Diese Abhandlung versucht sich einem Vergleich ausgewählter Bereiche
islamischer und deutscher Kultur kommunikations- und sprachwissenschaftlich zu nähern.
Inhaltsverzeichnis
I. Einführung
1. Was ist Kultur?
2. Konzepte als Werkzeuge
3. Sensibilisierung als mittelfristiges Ziel
II. Von intra- zu interkulturell
1. Intrakulturell
a) Rich Points
b) širk
c) Fazit
2. Interkulturell
a) Intercultural Sensitizer
b) Critical Incidents & Ergebnisse
c) Feedback
d) Fazit
3. Verknüpfung vorgestellter Konzepte
III. Schlusslicht
1. Zusammenfassung & Ausblick
IV. Anhang
1. Fragebogen zum Rich Point širk
2. Intercultural Sensitizer
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Zusammenspiel von intrakulturellen Missverständnissen innerhalb der muslimischen Gemeinschaft in Deutschland und deren Auswirkungen auf interkulturelle Kommunikationskonflikte, mit dem Ziel, durch den Einsatz spezifischer Konzepte zur Sensibilisierung beizutragen.
- Anwendung des Konzepts der "Rich Points" zur Untersuchung des islamischen Begriffs "širk"
- Einsatz der Trainingsmethode "Intercultural Sensitizer" zur Analyse realer Konfliktsituationen
- Untersuchung intrakultureller Divergenzen als Ursache für interkulturelle Schwierigkeiten
- Diskussion über die Möglichkeiten der Wissensvermittlung statt erzwungener Assimilation
- Potenzial der vorgestellten Konzepte für den Einsatz im schulischen oder institutionellen Bereich
Auszug aus dem Buch
2. Konzepte als Werkzeuge
Zur Untersuchung interkultureller Kommunikation am Beispiel von Muslimen in Deutschland wird sich im Rahmen dieser Abhandlung zweier Konzepte bedient. Zunächst wird anhand des Konzepts der Rich Points nach Michael Agar das intrakulturelle Verständnis der islamischen Sünde širk (meist übersetzt mit: „Beigesellung Gottes“) untersucht. Dazu wurden sechs praktizierende Muslime zu diesem Begriff befragt. Ziel dieser Untersuchung ist, herauszufinden, inwiefern intra- mit interkulturellen Kommunikationsschwierigkeiten zusammenhängen und wie sie einander bedingen.
Anschließend wurde die Trainingsmethode des Intercultural Sensitizer nach Fiedler, Osgood, Stolurow und Triandis angewendet. Als Critical Incidents wurden hierfür drei reale Situationen ausgewählt. Sechs Nichtmuslime bewerteten die Vorfälle mit Hilfe des Sensibilisierungstrainings in sieben Schritten und wurden anschließend nach ihrer Bewertung des Trainings gefragt. Hierbei galt es zu erfassen, ob der Intercultural Sensitizer tatsächlich zu besserem interkulturellen Verständnis beitragen kann, wie effektiv dieser ist und ob und welche Optimierungsmöglichkeiten bestehen.
Zuletzt soll anhand einer Verknüpfung der beiden Konzepte diskutiert werden, inwieweit das Ziel einer Sensibilisierung für interkulturelle Konflikte und bestenfalls einer weitestgehenden Vermeidung ebendieser mit Hilfe jener Konzepte erreicht werden kann.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einführung: Das Kapitel führt in die Thematik ein, definiert den Kulturbegriff im Kontext der Arbeit und legt die methodischen Grundlagen sowie das Ziel der Sensibilisierung fest.
II. Von intra- zu interkulturell: Dieses Hauptkapitel analysiert das intrakulturelle Verständnis des Begriffs "širk" mittels Rich Points und evaluiert interkulturelle Konflikte anhand der Anwendung des Intercultural Sensitizers.
III. Schlusslicht: Hier erfolgt eine Zusammenfassung der Ergebnisse, welche die These stützen, dass intrakulturelle Uneinigkeit maßgeblich zu interkulturellen Kommunikationsschwierigkeiten beiträgt, nebst einem Ausblick auf weitere Forschungsbedarfe.
IV. Anhang: Dieser Teil enthält die im Rahmen der Untersuchung entwickelten Instrumente, konkret den Fragebogen zum Rich Point "širk" und das vollständige Trainingsmaterial des Intercultural Sensitizers.
Schlüsselwörter
Interkulturelle Kommunikation, Muslime in Deutschland, Rich Points, Intercultural Sensitizer, širk, Islam, Kommunikation, Sensibilisierung, Critical Incidents, Intrakulturelle Kommunikation, Integration, Kulturkonflikt, Identität, Religion, Missverständnisse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung interkultureller Kommunikationsschwierigkeiten am Beispiel von in Deutschland lebenden Muslimen und analysiert dabei den Einfluss intrakultureller Dynamiken.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die theoretische und praktische Analyse von "Rich Points" (am Beispiel des Begriffs "širk") und die Anwendung von "Intercultural Sensitizers" zur Förderung von Verständnis zwischen Kulturen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Erforschung, ob und wie die Sensibilisierung für intra- und interkulturelle Zusammenhänge mittels dieser Konzepte dazu beitragen kann, Kommunikationsmissverständnisse zu reduzieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt qualitative Befragungen von Muslimen zu religiösen Fachbegriffen sowie die Anwendung der Critical-Incident-Technik, um die Effektivität eines Sensibilisierungstrainings bei Nichtmuslimen zu prüfen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine intrakulturelle Analyse von Glaubensvorstellungen und eine interkulturelle Analyse, in der Nichtmuslime mit typischen Konfliktsituationen konfrontiert und deren Reaktionen ausgewertet werden.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie "širk", "Rich Points", "Intercultural Sensitizer", "Intrakulturelle Kommunikation" und "Religiöse Identität" geprägt.
Wie unterscheidet die Autorin zwischen "großem" und "kleinem" širk?
Großer širk bezeichnet die explizite Anbetung anderer Wesen neben Gott, während kleiner širk als "verborgener" širk verstanden wird, der oft in Handlungen wie Augendienerei oder Aberglauben Ausdruck findet.
Warum ist das Verständnis von "širk" laut der Autorin für den interkulturellen Dialog wichtig?
Da "širk" eine zentrale Rolle im islamischen Glaubensverständnis spielt, führen unterschiedliche Definitionen hierzu intrakulturell zu Konflikten, die den Dialog mit Außenstehenden erschweren und Missverständnisse über die Religion verstärken.
- Quote paper
- Silvana Omar (Author), 2012, Interkulturelle Kommunikation am Beispiel von Muslimen in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/231480