Die Sprache im Web erlebt eine rasante quantitative Verbreitung und qualitative Entwicklung seit den privaten Computerbenutzern in den 90er Jahren der Zugang zum Internet ermöglicht wurde, was zunächst großen Unternehmen und dem Militär vorbehalten war. Die Einführung des World Wide Web war ein weiterer Meilenstein der digitalisierten Kommunikation was die Vernetzung der globalen Gesellschaft betrifft.
Das elektronische Informations- und Kommunikationszeitalter bringt viele Veränderungen für die heutige Gesellschaft mit sich. Die Auswirkungen der elektronischen Medien auf den Menschen sind Beobachtungsgegenstand für viele Wissenschaftsfelder, die von der Wirtschaft bis zur Pädagogik reichen. Die Linguistik beschäftigt dabei die hohe Spezifität der Sprache bei der Kommunikation mit verschiedenen Medien. Welche Kommunikationsform ist konzeptionell und medial näher an der schriftlichen Sprache und welche näher an der mündlichen Sprache?. Verbindet all diese Arten zu kommunizieren eine gemeinsame Sondersprache, die sich von der Standardsprache abgrenzt?. Das Internet vermag alle bereits bekannten Medien auf multimedialen Webseiten zu vereinen und gibt den Usern dabei gleichzeitig die Möglichkeit über die Inhalte und miteinander zu kommunizieren. Können Medien, welche nur einen Sinneskanal beanspruchen, neben so einem Multitalent überhaupt bestehen? Es stellt sich die Frage, inwiefern Sprache, welche wir beim Verfassen digitaler Schriftbeiträge verwenden, ökonomisch sein kann und inwiefern diese der Sprachökonomie ähnelt, die bei der direkten Kommunikation vorkommt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Digitale Kommunikation im Web
3. Mündlichkeit und Schriftlichkeit bei der digitalen Kommunikation
4. Sprachökonomie im Web und bei der digitalen Kommunikation
5. Beispiele für Sprachökonomie bei italienischsprachiger digitaler Kommunikation auf phonetischer, morphologischer und pragmatischer Ebene
5.1 Sprachökonomie auf phonetischer Ebene
5.2 Sprachökonomie auf morphologischer Ebene
5.3 Sprachökonomie auf pragmatischer Ebene
6. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Phänomene der Sprachökonomie in der digitalen Kommunikation, insbesondere innerhalb der italienischen Sprache. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich durch den Einfluss neuer Medien wie Chats, E-Mails und soziale Netzwerke sprachliche Muster verändern und ob diese Prozesse als genuine Sondersprache zu klassifizieren sind oder als Ergebnis einer Anpassung an technische und zeitliche Restriktionen verstanden werden müssen.
- Analyse der Schnittstellen zwischen mündlicher und schriftlicher Kommunikation in digitalen Medien.
- Untersuchung der Sprachökonomie auf phonetischer, morphologischer und pragmatischer Ebene.
- Evaluation digitaler Kommunikationsformen wie SMS, Chat und soziale Medien.
- Fallbeispiele aus dem italienischen Online-Korpus "Corpus di riferimento dell'italiano scritto" (CORIS).
- Diskussion über die Relevanz der Sprachökonomie als Ausdrucksform im Web.
Auszug aus dem Buch
5.1 Sprachökonomie auf phonetischer Ebene
Ein gutes Beispiel für eine ökonomische Veränderung auf phonetischer Ebene, welches sehr häufig bei italienischen Schriftbeiträgen im Web und bei Kurzmitteilungen vorkommt, ist und ch zu k. Hierzu ein Beispiel aus einem italienischen Korpus, wo konsequent k anstatt ch Verwendung findet.
MON2008_10: lui dice ke è felice per me ke mi sposo ma io nn riesco a capre il perchè ….scompare .. riappare ….io mi kiedo cosa succederebbe se mi kiedesse di mollare tutto ?..cosa farei ? … Mi sposerei ? … lui nn vuole prendersi responsabilità dice ke faccio la cosa giusta … ma al solo pensiero di nn vederlo + io ci sto da skifo …..mi manca quando nn c ' è e lo penso sempre ….e' + forte di me … ma si possono amare 2 uomini contemporaneamente ?…..intanto ke faccio ? Vado avanti … … … piccola ! Siamo ad Agosto , com ' (CORIS 2011).
