In dieser Hausarbeit soll Plutarchs biographische Tätigkeit einmal näher analysiert werden und die Besonderheiten an seinen Parallelbiographien herausgearbeitet werden. Zunächst ist dabei auch Plutarch selbst als Person vorzustellen. Es stellt sich nämlich die Frage, wer dieser Plutarch war und was ihn dazu bewegt hat, Biographien über andere Menschen zu schreiben. Hierbei sollten auch seine übrigen Werke kurz betrachtet werden, denn seine weitere schriftstellerische Tätigkeit könnte ebenso interessant für die Analyse seiner Biographie über große Griechen und Römer sein. Vielleicht sind Einflüsse seiner anderen Werke in den Parallelbiographien zu erkennen. Außerdem liegt es nahe, dass er irgendwie Erlebnisse aus seinem Leben in diesen Biographien verarbeitet oder zumindest angemerkt hat. Deshalb muss also Plutarchs Leben und Werk direkt zu Beginn dieser Arbeit betrachtet werden.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Leben und Werk des Plutarch
II.1 Zur Person des Plutarch
II.2 Wirken und Werke
II.2.1 Die Parallelbiographien
III. Die Darstellung der Gracchen bei Plutarch
III.1 Quellenproblematik
IV. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Hausarbeit analysiert Plutarchs biographische Tätigkeit mit einem besonderen Fokus auf die Darstellung der Gracchen in seinen Parallelbiographien, um Rückschlüsse auf seinen Schreibstil, sein Menschenbild und den Quellenwert seiner Werke zu ziehen.
- Biographische Analyse von Plutarch als Person und Schriftsteller
- Untersuchung der Struktur und Besonderheiten der Parallelbiographien
- Exemplarische Analyse der Viten von Tiberius und Gaius Gracchus
- Kritische Würdigung der Quellenlage und des historischen Wertes bei Plutarch
- Reflexion über Plutarchs Intention der Charakterdarstellung und Vorbildfunktion
Auszug aus dem Buch
Die Darstellung der Gracchen bei Plutarch
Die beiden Brüder Tiberius und Gaius Gracchus waren zwei römische Volkstribune aus dem zweiten Jahrhundert vor Christus. Tiberius war der Ältere der beiden und hatte sein Volkstribunat im Jahre 133 v. Chr. inne. Auf ihn geht das römische Ackergesetz zurück, wonach niemand mehr als 500 iugera Staatsland besitzen durfte. Letztlich kam es wegen seiner Agrargesetzgebung zu Zerwürfnissen mit dem Senat und Tiberius wurde durch seine Feinde ermordet. Mit ihm begann das Zeitalter der Revolutionen in Rom. Tiberius jüngerer Bruder Gaius war Volkstribun von 123 bis 122 vor Christus. In Anlehnung an seinen Bruder versuchte er dessen reformerische Linie fortzuführen. Die Plebs und die Ritterschaft zunächst im Rücken, verlor er zunehmend an Einfluss und wurde letztlich nicht wiedergewählt. Auch er fand den Tod in Folge von politisch motivierten Unruhen.
Damit sei ein grober, knapper Überblick über die beiden Gracchen gegeben. Wie aber stellt uns Plutarch die beiden berühmten Volkstribune vor?
Zum Einstieg in die Biographie des Tiberius Gracchus holt Plutarch relativ weit aus, um zuerst einmal die Abstammung der beiden Gracchen zu klären. Er fasst in den ersten Zeilen der Tiberius-Vita Tiberius und seinen Bruder Gaius zusammen und berichtet von ihren Eltern. Es ist ziemlich typisch für Plutarch, am Anfang einer Biographie über andere Menschen zu reden, bevor die eigentliche Hauptfigur herausgehoben wird. Wie in diesem Fall, so wird oftmals der eigene Vater zu Beginn erwähnt. Dadurch wird es möglich, eine Traditionslinie oder auch einen roten Faden innerhalb der Gracchen-Biographie zu ziehen. Plutarch kann dadurch immer wieder auf die Abstammung der Gracchen-Brüder zurückgreifen. Zudem zeigt er mit dem Einstieg über den Vater, der ebenfalls Tiberius Gracchus hieß und ebenfalls politisch tätig war, dass der spätere Werdegang der Söhne in gewisser Weise vorbestimmt war.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung biographischer Literatur ein und definiert die Zielsetzung der Arbeit, Plutarchs Arbeitsweise anhand der Gracchen-Viten zu untersuchen.
