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Das Alevitentum und die Stellung der Frau

Titel: Das Alevitentum und die Stellung der Frau

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2007 , 22 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Else Gallert (Autor:in)

Soziologie - Sonstiges

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Thema meiner Hausarbeit ist „Das Alevitentum und die Stellung der Frau“.
Die Aleviten sind neben den Sunniten die zweitgrößte Glaubensgruppe in der Türkei. Sunniten sind Angehörige der größeren der beiden Hauptgruppen des Islams in der Türkei, deren Glaubens- und Pflichtenlehre neben dem Koran auf der Gesamtheit der von Mohammed überlieferten Aussprüche und Verhaltensweise beruht. Aleviten sind jedoch Angehörige einer konfessionellen Gemeinschaft, die das Alevitentum als Glaubenswelt haben. Dieses ist die Verschmelzung vor allem urpersischer, urtürkischer, persischer, islamisch-heterodoxer und schiitischer Glaubenselemente.
Die Anzahl der Aleviten in der Türkei wird heute auf circa zwanzig Millionen geschätzt, doch dabei wird jedoch nicht zwischen türkischen und kurdischen Aleviten unterschieden.
Der Autor Gümüs meint jedoch, dass ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung zwanzig bis dreißig Prozent beträgt. Dies wären seiner Meinung nach circa dreizehn bis sechzehn Millionen Menschen, wobei unterstrichen werden muss, dass es sich mangels offizieller Statistiken, und aufgrund der Tatsache, dass die Aleviten in ihrer Heimat nicht als eigenständige Religionsgemeinschaft anerkannt werden, hierbei um Schätzungen handelt.

Im ersten Teil meiner Hausarbeit werde ich zunächst auf die Begriffsdefinition „Aleviten“ eingehen, um anschließend kurz die Entwicklung des Alevitentums zu erläutern.
Des weiteren werde ich im dritten Teil meiner Arbeit auf die spezifischen alevitischen Glaubensinhalte eingehen und sie näher beschreiben.
Den Abschluss meiner Arbeit bildet ein weiterer Schwerpunkt. Es handelt sich um die Stellung die Frau im Alevitentum.
Die Literatur, die ich verwendet habe, bezieht sich auf türkische und kurdische Aleviten. Das Werk von Frau Firat beschreibt vor allem die Aleviten der kurdisch-alevitischen Region Dersim. „Das Gebot“ von Bozkurt geht auf keine spezielle Region in der Türkei ein, sondern behandelt das Thema eher allgemein. Der Autor Gümüs bezieht in seinem Werk sowohl die türkischen, als auch die kurdisch- oder zazastämmigen Aleviten ein.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2.Begriffsdefinition „Aleviten“

2.1.Entwicklung des Alevitentums

3.Ausübung der Religion

3.1.Exkurs: Bektaschi- Orden

3.2.Die Lehre von den Vier Pforten

3.3.Ablauf eines Cem bei kurdischen Aleviten

3.3.1.Die Praxis der Rechtssprechung

3.4.Pseudoverwandtschaftsverhältnisse

3.4.1.Caexovane

3.4.1.1.Exkurs:Der zeremonielle Ablauf der Caexovane bei kurdischen Aleviten

3.4.1.2.Die Verpflichtungen der MusaivpartnerInnen und ihrer Familien zueinander

3.4.2.„Kewra“

3.5.Fasten

3.6.Almosengeben

3.7.Pilgerfahrt

3.8.Pflichtgebet

3.9.Bedeutung der Naturelemente

4.Kurdische und türkische Aleviten im Vergleich

5.Die Stellung der Frau im Alevitentum

6.Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Alevitentum mit einem besonderen Fokus auf die religiösen Praktiken sowie die soziokulturelle Stellung der Frau, wobei Unterschiede zwischen türkischen und kurdischen Aleviten herausgearbeitet werden.

  • Definition und historische Entwicklung des Alevitentums.
  • Religiöse Lehren und Rituale, insbesondere die Bedeutung des „Cem“.
  • Struktur der Pseudoverwandtschaftsverhältnisse wie Caexovane und Kewra.
  • Vergleichende Analyse der religiösen Ausprägungen bei kurdischen und türkischen Aleviten.
  • Diskussion der gesellschaftlichen Rolle und Rechte der Frau innerhalb der alevitischen Gemeinschaft.

Auszug aus dem Buch

3.3.1.Die Praxis der Rechtssprechung

Die Strafen, die der pir oder dede erteilen kann, richten sich nach der Schwere des Verbrechens. Die Autorin Kehl-Bodrogi teilt die Straftaten in „kleine Vergehen“ und „große Vergehen“ ein. Unter die Kategorie „kleine Vergehen“ fallen: unrechtmäßiges Verhalten Respektpersonen gegenüber, Lügen in leichteren Fällen, Kränkungen und Beleidigungen. Diese „Verbrechen“ werden mit einigen Stockschlägen oder kleinen Geldbußen bestraft.

„Große Vergehen“ sind vor allem Verrat des Geheimnisses, Abfall vom Pir, Diebstahl, falsche Zeugenaussage, Mord oder Totschlag, Ehebruch und unter Tabu fallende sexuelle Handlungen. Solche Taten werden ihrer Beschreibung nach mit „der Entfernung aus der Kultgemeinde“ bestraft und das gilt als die schwerwiegendste Strafe, die ein Pir verhängen kann.

