Diese Seminararbeit befasst sich mit dem Spracherwerb bei Kleinkindern. Jeder Anfang beginnt mit einem Wort. Meine Aufgabe während dieses Semesters war es, mich mit diesem einen Wort auseinanderzusetzen.
Im Zentrum dieser Thematik steht die Frage, ob Kleinkinder tatsächlich zuerst lernen, Nomen auszusprechen und wenn ja, warum sie die Hauptwörter anderen Wortarten vorziehen. Diverse Forschungsreihen brachten das Ergebnis, dass es Kleinkindern tatsächlich leichter fällt, Gegenstände anstelle von Aktionen zu beschreiben. Den Grund dafür sieht die Wissenschaft in der Tatsache, dass Kinder bereits sehr früh lernen, Objekte als Entitäten zu erkennen und ihnen diese Fähigkeit als visuelle Unterstützung im Spracherwerb dient.
In diesem Zusammenhang werden die Begriffe Signifikant und Signifikat detaillierter erläutert und ebenso spezifiziert, wann ein Wort auch als „richtiges Wort“ gilt. Denn oft kommt es vor, dass Kleinkinder nur unverständliche Laute von sich geben, die noch nicht als Wort im eigentlichen Sinn gelten. Es lautet also zu klären, welche Kriterien ein Wort erfüllen muss, um als richtiges - sogenanntes referentielles Wort - gehandhabt zu werden.
Diese Fragen gilt es in folgender Seminararbeit zu beantworten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretischer Teil
2.1 Der Spracherwerb
2.2 Signifikant vs. Signifikat
2.3 Objekte – Entitäten
2.4 Referentielle Wörter
2.5 Wortartenpräferenz
3. Empirische Studie
3.1 Erhebung der Sozialdaten
3.2 Fragen zum Spracherwerb
4. Zusammenfassung
5. Bibliographie
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen des Spracherwerbs bei Kleinkindern mit einem spezifischen Fokus auf die Frage, ob Nomen die bevorzugte erste Wortart darstellen und welche kognitiven sowie linguistischen Voraussetzungen hierfür notwendig sind.
- Grundlagen des frühen Spracherwerbs und semantische Merkmalsbildung.
- Die kognitive Fähigkeit zur Objektidentifikation als Basis für Nomen.
- Definition und Kriterien für referentielle Wörter.
- Empirische Analyse von Erstwörtern bei Kleinkindern.
- Diskussion der Wortartenpräferenz von Nomen gegenüber Verben.
Auszug aus dem Buch
2.2 Signifikant vs. Signifikat
Wenn wir kommunizieren, gebrauchen wir dabei Wörter, die wir grammatikalisch korrekt zu einem Satz formen. Jedes Wort besteht aus einer Inhaltsseite (Signifikat) und einer Ausdrucksseite (Signifikant), die streng miteinander verbunden sind. Wenn wir ein Wort gebrauchen, wissen wir um dessen Bedeutung. Wenn wir das Wort „Katze“ gebrauchen, wissen wir, wie eine Katze aussieht. Sie hat Fell, vier Pfoten, Schnurrhaare und miaut. Aber weiß auch ein Kleinkind, was eine Katze ist?
Denn laut dieser Beschreibung könnte man ebenso von einem Hund sprechen. Und wenn Kinder „miau“ hören, wissen sie dann, dass eine Katze „miau“ macht, oder denken sie nicht vielmehr, dass „miau“ der Name für das Tier ist (vgl. Szagun 1996:107)?
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Zielsetzung der Arbeit dar, die Frage der Nomenpräferenz beim kindlichen Spracherwerb zu untersuchen.
2. Theoretischer Teil: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen des Spracherwerbs, linguistische Begriffe wie Signifikant und Signifikat sowie kognitive Prinzipien zur Objektwahrnehmung.
3. Empirische Studie: Hier werden das methodische Vorgehen und die durchgeführte Befragung von drei Kindern hinsichtlich ihrer Erstwörter und sozialen Hintergründe dokumentiert.
4. Zusammenfassung: Dieses Kapitel wertet die Ergebnisse der Studie aus und vergleicht sie mit den theoretischen Ansätzen zur Wortartenpräferenz.
5. Bibliographie: Dieses Verzeichnis listet sämtliche verwendete Fachliteratur und Quellen für die vorliegende Arbeit auf.
Schlüsselwörter
Spracherwerb, Kleinkind, Nomen, Verben, Signifikant, Signifikat, Objektidentifikation, referentielle Wörter, Erstwörter, Wortartenpräferenz, Sprachwissenschaft, semantische Merkmale, empirische Studie, Sprachentwicklung, Wortschatz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit behandelt den Spracherwerb bei Kleinkindern mit einem Fokus auf die Beobachtung, ob Nomen häufiger als erste Wörter gewählt werden als andere Wortarten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die kognitive Objektwahrnehmung, die Definition von Referenzialität und die empirische Analyse des kindlichen Erstwortschatzes.
Welches Ziel verfolgt die Arbeit?
Das primäre Ziel ist die Überprüfung der Hypothese, ob Kleinkinder eine natürliche Präferenz für Nomen beim ersten Sprechen zeigen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus einer theoretischen Literaturanalyse und einer kleinen empirischen Studie, basierend auf Elternbefragungen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu linguistischen und kognitiven Prozessen sowie die Durchführung und Auswertung einer empirischen Untersuchung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Spracherwerb, Nomenpräferenz, referentielle Wörter, Signifikant, Signifikat und kindliche Sprachentwicklung.
Warum fällt es Kleinkindern laut der Arbeit leichter, Nomen zu lernen?
Die Arbeit deutet darauf hin, dass die frühe Fähigkeit, Objekte als Entitäten zu erkennen, einen visuellen Bezug schafft, der das Erlernen von Nomen begünstigt.
Was unterscheidet ein „richtiges“ Wort von lautlichen Äußerungen?
Ein „richtiges“ oder referentielles Wort muss laut Kriterien von Kamhi phonetische Konsistenz, semantische Kohärenz und symbolische Autonomie aufweisen.
Wie war das Ergebnis der Studie bezüglich der Wortart?
Zwei der drei untersuchten Kinder wählten ein Nomen als Erstwort, während ein Kind ein Verb benutzte, das jedoch nominalisiert interpretiert werden konnte.
- Quote paper
- Christina Stöger (Author), 2013, Alles beginnt mit dem Nomen? Spracherwerb bei Kleinkindern, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/214105