II. Leben und Werk des Plutarch: Dieses Kapitel stellt Plutarch als antiken Denker vor, beleuchtet seinen philosophischen Hintergrund und analysiert die Bedeutung seiner Parallelbiographien.
II.1 Zur Person des Plutarch: Ein Überblick über die Lebensumstände Plutarchs, seine Herkunft aus Chaironeia sowie seine Ausbildung in Athen als Schüler des Ammonios.
II.2 Wirken und Werke: Dieser Abschnitt beschreibt das literarische Schaffen Plutarchs und charakterisiert seinen individuellen Schreibstil sowie seine Absicht der sittlichen Erziehung.
II.2.1 Die Parallelbiographien: Eine vertiefende Betrachtung des bedeutendsten Werkes von Plutarch, in dem er griechische und römische Persönlichkeiten vergleicht.
III. Die Darstellung der Gracchen bei Plutarch: Hier erfolgt die konkrete Analyse der Gracchen-Biographien unter Berücksichtigung von Plutarchs Stilmitteln der Charakterisierung und Parallelisierung.
III.1 Quellenproblematik: Eine kritische Auseinandersetzung mit der Quellenbasis von Plutarch und der Frage, inwiefern seine Biographien als historische Zeugnisse dienen können.
IV. Fazit: Die abschließende Zusammenfassung betont die Einzigartigkeit des Werkes und würdigt Plutarchs Zielsetzung, durch historische Charakterdarstellung Denkanstöße zur Selbstreflexion zu geben.
Schlüsselwörter
Plutarch, Parallelbiographien, Gracchen, Tiberius Gracchus, Gaius Gracchus, Charakterdarstellung, Antike, Philosophie, Römische Republik, Historiographie, Quellenwert, Tugend, Biographie, Rhetorik, Erziehung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der biographischen Tätigkeit des antiken Schriftstellers Plutarch und analysiert speziell, wie er die beiden römischen Volkstribune Tiberius und Gaius Gracchus in seinen Parallelbiographien darstellt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Zentrum stehen die Methodik der Charakterdarstellung bei Plutarch, sein literarischer Schreibstil sowie die Frage, welchen Quellenwert seine Viten für die moderne Geschichtsforschung haben.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, durch die exemplarische Untersuchung der Gracchen-Viten Rückschlüsse auf Plutarchs allgemeine Arbeitsweise, seine philosophische Absicht und seinen Umgang mit historischem Quellenmaterial zu ziehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Autorin verwendet eine textanalytische Methode, bei der sie die antiken Texte (in deutscher Übersetzung von Ziegler) interpretierend untersucht und mit wissenschaftlicher Forschungsliteratur abgleicht.
Welche Aspekte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt das Leben des Plutarch, die Struktur seiner Parallelbiographien, die spezifische Charakterisierung der Brüder Gracchus durch den Autor sowie eine kritische Quellenanalyse.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten beschreiben?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Plutarch, Parallelbiographien, Gracchen, Charakterdarstellung, Quellenkritik und Antike beschreiben.
Warum wählt Plutarch die Gracchen als Studienobjekt für seine Parallelisierung?
Plutarch nutzt die Gracchen, da es sich um eine Brüderkonstellation mit ähnlichem politischem Werdegang handelt, was ihm ermöglicht, seine Technik der Charakterdopplung und den Vergleich von Gemeinsamkeiten und Gegensätzen besonders präzise anzuwenden.
Wie bewertet die Autorin Plutarchs Rolle zwischen Biograph, Philosoph und Historiker?
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass Plutarch nicht eindimensional einzuordnen ist, sondern Züge aller drei Rollen vereint: Er nutzt historische Fakten als Biograph, um durch philosophische Charakterzeichnung den Leser zur sittlichen Lebensführung anzuregen.
- Quote paper
- Janina Vaupel (Author), 2012, Plutarch als Biograph und seine Darstellung der Gracchen in den Parallelbiographien, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/214149