Frau Firat beschreibt die Bestrafungsarten in ihrem Feldforschungsgebiet auf eine andere Art und Weise. Die kleineren Vergehen wurden vom Pir während des Cem verhängt. Ein Beispiel für eine solche Straftat ist beispielsweise eine nicht sachgemäße Ausführung einer Regel. Die Bestrafung sah so aus, dass der Angeklagte frisches Wasser aus dem Brunnen holen musste. Eine andere Bestrafungsart war auch, dass der Schuldige für eine Viertelstunde bis zwei Stunden stehen bleiben musste. Diese Strafart wurde in Dersim „Pir wurzeno dare“ genannt.

Die größeren Taten wurden ebenso wie im Werk von Frau Kehl-Bodrogi bestraft, und zwar mit „sozialer Isolation“ mitsamt seiner Familie. Die Menschen im Dorf durften mit dieser Familie weder sprechen noch etwas mit ihr unternehmen, bis der Verurteilte seine Tat zugab und wirklich bereut hatte. Die Reue wurde mit dem Versprechen, die Tat nie zu wiederholen, gekrönt. Der Täter konnte dann mit seinem Musaiv gemeinsam zum Heiligen gehen und ihn darum bitten, in seinem Haus einen Cem abzuhalten, um ihn und seine Familie wieder in der dörflichen Gemeinschaft zu resozialisieren. Die Verpflichtung des Heiligen war, dass er die Wiedereingliederung des Mannes in die Gemeinde zeremoniell zu ermöglichen.

Zusammenfassung der Kapitel

1.Einleitung: Die Arbeit führt in das Thema des Alevitentums und die Stellung der Frau ein, wobei die religiöse Konfession als synkretistisches Glaubenssystem beschrieben wird.

2.Begriffsdefinition „Aleviten“: Dieses Kapitel definiert den Begriff Alevitentum als eine an den Wegen Alis ausgerichtete Weltanschauung, die sich von den starren Prinzipien des Sunnitentums abgrenzt.

3.Ausübung der Religion: Hier werden die vier Tore der alevitischen Lehre sowie die Bedeutung des Bektaschi-Ordens und verschiedener Rituale detailliert erläutert.

4.Kurdische und türkische Aleviten im Vergleich: Die Untersuchung zeigt auf, dass sich trotz vieler Gemeinsamkeiten deutliche regionale und kulturelle Unterschiede zwischen kurdischen und türkischen Aleviten etabliert haben.

5.Die Stellung der Frau im Alevitentum: Dieses Kapitel beleuchtet die Rolle der Frau, welche zwar mehr Freiheiten genießt als in sunnitischen Kreisen, jedoch weiterhin von patriarchalen Strukturen betroffen bleibt.

6.Schlussbemerkung: Der Autor resümiert die Divergenzen in der wissenschaftlichen Literatur und reflektiert über den Wandel des Alevitentums im Kontext moderner Generationen.

Schlüsselwörter

Alevitentum, Stellung der Frau, Cem-Ritual, Pseudoverwandtschaft, Caexovane, Kewra, Kurdische Aleviten, Türkische Aleviten, Bektaschi-Orden, Vier Pforten, Rechtssprechung, Imam Ali, Religion, Tradition, Soziologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit befasst sich mit dem Alevitentum und beleuchtet insbesondere die Stellung der Frau innerhalb dieser Glaubensgemeinschaft sowie religiöse Riten.

Welche zentralen Themenfelder behandelt das Werk?

Zu den Schwerpunkten zählen die Begriffsbestimmung, die historische Entwicklung, die religiösen Lehren (Die Vier Pforten), das Cem-Ritual sowie Pseudoverwandtschaften.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, ein Verständnis für alevitische Glaubensinhalte zu schaffen und die soziokulturellen Unterschiede zwischen kurdischen und türkischen Aleviten zu verdeutlichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine Literaturanalyse verschiedener Werke, um unterschiedliche Perspektiven und Definitionen zum Thema zu kontrastieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung religiöser Praktiken, die Erläuterung sozialer Bindungsformen und den Vergleich zwischen regionalen alevitischen Gruppierungen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Alevitentum, Pseudoverwandtschaft, Cem-Ritual, Frauenrolle und die Abgrenzung zum Sunnitentum.

Welche Rolle spielt die „Musaivfreundschaft“ innerhalb des Alevitentums?

Die Musaivfreundschaft ist eine religiös motivierte künstliche Verwandtschaftsbeziehung, die Solidarität und Unterstützung zwischen Familien garantiert, die nicht blutsverwandt sind.

Wie unterscheidet sich die Rolle der Frau bei kurdischen und türkischen Aleviten?

Während türkische Alevitinnen am Cem-Ritual teilnehmen dürfen, sind kurdische Frauen oft davon ausgeschlossen, was auf deren dortige gesellschaftliche Zweitrangigkeit zurückgeführt wird.

Warum wird die „Caexovane“ als wichtiges Element beschrieben?

Caexovane ist eine lebenslange Verpflichtung zur Solidarität und Unterstützung, die als religiöse Pflicht betrachtet wird und die soziale Vernetzung innerhalb der Gemeinde stärkt.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Alevitentum und die Stellung der Frau
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main  (Gesellschaftswissenschaften)
Veranstaltung
Migrantinnen im Kontext der Integration
Note
1,7
Autor
Else Gallert (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
22
Katalognummer
V215429
ISBN (eBook)
9783656441915
ISBN (Buch)
9783656442295
Sprache
Deutsch
Schlagworte
alevitentum stellung frau
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Else Gallert (Autor:in), 2007, Das Alevitentum und die Stellung der Frau, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/215429
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  22  Seiten
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