Die Arbeit behandelt drei Grundlinien in der Darstellung der Confessiones anhand einer ausgewählten Textstelle. Aus Einzelbetrachtungen am Text werden größere Spannungsbögen des Werkes der Confessiones erschlossen und durch Sekundärliteratur vermittelt auf ihre geistesgeschichtliche Dimension hin geöffnet und erörtert.
Verfehlt ist jedoch die Herleitung des Sakramentsbegriffs Augustins aus dem Neuplatonismus. Ansonsten ist die Arbeit laut Dozent eine "ansprechende Arbeit".
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Text
Übersetzung
I. Über das Katechumenat und die Taufe
II. Die Rolle Monnicas in den Confessiones
III. Superbia hominis
Schluss
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert den 17. Paragraphen des ersten Buches der Confessiones von Aurelius Augustinus. Ziel ist es, durch Übersetzung und philologisch-theologische Exegese drei zentrale Grundthematiken zu erschließen, die Augustins Denken sowie die narrative Struktur seines Werkes maßgeblich prägen.
- Die Bedeutung des Katechumenats und der Taufe im 4. Jahrhundert.
- Die Rolle und pietas der Mutter Monnica als geistliche Begleiterin.
- Die Theologie der superbia als menschliche Kapitalsünde.
- Die Verknüpfung von göttlicher Vorsehung und menschlicher Lebensführung.
Auszug aus dem Buch
I. Über das Katechumenat und die Taufe
Die Aufnahme in das Katechumenat zur Vorbereitung auf die Taufe geschah im 4. Jh. Durch die Bezeichnung der Stirn mit dem Kreuzeszeichen. In Afrika gab man den Katechumenen geweihtes Salz in den Mund zur Bewahrung vor sittlicher Fäulnis und als Teufelsbeschwörung. Augustin berichtet, dass er sich diesem Ritual unterzogen und den christlichen Glauben von Kindesalter an gehört hatte. James J. O’DONNELL bemerkt zum Verb audieram: „The verb occurs 175 x in conf., repeatedly, as here, for the means of transmission of Christian teachings, not always completely understood.“ Demnach nutzt Augustin dieses Verb insbesondere um anzuzeigen, dass hier zwar eine wage Kenntnisnahme im Knabenalter vorhanden, jedoch eine exakte inhaltliche, intellektuelle Durchdringung der christlichen Glaubenssätze noch nicht gegeben war.
FISCHER ordnet daher die den Ausdrücken per humilitatem … descendentis ad superbiam nostram impliziten religiösen Gedanken dem bereits reiferen theologischen Fassungsvermögen des Bischofs zu. In der Tat wird der Knabe Augustin die theologische Dimension des Inkarnationsgedankens, auf den mit humilitatem dei descendentis angespielt wird, wohl kaum in ihren Tiefen erfasst haben. Hier liegt gewiss eine anachronistische Redeweise des Autors vor. Ohne den kindlichen Glauben in seiner Bedeutung schmälern zu wollen, bringt Augustin zum Ausdruck, dass es ihm noch an Reife und rationaler Klarheit mangelte. Trotzdem war er bereits mit dem signum crucis bezeichnet worden.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in die Analyse des 17. Paragraphen aus dem ersten Buch der Confessiones und Darlegung der zentralen Forschungsfelder.
Text: Wiedergabe der lateinischen Originalquelle (Aug. conf. 1,11,17).
Übersetzung: Deutsche Übersetzung des analysierten Textabschnitts.
I. Über das Katechumenat und die Taufe: Untersuchung des Taufaufschubs und der rituellen Bedeutung des Kreuzzeichens im Kontext der frühchristlichen Praxis.
II. Die Rolle Monnicas in den Confessiones: Analyse der mütterlichen Fürsorge und ihrer Darstellung als Vermittlerin göttlicher Vorsehung.
III. Superbia hominis: Erörterung des Hochmuts als zentraler Sünde und Kontrastpunkt zur göttlichen Demut.
Schluss: Synthese der Ergebnisse, die das Wirken Gottes und Monnicas als leitmotivische Elemente identifiziert.
Schlüsselwörter
Augustinus, Confessiones, Taufe, Katechumenat, Monnica, pietas, superbia, humilitas, providentia, signum crucis, Inkarnation, Bekehrung, Exegese, Sünde, Heilsgeschichte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse eines spezifischen Abschnitts (1,11,17) aus den Confessiones des Augustinus, um dessen theologische Leitgedanken zu ergründen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der frühkirchlichen Taufpraxis, der Bedeutung der mütterlichen Rolle für Augustins Werdegang und der theologischen Bewertung des menschlichen Hochmuts.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, durch eine philologische und theologische Betrachtung aufzuzeigen, wie Augustin die Einflüsse seiner Kindheit und das Wirken seiner Mutter in seine spätere autobiographische Darstellung integriert.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Der Autor nutzt eine Kombination aus textkritischer Analyse, exegetischer Auslegung biblischer und patristischer Texte sowie den Rückgriff auf einschlägige Sekundärliteratur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Katechumenats, die literarische Charakterisierung der Mutter Monnica und eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem Begriff der superbia.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie providentia, humilitas, signum crucis und die geistliche Geburt des Sohnes durch die Mutter geprägt.
Welchen Stellenwert nimmt die Taufe in der Argumentation des Autors ein?
Die Taufe wird als teleologischer Höhepunkt des Heilsweges im Text betrachtet und fungiert als zentraler Ankerpunkt für die narrative Einheit der Confessiones.
Wie bewertet der Verfasser die Rolle des Codex Sessorianus?
Der Verfasser hinterfragt kritisch die Lesarten des Codex Sessorianus, wenn diese die narrative Intention Augustins verstellen, und plädiert für eine kontextbezogene textkritische Entscheidung.
- Arbeit zitieren
- Mathias Wilhelm (Autor:in), 2011, Leitmotivische Thematik in den Confessiones Augustins, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/213911