Die Herrschaft des Augustus bildet eine der einschneidensten Herrschaftsperioden in der römischen Geschichte. In der über vierzigjährigen Regentschaft schaffte Augustus einen in vielen Facetten runderneuerten und veränderten römischen Staat. Veränderungen im Sozialwesen, in der Wirtschaft, Politik und im Militär zeugen davon. Sie bilden die Grundlage für viele weitere Kaiser, die in der Nachfolge des Augustus regierten. Die Gründung der julisch-claudischen Dynastie wie die Wandlung von Republik zu einem Kaisertum wirken sich für Jahrhunderte auf das Handeln und die Struktur aus und haben somit direkt oder indirekt Bedeutung für den größten Teil der damals bekannten Welt. Der Aufstieg zur Macht und dessen Legitimierung werden aber nur am Rande eine Rolle spielen.
Augustus und seine Person sollen nicht im Mittelpunkt stehen. Seine Person, Charakterzüge wie sein Aufstieg zur Macht sollen als Grundlage zum besseren Verständnis dienen. Aufgrund des Umfangs wird dieses in aller Kürze geschehen und es werden nur die zentralen Punkte herausgehoben und erläutert. Im Weiteren soll vor allem der Norden des römischen Imperiums behandelt werden. Genauer sollen hierbei die Grenzen nach Germanien im Gebiet von Rhein, Donau und Elbe untersucht werden. Strategie, militärische Konfrontation und die wichtigsten Schlachten sollen skizziert und besprochen werden. Der Ausbau des römischen Einflusses und die Offensiven ab dem Jahre 16 v.Chr. bilden das zentrale Anliegen der Arbeit. Die Niederlage des Varus um 9 n.Chr. soll diesen Abschnitt abschließen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Augustus
2.1 Herkunft und Aufstieg
2.2 Der Sieg bei Actium und die Festigung der Macht
3. Expansionen in Germanien
3.1 Beginn der großen germanischen Offensive
3.2 Expansionen durch Drusus und Tiberius
3.3 Die Regentschaft des Varus und das Jahr 9 n.Chr.
4. Die Politik in Germanien nach der Niederlage des Varus
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die römische Außen- und Expansionspolitik unter Augustus mit einem besonderen Fokus auf den Norden des Imperiums. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob die verheerende Niederlage des Varus im Jahr 9 n.Chr. als tatsächlicher Wendepunkt in der römischen Außenpolitik zu bewerten ist und durch welche historischen Aspekte sich diese Zäsur belegen lässt.
- Regentschaft des Augustus und Konsolidierung des römischen Kaisertums
- Militärische Strategien und Expansionszüge in Germanien
- Die Rolle der Feldherren Drusus, Tiberius und Varus
- Ursachen und Auswirkungen der Varuskatastrophe
- Wandel von der offensiven zur defensiven Grenzsicherung (Limes)
