Die Aufgabe dieser Seminararbeit wird es sein, sich kritisch mit dem Aufsatz von Ivan Welev „Tourismus in Zeiten des Umbruchs“1 auseinanderzusetzen, die einzelnen dort aufgeführten Themenbereiche in Ansätzen zu kommentieren und weiterführend aufzuarbeiten. Weiterhin sollen in Grundzügen die gegenwärtige Entwicklung des Tourismus in Bulgarien dargestellt und analysiert und mögliche
Perspektiven aufgezeigt werden, wobei die Tourismuswirtschaft und die
Fremdenverkehrspolitik vordergründig betrachtet werden sollen und nicht näher auf die ökologischen Auswirkungen des Tourismus eingegangen wird. Der Zeitraum von Juni 2001 bis Juni 2003 wird hierbei im Vordergrund der Analyse stehen. Es ist ansatzweise zu klären, ob es sich bei dem Tourismus in Bulgarien um eine
stagnierende oder florierende Branche handelt. Angesichts dessen stellt sich die Frage nach grundlegenden politischen und ökonomischen Reformen. Gibt es solche Reformvorhaben bzw. sind oder werden solche Reformen im bulgarischen Tourismuswesen durchgesetzt und was für Folgen und Auswirkungen haben oder hätten solche Neuerungen? Welche Alternativen gibt es zur momentanen Tourismuspolitik und was sind die Perspektiven für den bulgarischen Tourismus? Wie ist das Tourismuspotential Bulgariens einzuschätzen und zu klassifizieren?
Welev beschränkt sich in seinem Aufsatz primär auf eine Darstellung der bulgarischen Tourismuspolitik aus den Jahren zwischen 1997 und 2000/2001 ohne dabei konsequent mögliche Optionen in dieser Hinsicht zu hinterfragen und adäquate Reformvorschläge zu machen. Nicht zuletzt deswegen, aber auch in Hinsicht der Dynamik des Tourismusmarktes und dessen Veränderung in Folge der Globalisierung und der Gefahr, die vom weltweiten Terrorismus ausgeht und im
Besonderen aufgrund der Modifikation des bulgarischen Tourismuswesens in den letzten Jahren, die es hier zu analysieren geht, ist es von Bedeutung Welevs Darlegungen nicht nur zu konkretisieren und sie in die gegenwärtige bulgarische Tourismuspolitik zu transformieren, sondern die oben aufgeführten Fragestellungen in die Analyse mit einzubeziehen.
1 Welev, Ivan, Turizm w period na prehod. In: Genov, Nikolai (ed.), Prospects of Sociology in
Bulgaria, Sofia 2001, S.174-203
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Zum Quellen- und Literaturbestand
2. Allgemeine Betrachtungen
3. Werbung und Information
4. Investitionen
5. Nationale Strategie
6. Alternativen zum Sonne-Strand-Urlaub
6.1. Dorftourismus
6.2. Kulturtourismus
6.3. Anmerkungen
7. Schlussbetrachtungen
8. Quellen und Literatur
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Das Hauptziel dieser Seminararbeit ist die kritische Auseinandersetzung mit dem Aufsatz von Ivan Welev zur Tourismuspolitik in Bulgarien sowie die Analyse der touristischen Entwicklung im Zeitraum von 2001 bis 2003. Die Forschungsfrage untersucht dabei, ob sich der bulgarische Tourismus in einer stagnierenden oder florierenden Phase befindet und welche politischen sowie ökonomischen Rahmenbedingungen diese Entwicklung beeinflussen.
- Kritische Reflexion der bulgarischen Tourismuspolitik der Nachwendezeit.
- Analyse von Investitionsanreizen und gesetzlichen Neuerungen wie dem Tourismusgesetz von 2002.
- Untersuchung von Diversifikationsstrategien durch Dorf- und Kulturtourismus.
- Bewertung der Rolle des Staates als Akteur und Förderer der Tourismusbranche.
Auszug aus dem Buch
6. Alternativen zum Sonne-Strand-Urlaub
Durch die geplante Diversifikation des nationalen touristischen Produkts stellt die Regierung ihre Tourismuspolitik endlich auf die Bedürfnisse des einseitig übersättigten Marktes ein, fördert dadurch die Konkurrenzfähigkeit des bulgarischen Tourismus und beschränkt ihre Bemühungen nicht nur auf die für Bulgarien traditionellen Angebotsformen von touristischen Produkten, sondern unterstützt das Potential des bulgarischen Tourismus auch außerhalb der Schwarzmeerküste und in einigen Wintersportorten. Somit wird die Tourismusindustrie nicht nur auf einige wenige Bereiche und Regionen konzentriert, sondern bietet Alternativvarianten an, verlagert Kapazitäten ohne vorhandene abzubauen, bietet neue, an die Nachfrage orientierte, Produkte an und fördert nicht zuletzt die ökonomische Entwicklung der jeweiligen durch den Tourismus abgedeckten Regionen.
