Die vorliegende Hausarbeit soll einen Einblick in die diplomatischen Beziehungen zwischen Byzantinern und „andalusischen“ Umayyaden (al-umawiyyūn) geben.
Dem Vorwort über Form und Ziele der Diplomatie während der Umayyadendynastie von 680 bis 750 n.Chr. folgt eine Zusammenfassung relevanter Ereignisse ab 750.
Anschließend wird das Antwortschreiben Abd ar-Rahmans II.- welches in französischer Sprache vorliegt - auf einen Brief und eine Gesandtschaft des byzantinischen Kaisers untersucht.
Ziel der Hausarbeit ist es, die Ambitionen des Kaisers und des Emirs, die im Antwortschreiben zum Vorschein kommen, zu verdeutlichen und sie in den Rahmen der damaligen politischen Situation zu setzen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Beziehung zwischen den Umayyaden in Damaskus und Byzanz, (661-750)
3 Grundlegende Charakteristika der Diplomatie jener Zeit
4 Zur Geschichte der Umayyaden in al-Andalus, (756-1031)
5 Diplomatische Kontakte zwischen den Umayyaden in al-Andalus und Byzanz
6 Ein Beispiel für al-andalusisch-byzantinische Diplomatie : Analyse des Antwortbriefs 'Abd ar-Raḥmāns II. an den byzantinischen Kaiser Theophilos
6.1 Der politische Hintergrund
6.2 Allgemeines zum Brief
6.3 Hauptthemen
6.4 Struktur
6.5 Inhalt und Analyse
7 Schlussfolgerungen
9 Anhang
9.1 Tabellarische Gegenüberstellung der Emire/Kalifen und Kaiser von 756-1031
9.2 Karten von al-Andalus um 1000 n Chr. und zur Zeit der ṭā'ifa Königreiche
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die diplomatischen Beziehungen zwischen den byzantinischen Kaisern und den andalusischen Umayyaden, wobei der Fokus auf dem Antwortschreiben von 'Abd ar-Raḥmān II. an Kaiser Theophilos liegt. Das Hauptziel besteht darin, die beiderseitigen diplomatischen Ambitionen sowie die politischen Interessen hinter diesem Austausch im Kontext der damaligen Zeit zu verdeutlichen.
- Diplomatische Gepflogenheiten und Protokolle zwischen Byzanz und den muslimischen Herrschern.
- Politische Hintergründe und die Rolle von "Piraten" in der byzantinisch-andalusischen Interaktion.
- Analyse des Antwortbriefs von 'Abd ar-Raḥmān II. hinsichtlich Struktur und Intention.
- Die Rolle von al-Andalus als kulturelles und politisches Zentrum gegenüber Byzanz und den Abbasiden.
- Die strategische Bedeutung von Gesandtschaften für den Wissensaustausch und Bündnispolitik.
Auszug aus dem Buch
6.5 Inhalt und Analyse
Teil A Die Basmallah, die Bekundung zu Gott: bi-smi llāhi r-raḥmāni r-raḥīmi im Namen Gottes des Erbarmers des Barmherzigen bildete in vielen Schriftstücken den einleitenden Satz, ob im Koran oder in berühmten Historiografien oder offiziellen Schriftstücken. „It gaves validity, from the muslim point of view…“ Die Basmallah hatte also auch eine legitimierende Funktion.
Ihr folgte eine Danksagung für das erhaltene Schreiben und eine Freundschaftsbekundung: „… j´ai bien recu ton message, dans lequel tu évoques les liens de cordialité et d´amitiè …“ „ …ich habe dein Schreiben erhalten, in dem du erinnerst an die Bande der Herzlichkeit und Freundschaft…“
Ganz den diplomatischen Gepflogenheiten entsprechend, erwiderte 'Abd ar-Raḥmān II. die Sympathie und das freundschaftliche Verhältnis zwischen den Umayyaden und Byzantinern.
Darauf folgte die Zusammenfassung des 1. Themas, die Angelegenheit um die Ermordung des letzten umayyadischen Kalifen Marwān II. (745-750) und damit Familienangehörigen 'Abd ar-Raḥmāns II. durch die Abbasiden und allgemein die grausame Bluttat an der gesamten ummayadischen Familie.