Das Graphem k und ch stellen beide dasselbe Phonem [k] orthografisch dar, wobei dem ersten, trotz seiner kürzeren Form, die Lautung erhalten bleibt. In diesem Beispiel wird ein Graphem verwendet, welches nicht im italienischen Alphabet vorkommt und somit stark von der Standardsprache abweicht. Schradt erkennt hier im Bezug auf ein ähnliches Phänomen, welches im spanischsprachigen Chat vorkommt: „Alle in diesem Bereich dokumentierten Veränderungen stellen eine Imitation der gesprochenen Sprache dar.“ (Schradt 2006:23).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die linguistische Relevanz der digitalen Kommunikation ein und umreißt die Untersuchung der Sprachökonomie mithilfe des italienischen Korpus CORIS.
2. Digitale Kommunikation im Web: Das Kapitel beleuchtet die historische Entwicklung und die rasanten Veränderungen der Kommunikation durch das World Wide Web und digitale Medien.
3. Mündlichkeit und Schriftlichkeit bei der digitalen Kommunikation: Hier wird diskutiert, wie digitale Texte zwischen den Polen von Mündlichkeit und Schriftlichkeit angesiedelt sind und warum sie eine hybride Form darstellen.
4. Sprachökonomie im Web und bei der digitalen Kommunikation: Dieses Kapitel definiert Sprachökonomie als rationellen Einsatz sprachlicher Mittel unter dem Druck von Zeit- und Platzrestriktionen.
5. Beispiele für Sprachökonomie bei italienischsprachiger digitaler Kommunikation auf phonetischer, morphologischer und pragmatischer Ebene: Dieses Kapitel liefert konkrete linguistische Analysen für ökonomische Vereinfachungen auf drei verschiedenen Ebenen.
6. Zusammenfassung: Die Arbeit fasst zusammen, dass digitale Kommunikation kein isoliertes System ist, sondern eine ökonomisch motivierte Fortführung sprachlicher Anpassung an neue Medien.
Schlüsselwörter
Sprachökonomie, digitale Kommunikation, Italienisch, Websprache, Chat, Kurzmitteilungen, phonetische Ebene, morphologische Ebene, pragmatische Ebene, CORIS, Sprachwandel, Computervermittelte Kommunikation, Schriftsprache, Mündlichkeit, Mediensprache.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die sprachlichen Besonderheiten und ökonomischen Strategien, die Nutzer bei der digitalen Kommunikation im Web und in sozialen Medien anwenden.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die zentralen Felder sind die Schnittstelle zwischen mündlicher und schriftlicher Sprache, die Definition der Sprachökonomie und deren Anwendung im Italienischen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Sprachökonomie die italienische Sprache im digitalen Raum durch Abkürzungen, Tilgungen und Anpassungen beeinflusst.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Es wird eine linguistische Korpusanalyse unter Einbeziehung des "Corpus di riferimento dell'italiano scritto" (CORIS) sowie theoretische Literaturarbeit angewandt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt die theoretische Verortung der digitalen Kommunikation und detaillierte Beispiele für Sprachökonomie auf phonetischer, morphologischer und pragmatischer Ebene.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Sprachökonomie, digitale Kommunikation, Web-Sprache und Sprachwandel geprägt.
Warum wird im Italienischen im Web häufig das "k" anstelle von "ch" verwendet?
Dies ist ein Beispiel für phonetische Sprachökonomie, da das "k" kürzer ist und die gleiche Lautung wie das "ch" darstellt, was dem Ziel der Zeitersparnis dient.
Inwiefern spielt die "Iteration" eine Rolle für die Sprachökonomie?
Obwohl sie das Wort verlängert, dient die Iteration von Schriftzeichen dazu, Aussagen zu intensivieren, wodurch eine redundante Wiederholung von Wörtern oder Sätzen vermieden wird.
Wird das Web-Italienisch als eigenständige Sprache angesehen?
Die Arbeit negiert die Annahme, dass es sich um eine vom Standard völlig losgelöste Sondersprache handelt; vielmehr ist sie eine mediale Anpassung.
Welche Rolle spielt die Zeit bei der digitalen Kommunikation?
Zeitdruck in Chats oder bei SMS ist ein Hauptfaktor für die Entstehung sprachökonomischer Strategien wie Abkürzungen und Tilgungen.
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- Matej Trampusch (Author), 2013, xchè ics per per. Sprachökonomie im italienischen Web und bei der digitalen Kommunikation, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/230287