Untersuchungsgegenstand sind die Veränderungen im fränkischen Reich vor und um die Jahrtausendwende am Beispiel der Entwicklung der Kirche und der königlichen Herrschaft sowie der Regelung der Herrschaftsnachfolge. Die Veränderungen des Regnum Francorum sollen anhand der Ereignisgeschichte sowie anhand thematischer Schwerpunkte dargestellt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Die Herrschaftsnachfolge – Reichseinheit und Reichsteilung
1.1. Einleitung
1.2. Die Nachfolgeregelungen unter merowingischer und karolingischer Herrschaft
1.3. Die Idee der Individualsukzession der Ottonen
2. Die Kirche im fränkischen Reich
2.1. Das Mönchtum
2.2. Kirchenreformen und Mission
2.3. Bischofs- und Abtherrschaft - Das Reichskirchensystem
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die grundlegenden Veränderungen im fränkischen Reich vor und um die Jahrtausendwende, wobei insbesondere die Transformationen in der kirchlichen Struktur, der königlichen Herrschaftsausübung sowie der Regelung der Herrschaftsnachfolge im Fokus stehen.
- Entwicklung von der Reichsteilung hin zum Unteilbarkeitsprinzip
- Die Rolle der Reichskirche und des Reichskirchensystems als Stütze der Macht
- Einfluss der Herrscher auf das Mönchtum und kirchliche Reformbewegungen
- Der politische Aufstieg der Ottonen und das Konzept der Individualsukzession
Auszug aus dem Buch
1.2. Die Nachfolgeregelungen unter merowingischer und karolingischer Herrschaft:
Defuncto igitur Chlodovecho regi, quattuor filii eius, id est Theudoricus, Chlodomeris, Childeberthus atque Chlothacharius, regnum eius accipiunt et inter se aequa lantia dividunt. Nach dem Tod des Merowingischen Herrschers Chlodwig I., wurde das Großreich 511 erstmals unter dessen Söhnen geteilt, wie das oben genannte Zitat von Gregor von Tours im Rückblick bezeugt. Allerdings teilten die vier Söhne nach dem Tod des Vaters, das Reich unter sich auf und stützten sich dabei möglicherweise auf die von Chlodwig aufgezeichnete „Lex Salica“, die besagte, dass Land ausschließlich an männliche Nachkommen vererbt werden dürfe. Es gab keine zwingenden Regeln, die die Erbfolge in den 300 Jahren zwischen dem Tod Chlodwigs und der Herrschaft von Karl dem Großen regeln sollten. Der Wunsch nach Unteilbarkeit des Reiches oder die Absicht, eine Individualsukzession politisch einzuführen, standen nicht im Vordergrund. Nach einer Phase von Bruderkriegen verwandelte sich das Merowingische Reich durch den Aufstieg des Adels und die Konsolidierung der Teilreiche grundlegend, Chlothar II (582-629) konnte im Pariser Edikt von 614 ein neues Gleichgewicht des Reiches herstellen. Der wachsende Einfluss des Adels und der Verfall des Merowingischen Herrschaftsanspruches verhalf dem arnulfingischen Geschlecht zum Aufstieg.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die Herrschaftsnachfolge – Reichseinheit und Reichsteilung: Dieses Kapitel analysiert den historischen Übergang von der Praxis der Reichsteilung unter Söhnen hin zur Etablierung des Unteilbarkeitsprinzips und der Individualsukzession bei den Ottonen.
2. Die Kirche im fränkischen Reich: Hier wird die zunehmende Instrumentalisierung der Kirche durch die Herrscher, die Entwicklung des Mönchtums sowie die Bedeutung des Reichskirchensystems für die Festigung königlicher Macht untersucht.
Schlüsselwörter
Frankenreich, Herrschaftsnachfolge, Reichsteilung, Individualsukzession, Ottonen, Reichskirche, Eigenkirchenwesen, Mönchtum, Benediktusregel, Missionierung, Karolinger, Reichsaristokratie, Immunität, Königtum, Frühmittelalter.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den politischen und strukturellen Wandlungsprozessen im fränkischen Reich während des 9. und 10. Jahrhunderts.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Thronfolgeproblematik, der Entwicklung des Reichskirchensystems und der Rolle der Kirche bei der Festigung der königlichen Herrschaft.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Darstellung der Veränderungen im Regnum Francorum anhand ereignisgeschichtlicher Ereignisse sowie thematischer Schwerpunkte wie der kirchlichen Raumorganisation.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine historische Analyse unter Einbeziehung von Primärquellen wie Gesetzen und Kapitularien sowie fachspezifischer Forschungsliteratur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Herrschaftsnachfolge und die detaillierte Analyse der Rolle der Kirche, inklusive Mönchtum, Kirchenreformen und dem Eigenkirchenwesen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Reichseinheit, Individualsukzession, Reichskirche, Eigenkirchen und die dynastische Entwicklung der Karolinger und Ottonen geprägt.
Wie wirkte sich die „Lex Salica“ auf die Reichsteilungen aus?
Sie stützte die Praxis der Erbteilung unter allen männlichen Nachkommen, was oft zu blutigen Erbfolgekonflikten und Instabilität führte.
Warum gewannen Klöster für die Herrscher an Bedeutung?
Klöster fungierten als Integrationsfaktoren, Herrschaftsinstrumente und Memorialzentren, die durch Privilegien enger an das Herrscherhaus gebunden wurden.
Welchen Zweck erfüllte die „Immunität“ bei Eigenkirchen?
Die Immunität gewährte Schutz vor weltlichen Eingriffen und diente gleichzeitig als Instrument der Kirchenpolitik, um die Bindung zwischen Kirche und Königtum zu festigen.
- Arbeit zitieren
- Veronika Pichl (Autor:in), 2009, Der Wandel des Frankenreichs im 9. und 10. Jahrhundert, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/214356