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Videoüberwachung von öffentlichen Plätzen als Instrument zur Steigerung des subjektiven Sicherheitsgefühls

Titel: Videoüberwachung von öffentlichen Plätzen als Instrument zur Steigerung des subjektiven Sicherheitsgefühls

Masterarbeit , 2013 , 101 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Nico Müller (Autor:in)

Soziologie - Recht und Kriminalität

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Der versuchte Anschlag am Hauptbahnhof in Bonn sowie die Vergewaltigung einer Frau in einem Wiener U-Bahn Waggon im Dezember 2012 entfachen die Diskussion um eine Ausweitung der Videoüberwachung in Deutschland und Österreich erneut. Die Ausweitungstendenzen werden vor dem Hintergrund der kriminalpräventiven Wirkung der Videoüberwachung und der Steigerung des subjektiven Sicherheitsgefühls der Bevölkerung diskutiert. Eine durchgeführte Studie des Europäischen Zentrums für Kriminalprävention e.V. ergab, dass von der Polizei und den Kommunen als häufigster Grund für die Anschaffung von Videoüberwachungsanlagen kein konkret aufgetretenes Kriminalitätsproblem genannt wird, sondern die Steigerung des subjektiven Sicherheitsgefühls der Bürger. Während die kriminalpräventive Wirkung der Videoüberwachungstechnik bereits eingehend evaluiert wurde, liegen nur wenige unabhängige Vergleichsstudien vor, die die Wirksamkeit der Videoüberwachung in Bezug auf das subjektive Sicherheitsgefühl be- oder widerlegen.

Daher beleuchtet die nachfolgende Untersuchung in einer Sekundäranalyse den Stand der empirischen Forschung der Vergleichsländer Großbritannien, Deutschland und Österreich. Angesichts der hohen Akzeptanz und des Wissens über die Existenz von Videoüberwachungsanlagen wird der Frage nachgegangen, ob die Videoüberwachung von öffentlichen Plätzen das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung tatsächlich steigert.

Leseprobe


1. Einleitung

2. Problemstellung und Reichweite der Untersuchung

2.1 Gang der Untersuchung

2.2 Erkenntnisgewinn

2.3 Begründung der Länderauswahl

3. Terminologische Grundlagen

3.1 Videoüberwachung

3.1.1 Eisatzmöglichkeiten der Videoüberwachung

3.1.2 Arbeitsdefinition

3.1.3 Videotechnik

3.1.4 Biometrische Verfahren

3.1.5 Fazit zur Entwicklung der Videoüberwachung

3.2 Öffentlicher Raum / öffentliche Plätze

3.3 Sicherheitsgefühl

3.3.1 Was ist Kriminalitätsfurcht?

3.3.2 Erklärungsansätze zur Kriminalitätsfurcht

3.3.2.1 Viktimisierungsperspektive

3.3.2.2 Soziale-Kontroll-Perspektive

3.3.2.3 Soziale-Problem-Perspektive

3.3.2.4 Einfluss der Videoüberwachung auf die Kriminalitätsfurcht

3.3.3 Messung der Kriminalitätsfurcht mittels Standardfrage

4. Bestandsaufnahme

4.1 Großbritannien

4.2 Deutschland

4.3 Österreich

4.4 Fazit und Vergleich

5. Empirie

5.1 Methoden

5.2 Effektivität der Videoüberwachung

5.2.1 Videoüberwachung als Maßnahme der situativen Kriminalprävention

5.2.2 Kriminalprävention durch Videoüberwachung

5.3 Studien zur Akzeptanz der Videoüberwachung

5.3.1 Großbritannien

5.3.2 Deutschland

5.3.3 Österreich

5.3.4 Fazit zur Akzeptanz der Videoüberwachung

5.4 Studien zur Steigerung des subjektiven Sicherheitsgefühls

5.4.1 Großbritannien

5.4.2 Deutschland

5.4.3 Österreich

5.4.4 Fazit zur Steigerung des subjektiven Sicherheitsgefühls

5.5 Einstellungsaspekte

6. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht in einer Sekundäranalyse den aktuellen Stand der empirischen Forschung in Großbritannien, Deutschland und Österreich, um zu klären, ob die Videoüberwachung öffentlicher Plätze das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung tatsächlich messbar steigern kann.

  • Kriminalpräventive Wirkung vs. subjektives Sicherheitsempfinden
  • Vergleichende Analyse der Implementierung von CCTV in drei europäischen Ländern
  • Methodische Bewertung kriminalistischer Evaluationsstudien
  • Einfluss von Medienberichterstattung und Skandalisierung auf die Wahrnehmung
  • Bedeutung des Alters und soziodemografischer Faktoren bei der Akzeptanz

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Eisatzmöglichkeiten der Videoüberwachung

Videoüberwachung kann örtlich begrenzt, d.h. innerhalb bestimmter Räume stattfinden. So waren in Bielefeld Videokameras lediglich im Ravensberger Park und im Rochdale Park installiert. Demgegenüber steht die flächendenkende Überwachung großer Gebiete in Großbritannien, die durch eine Zusammenschaltung und softwareunterstützte Kameravernetzung entsteht.

Videoüberwachung kann temporär oder dauerhaft erfolgen. Temporäre Überwachungsmaßnahmen erfolgen aufgrund eines bestimmten Anlasses für eine begrenzte Zeit z.B. bei Großveranstaltungen (Sportereignissen, Demonstrationen). Dies gilt ebenso für videogestützte Observationsmaßnahmen der Strafverfolgungsbehörden. Dem steht die dauerhafte Videoüberwachung öffentlicher Plätze gegenüber. Dabei ist dauerhaft nicht im Sinne von zeitlich unbegrenzt zu verstehen, sondern in Abgrenzung zu einer anlassbezogenen Überwachung.