In diesem Sinne wird auch der Massentourismus verändert, was immer mehr zu einer Notwendigkeit wird. Notwendig auch deswegen, da die Ansprüche am reinen Erholen und Erleben durch die Forderungen nach speziellen Angeboten, Vermittlung von Kenntnissen und Erkenntnissen, nach Lebenstätigkeit, aktiver Auseinandersetzung mit der sozialen und natürlichen Umwelt, nach Entfaltung der eigenen Fähigkeiten und Kräfte allmählich ersetzt werden. Somit wird auch der unkontrollierte ausbeuterische Tourismus einigermaßen eingeschränkt. Durch die Veränderung des Massentourismus wird erreicht, dass nicht mehr nur die traditionellen Angebote der großen Reiseveranstalter als Maßstab für einen guten und lohnenswerten Urlaub angesehen werden, sondern, dass ausgehend von den eigenen Bedürfniskriterien, durch die persönliche Entscheidungsfreiheit, die Ansprüche von einem selbst bewusst kontrollierbar werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Tourismusentwicklung in Bulgarien sowie kritische Einordnung des Aufsatzes von Ivan Welev.
1.1. Zum Quellen- und Literaturbestand: Erläuterung der Herausforderungen bei der Recherche aufgrund des Mangels an aktuellen nationalen Daten.
2. Allgemeine Betrachtungen: Analyse der globalen Tourismustrends und der Auswirkungen der gesellschaftspolitischen Transformation in Osteuropa auf den Tourismussektor.
3. Werbung und Information: Untersuchung der Marketingdefizite und der Bedeutung des neuen Tourismusgesetzes für eine bessere Marktpräsenz.
4. Investitionen: Diskussion über Privatisierung, ausländische Kapitalzuflüsse und die Notwendigkeit von Anreizen für mittelständische Unternehmen.
5. Nationale Strategie: Bewertung des Strategiepapiers "Charta des bulgarischen Tourismus" und dessen Umsetzung durch die staatliche Verwaltung.
6. Alternativen zum Sonne-Strand-Urlaub: Darlegung der Notwendigkeit zur Diversifikation des touristischen Angebots jenseits der Schwarzmeerküste.
6.1. Dorftourismus: Untersuchung der Potenziale und infrastrukturellen Defizite des ländlichen Tourismus in Regionen wie den Rhodopen.
6.2. Kulturtourismus: Analyse des Nutzens kultureller Identität als Marketinginstrument und Herausforderungen bei der Erschließung historischer Stätten.
6.3. Anmerkungen: Zusammenfassende Einordnung der behandelten alternativen Sektoren im Kontext der Tourismuslandschaft.
7. Schlussbetrachtungen: Fazit zur aktuellen Lage des Tourismus als sich entwickelnde Branche und Ausblick auf künftige Herausforderungen.
8. Quellen und Literatur: Aufstellung der für die Arbeit herangezogenen Gesetzestexte, Berichte und Internetressourcen.
Schlüsselwörter
Bulgarien, Tourismus, Tourismuspolitik, Transformation, Diversifikation, Marktwirtschaft, Kulturtourismus, Dorftourismus, Infrastruktur, Marketing, Investitionen, Tourismusgesetz, Reiseverhalten, Osteuropa, Globalisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Seminararbeit im Kern?
Die Arbeit analysiert die aktuelle Situation und die Perspektiven des bulgarischen Tourismus unter besonderer Berücksichtigung der politischen und ökonomischen Transformationsprozesse nach 1989.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Tourismuspolitik, den Investitionsstrategien, dem Marketing sowie der Diversifikation des Angebots durch Dorf- und Kulturtourismus.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu klären, ob sich der bulgarische Tourismus in einer stagnierenden Phase befindet und welche konkreten Maßnahmen zu seiner Stärkung beitragen können.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine kritische Analyse und Kommentierung des Aufsatzes von Ivan Welev vorgenommen, ergänzt durch die Auswertung aktueller nationaler und internationaler Berichte sowie Statistiken.
Was sind die inhaltlichen Schwerpunkte im Hauptteil?
Der Hauptteil befasst sich mit der Analyse von Werbestrategien, der Rolle von ausländischen Direktinvestitionen und der Umsetzung einer nationalen Tourismusstrategie.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Transformation, Diversifikation, kulturelle Identität, Tourismusgesetz und Infrastrukturentwicklung.
Warum wird der Ausbau des Kulturtourismus als so wichtig erachtet?
Kulturtourismus wird als effizientes Marketinginstrument gesehen, um die kulturelle Identität des Landes zu stärken und Touristen über den reinen Badeurlaub hinaus anzusprechen.
Welche Rolle spielen ausländische Investoren für Bulgarien?
Ausländische Reiseveranstalter wie TUI oder Thomas Cook sind essenziell für die Entwicklung der Hotelinfrastruktur an der Schwarzmeerküste.
Wie bewertet der Autor die staatliche Rolle im Tourismus?
Der Autor fordert ein aktives staatliches Handeln ("Lokomotive") bei der Schaffung günstiger Rahmenbedingungen und der Korrektur wirtschaftlicher Fehlentwicklungen.
- Arbeit zitieren
- Ljubomir Milev (Autor:in), 2003, Das bulgarische Tourismuswesen im Umbruch - Überblick, Analysen und Perspektiven anhand von ausgewählten Beispielen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/21559