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Zur Shop-Startseite › Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik

Die Aufführung mittelhochdeutscher Lyrik

Versuch einer Rekonstruktion am Beispiel von Walthers "Under der linden" und Neidharts "Sommerlied Nr. 70"

Titel: Die Aufführung mittelhochdeutscher Lyrik

Examensarbeit , 2012 , 76 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Jens Pfundstein (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Ausgehend von einem mittelhochdeutschen Autor–Leser–Verhältnis, in dem das Publikum dem Autor als tonangebende Instanz gegenüber steht (Bumke: 2005, 596) und damit definiert, was ein Text ist (Schmitt: 1992, 248), stellt sich, in Anbetracht der Illiteralität des laienadligen Publikums (Bumke: 2005, 602), die Frage, inwiefern die auf uns gekommenen, mittelhochdeutschen Texte die damalige Auffassung von Text wiederspiegeln.
Aus der Divergenz zu zeitgenössischen Textkonzeptionen ergibt sich als Frage, welcher Gestalt ein vollständiger, höfischer Text gewesen sein muss und wie er zu rekonstruieren ist.
Grundlage meines Rekonstruktionsversuches ist die Vorstellung von Text als Gewebe und damit als Gitternetz (Vater: 2001, 14). Das heißt, die Bausteine eines Textes müssen regelhaft, horizontal und vertikal miteinander verknüpft sein; sowohl an der formalen Textoberfläche (Bußmann: 1990, 389) als auch auf der damit verbundenen, tieferliegenden Sinnebene (Bußmann: 1990, 389).
Darauf aufbauend ist zu fragen, welche Zeichen dem mittelhochdeutschen Dichter prinzipiell zur Verfügung stehen, wie diese zu klassifizieren sind (Fischer – Lichte, I: 1983, 27) und welche Modifikationsmöglichkeiten zur Verfügung stehen (Fischer – Lichte, III: 1983, 13). Beantwortet wird die Frage mit einer Gleichsetzung von höfischem Text und Theateraufführung.
Auf Grundlage vorgenannter Überlegungen erfolgt die Erstellung eines Katalogs mittelhochdeutscher Zeichen. Die Unmöglichkeit einen vollständigen Zeichenkatalog zu erstellen, macht darüber hinaus die Entwicklung eines Ansatzes zur Generierung im Katalog fehlender Zeichen erforderlich. Hierfür wird auf Sprechakttheorie (Hindelang: 2010, 4) sowie C. Müllers Klassifikation von Gesten nach funktionalen Kriterien (Müller: 1996, 110) zurückgegriffen. Weiterhin verlangt die Rekonstruktion ausgewählter Lyrik (Schmitt: 1992, 248) Überlegungen zum Inhalt der Lieder als auch zur Szenenfolge der Aufführungen (Müller: 1996, 30).
Unter den Punkten 5.1.5.1 und 5.1.5.2 wird eine den Vorüberlegungen entsprechende Rekonstruktion vorgenommen. Ein Vergleich mit den unter Punkt acht mitgelieferten Materialien wirft die Frage auf, welche Möglichkeiten der mittelhochdeutschen Kultur offenstanden, die ihrer Textdefinition entsprechenden, zusätzlichen Informationen schriftlich zu fixieren.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1) Einführung

2) Mittelhochdeutscher Literaturbetrieb ?

