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Zur Shop-Startseite › Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg

Von Berlin nach Germania

Titel: Von Berlin nach Germania

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2003 , 13 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Kati Greiffenberg (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Bedeutung und der Zusammenhang von Architektur und Macht kann nicht klarer
ausgedrückt werden als mit den Worten von Hitler persönlich am 25. Juni 1940,
direkt in dem nach der Kapitulation Frankreichs ergangenen Erlaß, in dem er
anordnete, Berlin müsse durch bauliche Neugestaltung „den ihm durch die Größe
unseres Sieges zukommenden Ausdruck“ erhielten. Die Verwirklichung dieser
„wichtigsten Bauaufgabe des Reiches“ sei der „bedeutendste Beitrag zur
Sicherstellung unseres Sieges“.1
In meiner Seminararbeit „Von Berlin nach Germania“ möchte ich einleitend die
allgemeinen Kennzeichen der Architektur im Dritten Reich vorstellen. Dadurch wird
klar, welchen außergewöhnlichen Stellenwert man der Architektur im Dritten Reich
einräumen muß.
In den Abschnitten des Stadtumbaus von Berlin nach Germania stelle ich die vier
Phasen der Entwicklung zur Neugestaltung der Reichshauptstadt vor in Ahnlehnung
an die Phaseneinteilung von Christiane Wolf in „Gauforen-Zentren der Macht“2,
welche mir besonders sinnvoll erscheint.
Dabei versuche ich die bereits im Seminar als relevant eingestuften Punkte der
Menschen in der Stadt, die materiellen Strukturen, die Urbanität sowie den
Stadtdiskurs miteinander verbunden darzustellen und nicht als getrennte
Einteilungen.
1 Vgl. Nerdinger, Winfried, Architektur und Massenmord. Die Außen- und Innenansicht des NSReiches,
in: 1945, Krieg-Zerstörung-Aufbau. Henschel Verlag, Berlin 1995. S. 122
2 Wolf, Christiane, Gauforen-Zentren der Macht: zur nationalsozialistischen Architektur und
Stadtplanung. Verlag Bauwesen. Berlin 1999.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Kennzeichen der Architektur im Dritten Reich

2. Erste Phase des Stadtumbaus (1933/34) - Von Berlin nach Germania

3. Zweite Phase des Stadtumbaus (1934-36) - Installation des Parteiapparates

4. Dritte Phase des Stadtumbaus (1936-38) - Der Neugestaltungsplan

5. Vierte Phase des Stadtumbaus (ab 1938) - Konsequenzen der Durchführung

5.1. Abriß

5.2. Judenwohnungen

5.3. Arbeitskräfte

6. Schlußbetrachtung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die nationalsozialistische Stadtplanung und das Bauvorhaben „Germania“ mit dem Ziel, den Zusammenhang zwischen Architektur, ideologischer Machtinszenierung und den verheerenden gesellschaftlichen Folgen in Berlin aufzuzeigen.

  • Kennzeichen und ideologische Bedeutung der Architektur im Dritten Reich
  • Phasenmodell der städtebaulichen Entwicklung zur „Reichshauptstadt“
  • Strukturen und Machtbefugnisse des „Generalbauinspektors für die Reichshauptstadt Berlin“ (G.B.I.)
  • Soziale und menschliche Konsequenzen der baulichen Durchführung (Abriss, Vertreibung, Zwangsarbeit)

Auszug aus dem Buch

3. Zweite Phase des Stadtumbaus (1934-36) - Installation des Parteiapparates

Ab 1934 kam zunehmend die Frage nach einer adäquaten baulichen Repräsentanz der Partei im Stadtgefüge auf. In der zweiten Phase des Stadtumbaus rückte nun also die räumliche Installation des Parteiapparates im Stadtgefüge in den Mittelpunkt, wie z. B. die Errichtung des Führerbaus und das Verwaltungsgebäude der NSDAP am Münchner Platz. Wie auch die Bauten des Reichsparteitaggeländes in Nürnberg „...sind diese Bauten in ihren glatten versteinerten Wandflächen und deren aufgereihten, meist tiefeingeschnittenen Fenstern mit steinernen Kreuzen und hervorgehobenen Faschen, die die Kompaktheit der Baukörper steigern und nicht selten fortikativ wirken lassen, Medium nationalsozialistischer Ordungsprinzipien, die ihrem dumpfen steinernen Gusto die Menschen einschüchtern sollten.“ Die Architektur diente so der Darstellung nationalsozialistischer Gesellschaftsinhalte und verwies in diesem Sinne gleichzeitig auf die „steingewordene Weltanschauung“.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Zusammenhang zwischen Architektur und Macht durch Hitler und definiert das methodische Vorgehen anhand der vier Phasen des Stadtumbaus.

