„Die Ballade hat etwas Mysteriöses, ohne mystisch zu sein; diese letzte Eigenschaft eines Gedichtes liegt im Stoff, jene in der Vortragsweise.“
Balladen erfreuen sich allgemeiner Beliebtheit: nicht nur Kinder und Heranwachsende, auch Erwachsene und Alte hören und lesen Balladen (vor). Kaum jemand kennt den „Erlkönig“ und den „Zauberlehrling“ von Goethe nicht, was auch an der wunderschönen filmischen Umsetzung durch Walt Disney liegen kann und an den vielen Gedichtsammlungen, in denen diese Balladen Standard sind.
Balladen sind jedoch nicht nur Unterhaltung, sondern tragen – wie jede gute Literatur – auch eine Botschaft weiter. Sie rekurrieren oft auf alte Sagen und Geschichten und versuchen, das Unerklärliche zu verstehen.
In dieser Unterrichtsreihe werden vier Balladen behandelt, drei davon gehen auf eine Sage zurück, eine spielt in einer längst vergangenen Zeit, die Aktualität der Thematik und der Botschaften der Balladen ist jedoch bis heute ungebrochen wie auch ihre Beliebtheit. Allen vier Balladen ist zu eigen, dass sie verständlich sind für Siebtklässler und von diesen selbständig auf unterschiedliche Weise szenisch erarbeitet werden können.
Dabei knüpfen die Unterrichtsinhalte fächerübergreifend an das Fach Musik und darstellende Kunst an und können mit geringem Mehraufwand in diesen zeitgleich behandelt werden. Alle Lieder sind frei erhältlich, zum größten Teil gemeinfrei und im Internet verfügbar.
Statt nur mit den Schülern Texte zu lesen oder sich sogar darüber zu ärgern, wie schlecht diese vorgelesen werden, kann man die Schülern Balladen und damit Lyrik verständlich machen und nahebringen - mit viel Spaß und Amusement.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorüberlegungen zur Unterrichtsreihe
1.1 Sachanalyse Balladen
1.2 Bedingungsfeldanalyse
1.3 Didaktische Analyse und Reflexionen zum Kompetenzerwerb
1.3.1Fächerübergreifendes Arbeiten mit dem Fach Musik
1.4 Reflexionen zum Kompetenzerwerb
1.5 Methodische Analyse
2. Dokumentation der einzelnen Stunden
2.1 Einführungsstunde und Eichendorff: „Waldgespräch“ (Doppelstunde)
2.1.1 Sachanalyse „Waldgespräch“
2.1.2 Methodisch-Didaktische Analyse „Waldgespräch“
2.1.3 Lernziele und Verlaufsplan: Einführungsstunde und „Waldgespräch“
2.1.4 Reflexion Einführungsstunde und „Waldgespräch“
2.2 Mörike: „Der Feuerreiter“
2.2.1 Sachanalyse „Feuerreiter“
2.2.2 Methodisch-Didaktische Analyse „Feuerreiter“
2.2.3 Lernziele und Verlaufsplan „Feuerreiter“
2.2.4 Reflexion „Feuerreiter“
2.3 Schiller: „Der Handschuh“
2.3.1 Sachanalyse „Der Handschuh“
2.3.2 Methodisch-Didaktische Analyse „Der Handschuh“
2.3.3 Lernziele und Verlaufsplan „Der Handschuh“
2.3.4 Reflexion „Der Handschuh“
2.4 Heine: „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten“ oder „Loreley“
2.4.1 Sachanalyse „Loreley“
2.4.2 Methodisch-Didaktische Analyse „Loreley“
2.4.3 Lernziele und Verlaufsplan „Loreley“
2.4.4 Reflexion „Loreley“
3. Schlussbetrachtungen und Reflexion der Unterrichtreihe
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht Möglichkeiten der handlungs- und produktionsorientierten Erschließung von Balladen in einer siebten Gymnasialklasse, um durch einen Methodenmix die literarische Kompetenz der Schüler sowie ihre Freude am literarischen Ausdruck zu fördern.
