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Zur Shop-Startseite › Philosophie - Philosophie des 17. und 18. Jahrhunderts

Der erste Grundsatz von Fichtes 'Grundlage der gesamten Wissenschaftslehre' (1794)

Titel: Der erste Grundsatz von Fichtes 'Grundlage der gesamten Wissenschaftslehre' (1794)

Zwischenprüfungsarbeit , 1996 , 24 Seiten , Note: sehr gut (1,3)

Autor:in: Sandra Kluwe (Autor:in)

Philosophie - Philosophie des 17. und 18. Jahrhunderts

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Der § 1 der 'Grundlage der gesamten Wissenschaftslehre' kann als Fokus jenes Denkens gelten, das die programmatische Bezeichnung einer "Grundsatzphilosophie" trägt. Ist es doch der Grundsatzcharakter selbst, der hier zum Grundsatz erhoben wird. Wie aber muss ein systembegründender Grundsatz beschaffen sein?
Fichtes 'Begriffsschrift' nimmt ihren Ausgang bei dem Postulat, es müsste in einer Wissenschaft "mindestens Ein Satz gewiss seyn, der etwa den übrigen seyne Gewissheit mittheilte". Doch wird diese erste Bedingung noch erweitert: Der aufzustellende Grundsatz "kann seine Gewißheit nicht erst durch die Verbindung mit den übrigen erhalten, sondern muss sie vor derselben vorher haben." Erst "ein solcher vor der Verbindung vorher und unabhängiger von ihr gewisser Satz heisst ein Grundsatz".
Sofern ein Grundsatz der absolut-erste eines Denksystems sein soll, muss er demnach nicht nur Gewissheit, sondern unbedingte, ja, schlechthin unbedingte Gewissheit vermitteln. Dieses letztgültig zu leisetn, stellt sich der § 1 der 'Grundlage der gesamten Wissenschaftslehre' zur Aufgabe:

"Wir haben den absolut-ersten, schlechthin unbedingten Grundsatz alles menschlichen Wissens aufzusuchen. Beweisen oder bestimmen läßt er sich nicht, wenn er absolut-erster Grundsatz sein soll."

Es liegt notwendig im Begriff der Unbedingtheit, unmittelbar gewiss, nicht deduzierbar, lediglich auffindbar zu sein, denn ein Grundsatz, der sich begründen ließe, wäre nicht Grund-, sondern bereits Folgesatz und somit bedingt. Nun soll der gesuchte Grundsatz eine "Tathandlung" ausdrücken, und zwar eine solche, "die unter den empirischen Bestimmungen unseres Bewußtseins nicht vorkommt". Auch dies ist eine zwingende Bedingung des Unbedingtheitsattributs - wie nämlich könnte ein auf dinglich-objektiver Erfahrung beruhendes Wissenschaftsprinzip jemals unbe-ding-t sein? Andererseits muss dieses Wissensprinzip ein wissbares, d.h. bewusstseinsfähiges sein, soll es doch Gewissheit systematisierbar und nicht etwa Intuition erahnbar machen. Also darf Fichtes erster Grundsatz zwar nicht empirisch sein, er muss aber doch "allem Bewußtsein zum Grunde" liegen, es transzendental ermöglichen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

Die Beschaffenheit eines Grundsatzes

HAUPTTEIL

I. Der absolut-erste Grundsatz und die Methoden seiner Auffindung

1. Reflexion und Abstraktion

1.1 Reflektierende Abstraktion vom Satz der Identität

1.1.1 Reflexion über die formal-gehaltliche Verfaßtheit des Identitätssatzes

1.1.2 Abstraktion vom Gehalt der Identität

1.1.3 Reflexion über die Form der Identität

1.1.4 Abstraktion von der formal variabeln Identität des A = A bei gleichzeitiger Reflexion über die gehaltlich konstante Identität des 'Ich bin Ich'

II. Tathandlung - Tatsache

1. Das 'Ich bin' als schlechthin gesetzte Tatsache

2. Das 'Ich bin' als schlechthin setzende Tathandlung

III. Das Ich als absolutes Subjekt

1. Das absolute Selbstbewußtsein des Ich

2. Das Sein des Ich als Für-sich-Sein

3. Die kategoriale Beschaffenheit des sich setzenden Ich

3.1 Das 'Ich bin' als logische Aussageweise

3.2 Das 'Ich bin' als kategoriale Seinsweise

4. Das 'Ich denke' als 'Ich bin'

AUSBLICK

Ich versus Substanz

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die philosophische Grundlegung der "Wissenschaftslehre" von Johann Gottlieb Fichte (1794), wobei der Fokus insbesondere auf der Herleitung des ersten Grundsatzes durch reflektierende Abstraktion liegt. Zentrales Ziel ist es, die dynamische Struktur des Fichteschen "Ich" als Tathandlung sowie die logische und ontologische Bedeutung des "Ich bin" im Verhältnis zum Identitätssatz und zur Kantischen Philosophie zu analysieren.

  • Methodik der reflektierenden Abstraktion und das Problem des Zirkels.
  • Unterscheidung von Tathandlung und Tatsache im Prozess der Ich-Konstitution.
  • Die Identität von subjektivem und prädikativem Sein im absoluten Subjekt.
  • Abgrenzung der Fichteschen Position gegenüber dem Kritizismus Kants und der Substanzlehre Spinozas.