1. Kennzeichen der Architektur im Dritten Reich: Dieses Kapitel beschreibt den hohen Stellenwert der Architektur als öffentlichste Kunstform und analysiert die Reduktion auf den repräsentativen Monumentalbau.

2. Erste Phase des Stadtumbaus (1933/34) - Von Berlin nach Germania: Der Fokus liegt auf kurzfristigen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen und ersten propagandawirksamen Einzelbauten in Berlin.

3. Zweite Phase des Stadtumbaus (1934-36) - Installation des Parteiapparates: Hier wird die räumliche Verankerung der NSDAP-Gebäude im Berliner Stadtgefüge als Medium der Einschüchterung thematisiert.

4. Dritte Phase des Stadtumbaus (1936-38) - Der Neugestaltungsplan: Inhalt ist die Gründung der Behörde G.B.I. unter Albert Speer und der Plan einer gigantischen Umgestaltung zur „Welthauptstadt Germania“.

5. Vierte Phase des Stadtumbaus (ab 1938) - Konsequenzen der Durchführung: Das Kapitel behandelt die destruktiven Folgen der Planung, insbesondere durch Wohnungsabriss, Vertreibung der jüdischen Bevölkerung und Zwangsarbeit.

6. Schlußbetrachtung: Die Autorin resümiert, dass die städtebaulichen Pläne untrennbar mit der Vernichtungspolitik verbunden waren und ihre Nicht-Realisierung als Glücksfall zu werten ist.

Schlüsselwörter

Nationalsozialismus, Architektur, Germania, Albert Speer, Stadtplanung, Repräsentationsbau, G.B.I., Judenwohnungen, Zwangsarbeit, Machtinszenierung, Berlin, Stadtumbau, Urbanisierung, Ideologie, Städtebau.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den nationalsozialistischen Städtebau am Beispiel Berlins und die Transformation zur geplanten „Welthauptstadt Germania“.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit umfasst die Architekturtheorie des NS-Regimes, die verschiedenen Phasen der Stadtplanung zwischen 1933 und 1945 sowie die sozio-politischen Konsequenzen dieser Bauprojekte.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den engen Zusammenhang zwischen städtebaulichen Machtansprüchen und den daraus resultierenden Verbrechen an der Bevölkerung zu verdeutlichen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde gewählt?

Die Arbeit folgt einer phasenbasierten historischen Untersuchung, die sich an der Phaseneinteilung von Christiane Wolf orientiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in vier chronologische Phasen des Stadtumbaus, von der ersten Arbeitsbeschaffung bis zur totalen Radikalisierung unter Einbeziehung von Zwangsarbeit und Deportationen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Architektur im Dritten Reich, Speer, Germania, Zwangsarbeit und die politisch-ideologische Instrumentalisierung des öffentlichen Raumes.

Welche Rolle spielte der „Generalbauinspektor“ (G.B.I.)?

Der G.B.I. unter Albert Speer war die zentrale, direkt dem „Führer“ unterstellte Behörde, die weitgehende Machtbefugnisse besaß und die gesamte städtebauliche Neugestaltung Berlins leitete.

Wie wurden die massiven Abrisse für den Stadtumbau legitimiert?

Die Abrisse wurden durch das „Gesetz zur Neugestaltung deutscher Städte“ von 1937 rechtlich legitimiert, wobei die sozialen Folgen für Hunderttausende Betroffene zugunsten der monumentalistischen Planung ignoriert wurden.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Von Berlin nach Germania
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Geschichte)
Veranstaltung
Die Stadt. Urbanisierung in vergleichender Sicht Arbeitsgruppe VII: Von der industriellen Revolution zur postfordistischen Stadt - NS-Städtebau: 'Germania'
Note
2,3
Autor
Kati Greiffenberg (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2003
Seiten
13
Katalognummer
V21988
ISBN (eBook)
9783638254588
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Berlin Germania Stadt Urbanisierung Sicht Arbeitsgruppe Revolution Stadt NS-Städtebau
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Kati Greiffenberg (Autor:in), 2003, Von Berlin nach Germania, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/21988
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  13  Seiten
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