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Cop Culture. Fluch oder Segen?

Titel: Cop Culture. Fluch oder Segen?

Essay , 2013 , 11 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Marcel Jarendt (Autor:in)

Organisation und Verwaltung - Sonstiges

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Vorwort der zweiten Auflage des Buches "Cop Culture – Der Alltag des Gewaltmonopols" beschreibt der Autor, Rafael Behr, die Problematik, in der Öffentlichkeit über Kultur und Kulturen der Polizei nachzudenken oder zu reden. Gegenargumente wie zum Beispiel: "Das gab es vielleicht früher einmal" oder "das kann woanders so sein, aber nicht bei uns" wurden dem Autor entgegen gebracht.

Da das Thema mittlerweile aber mehr und mehr in den Fokus der Öffentlichkeit rückt, sowie in der Organisations- und Personalentwicklung der Polizei substantieller diskutiert wird, empfand ich es als lohnenswert, mich relativ zeitnah zum Ausbildungsbeginn mit diesem Thema im Rahmen einer wissenschaftlichen Ausarbeitung auseinander zu setzen.

Glaubt man nämlich der einseitigen Berichterstattung der Presse, stellen die Polizeivollzugsbeamten regelmäßig "Loyalität über Integrität". Wie steht es also wirklich um den Umgang mit dem Gewaltmonopol? Wie weit geht der Zusammenhalt der Kollegen untereinander? Werden Verfahren gegen Kollegen tatsächlich eingestellt, weil die anderen Kollegen angeben, nichts gesehen, beziehungsweise bewusst weg geschaut haben? Gibt es also Kulturen innerhalb der Polizei?

Bevor diesen und weiteren Fragen nachgegangen wird, findet eine kurze Erläuterung der in der Arbeit häufig verwendeten Begrifflichkeiten statt. Anschließend erfolgt eine Beleuchtung des Begriffes der Polizeikultur als normatives Gerüst zur Polizeiarbeit in Abgrenzung zur Cop Culture als subkulturelles Handlungsmuster der einzelnen Polizeibeamten. Im Verlauf der Arbeit wird der Begriff der Cop Culture näher erläutert. Es folgt eine Einordnung der Cop Culture zwischen Korpsgeist und Binnenkohäsion. Weiterhin werden die Effekte der Cop Culture erläutert, die Schutzfunktion als positiver Aspekt und die Problematik der Positionierung zwischen Loyalität und Integrität auf der anderen Seite. Im Anschluss an diese theoretischen Erläuterungen folgen Gesprächsausschnitte aus der polizeilichen Praxis, um die Thesen zu bekräftigen.

Ziel dieser Arbeit ist die Veranschaulichung von Vor- und Nachteilen des Phänomens "Cop Culture".

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsbestimmungen

3. Abgrenzung von Polizeikultur und Polizistenkultur

4. Cop Culture - Korpsgeist oder Binnenkohäsion?

5. Effekte der Cop Culture

5.1 Schutzfunktionen der Cop-Culture

5.2 Positionierung zwischen Loyalität und Integrität

6. Cop Culture in der Polizeipraxis

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Phänomen der "Cop Culture" innerhalb der Polizei, beleuchtet das Spannungsfeld zwischen kollektivem Korpsgeist sowie Binnenkohäsion und analysiert, wie diese Mechanismen die Loyalität gegenüber Kollegen gegenüber professioneller Integrität beeinflussen.

  • Definition und Abgrenzung von Polizeikultur und Polizistenkultur
  • Analyse der Schutzfunktionen sozialer Gruppen innerhalb der Polizei
  • Das Dilemma zwischen Loyalität und Integrität
  • Empirische Einblicke durch qualitative Gespräche aus der Polizeipraxis
  • Bewertung der Cop Culture als Segen und Fluch für die Organisation

Auszug aus dem Buch

5.1 Schutzfunktionen der Cop-Culture

Die im zweiten Kapitel angeführte Begriffsbestimmung der Cop Culture geht von einer zweigeteilten Zielsetzung der Polizistenkultur aus. Einerseits hilft die Gruppe dem Einzelnen staatliche Gewalt durchzusetzen, ohne selber zu Schaden zu kommen, andererseits werden anscheinend aber auch Überschreitungen der Rechtmäßigkeit und Verfahrensförmigkeit meist toleriert.