2.1) Dichter und Autoren

2.2) Das Publikum

2.2.1) Rezeptionsmöglichkeiten des Publikums

2.3) Das Verhältnis von Dichter und Publikum

2.4) Schlussfolgerungen

3) Text

3.1) Text – eine Begriffsbestimmung

3.2) Text – weiterführende Diskussion

3.2.1) Kohärenz und Kohäsion

3.2.2) Textklassen

3.3) Versuch einer Einordnung

3.4) Eine neue Vorstellung von Text

3.4.1) Anwendung auf den mittelhochdeutschen Text

4) Ein neuer Ansatz

4.1) Die Gleichsetzung von Aufführung und höfischem Text

4.2) Die Zeichen

4.2.1) Notwendige Differenzierungen

4.2.1.1) Mögliche Zeichen und ihre Zuordnung zu Zeichensystemen

4.2.1.2) Mögliche Zeichen und ihre Kombinationen

4.2.2) Notwendige Einschränkungen

4.2.2.1) Einschränkungen aufgrund der Rahmenbedingungen

4.2.2.2) Einschränkungen aufgrund des Untersuchungsgegenstandes

4.3) Schlussfolgerungen I

4.3.1) Vorüberlegungen zur Erstellung eines Zeichenkatalogs

4.3.1.1) Zeichen des Agierens

4.3.1.2) Zeichen der äußeren Erscheinung

4.3.1.3) Zeichen des Raumes

4.3.2) Der Zeichenkatalog

4.3.2.1) Zeichen des Agierens

4.3.2.1) Zeichen der äußeren Erscheinung

4.3.2.3) Zeichen des Raumes

4.4) Der Ansatz zur Rekonstruktion mittelhochdeutscher Texte

4.4.1) Der Sprechakt nach Searle

4.4.1.1) Die Struktur von Sprechakten

4.4.1.2) Klassifizierung der Sprechakte

4.4.1.3) Klassifizierung der Direktiva

4.4.2) Funktionale Gesten

5) Analyse ausgewählter Lyrik

5.1) Vorgehensweise

5.1.1) Walther und Neidhart

5.1.2) Betrachtungen zum Inhalt der ausgewählten Lieder

5.1.3) Betrachtungen zur Form der ausgewählten Lieder

5.1.4) Analyse ausgewählter Lyrik auf Grundlage der Sprechakttheorie

5.1.4.1) Under der linden

5.1.4.2) Sommerlied Nr. 70

5.1.5) Die Rekonstruktion ausgewählter Lyrik als Aufführung

5.1.5.1) Under der linden – Rekonstruktion einer Aufführung

5.1.5.2) Sommerlied Nr. 70 – Rekonstruktion einer Aufführung

6) Schlussfolgerungen II

6.1) Konsequenzen I

6.2) Konsequenzen II

7) Zusammenfassung

8) Benutzte Materialien

8.1) Walthers Lindenlied

8.2) Neidharts Sommerlied Nr. 70

9) Literaturverzeichnis

9.1) Primärliteratur

9.2) Sekundärliteratur

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Rekonstruktion der Aufführungspraxis mittelhochdeutscher Lyrik, indem sie versucht, die überlieferten Texte als unvollständige Gitternetze zu verstehen, die durch eine linguistische und gestische Analyse vervollständigt werden müssen, um ihrem ursprünglichen Charakter als komplexe Einheiten aus Wort, Schrift und Geste gerecht zu werden.

  • Charakterisierung des mittelhochdeutschen Literaturbetriebs unter Berücksichtigung von Mündlichkeit und Schriftlichkeit.
  • Entwicklung einer neuen, auf Sprechakttheorie und Gestenkunde basierenden Vorstellung von Text.
  • Klassifizierung theatralischer Zeichen zur Ergänzung der überlieferten Textgrundlage.
  • Praktische Anwendung der Rekonstruktionsmethode an Walthers "Under der linden" und Neidharts "Sommerlied Nr. 70".
  • Untersuchung der Aufführungssituation als Teil des höfischen literarischen Spiels.

Auszug aus dem Buch

3.4) Eine neue Vorstellung von Text:

Voraussetzung für die Entwicklung einer neuen Vorstellung von Text ist die Anerkennung höfischer Texte als komplexe Verbindungen von Schrift, Rede und Geste. Der mittelhochdeutsche Text ist damit gerade nicht mündlicher oder schriftlicher Natur (Vater: 2001, 14), sondern er steht dazwischen, womit die Frage nach den Verknüpfungsmöglichkeiten bei der Seiten in den Fokus rückt. „Verknüpfung“ als Ansatzpunkt für die Entwicklung einer tragfähigen Vorstellung von Text erweist sich als ausgesprochen hilfreich, ruft sie denn die populäre, aus dem Lateinischen abgeleitete Vorstellung von Text als Gewebe wach (Vater: 2001, 14). Dem Gewebe, als Resultat einer regelhaften, schrittweisen Verknüpfung von Zwirnfäden, entspricht ein Text als Ergebnis regelhafter Verkettung einzelner, größerer Textbausteine (Vater: 2001, 14) – den Sätzen.

Eine genauere Betrachtung des Gewebes zeigt, dass es sich dabei um die kreuzweise Verknüpfung horizontal und vertikal laufender Zwirnfäden handelt. Damit sind zwei Fragen aufgeworfen: Erstens, woraus bestehen die Zwirnfäden und zweitens, wie sind diese verknüpft?

Besieht man den Zwirnfaden genauer, so ist feststellbar, dass dieser aus mehreren, kürzeren, miteinander verwobenen Fäden hergestellt ist. Weiterhin ist feststellbar, dass auch die Fäden aus kleineren Einheiten, den Fasern, bestehen.

Auf Texte übertragen bedeutet das, dass Sätze als Zwirnfäden des Textes aus kleineren Einheiten bestehen – Nominalphrasen, Verbalphrasen und dergleichen mehr.

Zusammenfassung der Kapitel

1) Einführung: Diese Einleitung erläutert die Problemstellung der Arbeit, die sich aus der Lücke zwischen der rein schriftlichen Überlieferung mittelhochdeutscher Lyrik und ihrem ursprünglichen Charakter als Aufführung ergibt.

2) Mittelhochdeutscher Literaturbetrieb ?: Das Kapitel untersucht die soziokulturellen Rahmenbedingungen und die besondere Rolle des Laienadels als tonangebende Instanz für die Konzeption von Literatur im Mittelalter.

