In der heutigen Zeit stehen internationale Unternehmen vor enormen Herausforderungen. Sie müssen sich einerseits auf veränderte Markt- und Wettbewerbsbedingungen im Zuge der Globalisierung einstellen und den immer höheren Anforderungen des Marktes gerecht werden. Andererseits rückt eine nachhaltige Entwicklung unter ökologischen und ethischen Aspekten sowie die Befriedigung der Bedürfnisse aller relevanten Stakeholder verstärkter in den Vordergrund. In der jüngsten Vergangenheit gab es verschiedene Ereignisse, die belegen, wie nachlässig international agierende Unternehmen mit dem Thema Nachhaltigkeit umgehen. Hier sind vor allem die atomare Katastrophe von Fukushima, die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko und die globale Finanzkrise zu nennen. Diese Katastrophen bzw. Krisen hatten einen deutlichen Imageschaden für die Unternehmen und eine enorme Schädigung der Wirtschaft bzw. Umwelt zur Folge.1 Unternehmen fühlen sich durch einen stärkeren Druck durch die Öffentlichkeit, verpflichtet dem Thema Nachhaltigkeit bzw. Corporate Social Responsibility einen höheren Stellenwert innerhalb der Unternehmenskultur und des Managements zukommen zu lassen. Doch können die erwähnten Katastrophen und Krisen wirklich durch eine stärkere Berücksichtigung der nachhaltigen Entwicklung des Unternehmens verhindert werden? Oder hilft CSR den Unternehmen nur, sich in der Öffentlichkeit als eine Art „Wohltäter“ darzustellen? Die folgende Seminararbeit versucht, diese beiden Fragen zu klären. Zu Beginn der Arbeit findet eine geschichtliche Einordnung von CSR statt und der Begriff wird genauer definiert. Darauf aufbauend widmet sich das dritte Kapitel den unter-schiedlichen Anforderungsbereichen von CSR innerhalb von Unternehmen. Danach werden im vierten Kapitel die einzelnen Konzepte von CSR genauer betrachtet. Abgerundet wird die Seminararbeit mit einer Praxisreflexion an den Unternehmen BNP Paribas und Deutsche Bank AG und schließt letztendlich mit dem Fazit im sechsten Kapitel ab.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition von Corporate Social Responsibility
2.1. Geschichtlicher Hintergrund
2.2. Was ist CSR?
2.3. Internationale Richtlinien und Leitlinien
3. Strukturierung von CSR nach Verantwortungsbereichen im Unternehmen
3.1. Innerer Verantwortungsbereich
3.2. Mittlerer Verantwortungsbereich
3.3. Äußerer Verantwortungsbereich
4. Konzepte von Corporate Social Responsibility
4.1. Vier-Stufen Modell nach Carroll
4.2 Zwei Dimensionen nach Quazi und O´Brien
4.3. Kernbereiche nach Carroll und Schwartz
4.4. Kapitalmarktmodell nach Wühle
5. Student Consulting
5.1. CSR am Beispiel BNP Paribas SA
5.2. CSR am Beispiel Deutsche Bank AG
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Konzepte und Maßnahmen zur gesellschaftlichen Unternehmensverantwortung (Corporate Social Responsibility, CSR) in internationalen Großkonzernen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob CSR-Maßnahmen tatsächlich zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen können oder primär der Imagepflege dienen.
- Historische Einordnung und theoretische Definition von CSR
- Strukturierung der CSR-Aktivitäten nach Verantwortungsbereichen
- Analyse zentraler CSR-Konzepte (u.a. Carroll-Pyramide)
- Praxisreflexion anhand der BNP Paribas SA und der Deutschen Bank AG
Auszug aus dem Buch
3.1. Innerer Verantwortungsbereich
Die Ausgestaltung von CSR-Aktivitäten ist in der Praxis mannigfaltig und lässt eine Verallgemeinerung nicht zu. Eine Möglichkeit zur Ausgestaltung bietet die Differenzierung nach unterschiedlichen Verantwortungsbereichen. Das vorliegende Kapitel identifiziert drei Verantwortungsbereiche, nämlich den inneren, den mittleren und den äußeren Verantwortungsbereich. Die nachfolgende Abbildung soll die drei Verantwortungsbereiche anschaulich darstellen und ihr gegenseitiges Wirken aufzeigen.
Bereits durch die Erfüllung ihrer wirtschaftlichen Funktion und durch die Einhaltung von Gesetzten handeln Unternehmen im Sinne von CRS, ähnlich wie es auch bei der Pyramide von Carroll der Fall ist. Dies geschieht meist unfreiwillig und wird von den Unternehmen kaum als CSR identifiziert. Eine eindeutige Zuordnung zu CSR kann jedoch nur erfolgen, wenn die Unternehmen die o. g. Funktionen auch freiwillig im Sinne von CSR erfüllen. Bei der Erfüllung der wirtschaftlichen Funktion eines Unternehmens handeln Unternehmen im Sinne ihrer Shareholder, andere Stakeholder werden nicht explizit berücksichtigt. In der öffentlichen Diskussion stellt sich vermehrt die Frage, ob das Ziel Gewinnerzielung überhaupt mit CSR vereinbar ist. Um diese Frage beantworten zu können, muss diese differenziert betrachtet werden. Die Gewinnerzielung von Unternehmen ist in Marktwirtschaften unbedingt notwendig und auch von der breiten Gesellschaft gewünscht. Jedoch muss sich der Begriff Gewinnerzielung einer weiteren Differenzierung unterziehen, nämlich in verantwortliche und unverantwortliche Gewinnerzielung. Somit tragen Unternehmen die Verantwortung auf die Schädigung von Dritten durch eine kurfristige Gewinnerzielung zu verzichten und den Fokus eine eine langfristige und nachhaltige Gewinnerzielung zu setzen.
