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Pflegekammern in Rheinland-Pfalz. Versorgungssicherheit oder Illusion?

Eine Bewertung aus rechtlicher und politischer Sicht

Title: Pflegekammern in Rheinland-Pfalz. Versorgungssicherheit oder Illusion?

Bachelor Thesis , 2013 , 115 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Daniel Böhm (Author)

Economy - Health Economics

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Summary Excerpt Details

In unserer Gesellschaft ist der Staat für die Absicherung der gesundheitlichen Grundrisiken zuständig. Dabei wird es dieser nach Ansicht der Pflegewissenschaftler zukünftig nicht leichter, sondern eher noch schwerer haben.

Krankenhäuser und Pflege stehen in Zukunft vor großen Veränderungen: Die Alterung der Gesellschaft, der Wandel der Familienstrukturen und der Fortschritt in Wissenschaft und Technik zwingen die Verantwortlichen im Gesundheitswesen zu neuen Strategien. Dabei sieht vor allem die Pflege die Chance, sich neu zu positionieren. Selbstverwaltung durch Pflegekammern, Novellierung der Pflegeerstausbildung, sowie Pflege im europäischen Vergleich sind die zukunftsweisenden Themen.

Diese Arbeit soll dem Leser einerseits die Notwendigkeit der Errichtung von Pflegekammern verdeutlichen und andererseits diesen von der Zweckmäßigkeit und der rechtlichen Zulässigkeit einer Kammer für Pflegeberufe überzeugen. Anhand aktueller Entwicklungen in den einzelnen Bundesländern zeigt der Verfasser, dass die Pflege im Jahr 2013 auf dem Weg ist, ihr Selbstvertrauen zu finden. Am Beispiel der Planungen zur Errichtung einer Pflegekammer in Rheinland-Pfalz werden die Probleme und auch die notwendigen Schritte zur Errichtung von öffentlich-rechtlichen Körperschaften mit hoheitlichen Befugnissen systematisch dargestellt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Gesellschaftlicher Auftrag der Pflege

