„Imagine a world in which every single person is given free access to the sum of all human knowledge. That’s what we’are doing.“ Jimmy Wales, Gründer der freien Online-Enzyklopädie Wikipedia beschreibt in diesem Satz gleichzeitig Vision, Philosophie und Aufgabe dieses Projekts.
Wikipedia ist ein Phänomen, dessen Entwicklung niemand vorhergesehen hat. Man wird kaum jemanden finden, der die Online-Enzyklopädie nicht kennt. Bislang wurden Artikel in Enzyklopädien oder Lexika von einem Autor geschrieben bzw. herausgeschrieben, bei Wikipedia wirkt ein Kollektiv an Autoren mit: Jeder kann sich an der Erstellung beteiligen. Doch wie ist diese kollektive Arbeit qualitätstechnisch zu bewerten? Kann sie mit etablierten Enzyklopädien mithalten? Immer wieder wird die Qualität der Wikipedia-Artikel hinterfragt. Diese Fragen zu beantworten ist Ziel dieser Arbeit.
Inhaltsverzeichnis
1 Forschungsbericht
2 Wikipedia – Die freie Online-Enzyklopädie
2.1 Was ist Wikipedia?
2.2 Selbstverständnis und Grundprinzipien
2.3 Warum funktioniert Wikipedia – Ein Blick auf die Autoren
3 Artikelqualität im Vergleich
3.1 Verlässlichkeit der Inhalte
3.2 Wikipedia im Vergleich zu etablierten Enzyklopädien
3.3 Qualitätssicherung der Wikipedianer
4 Eine Erfolgsstory
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie die kollektive Arbeit an der Online-Enzyklopädie Wikipedia qualitätstechnisch zu bewerten ist und ob sie im Vergleich zu traditionellen, professionell redigierten Enzyklopädien bestehen kann. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse der Funktionsweise, der Autorenstruktur und konkreten Qualitätssicherungsprozessen der Community.
- Entstehung und Grundprinzipien von Wikipedia
- Die Rolle und Motivation der ehrenamtlichen Autoren
- Vergleichende Analyse der Artikelqualität gegenüber etablierten Enzyklopädien
- Instrumente und Verfahren der Wikipedia-Qualitätssicherung
- Entwicklung des Wikipedia-Projekts und seine gesellschaftliche Relevanz
Auszug aus dem Buch
3.2 Wikipedia im Vergleich zu etablierten Enzyklopädien
Um die Qualität der Artikel zu beurteilen, ist ein Vergleich zu anderen Enzyklopädien sinnvoll und vor allem notwendig. Exemplarisch werden hier drei häufig zitierte Vergleichstests herangezogen.
Bereits 2004, als die Wikipedia in Deutschland mit nicht mehr als 140.000 Artikeln fast noch in den Kinderschuhen steckte, verglich die Computerzeitschrift c‘t (computing today) Wikipedia mit Microsofts Encarta 2005 Professional und der CD-ROM Version des Brockhaus. Die Encarta wies einen Umfang von ca. 50.000 Einträgen, der Brockhaus ca. 240.000 Einträge auf. Aus 22 Fachgebieten wurden von den Redakteuren jeweils ein einfaches, ein mittelschweres und ein schwieriges Schlagwort ausgewählt. Die Artikel wurden mit den Kriterien fachliche Korrektheit, Vollständigkeit und Verständlichkeit bewertet. Es kam eine Notenskala zum Einsatz, die von fünf Punkten für sehr gut bis zu einem Punkt für sehr schlecht reichte. Wenn ein Schlagwort in einer der Enzyklopädien nicht vorhanden war, wurde dies mit null Punkten bewertet. Während der Brockhaus durchschnittlich 3,3 Punkte erreichte und die Encarta 3,1 Punkte, war die Wikipedia mit 3,6 Punkten pro Artikel überraschend Testsieger. Besonders beim Kriterium Vollständigkeit lag Wikipedia weit vor den beiden Anderen. Einige Schwächen wies die Wikipedia bei der Verständlichkeit auf, da vor allem wissenschaftliche Artikel nicht für Laien geschrieben sind. Gleichauf lagen alle drei Enzyklopädien in der Kategorie Verlässlichkeit. Stärker als Wikipedia waren sowohl der Brockhaus wie auch die Encarta im Bereich Multimedia: Sie konnten wesentlich mehr Fotos, Abbildungen, Tonaufnahmen und Videos aufweisen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Forschungsbericht: Einführung in die Zielsetzung der Arbeit, die sich mit der Qualitätsbewertung der Wikipedia und ihrem Vergleich zu klassischen Enzyklopädien befasst.
2 Wikipedia – Die freie Online-Enzyklopädie: Darstellung des Wikipedia-Projekts, seiner Entstehung, der zentralen Grundprinzipien sowie der Autorenstruktur.
3 Artikelqualität im Vergleich: Analyse der inhaltlichen Verlässlichkeit, direkte Gegenüberstellung mit traditionellen Enzyklopädien und Beschreibung der Qualitätssicherungsmaßnahmen innerhalb der Community.
4 Eine Erfolgsstory: Zusammenfassung des beispiellosen Erfolgs der Wikipedia und Ausblick auf die Weiterentwicklung sowie die Bedeutung des Wiki-Prinzips.
Schlüsselwörter
Wikipedia, Online-Enzyklopädie, Artikelqualität, Wissensmanagement, Kollaboration, Qualitätssicherung, Brockhaus, Encarta, Community, Autoren, Wiki-Prinzip, Internet-Wissen, freie Inhalte, Verlässlichkeit, Multimedia
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Phänomen Wikipedia, insbesondere die Qualität der gemeinschaftlich erstellten Inhalte im Vergleich zu etablierten Print- und Digital-Enzyklopädien.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit beleuchtet die Grundprinzipien der Wikipedia, die Motivation ihrer Autoren, Methoden zur Qualitätssicherung innerhalb der Community und den direkten Vergleich der Wissensqualität mit Enzyklopädien wie dem Brockhaus.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Frage zu klären, wie die kollektive Arbeit an der Online-Enzyklopädie qualitätstechnisch zu bewerten ist und ob sie mit traditionellen, professionellen Angeboten mithalten kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse sowie die Auswertung von existierenden Vergleichsstudien, die Wikipedia bereits mit marktführenden Enzyklopädien wie Britannica, Brockhaus und Encarta evaluiert haben.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Vorstellung der Wikipedia-Strukturen, eine Analyse der Verlässlichkeit von Inhalten und eine detaillierte Prüfung der Qualitätssicherung durch Wikipedianer anhand von Fallbeispielen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Wikipedia, Online-Enzyklopädie, Artikelqualität, Kollaboration, Qualitätssicherung, Brockhaus, Encarta, Community und Verlässlichkeit.
Warum schneidet Wikipedia in einigen Tests so gut ab?
Wikipedia punktet vor allem durch ihre Aktualität und die enorme Vollständigkeit, da eine große Anzahl an freiwilligen Autoren Wissen kontinuierlich ergänzen und korrigieren kann.
Welche Rolle spielen Administratoren bei der Qualitätssicherung?
Administratoren bilden das Rückgrat der Community; sie haben Sonderrechte zum Löschen oder Schützen von Artikeln, müssen sich dabei aber stets am Konsens der Community orientieren.
- Arbeit zitieren
- Linda Meier (Autor:in), 2012, Wikipedia. Weisheit der vielen vs. etablierte Enzyklopädien, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/213836