Es mag eher ungewöhnlich sein, politikwissenschaftliche Analysen aus wirtschaftswissenschaftlicher Sicht vornehmen zu wollen, doch zum einen zählen beide Disziplinen zu den Sozialwissenschaften, sodass sich zahlreiche Parallelen z.B. bezüglich der Rolle des Menschen als Kunde wie auch Parteimitglied grundsätzlich ergeben, zum anderen lieferten Wirtschaftswissenschaftler wie Downs mit seinem Rational Choice Ansatz oder Hirschmann mit seiner Exit-Voice-Theorie bedeutende Beiträge zur Parteienforschung. Insbesondere Hirschmann setzte hierbei das Verhalten eines Parteimitglieds dem Verhalten eines unzufriedenen Kunden gleich, indem er die Ähnlichkeit zwischen einem Wirtschaftsunternehmen und einer Partei darstellte.
Im Rahmen der Hausarbeit sollen zunächst zwei Ursachen des Mitgliederschwunds dargestellt und erläutert werden. Anschließend werden die Ursachen unter markenpolitischen Gesichtspunkten untersucht. Dabei wird die Partei als Marke behandelt, die mittels einer Marketingstrategie geführt und somit entsprechend den Bedürfnissen von (potentiellen) Parteimitgliedern ausgerichtet werden soll. Die so zustande gekommenen Annahmen sollen anschließend anhand zweier Praxisbeispiele untersucht werden. Damit soll eine betriebswirtschaftliche, markenpolitische Sicht auf die Ursachen des Mitgliederschwunds geworfen, sowie ein Beitrag zu dessen Bekämpfung geleistet werden.
Inhaltsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
1. Einleitung: Politische Parteien und ihr Mitgliederschwund
2. Zwei Ursachen für den Mitgliederschwund
2.1. Anreizschwäche und Unzufriedenheit
2.2. Milieuerosion und Wertewandel
3. Eine markenpolitische Sicht auf Parteien
3.1. Exkurs: Das Dachmarkenkonzept und seine Kriterien
3.2. Ausdehnungspfad und Markenkern
4. Der Markenkern von Parteien
4.1. Der Markenkern der SPD
4.2. Der Markenkern der Grünen
5. Die Bedeutung des Markenkerns fürden Mitgliederschwund
5.1. Die Bedeutung des Markenkerns für Milieuerosion und Wertewandel
5.2. Die Bedeutung des Markenkerns für Anreize und Nutzen
6. Fazit... und Lösungsansätze?
Literaturverzeichnis
Bücher:IV Magazine:
Internet:
Häufig gestellte Fragen
Warum verlieren politische Parteien Mitglieder?
Ursachen sind unter anderem mangelnde Anreize, Milieuerosion, Wertewandel und insbesondere die Entfernung vom ursprünglichen Markenkern der Partei.
Was versteht man unter dem „Markenkern“ einer Partei?
Der Markenkern umfasst die fundamentalen Werte und Positionen, mit denen sich Mitglieder und Wähler identifizieren. Eine Verwässerung dieses Kerns führt oft zu Unzufriedenheit.
Wie lässt sich Parteiverhalten wirtschaftswissenschaftlich erklären?
Ansätze wie die Exit-Voice-Theorie setzen Parteimitglieder mit Kunden gleich: Bei Unzufriedenheit wählen sie entweder den Austritt (Exit) oder den aktiven Widerspruch (Voice).
Welche Rolle spielt das Marketing für politische Parteien?
Marketingstrategien helfen dabei, Parteien als Marken zu führen, die gezielt auf die Bedürfnisse und Werte ihrer (potentiellen) Mitglieder ausgerichtet sind.
Welche Parteien werden in der Arbeit als Beispiele genannt?
Die Arbeit untersucht den Markenkern und die Mitgliederentwicklung beispielhaft anhand der SPD und der Grünen.
- Quote paper
- Master of Education; Dipl. Kfm. (FH) Volker Ahmad Qasir (Author), 2011, Die Entfernung vom „Markenkern“ als Ursache für den Mitgliederschwund der Parteien, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/231212