Videoüberwachung kann offen oder verdeckt stattfinden. Ausschlaggebend ist hierbei, ob die Betroffenen der Maßnahme explizit auf diese hingewiesen werden. Die Unterscheidung hängt von der (Nicht-)Veröffentlichung der Videoüberwachung, dem (Nicht-)Aufstellen von Warnhinweisen und der (nicht)augenfälligen Montage der Kameras ab. Verdeckte Videoüberwachungen kommen insbesondere dann zur Anwendung, wenn Beweise für ein späteres Zivil- oder Strafverfahren gesammelt werden sollen. Die Beweissicherung kann oftmals nur verdeckt erreicht werden, da die Täter bei offener Überwachung abgeschreckt werden würden. Eine offene Videoüberwachung kommt somit dann in Betracht, wenn durch die optische Erfassung eines bestimmten räumlichen Bereichs ein Abschreckungseffekt erzielt werden soll. Ein Beispiel für eine offene Videoüberwachung ist die Überwachung öffentlicher Straßen und Plätze, da diese der Prävention dienen soll.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt die zunehmende Verunsicherung durch Terror und Kriminalität und die daraus resultierende politische Forderung nach Videoüberwachung zur Steigerung des Sicherheitsgefühls.

2. Problemstellung und Reichweite der Untersuchung: Definiert die Forschungsfrage nach der Wirksamkeit der Videoüberwachung im Hinblick auf das subjektive Sicherheitsempfinden der Bevölkerung.

3. Terminologische Grundlagen: Erläutert zentrale Begriffe der Videoüberwachung, deren technische Möglichkeiten, rechtliche Einordnungen und die soziologischen Konzepte hinter dem Sicherheitsgefühl.

4. Bestandsaufnahme: Analysiert historisch und aktuell die Verbreitung von Videoüberwachungsanlagen in Großbritannien, Deutschland und Österreich.

5. Empirie: Führt eine Sekundäranalyse vorhandener Studien durch, um Effektivität und Akzeptanz der Videoüberwachung kritisch zu hinterfragen.

6. Schlussbetrachtung: Führt die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass die Videoüberwachung kaum einen nachweisbaren Einfluss auf das subjektive Sicherheitsgefühl hat, sondern oft von medialen Einzelfallskandalisierungen getrieben ist.

Schlüsselwörter

Videoüberwachung, Kriminalitätsfurcht, Subjektives Sicherheitsgefühl, Kriminalprävention, Öffentlicher Raum, CCTV, Sekundäranalyse, Social Incivilities, Akzeptanz, Technikfolgenabschätzung, Strafverfolgung, Risikoeinschätzung, Medienwirkung, Sicherheitsproduktion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Masterarbeit befasst sich mit der Frage, ob Videoüberwachung im öffentlichen Raum tatsächlich das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung steigert, wie es oft politisch begründet wird.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die technischen Aspekte der Videoüberwachung, die kriminologische Debatte um Kriminalitätsfurcht sowie die vergleichende Analyse zwischen Großbritannien, Deutschland und Österreich.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, den offiziellen Wirkungsanspruch der Videoüberwachung ("Steigerung des subjektiven Sicherheitsgefühls") durch eine Sekundäranalyse empirischer Daten zu verifizieren oder zu widerlegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor führt eine Sekundäranalyse existierender Studien und wissenschaftlicher Evaluationen durch, um die Wirksamkeit und Akzeptanz der Videoüberwachung zu bewerten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine terminologische Einführung, eine Bestandsaufnahme der Überwachungsinfrastruktur in den drei Ländern sowie eine detaillierte empirische Auswertung zur Akzeptanz und zum Sicherheitsgefühl.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Videoüberwachung, Sicherheitsgefühl, Kriminalitätsfurcht, Kriminalprävention und CCTV charakterisieren.

Warum wird Großbritannien als Vergleichsland herangezogen?

Großbritannien dient als Vergleichsmaßstab, da es im internationalen Vergleich die höchste Dichte an Kameras aufweist und die dortigen Erfahrungen die jüngeren Entwicklungen in Deutschland und Österreich maßgeblich inspiriert haben.

Welche Rolle spielen "Social Incivilities"?

Diese Zeichen der Verwahrlosung, wie Vandalismus oder Ansammlungen von sozialen Randgruppen, werden als zentraler Faktor für das Unsicherheitsgefühl identifiziert, wobei die Arbeit aufzeigt, dass Videoüberwachung hier kaum präventive Wirkung entfaltet.

Welches Fazit zieht der Autor zur Wirksamkeit?

Die Arbeit schlussfolgert, dass die flächendeckende Videoüberwachung ein Irrweg ist, da sie kaum das subjektive Sicherheitsgefühl derer steigert, die sich unsicher fühlen, und primär von Menschen befürwortet wird, die sich ohnehin sicher fühlen.

Ende der Leseprobe aus 101 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Videoüberwachung von öffentlichen Plätzen als Instrument zur Steigerung des subjektiven Sicherheitsgefühls
Hochschule
Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin
Note
1,0
Autor
Nico Müller (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
101
Katalognummer
V213417
ISBN (eBook)
9783656416265
ISBN (Buch)
9783656419495
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Videoüberwachung subjektives Sicherheitsgefühl öffentliche Plätze
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Nico Müller (Autor:in), 2013, Videoüberwachung von öffentlichen Plätzen als Instrument zur Steigerung des subjektiven Sicherheitsgefühls, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/213417
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  101  Seiten
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