1.2. Problemstellung

1.2.1. Versorgungssicherung der Bevölkerung

1.2.2.Veränderungen bei den Anforderungen an die Pflege

1.2.3. Fremdbestimmung statt Eigenbestimmung

1.2.4. Herausforderungen der Pflegeausbildung

1.3. Zielsetzung

1.4. Methodische Vorgehensweise

1.5. Erkenntnisinteresse

2. Organe der funktionalen Selbstverwaltung

2.1. Historische Entwicklung der Kammer

2.2. Das Prinzip der Kammer und deren Definition

2.3. Entstehung und besondere Merkmale von Kammern

2.4. Aufgaben von Berufskammern

3. Die Pflegekammer

3.1. Ziele einer Pflegekammer im Einzelnen

3.2. Aufgaben einer Kammer für Pflegeberufe

3.3. Abgrenzung zu anderen Berufsorganisationen

3.3.1. Berufsverbände

3.3.2. Gewerkschaften

3.3.3. Pflegereferate

3.3.4. Arbeitsgemeinschaften

3.3.5. Zwischenergebnis

4. Zweckmäßigkeit einer Pflegekammer

4.1. Argumente für die Errichtung einer Pflegekammer

4.2. Argumente gegen die Errichtung einer Pflegekammer

4.3. Beurteilung durch den Verfasser

5. Stand in der Bundesrepublik Deutschland

5.1. Historische Bestrebungen der Pflege

5.2. Entwicklungen in den Bundesländern

5.2.1. Bayern

5.2.2. Berlin

5.2.3. Bremen, Hamburg, Saarland

5.2.4. Hessen

5.2.5. Mecklenburg-Vorpommern

5.2.6. Niedersachsen

5.2.7. Nordrhein-Westfalen

5.2.8. Sachsen

5.2.9. Sachsen-Anhalt

5.2.10. Schleswig-Holstein

5.2.11. Baden-Württemberg, Brandenburg, Thüringen

6. Initiierung der Pflegekammer in Rheinland-Pfalz

6.1. Ausgangssituation der Pflege in Rheinland-Pfalz

6.2. Politische und verbandspolitische Positionierung

6.3. Agenda 2015

6.3.1. Der Weg zur Meinungsbildung

6.3.2. Novellierung des Heilberufsgesetzes

6.3.3. Struktur und Aufbau einer Pflegekammer

6.3.4. Finanzierung der Pflegekammer

6.3.5. Zeitplan in Rheinland-Pfalz

7. Rechtliche Beurteilung der Zulässigkeit einer Pflegekammer

7.1. Prof. Dr. Hans-Ullrich Gallwas (1994)

7.2. Dr. Markus Plantholz (1994)

7.3. Prof. Dr. Otfried Seewald (1997)

7.4. Prof. Dr. iur. Gerhard Igl (1998)

7.5. Prof. Dr. iur. Gerhard Igl (2008)

7.6. Prof. Dr. iur. Heinrich Hanika (2010)

7.7. Zusammenfassung und Beurteilung der Verfassungsmäßigkeit

8. Schlussbetrachtung

8.1. Zusammenfassung der Ergebnisse

8.2. Fazit

8.3. Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Bachelorarbeit untersucht die Notwendigkeit, Zweckmäßigkeit und rechtliche Zulässigkeit der Errichtung einer Pflegekammer am Beispiel des Bundeslandes Rheinland-Pfalz. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie eine solche Institution dazu beitragen kann, die professionellen Interessen der Pflegeberufe zu wahren, die Qualität der Versorgung sicherzustellen und die Fremdbestimmung in diesem Berufsfeld zu reduzieren.

  • Analyse des gesellschaftlichen Auftrags und der aktuellen Herausforderungen in der Pflege.
  • Untersuchung des Konzepts der funktionalen Selbstverwaltung durch Berufskammern.
  • Gegenüberstellung von Argumenten für und gegen die Einführung einer Pflegekammer.
  • Rechtliche Bewertung der Verfassungsmäßigkeit, insbesondere im Hinblick auf die Pflichtmitgliedschaft.
  • Darstellung des aktuellen politischen Standes der Pflegekammer-Initiativen in Deutschland mit Fokus auf Rheinland-Pfalz.

Auszug aus dem Buch

1.2.3. Fremdbestimmung statt Eigenbestimmung

Die im vorangegangenen Kapitel dargestellten Veränderungen sollen auch verdeutlichen, dass es zunehmend auf interprofessionell und interdisziplinär getragene Lösungsansätze ankommt. Der Pflege kommt in diesem Bereich eine wachsende Bedeutung zu. Ein gesetzlich legitimiertes Mitspracherecht wird den Pflegenden jedoch nicht eingeräumt. Menge, Inhalt und Qualität der Gesundheitsleistungen werden primär nach ökonomischen und medizinischen Kriterien bestimmt. Doch warum ist die größte Gruppe im Gesundheitswesen nicht in Entscheidungen eingebunden?

Barbara Schwochert, ehem. Geschäftsführerin des DBfK, hat schon Mitte der Neunziger festgestellt, „dass die fehlende formale Macht unserer Berufsgruppe dadurch sichtbar wird, dass Organisationen oder andere Berufsgruppen für die Pflegeberufe Entscheidungen treffen und Kontrollfunktionen ausüben, die originär in unserer Kompetenz liegen müssten.“

Der Jurist und Soziologe Hans Böhme spricht bereits 1990 von einer sich abzeichnenden „Schizophrenie der Krankenpflege“. Damit meint er, dass die Krankenpflege in den letzten Jahrzehnten zwar ein enormes Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen entwickelt hat, jedoch weiterhin lediglich Handlangerfunktionen ausübt. Er ist der Auffassung, dass eben dieses neu gewonnene Selbstverständnis und Selbstbewusstsein vor allem durch die Fremdbestimmung durch Arzt und Verwaltung erschüttert wird. Dass jedoch die Pflegekammer die geeignete Instanz sein könnte, um diese Situation zu verbessern, bezweifelt er.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den gesellschaftlichen Auftrag der Pflege, die bestehenden Problemstellungen sowie das Ziel der Arbeit, die Notwendigkeit und Rechtmäßigkeit einer Pflegekammer zu erörtern.

2. Organe der funktionalen Selbstverwaltung: Dieses Kapitel erläutert das Konzept der funktionalen Selbstverwaltung in Deutschland sowie die historische Entwicklung und die Grundsätze von Kammern.

3. Die Pflegekammer: Hier werden die Ziele und Aufgaben einer Pflegekammer konkretisiert und eine Abgrenzung zu anderen Interessenvertretungen wie Verbänden oder Gewerkschaften vorgenommen.

4. Zweckmäßigkeit einer Pflegekammer: Der Autor analysiert die Argumente für und gegen die Errichtung einer Pflegekammer und nimmt eine eigene Bewertung vor.

5. Stand in der Bundesrepublik Deutschland: Ein Überblick über die historischen Bestrebungen der Pflege und die aktuellen Entwicklungen der Pflegekammer-Initiativen in den verschiedenen Bundesländern.

