Im Rahmen der vorliegenden Hausarbeit werden die Möglichkeiten zur Initiierung
eines Qualitätszirkels im Rahmen des Studiengangs Master in Präventionund
Gesundheitsmanagement unter Beteiligung von Studenten der DHfPG eruiert.
Das übergeordnete Ziel ist es, dass am Ende ein Netzwerk von Studenten
entsteht, welches auch nach Beendigung des Studiums zum Erfahrungsaustausch
hinsichtlich verschiedener Themengebiete der Prävention und Gesundheitsförderung
dient.
Inhaltsverzeichnis
1 INITIIERUNG EINES QUALITÄTSZIRKELS
1.1 Herausforderungen und Ziele des Qualitätszirkels
1.2 Qualitätszirkel - Zusammensetzung und Aufgabenverteilung
1.3 Planung und Aktivierung fachorientierter Arbeitsgruppen
2 SICHERUNG UND STEIGERUNG DER QUALITÄT
2.1 Ist-Zustand und Chancen der Netzwerkbildung
2.2 Qualitätskreislauf
3 EVALUATIONSKONZEPT „PUBLIC HEALTH ACTION CYCLE“
3.1 Analysephase
3.2 Planungsphase
3.3 Umsetzungsphase
3.4 Bewertungsphase
3.5 Selbstevaluation
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten zur Initiierung eines Qualitätszirkels innerhalb des Studiengangs Master in Prävention und Gesundheitsmanagement. Ziel ist der Aufbau eines nachhaltigen Studentennetzwerks zur Förderung des fachlichen Austauschs sowie die praktische Anwendung eines Evaluationskonzepts zur Sturzprävention bei Senioren in Pflegeheimen.
- Methodische Konzeption und Initiierung eines Qualitätszirkels
- Strukturierung von Qualitätssicherungsprozessen durch den „Public Health Action Cycle“
- Entwicklung eines Sturzprophylaxe-Programms für stationäre Pflegeeinrichtungen
- Durchführung einer Selbstevaluation zur Prozessoptimierung
- Vernetzung von theoretischem Fachwissen mit berufspraktischen Anforderungen
Auszug aus dem Buch
Planungsphase am Praxisbeispiel „Sturzprävention für Senioren in Pflegeheimen“
Das Risiko zu stürzen und sich dabei ernsthaft zu verletzen, steigt mit zunehmendem Alter. Die Ursachen und Risikofaktoren dafür können verschieden sein. Ein wesentlicher Aspekt sind vor allem degenerative Erkrankungen, wie Gang- und Balancestörungen. Diese entstehen aufgrund alters- und verletzungsbedingter Funktionseinbußen wie z.B. Muskelschwäche, mangelnder Ausdauer und Koordination, eingeschränkte Sehfähigkeit und Sinneswahrnehmung. kognitive Einschränkungen sowie Harninkontinenz. Nach einem Unfall im Alltag benötigen viele Senioren langfristig Hilfe. Denn selbst nach Klinikaufenthalt und dem Einsatz eines künstlichen Gelenkes, Gehilfen und anderen Sicherheitsvorrichtungen kommt manch eine Person nicht mehr richtig auf die Beine. Etwa ein Drittel der über 65 -Jährigen stürzt mindestens einmal pro Jahr. In Risikogruppen wie Bewohnern von Alten- und Pflegeheimen liegt die jährliche Sturzrate bei mehr als 50 Prozent. Das Sturz- und Bruchrisiko ist deutlich höher als in der Gesamtbevölkerung der gleichen Altersgruppe. Laut Daten der AOK Baden- Württemberg sind Bewohner von Pflegeheimen als die Höchstrisikopopulation für Stürze und sturzbedingte Verletzungen anzusehen (vgl. HÄUSSLER, 2009, S.25).