Dieser zweite Aspekt könnte dazu führen anzunehmen, dass Cop Culture ein von vornherein von der Norm abweichendes Verhalten strukturell verankert hat. "Diskriminierungshandlungen oder Übergriffe von Polizisten haben in der Regel keine strukturelle Verankerung in der Organisation, das heißt sie sind nicht von der Organisation gewollt oder bewusst geduldet. [...] "Polizeiliche Übergriffe können besser eingeordnet werden, wenn man sie als überindividuelle, gleichwohl kleinräumige "Fehlinterpretationen" polizeilicher Aufgabenstellung interpretiert." In seinem Aufsatz vertritt der Autor PHK Herrrnkind auch die Ansicht, dass Übergriffe "ein an keiner Stelle korruptes Handeln oder ordinäre Kriminalität [...]" seien. Demnach ist der "Amtsmißbrauch als Verletzung von Menschen- und Bürgerrechten" kein grundsätzlich strukturell gewolltes Verhalten innerhalb der Cop Culture.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Cop Culture und die gesellschaftliche Relevanz der Untersuchung des Spannungsfeldes zwischen Loyalität und Integrität bei Polizeivollzugsbeamten.

2. Begriffsbestimmungen: Definition der zentralen Termini wie Polizistenkultur, Polizeikultur, Korpsgeist und Binnenkohäsion zur theoretischen Fundierung der Arbeit.

3. Abgrenzung von Polizeikultur und Polizistenkultur: Differenzierung zwischen der normativen Polizeikultur als institutionellem Rahmen und der Cop Culture als subkulturellem Identitäts- und Handlungsmuster.

4. Cop Culture - Korpsgeist oder Binnenkohäsion?: Diskussion darüber, ob Cop Culture eher als Ausdruck eines kriegerischen Korpsgeistes oder als sozialpsychologisch erklärbare Binnenkohäsion einer Gefahrengemeinschaft zu verstehen ist.

5. Effekte der Cop Culture: Untersuchung der Schutzfunktionen, die Cop Culture für Beamte bietet, sowie die kritische Auseinandersetzung mit dem Konflikt zwischen Loyalität gegenüber Kollegen und professioneller Integrität.

6. Cop Culture in der Polizeipraxis: Darstellung und Auswertung von informellen Gesprächen mit Polizeibeamten, die die theoretischen Erkenntnisse zur Gruppendynamik und zum "Code of Silence" widerspiegeln.

7. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Cop Culture als ambivalentes Phänomen, das sowohl professionellen Halt bietet als auch ethische Dilemmata bei Fehlverhalten provoziert.

Schlüsselwörter

Cop Culture, Polizeikultur, Polizistenkultur, Korpsgeist, Binnenkohäsion, Loyalität, Integrität, Code of Silence, Gefahrengemeinschaft, soziale Kohäsion, polizeiliches Handeln, Berufsethik, Dienstgruppe, soziale Normen, Organisationsentwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der sogenannten "Cop Culture" – informellen kulturellen Mustern innerhalb der Polizei, die das Verhalten und das Selbstverständnis von Polizeibeamten maßgeblich beeinflussen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Fokus stehen das Spannungsfeld zwischen Gruppenzugehörigkeit und Dienstpflicht, die Schutzmechanismen innerhalb von Dienstgruppen sowie die Abgrenzung von offizieller Polizeikultur und gelebter Subkultur.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die positiven sowie negativen Auswirkungen der Cop Culture aufzuzeigen, insbesondere im Hinblick auf das Dilemma zwischen kollegialer Loyalität und der professionellen Integrität sowie der Einhaltung von Gesetzen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse sowie qualitative, informelle Gespräche mit Polizeibeamten verschiedener Dienstjahre und Dienstgrade zur Veranschaulichung der Thesen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung, die Analyse von Korpsgeist und Binnenkohäsion, die Untersuchung von Schutzfunktionen der Cop Culture sowie eine praxisnahe Auswertung der gewonnenen Gesprächsergebnisse.

Durch welche Schlüsselwörter wird die Arbeit charakterisiert?

Wesentliche Begriffe sind Cop Culture, Korpsgeist, Binnenkohäsion, Loyalität, Integrität und Code of Silence.

Warum wird die Cop Culture teilweise als "Segen" bezeichnet?

Die Autorin/der Autor argumentiert, dass die Cop Culture in gefährlichen Arbeitssituationen den nötigen Zusammenhalt bietet, der Polizisten entlastet und ihnen hilft, mit den hohen Anforderungen des Alltags umzugehen.

Was versteht man unter dem in der Arbeit erwähnten "Code of Silence"?

Der "Code of Silence" beschreibt das Phänomen, dass Polizisten dazu neigen, Fehlverhalten oder Rechtsverstöße von Kollegen nicht zu melden, um das Vertrauensverhältnis innerhalb der Gruppe und den kollegialen Rückhalt nicht zu gefährden.

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Cop Culture. Fluch oder Segen?
Note
1,0
Autor
Marcel Jarendt (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
11
Katalognummer
V215496
ISBN (eBook)
9783668710979
ISBN (Buch)
9783668710986
Sprache
Deutsch
Schlagworte
culture fluch segen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marcel Jarendt (Autor:in), 2013, Cop Culture. Fluch oder Segen?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/215496
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Leseprobe aus  11  Seiten
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