Dass 'Abd ar-Raḥmān II. die Abbasiden wegen der Greueltaten an seiner Familie verurteilte, ist klar. Den Kalifen al-Manṣūr (754-775) nannte er in diesem Zusammenhang einen Schurken (frz. scélérat).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der diplomatischen Beziehungen zwischen byzantinischen Kaisern und den andalusischen Umayyaden ein und skizziert das Ziel der Analyse des Antwortschreibens.
2 Die Beziehung zwischen den Umayyaden in Damaskus und Byzanz, (661-750): Das Kapitel behandelt die ambivalente Beziehung zwischen dem Umayyadenkalifat in Damaskus und Byzanz, geprägt durch ständige militärische Konflikte.
3 Grundlegende Charakteristika der Diplomatie jener Zeit: Hier werden typische Abläufe und Ziele mittelalterlicher diplomatischer Gesandtschaften basierend auf historischen Quellen erläutert.
4 Zur Geschichte der Umayyaden in al-Andalus, (756-1031): Ein historischer Abriss der Entstehung und Entwicklung des umayyadischen Emirats und späteren Kalifats auf der iberischen Halbinsel.
5 Diplomatische Kontakte zwischen den Umayyaden in al-Andalus und Byzanz: Das Kapitel beleuchtet die Bedeutung diplomatischer Gesandtschaften, insbesondere den regen Austausch zwischen den Reichen und das Konzept der „Kooperation“.
6 Ein Beispiel für al-andalusisch-byzantinische Diplomatie : Analyse des Antwortbriefs 'Abd ar-Raḥmāns II. an den byzantinischen Kaiser Theophilos: Dieser Kernabschnitt analysiert den politischen Hintergrund, die Struktur und den Inhalt des historischen Antwortschreibens.
7 Schlussfolgerungen: Zusammenfassende Betrachtung der Interessenlagen beider Akteure und Bestätigung, dass die diplomatischen Formen auch unter den untersuchten Herrschern gewahrt blieben.
Schlüsselwörter
Diplomatie, Umayyaden, Byzanz, al-Andalus, 'Abd ar-Raḥmān II., Theophilos, Briefanalyse, Gesandtschaft, Abbasiden, Kreta, Mittelmeer, Interkultureller Austausch, politische Geschichte, Kalifat, Emirat.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die diplomatischen Beziehungen zwischen den umayyadischen Herrschern in al-Andalus und dem byzantinischen Reich im 9. Jahrhundert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die diplomatische Korrespondenz, die politische Lage im Mittelmeerraum sowie die Rolle militärischer und kultureller Einflüsse in den bilateralen Beziehungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, durch die Analyse eines konkreten Antwortschreibens von 'Abd ar-Raḥmān II. die strategischen Ziele und diplomatischen Ambitionen des byzantinischen Kaisers und des andalusischen Emirs aufzudecken.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine historisch-analytische Methode, basierend auf der Untersuchung diplomatischer Primärquellen und der Kontextualisierung durch Sekundärliteratur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert den politischen Kontext (z.B. die Rolle der Piraten auf Kreta) sowie Struktur, Inhalt und Intention des Antwortbriefs.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Diplomatie, Umayyaden, Byzanz, Interkultureller Austausch und al-Andalus gekennzeichnet.
Welche Bedeutung hatten die sogenannten Piraten aus al-Andalus für die Diplomatie?
Diese Gruppierung, die sich in Kreta niederließ, war der Hauptgrund für den byzantinischen Kaiser, Kontakt mit den Umayyaden aufzunehmen, um militärische Unterstützung gegen sie zu gewinnen.
Warum lehnte der Emir die militärische Unterstützung ab?
Der Emir verfolgte eine pragmatische Politik, sah keine eigene strategische Notwendigkeit für ein militärisches Abenteuer in der Ferne und wollte sich nicht für byzantinische Interessen instrumentalisieren lassen.
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- Magister Artium Gregor Postler (Author), 2008, Die Diplomatie zwischen Al-Andalus und Byzanz , Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/231968