Die Folgekosten liegen in Milliardenhöhe. Besonders problematisch und für Kranken- und Pflegeversicherung relevant sind die weitreichenden Folgen von Stürzen. Da die Zahl der Älteren zunehmen wird und die sturzbedingten Verletzungen vor allem bei sehr alten Menschen auftreten, könnten die Kosten laut Hochrechnungen im Jahr 2050 allein für Hüftfrakturen auf bis sieben Milliarden Euro ansteigen (vgl. HÄUSSLER, 2009, S.25). Pflegeheimdaten der AOK Baden-Württemberg zeigen, dass das Risiko, eine Hüftfraktur zu erleiden, in den ersten Wochen nach Aufnahme ins Pflegeheim am höchsten war und anschließend auf etwa die Hälfte des Ausgangsrisiko abfiel. Somit gehen vor allem Änderungen der Umgebung mit einem erhöhten Fall- und Sturzrisiko einher. Dazu zählen u.a. nasse Böden, veränderte räumliche Umgebungen oder auch Medikamente. Um eine Senkung der Sturzhäufigkeit zu erzielen, haben Interventionsvorhaben mehrere Risikofaktoren in den Fokus zu nehmen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 INITIIERUNG EINES QUALITÄTSZIRKELS: Dieses Kapitel erläutert die Ziele und die organisatorische Struktur des Qualitätszirkels sowie die Aufgabenverteilung unter den beteiligten Studierenden.
2 SICHERUNG UND STEIGERUNG DER QUALITÄT: Hier werden die Herausforderungen der Netzwerkbildung adressiert und der Qualitätskreislauf als systematisches Arbeitsmodell eingeführt.
3 EVALUATIONSKONZEPT „PUBLIC HEALTH ACTION CYCLE“: Das Kapitel detailliert die verschiedenen Phasen des Interventionsmanagements von der Analyse über die Planung und Umsetzung bis zur Bewertung und Selbstevaluation am praktischen Beispiel der Sturzprävention.
Schlüsselwörter
Qualitätszirkel, Gesundheitsmanagement, Prävention, Gesundheitsförderung, Sturzprävention, Public Health Action Cycle, Selbstevaluation, Pflegeheim, Senioren, Netzwerkbildung, Qualitätsentwicklung, Sturzprophylaxe, Gesundheitsökonomie, Interventionsplanung, Prozessqualität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Etablierung eines Qualitätszirkels durch Studierende, um wissenschaftliche Methoden in der Praxis der Gesundheitsförderung anzuwenden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Gruppenarbeit zur Qualitätsentwicklung, der Sturzprophylaxe bei Senioren und der systematischen Evaluation von Präventionsprojekten.
Welches Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Primäres Ziel ist die Entwicklung eines nachhaltigen Netzwerks zur Problemlösung und die Konzeption einer Interventionsmaßnahme zur Reduktion von Sturzereignissen in Pflegeheimen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt den „Public Health Action Cycle“ als strukturiertes Modell zur Planung und Evaluation sowie die Methode der Selbstevaluation zur Prozesssteuerung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Initiierung des Zirkels, die Darstellung der Netzwerkarbeit, die theoretische Fundierung des Qualitätskreislaufs und das konkrete Evaluationskonzept für die „Sturzfreie Zone“.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlagworte sind Qualitätszirkel, Sturzprävention, Public Health Action Cycle, Selbstevaluation und Gesundheitsförderung im Alter.
Wie ist der Qualitätszirkel personell organisiert?
Der Zirkel besteht aus 8 fachlich qualifizierten Studierenden, die in vier spezifische Arbeitsgruppen (Bewegung, Kognition, Umgebung, Evaluation) aufgeteilt sind, um Synergieeffekte zu nutzen.
Warum wurde das Thema „Sturzprävention“ gewählt?
Das Thema adressiert ein hochrelevantes gesundheitliches Problem mit immensen Folgekosten für das Gesundheitssystem und hoher Belastung für Senioren in Pflegeeinrichtungen.
Was unterscheidet Selbstevaluation von einer Fremdevaluation?
Bei der Selbstevaluation führen die Projektbeteiligten die Überprüfung selbst durch, was ressourcenschonender ist, während eine Fremdevaluation durch externe Institute erfolgt.
- Arbeit zitieren
- Björn Wittwer (Autor:in), 2012, Initiierung eines Qualitätszirkels mit dem Themengebiet Prävention und Gesundheitsförderung am Beispiel von Masterabsolventen der DHfPG, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/212624