-ing"-Suffixen im Englischen. Ziel ist es, die Entwicklung der theoretischen Forschung zu diesem Phänomen darzustellen und anhand einer empirischen Analyse von Zeitungsartikeln zu prüfen, unter welchen Bedingungen solche Doppelungen in der Praxis akzeptiert werden.
- Grundlagen des Horror aequi Prinzips
- Historische Entwicklung der "-ing"-Komplementverschiebung
- Kritische Analyse linguistischer Erklärungsansätze (von Ross bis Vosberg)
- Untersuchung von Doppelungen ("Doubl-ing") und Dreifachungen ("Tripl-ing")
- Empirische Auswertung in neuseeländischen Printmedien
Auszug aus dem Buch
4.1 Ross 1972
Laut Ross (1972: 68ff) gibt es verschiedene Möglichkeiten und grammatikalische Prozesse, die das Auftauchen einer –ing Doppelung verhindern können. Diese sind unter anderem Topikalisierung, die Bildung eines Pseudospaltsatzes, Anaphoric Complement Deletion, und Negative Incorporation. Im Folgenden sollen sie zum besseren Verständnis kurz vorgestellt werden.
Die Topikalisierung kann Doubl-ing Strukturen „reparieren“, indem sie die Dopplung der zwei Formen des Partizip Präsens auseinanderbricht und an verschiedenen Stellen des Satzes platziert, wie in Beispiel (9) zu sehen (Ross, 1972: 68).
(9) a. *I’m not particularly keen on trying kissing this moray eel. b. Kissing this moray eel I’m not particularly keen on trying. (ebd.)
Eine Verhinderung von Doubl-ing wird auch durch die Bildung eines Pseudospaltsatzes (auch: Sperrsatz; engl. Pseudo-Cleft Formation) geleistet, wie in Beispiel (10) zu sehen ist.
(10) a. *I was attempting playing the “Minute Waltz” with my nose. b. What I was attempting was playing the “Minute Waltz” with my nose. (Ross, 1972: 69)
Unter dem Dritten von Ross genannten Prozess, Anaphoric Complement Deletion, versteht man die Löschung eines wiederholten Komplements, siehe dazu (11), übernommen aus Ross (1972: 70).
(11) a. *You can go on watching this if you want, but I’m stopping watching it. b. You can go on watching this if you want, but I’m stopping.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Einführung in das Phänomen "Horror aequi" als übereinzelsprachliche Vermeidungsstrategie für grammatische Wiederholungen.
2. Die große Komplementverschiebung: Erläuterung des historischen Wandels bei der Auswahl von Satzkomplementen und der zunehmenden Bevorzugung der "-ing"-Form.
3. Gerundien und Partizipien: Differenzierung zwischen den funktionalen Rollen von "-ing"-Formen, da diese Unterscheidung entscheidend für die Akzeptanz von Doppelungen ist.
4. Horror aequi als universelle Regel? – Die Entwicklung der Forschung: Umfassender Überblick über verschiedene linguistische Theorien, die versuchen, das Auftreten von "-ing"-Doppelungen formal zu erklären.
5. Zwischenfazit: Zusammenfassung der theoretischen Debatte und Feststellung, dass keine einheitliche universelle Regel existiert.
6. Tripl-ing: Kurze Untersuchung des seltenen Phänomens der dreifachen "-ing"-Reihung.
7. Doubl-ing in der neuseeländischen Presse: Empirische Analyse von Belegen in neuseeländischen Medien zur Einordnung der theoretischen Ansätze in der Praxis.
8. Fazit: Resümee der Arbeit mit dem Hinweis auf die Schwierigkeit der Regelbildung aufgrund starker subjektiver Sprachpräferenzen.
Schlüsselwörter
Horror aequi, Doubl-ing, Tripl-ing, Linguistik, englische Grammatik, Gerundium, Partizip, Komplementverschiebung, Syntax, Morphologie, Sprachwissenschaft, Korpusanalyse, Sprachwandel, Satzrhythmus, Akzeptanz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht das linguistische Konzept des "Horror aequi" und dessen Einfluss auf die Vermeidung von "-ing"-Doppelungen im Englischen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Neben der theoretischen Herleitung des "Horror aequi" durch verschiedene Sprachwissenschaftler stehen die Unterscheidung zwischen Gerundium und Partizip sowie die empirische Analyse von Sprachbelegen im Vordergrund.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die theoretischen Erklärungsmodelle zur "-ing"-Doppelung darzulegen und anhand von Zeitungsdaten zu prüfen, welche grammatischen Muster tatsächlich in der Schriftsprache vorkommen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es erfolgt eine Literaturanalyse der linguistischen Forschung sowie eine korpusbasierte Auswertung von neuseeländischen Zeitungsartikeln.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Forschungsüberblick über verschiedene linguistische Erklärungsansätze und einen empirischen Teil, der tatsächliche "-ing"-Doppelungen kategorisiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Horror aequi, Doubl-ing, Syntax und englische Grammatik charakterisieren.
Warum wird im Fazit bezweifelt, ob eine allgemeingültige Regel für "-ing"-Doppelungen nötig ist?
Da die Akzeptanz von Doppelungen stark von persönlichen Meinungen und Kontextfaktoren abhängt, erscheint eine strikte, universelle Regel als kaum realisierbar.
Welche Rolle spielen "Tripl-ing"-Konstruktionen in der Untersuchung?
Das Kapitel zu "Tripl-ing" ergänzt die Arbeit durch die Untersuchung von seltenen Dreifach-Konstruktionen, bei denen entgegen den Erwartungen der "-ing"-Doppelungs-Regeln teils akzeptable Formen existieren.
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- Helena Müller (Author), 2012, "Horror aequi". Doppel und Tripel–ing im Englischen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/232054