In dieser Seminararbeit werden verschiedene ausgewählte Entlohnungsformen miteinander verglichen. Dazu werden diese zunächst einleitend in Kapitel 2 defi-niert. Der konkrete Vergleich geschieht im 3. Kapitel anhand von ausgewählten Studien. Es werden bewusst ausschließlich Feldexperimente und keine Laborex-perimente verwendet, um einer möglichen Verfälschung der Ergebnisse entgegen-zuwirken. Das Design von Feldexperimenten ermöglicht es soziale Faktoren, wie z. B. Fleiß, Erschöpfung, Langeweile und Aufregung, die im realen Leben das Verhalten der Mitarbeiter beeinflussen, zu berücksichtigen. Die Wissenschaft hat sich auch schon in der Vergangenheit mit den unterschiedlichen Lohnformen aus-einandergesetzt, dennoch gibt es nur wenige empirische Feldexperimente, die den Fokus gezielt auf die Auswirkungen der verschiedenen Entlohnungssysteme le-gen. Um den Rahmen dieser Arbeit nicht zu überschreiten, werden drei ausge-wählte empirische Studien vorgestellt. Zu diesen gehört das Experiment „Perfor-mance Pay and Productivity“ von Edward Lazear, das den Wechsel des Entloh-nungssystems vom Zeitlohn zum Stücklohn in einem Unternehmen über eine be-stimmte Periode hinweg beobachtet und analysiert. Desweiteren werden zwei Studien herangezogen, die die Effekte der Entlohnungsformen Stücklohn, Team-vergütung und relatives Leistungsturnier erforschen. Zum einen die Studie „Constructive Intergroup Competition as a Solution to the Free Rider Problem: A Field Experiment“ von Erev, Bornstein und Galili, zum anderen die Studie „Incentive Systems in a real effort experiment, welche von van Dijk, Sonnemans und van Winden durchgeführt wurde. Hauptziel dieser Arbeit ist die Vor- und Nachteile der untersuchten Entlohnungsformen abzuleiten und darzustellen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Definitionen der Entlohnungsformen
3 Vergleich der Entlohnungsformen anhand verschiedener Feldexperimente
3.1 Studie 1: „Performance Pay and Productivity”
3.2 Studie 2: „Constructive Intergroup Competition as a Solution to the Free Rider Problem: A Field Experiment”
3.3. Studie 3: “Incentive systems in a real effort experiment”
3.4 Vor- und Nachteile der Entlohnungsformen
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, verschiedene Entlohnungsformen – namentlich Stücklohn, Zeitlohn, Teamvergütung und relative Leistungsturniere – im direkten Vergleich zu analysieren. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie sich diese Anreizsysteme auf die individuelle Arbeitsleistung und die Produktivität auswirken, um basierend auf empirischen Feldstudien Vor- und Nachteile der jeweiligen Modelle abzuleiten.
- Analyse des Zusammenhangs zwischen Entlohnungsformen und individueller Produktivität
- Untersuchung des Trittbrettfahrerproblems in Teamvergütungsmodellen
- Bewertung von Leistungsturnieren als Mechanismus zur Leistungssteigerung
- Einfluss asymmetrischer Fähigkeiten auf die Effektivität von Wettbewerbssystemen
- Gegenüberstellung von Zeitlohn und leistungsabhängigen Vergütungsmodellen
Auszug aus dem Buch
3.1 Studie 1: „Performance Pay and Productivity”
In dieser Studie betrachtet Lazear das Unternehmen Safelite Glass Corporation, welches Autowindschutzscheiben einbaut und repariert. Die Studie umfasst den Wechsel vom Zeitlohn zum Stücklohn bei 3000 Mitarbeitern über einen Zeitraum von 19 Monaten und sie basiert auf der Annahme, dass die Produktivität durch den Wechsel der Entlohnungsform steigt. Die beiden Entlohnungsschemata sowie die gewählte Arbeitsanstrengung der Mitarbeiter werden in der folgenden Abbildung dargestellt:
Beim Stundenlohn wird ein minimaler Output vorausgesetzt. Wird dieser von einem Mitarbeiter nicht erreicht, so kann das bei dauerhafter Unterschreitung zu einer Kündigung führen. In der Abbildung ist zu sehen, dass die Mitarbeiter bei Verwendung des Stundenlohns (In Abbildung 1: Hourly Wages) die Arbeitsanstrengung/den Output A wählen. Eine geringere Arbeitsleistung (kleiner als Output A) führt zu einer Kündigung. Es besteht jedoch auch kein Anreiz, mehr Output als A zu produzieren, da die Mitarbeiter dadurch keine höhere Entlohnung erwarten können. Beim Stücklohn (in Abbildung 1: Piecework with guarantee) liegt der garantierte Lohn auf dem Level des früheren Stundenlohns und setzt so mit Anreize eine höhere Stückzahl zu produzieren. Diejenigen mit geringeren Fähigkeiten würden weiterhin den Output A wählen und somit das gleiche Gehalt erhalten wie beim Stundenlohn. Sie wären also den Entlohnungsformen gegenüber indifferent. Die Mitarbeiter mit höheren Fähigkeiten werden die Arbeitsanstrengung bzw. den Output B wählen, da sie an diesem Punkt mehr verdienen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Entlohnungsformen ein und erläutert die methodische Entscheidung, ausschließlich empirische Feldstudien zu betrachten.