Auszug aus dem Buch
3.3 Die Regentschaft des Varus und das Jahr 9 n.Chr.
Aufgrund des Fortganges von Tiberius wurde Quinctilius Varus 7 n.Chr. an den Rhein versetzt. Er führte den vorgegebenen Kurs weiter. Die Überführung Germaniens, zum Status einer Provinz, sollte durch ihn, im direkten Auftrag durch Augustus oder nicht, geschehen sein. Es scheint als hätte das Jahr 9 n.Chr., wenn es ohne Auseinandersetzungen verlaufen wäre, das letzte Jahr der Statthalterschaft des Varus seien sollen. Schon bei seinen Vorgänger lässt sich ein gewisser Zyklus erkennen. Zudem hatten sich die Verhältnisse in den Jahren weiter beruhigt und die römische Herrschaft hatte sich zunehmend gefestigt. Die Varuskatastrophe, unter der sie in die Geschichte eingehen sollte, beschreibt den Hinterhalt germanischer Truppen unter ihrem Anführer Arminius im September des Jahres 9 n.Chr. Ob Varus sich auf dem Rückmarsch an die Elbe zu den Legionslagern befand oder ob er sich durch einen Scheinaufstand zum Ausrücken verpflichtet fühlte, ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Dem Bericht nach Cassius Dio sei das Heer des Varus sehr zersplittert gewesen, da Varus auf Anfragen für Verstärkungen, welche von germanischen Verbündeten gestellt worden waren, Soldaten freigestellt hatte. Das Hauptheer sei gerade mit der Anlage von Wegen beschäftigt gewesen. Zudem führte der Tross „wie im Frieden viele Wagen und Lasttiere mit sich, […] die sie ebenfalls zu einer gelockerten Marschform zwangen. Des Weitern soll, nach den Berichten von Cassius Dio, kurz vor dem Angriff der Barbaren, noch Regen und Sturm eingesetzt haben, welche es den Römern unmöglich machten eine geschlossene Kampfformation einzunehmen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Herrschaftszeit des Augustus ein und definiert die Forschungsfrage bezüglich der Bedeutung der Varusschlacht als möglichen Wendepunkt der römischen Außenpolitik.
2. Augustus: Das Kapitel beleuchtet die Herkunft und den Aufstieg des Augustus sowie seinen entscheidenden Sieg bei Actium, welcher die Neuordnung des römischen Staates und die Machtsicherung ermöglichte.
3. Expansionen in Germanien: Dieser Abschnitt analysiert die verschiedenen militärischen Phasen der römischen Germanienpolitik unter den Feldherren Drusus, Tiberius und schließlich Varus.
4. Die Politik in Germanien nach der Niederlage des Varus: Dieses Kapitel beschreibt die unmittelbaren Reaktionen des Augustus auf die Niederlage und die Kontinuität der Offensivpläne trotz des herben Verlustes.
5. Fazit: Das Fazit fasst die langfristigen Auswirkungen der Varusschlacht zusammen und bewertet den Übergang zur defensiven Grenzpolitik sowie die Entstehung des Limes.
Schlüsselwörter
Augustus, Germanien, Varusschlacht, Arminius, Römisches Reich, Drusus, Tiberius, Expansion, Außenpolitik, Limes, Militärstrategie, Antike, Provinz, Quinctilius Varus, Römer
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die römische Expansionspolitik unter Kaiser Augustus, mit einem Schwerpunkt auf den militärischen Operationen im rechtsrheinischen Germanien.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Konsolidierung der Macht unter Augustus, die Feldzüge nach Germanien und die langfristigen strategischen Folgen der Varuskatastrophe.
Was ist die zentrale Forschungsfrage?
Die Untersuchung konzentriert sich darauf, ob die Niederlage des Varus im Jahr 9 n.Chr. als definitiver Wendepunkt der römischen Außenpolitik gewertet werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine quellenbasierte historische Analyse durchgeführt, wobei antike Berichte (u.a. Tacitus, Cassius Dio, Sueton) und moderne Forschungsliteratur einbezogen werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Biografie des Augustus, die militärischen Feldzüge in Germanien von 16 v.Chr. bis 9 n.Chr. und die politische Reaktion nach dem Untergang des Varusheeres.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Augustus, Germanien, Varusschlacht, Arminius, Limes und römische Expansionspolitik.
Wie bewertet die Arbeit die Rolle des Arminius?
Arminius wird als Initiator des germanischen Widerstands beschrieben, wobei die Arbeit kritisch anmerkt, dass die Zuschreibung der "deutschen Freiheit" als seine Leistung wissenschaftlich überzogen erscheint.
Warum musste Tiberius seine Feldzüge in Germanien abbrechen?
Tiberius sah sich gezwungen, die Offensive zu beenden, da in den Provinzen Dalmatia und Pannonia schwere Aufstände ausbrachen, die eine sofortige militärische Reaktion erforderten.
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- Thorsten Kade (Author), 2009, Die Herrschaft des Augustus , Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/212484