3) Text: Hier werden gängige linguistische Textdefinitionen kritisch diskutiert, um die Notwendigkeit eines spezifischeren, auf die mittelhochdeutsche Literatur zugeschnittenen Textbegriffs zu begründen.

4) Ein neuer Ansatz: Der Autor entwickelt das Konzept des Textes als Gitternetz mit Leerstellen und stellt einen methodischen Ansatz vor, der Sprechakttheorie und funktionale Gesten zur Rekonstruktion nutzt.

5) Analyse ausgewählter Lyrik: Dieses Kapitel wendet die erarbeitete Methode praktisch auf zwei spezifische Lieder an und liefert detaillierte Rekonstruktionsvorschläge für deren Aufführung.

6) Schlussfolgerungen II: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Reflexion über die Möglichkeiten und Grenzen der Rekonstruktion, insbesondere hinsichtlich der Spekulation über verlorene Aufführungsinformationen.

7) Zusammenfassung: Die Ergebnisse werden synthetisiert, wobei noch einmal betont wird, dass die Rekonstruktion ein Modell darstellt und die mündliche Tradition der "Formeln" eine schriftliche Fixierung in der damaligen Zeit obsolet machte.

8) Benutzte Materialien: Dieses Kapitel stellt die Primärtexte in mittelhochdeutscher Originalfassung und neuhochdeutscher Übertragung für die Analyse zur Verfügung.

9) Literaturverzeichnis: Hier werden die verwendeten Quellen aus der Primär- und Sekundärliteratur systematisch aufgeführt.

Schlüsselwörter

Mittelhochdeutsche Lyrik, Rekonstruktion, Aufführungspraxis, Sprechakttheorie, Gestik, Literaturbetrieb, Minnesang, Sangverslyrik, Textlinguistik, Gitternetz, Leerstellen, Parodie, Walther von der Vogelweide, Neidhart, Aufführungssituation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie ein aus dem Mittelalter überlieferter, rein schriftlicher Text als eine ursprünglich lebendige Aufführung rekonstruiert werden kann, um seine wahre, komplexe Natur wieder sichtbar zu machen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Felder sind die mittelalterliche Aufführungspraxis, die Rollen von Autor und Publikum, die Anwendung linguistischer Theorien auf historische Texte und die systematische Einordnung von nonverbalen Zeichen wie Gestik und Mimik.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, einen methodischen Ansatz zu entwickeln, mit dem sich der "unvollständige" schriftliche Text durch die Hinzufügung der fehlenden performativen Elemente (Regieanweisungen, Gesten) zu einer authentisch wirkenden Aufführung vervollständigen lässt.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit kombiniert literaturwissenschaftliche Analysen, die Anwendung der Sprechakttheorie nach Searle zur Inhaltsanalyse und die klassifikatorische Gestenkunde, um die Lücken in den mittelalterlichen Quellen zu füllen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Grundlegung eines neuen Textbegriffs (Text als Gitternetz), der Definition von Zeichen in einer Aufführung sowie der praktischen Anwendung dieses Modells an den Werken von Walther von der Vogelweide und Neidhart.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Aufführungspraxis, mittelhochdeutsche Lyrik, Sprechakttheorie, Gestik, Gitternetz-Modell und historischer Kontext geprägt.

Warum hält der Autor die überlieferten Texte für "unvollständig"?

Der Autor argumentiert, dass die Texte nur die schriftlich fixierte Oberfläche darstellen, während die wesentlichen performativen Anteile wie Redeweise, Gestik und szenische Anweisungen, die für das Verständnis des Publikums damals essenziell waren, verloren gegangen sind.

Was unterscheidet das Verständnis von Text damals von heute?

Während heute Text oft als statisches, schriftlich fixiertes Objekt betrachtet wird, war der mittelhochdeutsche Text eine dynamische, komplexe Einheit aus Schrift, gesprochenem Wort und körperlichem Ausdruck, die erst im Moment der Aufführung ihre vollständige Form erhielt.

Ende der Leseprobe aus 76 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Aufführung mittelhochdeutscher Lyrik
Untertitel
Versuch einer Rekonstruktion am Beispiel von Walthers "Under der linden" und Neidharts "Sommerlied Nr. 70"
Hochschule
Universität des Saarlandes
Note
1,0
Autor
Jens Pfundstein (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
76
Katalognummer
V212797
ISBN (eBook)
9783656404903
ISBN (Buch)
9783656405610
Sprache
Deutsch
Schlagworte
aufführung lyrik versuch rekonstruktion beispiel walthers under neidharts sommerlied
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jens Pfundstein (Autor:in), 2012, Die Aufführung mittelhochdeutscher Lyrik, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/212797
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Leseprobe aus  76  Seiten
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