Menschen mit schwersten und mehrfachen Behinderungen können Pädagogen und Mitarbeiter in sonderpädagogischen Einrichtungen vor vielfältige Fragen und Aufgaben stellen. Jedoch ist die grundlegende Frage nach der Förderung von Menschen in diesem Personenkreis immer damit zu beantworten, dass diese immer möglich und sinnvoll ist. Förderung soll hier verstanden werden als „Unterstützung der den einzelnen betroffenen Kindern möglichen Entwicklung“ (Fröhlich & Haupt 2004a, 3), d.h. dem Schaffen von Bedingungen, die die Entwicklung erleichtern. Hierzu ist es notwendig, Förderangebote zur Verfügung zu stellen, die individuell auf die Bedürfnisse der jeweiligen Person passen.
Um dies zu gewährleisten, ist eine vorherige sonderpädagogische Diagnostik unverzichtbar – sie bildet die Grundlage für individuelle Förderung (vgl. Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung 2010a, 143) und kann innerhalb verschiedenster Personenkreise erfolgen. In vorliegender Arbeit soll die Diagnostik für den Personenkreis von Menschen (und vorwiegend Kindern) mit schwersten und Mehrfachbehinderungen in den Blick genommen werden [...], sodass zunächst allgemeine Anforderungen an diagnostische Maßnahmen verdeutlicht und die Aufgaben der Diagnostik aufgezeigt werden. Anschließend sollen Diagnoseinstrumentarien und Methoden unter Berücksichtigung möglicher Erschwernisse bei Menschen mit schwersten und Mehrfachbehinderungen beschrieben werden, um schließlich genauer auf strukturierte Beobachtungsverfahren einzugehen und dieses Verfahren am Beispiel der „Förderdiagnostik mit schwerstbehinderten Kindern“ von Fröhlich und Haupt (2004) zu verdeutlichen. Abschließend soll innerhalb eines Schlusswortes aufgezeigt werden, welchen Nutzen die Ergebnisse aus den vorliegenden Beobachtungsverfahren haben können und wie diese sinnvoll zur individuellen Förderplanung genutzt werden können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Allgemeine Anforderungen an die Diagnostik
3. Aufgaben der Diagnostik
4. Diagnoseinstrumentarien und Methoden
4.1 Besonderheiten und mögliche Erschwernisse
4.2 Methoden sonderpädagogischer Diagnostik
4.3 Strukturierte Beobachtungsverfahren
4.4 „Förderdiagnostik mit schwerstbehinderten Kindern“ nach Fröhlich und Haupt (2004)
4.4.1 Vorgehen und Methodik
4.4.2 Durchführung und Rahmenbedingungen
4.4.3 Inhalt
4.4.4 Zusammenfassung
5. Schlussbemerkungen
I Quellenverzeichnis
Häufig gestellte Fragen
Warum ist Diagnostik bei Menschen mit Mehrfachbehinderung wichtig?
Sie bildet die unverzichtbare Grundlage für eine individuelle Förderung, die genau auf die Bedürfnisse und Möglichkeiten der Person abgestimmt ist.
Was ist die „Förderdiagnostik“ nach Fröhlich und Haupt?
Es ist ein strukturiertes Beobachtungsverfahren, das speziell für Kinder mit schwersten Behinderungen entwickelt wurde, um deren Entwicklungspotenziale zu erfassen.
Welche Erschwernisse gibt es bei der Diagnostik in diesem Bereich?
Erschwernisse können durch eingeschränkte Kommunikationsmöglichkeiten, motorische Beeinträchtigungen oder komplexe Krankheitsbilder entstehen.
Wie sieht das methodische Vorgehen bei Beobachtungsverfahren aus?
Es werden gezielte Rahmenbedingungen geschaffen, in denen das Verhalten des Kindes systematisch beobachtet und dokumentiert wird.
Welchen Nutzen hat die Diagnostik für die Förderplanung?
Die Ergebnisse ermöglichen es, Bedingungen zu schaffen, die die individuelle Entwicklung erleichtern und passgenaue Angebote zu erstellen.
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- Monique Wicklein (Author), 2013, Diagnostik bei Menschen mit schwerster und Mehrfachbehinderung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/213966