2 Definitionen der Entlohnungsformen: In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundlagen der verwendeten Vergütungssysteme Stücklohn, Zeitlohn, Teamvergütung und relatives Leistungsturnier definiert.
3 Vergleich der Entlohnungsformen anhand verschiedener Feldexperimente: Dieser Hauptteil analysiert drei spezifische empirische Studien zur Wirksamkeit unterschiedlicher Anreizsysteme und stellt die jeweiligen Vor- und Nachteile gegenüber.
3.1 Studie 1: „Performance Pay and Productivity”: Dieses Unterkapitel untersucht den Wechsel von Zeit- zu Stücklohn bei Safelite Glass Corporation und dessen positive Auswirkungen auf die Produktivität.
3.2 Studie 2: „Constructive Intergroup Competition as a Solution to the Free Rider Problem: A Field Experiment”: Hier wird untersucht, wie Wettbewerb und Bonusstrukturen das Trittbrettfahrerproblem in Teams lösen können.
3.3. Studie 3: “Incentive systems in a real effort experiment”: Diese Studie analysiert unter kontrollierten Bedingungen die Anreizwirkungen von Stücklohn, Teamvergütung und Turnieren auf die Arbeitsanstrengung.
3.4 Vor- und Nachteile der Entlohnungsformen: Zusammenfassende Bewertung der untersuchten Vergütungsmodelle unter Berücksichtigung von messbarem Output und Mitarbeiterqualifikationen.
4 Fazit: Das Fazit betont, dass keine universell optimale Entlohnungsform existiert, sondern die Wahl stark von der spezifischen Tätigkeit und den unternehmerischen Rahmenbedingungen abhängt.
Schlüsselwörter
Entlohnungsformen, Stücklohn, Zeitlohn, Teamvergütung, Leistungsturnier, Produktivität, Arbeitsanstrengung, Trittbrettfahrerproblem, Feldexperiment, Leistungsbeurteilung, Anreizsysteme, Vergütung, Wettbewerb, Mitarbeiterleistung, Safelite Glass Corporation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es grundsätzlich in dieser Arbeit?
Die Arbeit vergleicht verschiedene Entlohnungsformen wie Stücklohn, Zeitlohn, Teamvergütung und relative Leistungsturniere auf Basis empirischer Feldexperimente.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Wirkung von Anreizsystemen auf die individuelle Produktivität, die Lösung von Koordinationsproblemen in Teams und die Vor- und Nachteile der jeweiligen Lohnformen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aus den ausgewählten empirischen Studien die Vor- und Nachteile der verschiedenen Entlohnungsformen abzuleiten und deren Eignung für unterschiedliche Arbeitskontexte zu beurteilen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine vergleichende Analyse von drei ausgewählten, empirischen Feldexperimenten, um praxisnahe Aussagen zur Wirksamkeit von Lohnsystemen zu treffen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden drei spezifische Studien (Lazear; Erev et al.; van Dijk et al.) detailliert analysiert, Hypothesen geprüft und die Ergebnisse hinsichtlich Produktivität und Arbeitsanstrengung interpretiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Entlohnungsformen, Produktivität, Anreizsysteme, Trittbrettfahrerproblem und Feldexperiment.
Warum wurden speziell Feldexperimente als Datenquelle gewählt?
Die Verwendung von Feldexperimenten dient dazu, soziale Faktoren wie Erschöpfung oder Arbeitsaufregung im realen Arbeitsumfeld zu berücksichtigen, was in Laborexperimenten oft nicht möglich ist.
Wie löst das relative Leistungsturnier das Problem der Teamvergütung?
Durch die Einführung eines zusätzlichen Bonus für die Gewinnergruppe wird das Trittbrettfahrerproblem eliminiert, da der Anreiz zur hohen Arbeitsanstrengung für alle Teilnehmer steigt.
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- B.Sc. Usha Singh (Author), 2012, Vergleich verschiedener Entlohnungsformen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/214938