Auszug aus dem Buch

II. Tathandlung - Tatsache

Substrat der Reflexion-Abstraktion-Operation ist also das Ich, "denn das Ich ist es, welches [...] urteilt" (S. 13), und für ein Urteil, das Wissen ist, gibt es keinen anderen Ort als das Wissen selbst: als die schlechthin unbedingte Gewißheit des "Ich bin" - "zwar nicht als Ausdruck einer Tathandlung, aber doch einer Tatsache" (S. 14). 'Tat-sache' meint hier ein Objekt, eine Sache (des Wissens), deren Existenz i n d e r T a t (eines Subjekts, eines empirischen Ichs) bewiesen und bestimmt werden kann. 'Tat-handlung' hingegen ist eine Tautologie, die den Schwerpunkt von der Statik des Gewußten auf die Dynamik des Wissens verlagert: 'Tat' bedeutet das Ergebnis, den konkreten Akt, während 'Handlung' sich auf das aktive Moment des Tuns überhaupt, auf das Agens als solches, bezieht. Durch den Primat der Tathandlung vor der Tatsache wird dieser zweite Aspekt, das W i r k e n der Wirklichkeit, in den Vordergrund gestellt. So geht es bei der Tathandlung nicht um das empirische Einzelfaktum, sondern um die allen aktuellen Tatsachen zugrundeliegende virtuelle Tathandlung, konkret: nicht um den Satz der Identität als einer "Tatsache des empirischen Bewußtseins" (S. 14), als Bedingung der Möglichkeit des ersten Grundsatzes, sondern um die transzendentale Wirklichkeit desselben. Diese gründet sich in der Kontinuität des Ichbegriffs als der Substanz des zwar formal identisch gesetzten, gehaltlich aber variablen A = A.

Zusammenfassung der Kapitel

Die Beschaffenheit eines Grundsatzes: Dieses Kapitel erörtert die notwendigen Attribute eines systembegründenden Grundsatzes, insbesondere dessen unbedingte Gewissheit und Unabhängigkeit.

I. Der absolut-erste Grundsatz und die Methoden seiner Auffindung: Hier wird der Prozess der reflektierenden Abstraktion dargestellt, um vom empirischen Satz der Identität zum eigentlichen Grund alles Denkens zu gelangen.

II. Tathandlung - Tatsache: Dieses Kapitel kontrastiert die statische Auffassung des Wissens als Tatsache mit der dynamischen Sichtweise der Tathandlung als aktivem Setzungsakt des Ich.

III. Das Ich als absolutes Subjekt: Diese Sektion expliziert, wie das Ich als unbedingte Größe sich selbst als Subjekt setzt und so die Identität von Sein und Handeln manifestiert.

Ich versus Substanz: Der Ausblick diskutiert das kritische Verhältnis Fichtes zur Substanzphilosophie Spinozas und die daraus resultierende Notwendigkeit der idealistischen Grundlegung.

Schlüsselwörter

Wissenschaftslehre, Fichte, Grundsatzphilosophie, Identitätssatz, Tathandlung, Tatsache, absolutes Subjekt, Ich-Sein, reflektierende Abstraktion, transzendentale Apperzeption, logische Folgerung, Sein und Wesen, Selbstbewusstsein, Idealismus, Kant.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert philosophisch den ersten Grundsatz von Fichtes "Grundlage der gesamten Wissenschaftslehre" aus dem Jahr 1794 und untersucht dessen Herleitung und systematische Bedeutung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die methodische Suche nach einem ersten Grundsatz, die Unterscheidung zwischen Tathandlung und Tatsache sowie die Bestimmung des Ich als absolutes Subjekt.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Klärung der Struktur des "Ich bin" als unbedingte Grundlage alles Wissens und die Erläuterung, wie diese durch reflektierende Abstraktion gewonnen wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit wendet die Methode der reflektierenden Abstraktion an, um durch die Analyse des Identitätssatzes das reine, unbedingte Sein des Ich freizulegen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Auffindung des Grundsatzes, die Analyse der Tathandlung und die Untersuchung der kategorialen Beschaffenheit des Ich als absolutes Subjekt.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Wissenschaftslehre, Tathandlung, absolutes Subjekt, Identität, Reflexion und transzendentale Apperzeption charakterisiert.

Wie unterscheidet Fichte nach dieser Arbeit zwischen dem 'Ich denke' und dem 'Ich bin'?

Fichte ordnet das 'Ich denke' als Verstandesfunktion ein, während das 'Ich bin' als absoluter Grundsatz fungiert, dem eine ontologische Seinsqualität zukommt.

Was kritisiert der Autor an der Verbindung von Fichtes System und Spinozas Philosophie?

Der Autor arbeitet heraus, dass Fichte Spinozas Substanzbegriff als ein unerreichbares Ideal dechiffriert, dessen Existenz für Spinoza "grundlos" bleibt, da er den transzendentalen Rückbezug des Ich nicht leisten kann.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der erste Grundsatz von Fichtes 'Grundlage der gesamten Wissenschaftslehre' (1794)
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg  (Philosophisches Seminar)
Veranstaltung
Interpretationskurs Fichte
Note
sehr gut (1,3)
Autor
Sandra Kluwe (Autor:in)
Erscheinungsjahr
1996
Seiten
24
Katalognummer
V22749
ISBN (eBook)
9783638260183
ISBN (Buch)
9783638647618
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Grundsatz Fichtes Grundlage Wissenschaftslehre Interpretationskurs Fichte
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sandra Kluwe (Autor:in), 1996, Der erste Grundsatz von Fichtes 'Grundlage der gesamten Wissenschaftslehre' (1794), München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/22749
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  24  Seiten
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