6. Initiierung der Pflegekammer in Rheinland-Pfalz: Dieses Kapitel widmet sich detailliert der konkreten Ausgangssituation, der politischen Strategie (Agenda 2015) und der Planung zur Errichtung der Kammer in Rheinland-Pfalz.

7. Rechtliche Beurteilung der Zulässigkeit einer Pflegekammer: Der Verfasser bietet eine detaillierte Auswertung relevanter Rechtsgutachten zur verfassungsrechtlichen Zulässigkeit einer Pflegekammer.

8. Schlussbetrachtung: Zusammenfassung der wesentlichen Ergebnisse sowie ein Fazit zur Bedeutung der Pflegekammer für die Zukunft der professionellen Pflege in Deutschland.

Schlüsselwörter

Pflege, Selbstverwaltung, Pflegekammer, demografische Entwicklung, öffentlich-rechtliche Körperschaft, hoheitliche Befugnisse, Gesellschaft, Gesundheitswesen, Versorgung der Bevölkerung, Professionalisierung, Berufsordnung, Pflichtmitgliedschaft, Heilberufsgesetz, Interessenvertretung, Pflegequalität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Frage, ob die Errichtung einer Pflegekammer ein geeignetes und rechtmäßiges Instrument ist, um die aktuelle Situation der Pflege in Deutschland zu verbessern und die pflegerische Versorgung der Bevölkerung zu sichern.

Welche zentralen Themenfelder behandelt der Autor?

Die zentralen Themen umfassen die Professionalisierung der Pflege, die rechtlichen Rahmenbedingungen der Selbstverwaltung, die Abgrenzung von Pflegekammern zu Gewerkschaften und Verbänden sowie die verfassungsrechtliche Zulässigkeit von Kammern.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Notwendigkeit, Zweckmäßigkeit und verfassungsrechtliche Zulässigkeit einer Pflegekammer aufzuzeigen und dabei insbesondere die spezifische Situation und Planung in Rheinland-Pfalz zu analysieren.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Bachelorarbeit basiert auf der hermeneutischen Methode zur Auslegung und zum Verständnis der vorliegenden Literatur, Rechtsgutachten und rechtlichen Grundlagen.

Was steht im inhaltlichen Mittelpunkt der Arbeit?

Im Zentrum steht die Analyse des Kammerwesens, eine kritische Auseinandersetzung mit den Argumenten für und gegen die Verkammerung sowie eine detaillierte Fallstudie zum Initiierungsprozess einer Pflegekammer in Rheinland-Pfalz.

Welche Faktoren charakterisieren diese Arbeit besonders?

Die Arbeit zeichnet sich durch die Verknüpfung von juristischer Gutachtenanalyse mit dem konkreten politischen Initiierungsprozess (Agenda 2015) in Rheinland-Pfalz aus.

Warum reicht laut Verfasser eine Interessenvertretung durch Verbände nicht aus?

Der Verfasser argumentiert, dass Berufsverbände und Gewerkschaften aufgrund ihrer Struktur, begrenzten Machtbefugnisse und fehlenden hoheitlichen Befugnisse nicht in der Lage sind, eine flächendeckende, fachliche und gesellschaftlich legitimierte Kontrolle und Interessenvertretung im Sinne einer Körperschaft des öffentlichen Rechts zu leisten.

Welche Rolle spielen die "Vorbehaltsaufgaben" für die Argumentation?

Der Verfasser erläutert, dass die Festlegung von Vorbehaltsaufgaben zwar zur Professionalisierung beitragen kann, aber für die Errichtung einer Pflegekammer nicht zwingend eine verfassungsrechtliche Voraussetzung darstellt.

Wie bewertet der Autor die Pflichtmitgliedschaft in einer Pflegekammer?

Er bewertet sie als verfassungsrechtlich zulässiges Instrument, da sie legitime öffentliche Aufgaben verfolgt, geeignet und erforderlich ist und den Einzelnen nicht unverhältnismäßig in seinen Freiheitsrechten belastet.

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Details

Title
Pflegekammern in Rheinland-Pfalz. Versorgungssicherheit oder Illusion?
Subtitle
Eine Bewertung aus rechtlicher und politischer Sicht
College
University of Applied Sciences Ludwigshafen
Grade
1,3
Author
Daniel Böhm (Author)
Publication Year
2013
Pages
115
Catalog Number
V212247
ISBN (eBook)
9783656411468
ISBN (Book)
9783656411536
Language
German
Tags
pflegekammern beispiel rheinland-pfalz versorgungssicherheit illusion eine bewertung sicht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniel Böhm (Author), 2013, Pflegekammern in Rheinland-Pfalz. Versorgungssicherheit oder Illusion?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/212247
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