Das 21. Jahrhundert ist durch Globalisierung, technischen Fortschritt und vor allem Schnelligkeit gekennzeichnet. Auch die Partnersuche gestaltet sich heutzutage anders als wie noch vor einigen Jahren. Hat doch heute keiner mehr die Zeit den 'perfekten' Partner, aus dem immer größer werdenden Angebot an möglichen Lebensgefährten zu finden, stellen Erfindungen wie Speed-Dating und Internetpartnerbörsen immer attraktivere Hilfestellungen dar, um die Suche zu erleichtern.
Doch welche genauen Unterschiede haben diese neuen Kennenlernmöglichkeiten im Vergleich zum herkömmlichen Kennenlernen? Und welche Einschränkungen erfährt dadurch das nonverbale Verhalten?
Mit diesen Fragen wird sich der folgende Essay anhand des Vergleichs von Speed-Dating und des gewöhnlichen Kennenlernens beschäftigen. Dabei sollen zunächst die beiden Arten des Zusammentreffens näher erläutert und anschließend die Unterschiede - was das nonverbale Verhalten angeht - herausgearbeitet werden. Im Fazit sollen dann die gesammelten Kenntnisse noch einmal zusammengefasst und ein Ausblick auf die neueren Partnerbörsen geworfen werden, um zu zeigen was für eine Entwicklung im Bereich der Partnersuche vonstatten geht.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definitionen/Ablauf
2.1 Gewöhnlich/herkömmliches Kennenlernen
2.2 Speed-Dating
3. Unterschiede
3.1 Zeit
3.2 Räumlichkeiten
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen unterschiedlicher Rahmenbedingungen auf das nonverbale Verhalten beim Kennenlernen neuer Partner. Ziel ist es, die spezifischen Einschränkungen und Anpassungsprozesse in der Kommunikation durch den Vergleich des modernen Speed-Datings mit dem herkömmlichen Kennenlernen in öffentlichen Räumen herauszuarbeiten.
- Vergleich von Speed-Dating und klassischem Kennenlernen
- Analyse nonverbaler Kommunikationssignale
- Einfluss des Zeitfaktors auf die Partnerwahl
- Bedeutung räumlicher Gegebenheiten für die Interaktion
- Soziologische Betrachtung von Interaktionsmustern
Auszug aus dem Buch
Räumlichkeiten
Der zweite wichtige Punkt der Einfluss auf das nonverbale Verhalten nimmt, ist die Räumlichkeit. Sie gibt beim Speed-Dating fest vor, wo das Treffen stattfindet und bestimmt zudem wer wann wo zu sitzen hat. Dadurch ist man zum einen eingeschränkt körperliche Signale zu senden sowie auch zu empfangen, da man von seinem Gegenüber nur noch den Oberkörper sehen kann.
Auch die fest vorgegebene Sitzpositionen (meist gegenüber) kann so nichts mehr über die Einstellung zum Gegenüber aussagen. Wird doch beispielsweise eine Sitzstellung bei 90 Grad für Konversationen bevorzugt und die Seite-an-Seite Position mehr bei der Suche nach größerer Intimität eingenommen. So bleibt bei der vorgegebenen Sitzstellung im Speed-Dating nur noch die Möglichkeit durch die Schaffung von Gleichgewicht oder Erwiderung zu zeigen, ob man sein Gegenüber mag oder nicht. Ist Sympathie vorhanden, so reagiert man auf einen Annäherungsversuch mit der Erwiderung von zunehmender Intimität z.B. durch Vorwärts lehnen, ist jedoch das Gegenteil der Fall, so versucht man dem höheren Intimitätsgrad zu vermeiden, indem man das zuvor bestehende Gleichgewicht wieder herstellt z.B. durch zurücklehnen (vgl. Argyle 1989: 287/288).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Partnersuche im 21. Jahrhundert ein und stellt die Forschungsfrage zur Untersuchung des nonverbalen Verhaltens bei verschiedenen Kennenlernmethoden.
Definitionen/Ablauf: In diesem Kapitel werden das klassische Kennenlernen in öffentlichen Räumen und das moderne Speed-Dating konzeptionell definiert und in ihrem Ablauf beschrieben.
Unterschiede: Dieser Hauptteil analysiert die divergierenden Einflüsse von Zeit und räumlicher Umgebung auf die nonverbale Kommunikation und die damit verbundenen Signale der Teilnehmer.
Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, zeigt die Stärken und Schwächen der verschiedenen Kennenlernmethoden auf und gibt einen Ausblick auf die weitere Entwicklung im digitalen Zeitalter.
Schlüsselwörter
Nonverbales Verhalten, Speed-Dating, Partnersuche, Proxemik, Interaktion, Körpersprache, Kommunikation, Kennenlernen, Blickkontakt, Zeitfaktor, räumliche Distanz, Sozialverhalten, Sympathie, Intimität, Soziologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der soziologischen Betrachtung des nonverbalen Verhaltens im Kontext unterschiedlicher Kennenlern-Situationen zwischen Menschen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Analyse von Körpersprache, Blickkontakt und räumlicher Distanz sowie deren Veränderung durch strukturierte oder unstrukturierte Treffen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet, welche Unterschiede in der Partnersuche zwischen dem klassischen Kennenlernen und dem Speed-Dating bestehen und wie diese den nonverbalen Austausch einschränken oder beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse auf Basis soziologischer Fachliteratur, um die beiden Kennenlern-Methoden gegenüberzustellen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von zeitlichen Faktoren sowie räumlichen Gegebenheiten, die das nonverbale Kommunikationsverhalten maßgeblich prägen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Nonverbales Verhalten, Speed-Dating, Interaktion, Proxemik und Partnersuche charakterisiert.
Wie wirkt sich die feste Sitzordnung beim Speed-Dating auf die Kommunikation aus?
Durch die vorgegebene Gegenüber-Position ist der Informationsgehalt über die Einstellung des Gegenübers reduziert, da körperliche Signale wie die Ausrichtung der Sitzhaltung kaum noch variiert werden können.
Welche Rolle spielt der Zeitfaktor beim Speed-Dating?
Der Zeitfaktor limitiert das Kennenlernen, was dazu führt, dass Teilnehmer oft nach oberflächlichen, optischen Merkmalen selektieren, anstatt fundierte Informationen über den Partner zu sammeln.
Was ist mit dem Begriff "höfliche Gleichgültigkeit" gemeint?
Es bezeichnet ein Verhalten, bei dem die Anwesenheit eines anderen wahrgenommen und gewürdigt wird, ohne jedoch ein tiefergehendes Interesse oder eine Interaktionsabsicht zu verfolgen.
- Arbeit zitieren
- Julia Knobelspies (Autor:in), 2012, Nonverbales Verhalten beim Speed-Dating im Vergleich zum gewöhnlichen Kennenlernen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/213243