- Ganzheitliches Lernen durch szenische Verfahren und Rollenspiel
- Fächerübergreifende Ansätze zwischen Deutschunterricht und Musik
- Einsatz von Lese- und Sprechzeichen zur Unterstützung des betonten Vortrags
- Die Ballade als komplexe Mischform ("Chimäre") zwischen Epik, Lyrik und Dramatik
- Methoden der Ergebnissicherung durch dynamische Tafelbilder
Auszug aus dem Buch
1. Vorüberlegungen zur Unterrichtsreihe
„Die Ballade hat etwas Mysterioses, ohne mystisch zu sein; diese letzte Eigenschaft eines Gedichtes liegt im Stoff, jene in der Vortragsweise.“
Balladen erfreuen sich allgemeiner Beliebtheit: nicht nur Kinder und Heranwachsende, auch Erwachsene und Alte hören und lesen Balladen (vor). Kaum jemand kennt den „Erlkönig“ und den „Zauberlehrling“ von Goethe nicht, was auch an der wunderschönen filmischen Umsetzung durch Walt Disney liegen kann und an den vielen Gedichtsammlungen, in denen diese Balladen Standard sind.
Balladen sind jedoch nicht nur Unterhaltung, sondern tragen – wie jede gute Literatur – auch eine Botschaft weiter. Sie rekurrieren oft auf alte Sagen und Geschichten und versuchen, das Unerklärliche zu verstehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorüberlegungen zur Unterrichtsreihe: Dieses Kapitel erläutert die fachdidaktischen Grundlagen, die Bedeutung der Ballade als Gattung und die spezifische Bedingungsfeldanalyse der siebten Klasse.
2. Dokumentation der einzelnen Stunden: Hier werden die konkrete Planung, Durchführung und methodische Reflexion der Unterrichtseinheiten zu den Balladen „Waldgespräch“, „Der Feuerreiter“, „Der Handschuh“ und „Loreley“ detailliert dargestellt.
3. Schlussbetrachtungen und Reflexion der Unterrichtreihe: Dieses Kapitel fasst die gewonnenen Erkenntnisse über den Nutzen szenischer Verfahren zusammen und reflektiert den Gesamterfolg der Unterrichtsreihe.
Schlüsselwörter
Ballade, Szenisches Spiel, handlungsorientierter Unterricht, Literaturdidaktik, Loreley, Der Feuerreiter, Der Handschuh, Waldgespräch, Gattungsmerkmale, Deutschunterricht, Kompetenzerwerb, Rollenspiel, Gedichtanalyse, Literaturgeschichte, 7. Klasse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit dokumentiert und reflektiert eine Unterrichtsreihe zur Gattung der Ballade für eine 7. Klasse an einem Gymnasium, wobei ein besonderer Fokus auf handlungs- und produktionsorientierten Methoden liegt.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Im Zentrum stehen die Gattungsmerkmale von Balladen, deren historischer Kontext und die Förderung der Lesekompetenz durch szenische und musikalische Ansätze.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Schülern durch den Einsatz kreativer Zugänge, wie das szenische Spiel und die Arbeit mit visuellen Medien, einen tieferen Zugang zu klassischen Balladen zu ermöglichen und ihre Motivation zu steigern.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es werden handlungsorientierte Erschließungsmodelle angewandt, die auf didaktischer Analyse und der Reflexion der Unterrichtspraxis in Form von Lehrerdokumentationen basieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Planung und Reflexion der einzelnen Unterrichtsstunden zu den Balladen „Waldgespräch“, „Feuerreiter“, „Der Handschuh“ und „Loreley“.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlüsselwörter sind Ballade, Szenisches Spiel, handlungsorientierter Unterricht, Literaturdidaktik und Kompetenzerwerb.
Warum wurde die Methode des "Linienlaufens" kritisch betrachtet?
Die Autorin stellt fest, dass sich das Linienlaufen als ungeeignet zur Erschließung des Rhythmus erwies, da individuelle Schrittlängen und das Ablesen vom Blatt die Übung erschwerten.
Welche Rolle spielt die Musik in der Unterrichtsreihe?
Die Musik dient dazu, die Stimmung von Balladen zu erschließen und interdisziplinäre Bezüge herzustellen, wobei die Autorin betont, dass Musikdarbietungen am besten als Impuls am Stundenanfang funktionieren.
Wie wurde mit der Disziplin in der Aula umgegangen?
Die Autorin nutzte theaterpraktische Übungen zur Einstimmung, um von einer freien, unruhigen Bewegungsphase in eine konzentrierte Gruppenarbeit überzugehen.
Welche Bedeutung kommt der Metapher der "Chimäre" zu?
Die Ballade wird als "Chimäre" eingeführt, um den Schülern zu verdeutlichen, dass sie eine Mischform ist, die epische, dramatische und lyrische Elemente in sich vereint.
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- Sandra Schwab (Author), 2011, Theater für die Ohren, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/213453