Diese Vernachlässigung der kurzfristigen Gewinnerzielung kann sich für Unternehmen durchaus positiv auswirken. Es bietet die Möglichkeit immaterielle Vermögenswerte, wie z. B. Reputation und Glaubwürdigkeit zu schaffen, welche durchaus die Möglichkeit haben, den langfristigen und nachhaltigen Erfolg von Unternehmen auch in der Zukunft zu sichern. Hier wird deutlich, dass der Verzicht auf eine kurzfristige Gewinnerzielung zulasten Dritter als eine Investition für einen langfristigen erfolgt dienen kann. Somit sind im Sinne von CSR zwar Investitionen notwendig, die bieten jedoch die Chance auf langfristigen ökonomischen und nicht ökonomischen Erfolg.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den wachsenden Druck auf internationale Unternehmen durch Globalisierung und ökologische Herausforderungen und definiert das Ziel der Arbeit, den Stellenwert von CSR kritisch zu hinterfragen.
2. Definition von Corporate Social Responsibility: Dieses Kapitel erläutert den geschichtlichen Hintergrund von CSR vom antiken Griechenland bis zur modernen CSR-Debatte und grenzt den Begriff von ähnlichen Konzepten ab.
3. Strukturierung von CSR nach Verantwortungsbereichen im Unternehmen: Hier erfolgt eine Einteilung der unternehmerischen Verantwortung in einen inneren, mittleren und äußeren Bereich, um die unterschiedlichen Handlungsfelder systematischer zu erfassen.
4. Konzepte von Corporate Social Responsibility: Dieses Kapitel stellt verschiedene wissenschaftliche Modelle vor, wie etwa das CSR-Pyramidenmodell von Carroll, um die theoretische Fundierung von CSR zu veranschaulichen.
5. Student Consulting: Anhand der Beispiele BNP Paribas SA und Deutsche Bank AG wird die praktische Umsetzung von CSR-Strategien und deren Herausforderungen in der Finanzbranche reflektiert.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, CSR strategisch fest in die Unternehmensführung einzubinden, um eine langfristige Win-win-Situation für Unternehmen und Gesellschaft zu erzielen.
Schlüsselwörter
Corporate Social Responsibility, CSR, Nachhaltigkeit, Unternehmensverantwortung, Stakeholder, Unternehmensstrategie, Ethik, CSR-Pyramide, Wertschöpfungskette, Reputation, Finanzsektor, BNP Paribas, Deutsche Bank, Freiwilligkeit, Managementkonzept.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das Konzept der Corporate Social Responsibility (CSR) und untersucht, wie internationale Konzerne ihre gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zu den zentralen Themen zählen die Definition und Geschichte von CSR, die Strukturierung von Verantwortungsbereichen sowie die theoretische Konzepte und deren praktische Anwendung in Großbanken.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es zu klären, ob CSR ein ernsthaftes Managementkonzept für nachhaltige Entwicklung darstellt oder ob Unternehmen es lediglich zur Verbesserung ihres öffentlichen Images nutzen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse verschiedener CSR-Modelle sowie einer fallstudienbasierten Reflexion der CSR-Praxis bei der BNP Paribas und der Deutschen Bank.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden CSR-Definitionen, die Unterteilung in Verantwortungsbereiche (innerer, mittlerer, äußerer Bereich) sowie bekannte CSR-Modelle wie das Vier-Stufen-Modell von Carroll detailliert analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Corporate Social Responsibility, Nachhaltigkeit, Stakeholder-Management, Unternehmensethik und strategische Unternehmensführung charakterisiert.
Wie unterscheidet sich der innere vom äußeren Verantwortungsbereich?
Der innere Bereich bezieht sich primär auf die Erfüllung gesetzlicher Anforderungen und wirtschaftlicher Funktionen, während der äußere Bereich freiwillige Aktivitäten wie Sponsoring und Spenden umfasst, die nicht direkt mit der Wertschöpfungskette verknüpft sind.
Was kritisiert die Arbeit an CSR in der Finanzwirtschaft?
Die Arbeit kritisiert, dass CSR-Management in der Praxis oft nicht mit dem tatsächlichen Handeln übereinstimmt und verweist auf aktuelle Rechtstreitigkeiten, die den Bedarf an einem kulturellen Wandel im Topmanagement unterstreichen.
- Arbeit zitieren
- Florian Metz (Autor:in), 2013, Corporate Social Responsibility. Konzepte und Maßnahmen in internationalen Konzernen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/231915