Open Government Data ist eine sehr junge Erscheinung in Deutschland und doch finden schon viele interessante Entwicklungen und Prozesse rund um dieses Thema statt. Welche das sind, wie sich Open Government Data in Deutschland entwickelt und welche Bestrebungen es gibt, will diese Arbeit erörtern.
Dazu soll zuerst geklärt werden, was Open Government Data ist und in welchem Verhältnis es zu den ähnlichen Schlagworten Open Data und Open Government steht. Weiter soll erläutert werden, was offene Daten ausmacht und was sie von anderen Daten unterscheidet. Auch das Potenzial und die Gefahren, die in der Veröffentlichung dieser Daten stecken, sollen, unter anderem anhand von Beispielen, dargelegt werden. Weiter wird sich diese Arbeit der kurzen Geschichte und dem aktuellen Stand von Open Government Data in der deutschen Politik widmen. Dabei sollen politische Entscheidungen, Diskussionen und Meinungen dargestellt werden, ergänzt durch eine Übersicht der Positionen der einzelnen Parteien im Deutschen Bundestag zum Thema. Ein letzter Absatz soll sich dem neuen Bundes-Daten-Portal Govdata widmen, es erklären und die Kritik daran wiedergeben.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Open Data und Open Government Data
Begriffe
Wann sind Daten offen?
Was kann Open Government Data leisten?
Beispiele
Offener Haushalt
Maerker Brandenburg
Partei-Spenden
Risiken und Nachteile
Transparenz als Gefahr
Open Government Data in der deutschen Politik
Anfänge
Aktuelle Situation
Positionen der Parteien
CDU/CSU
SPD
GRÜNE
FDP
DIE LINKE
GovData
Über Govdata
Kritik an Govdata
Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den aktuellen Status sowie die Entwicklung von Open Government Data in Deutschland. Ziel ist es, das Konzept der offenen Verwaltungsdaten zu definieren, Potenziale und Risiken zu analysieren sowie die politischen Rahmenbedingungen und die Haltung der im Bundestag vertretenen Parteien zu diesem Thema kritisch zu beleuchten.
- Definition und Grundlagen von Open Data und Open Government Data
- Potenziale und gesellschaftlicher Nutzen von offenen Verwaltungsdaten
- Analyse praktischer Anwendungsbeispiele in Deutschland
- Untersuchung der politischen Rahmenbedingungen und Parteipositionen
- Kritische Würdigung des Bundes-Daten-Portals GovData
Auszug aus dem Buch
Was kann Open Government Data leisten?
In einer Wissensgesellschaft sind Informationen die wichtigste Ressource. Sie sind Rohstoff, Ware und Antriebsmittel zugleich (vgl. Barnickel/Klessmann, 2012: 127). Öffnet sich ein Staat und gibt diese Ressourcen in Form von Verwaltungsdaten frei, kann er damit zahlreiche positive Entwicklungen erreichen. So kann Open Government Data etwa Bürgern eine Informationsbasis für Entscheidungen geben, seien es wirtschaftliche, politische oder private. Auch die bürgerliche Beteiligung an politischen Prozessen und Entscheidungen kann so begünstigt und vereinfacht werden (vgl. Lucke/Geiger, 2010: 14). Weiter können die Verwaltungen besser kontrolliert werden - Verschwendungen, Missbrauch und Betrug wird vorgebeugt. Darüber hinaus kann die Veröffentlichung von Verwaltungsdaten auch die Wirtschaft beflügeln. Die EU-Kommission etwa erwartet einen Wachstumsschub um 40 Milliarden Euro jährlich, wenn ihre Strategie für offene Daten in Europa umgesetzt würde (vgl. Europäische Kommission, 2011). Unternehmen können ihre Konzepte anhand der neuen Informationen verfeinern oder umstellen (vgl. Barnickel/Klessmann, 2012: 135). Zum Beispiel hätte ein Immobilien-Investor sicher Interesse an Daten zur sozialen Infrastruktur oder eine Firma für Navigationsgeräte an aktuellen Geo-Daten. Für andere Daten könnten sich weitere Formen der Nutzung ergeben und hieraus neue Unternehmensformen entwickeln.
Dies sollen nur einige Beispiele für das Potenzial von Open Government Data sein. Fast ausnahmslos gemein ist ihnen, dass sich ihr Nutzen nicht in Zahlen fassen lässt. Transparenz, Partizipation und Demokratisierung lassen sich kaum messen - und doch können sie einen erfolgreicheren Staat ausmachen. Die Weltbank hat in einer Studie einige Indikatoren für gute Regierungsführung und ihre Auswirkungen untersucht, darunter auch Verwaltungstransparenz, Partizipation und Korruptionskontrolle. Alles Indikatoren, denen Open Government Data Vorschub leistet. Eine gute Bewertung bei diesen Indikatoren wird in einen direkten Zusammenhang mit wirtschaftlicher Entwicklung und Stabilität gebracht (vgl. The World Bank, 2005).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema Open Government Data ein und skizziert das Ziel sowie das methodische Vorgehen der Arbeit.
Open Data und Open Government Data: Das Kapitel definiert grundlegende Begriffe, erläutert Qualitätskriterien für offene Daten und analysiert deren Nutzen sowie Risiken anhand von praktischen Beispielen.
Open Government Data in der deutschen Politik: Hier wird der historische Kontext sowie die aktuelle Lage der Open-Government-Bestrebungen in der deutschen Politik inklusive der Parteienpositionen dargestellt.
GovData: Dieses Kapitel erläutert das offizielle Datenportal des Bundes, seine Entstehung und die damit verbundene Kritik seitens der Open-Data-Community.
Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, bewertet die rasante Entwicklung des Themas und benennt offene Zukunftsfragen für die deutsche Politik.
Schlüsselwörter
Open Government Data, Open Data, Transparenz, Verwaltungsdaten, GovData, Partizipation, Informationsfreiheitsgesetz, Demokratisierung, Open Knowledge Foundation, Digitalisierung, Open Source, Politik, Open Government, Datenportal, Informationsgesellschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und dem Status quo von Open Government Data in Deutschland.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder sind die Definition offener Daten, ihre Potenziale für Staat und Gesellschaft, praktische Beispiele sowie die politischen Rahmenbedingungen in Deutschland.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Wissensstand zu Open Government Data in Deutschland darzulegen und die politische Haltung sowie die technische Umsetzung in Portalen kritisch zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde gewählt?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, der Auswertung von Parteiprogrammen, gesetzlichen Grundlagen und offiziellen Dokumenten.
Welcher Inhalt steht im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen, eine Bestandsaufnahme in der deutschen Politik und die Analyse des Bundesportals GovData.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?
Zu den prägenden Begriffen zählen Transparenz, Verwaltungsdaten, Partizipation, GovData und Informationsfreiheit.
Welche Rolle spielt die föderale Struktur in Deutschland für das Thema?
Die föderale Struktur wird als Hindernis identifiziert, da sie zu Kompetenzgerangel bei Daten- und Lizenzfragen führt und einheitliche Ansätze verzögert.
Warum gibt es Kritik am Portal GovData?
Die Kritik entzündet sich vor allem am Lizenzmodell, das von Experten als "Insellösung" und Quelle für Rechtsunsicherheit angesehen wird.
Welches Fazit zieht die Arbeit zur künftigen Entwicklung?
Die Zukunft hängt maßgeblich von einer bundesweiten gesetzlichen Verpflichtung zur aktiven Datenveröffentlichung sowie der Akzeptanz internationaler Lizenzstandards ab.
- Quote paper
- Johann Ph. Moeller (Author), 2013, Open Government Data in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/213443