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Das morphematische Prinzip in der Geschichte der deutschen Sprache

Titel: Das morphematische Prinzip in der Geschichte der deutschen Sprache

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2012 , 16 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Johannes Mücke (Autor:in)

Germanistik - Linguistik

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

„Das morphematische Prinzip dient der graphischen Kennzeichnung der Identität eines Morphems ungeachtet phonologischer Abwandlungen durch Flexion und Wortbildung. Die graphische Konstanz oder graphische Ähnlichkeit (Umlautzeichen) dient der leichteren Sinnerfassung konstanter semantischer Einheiten beim Lesen“. Diese Definition des morphematischen Prinzips formuliert klar, was unter selbigem zu verstehen ist. Die Hauptaufgabe des morphematischen Prinzips ist folglich die morphemidentifizierende Funktion dieses Prinzips. Dies stellt eine immense Erleichterung für die Schreiberinnen und Schreiber dar, weil somit die korrekte Schreibung eines Wortes nicht aus der „Lautung zu ermitteln ist“, sondern im „Allgemeinen auf bereits gespeicherte […], graphische Erinnerungsbilder“ zurückgreift. Neben der morphemidentifizierenden Funktion kann auch eine morphemdifferenzierende Funktion festgestellt werden, mit der die Unterscheidung eines Morphems von homophonen Morphemen vollzogen wird. Beispiele für Homophonie sind Lerche - Lärche, Lied - Lid, Wahl - Wal und Miene - Mine. Diese graphischen Unterscheidungen entstanden entweder durch „Bewahrung historischer Schreibungen oder durch Festlegungen früherer Grammatiker“, insbesondere im 18. Jahrhundert. Es sei jedoch darauf hingewiesen, dass die morphemdifferenzierende Funktion in dieser Arbeit eher sekundär betrachtet wird, vielmehr soll die morphemidentifizierende Funktion im Vordergrund der Untersuchung stehen.
Im Folgenden soll nun untersucht werden, wie sich das morphematische Prinzip seit dem 16. Jahrhundert entwickelt hat. Es wird dabei insbesondere auf die morphematisch motivierte Schreibung der Umlaute a und au, auf die graphische Vernachlässigung der Auslautverhärtung sowie die Schreibung von doppelten Konsonantenbuchstaben in Silbenrandpositionen eingegangen. Ferner soll beleuchtet werden, inwiefern die Grammatiker des 16., 17. und 18. Jahrhunderts diese Entwicklungen unterstützten oder sogar behinderten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die morphematisch motivierte Schreibung der Umlaute a und au

2.1 Das 16. Jahrhundert

2.2 Das 17. Jahrhundert

2.3 Das 18. Jahrhundert

3. Die graphische Vernachlässigung der Auslautverhärtung

3.1 Das 16. Jahrhundert

3.2 Das 17. Jahrhundert

3.3 Das 18. Jahrhundert

4. Doppelter Konsonantenbuchstabe für die Silbenrandpositionen bei sollen, wollen, können

4.1 Das 16. Jahrhundert

4.2 Das 17. Jahrhundert

4.3 Das 18. Jahrhundert

5. Abschließende Betrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und Durchsetzung des morphematischen Prinzips in der deutschen Sprache vom 16. bis zum 18. Jahrhundert, wobei der Fokus auf der morphemidentifizierenden Funktion der Orthographie liegt.

  • Morphematisch motivierte Schreibung der Umlaute a und au
  • Graphische Vernachlässigung der Auslautverhärtung
  • Doppelschreibung von Konsonantenbuchstaben in Silbenrandpositionen
  • Einfluss der Grammatiker des 16., 17. und 18. Jahrhunderts
  • Bedeutung des Stammprinzips für die Lesbarkeit und Wortidentifikation

Auszug aus dem Buch

3. Die graphische Vernachlässigung der Auslautverhärtung

Die Auslautverhärtung ist ein Phänomen, das in der heutigen Orthographie keine Verwendung mehr findet; vielmehr kam es schon zu Beginn des 16. Jahrhunderts zu einem Rückzug selbiger. Die graphische Vernachlässigung der Auslautverhärtung hatte zur Folge, dass die Schreibungen sich nun am Stammmorphem des Lexems orientierten, um somit eine schnelles Erkennen und Zuordnen garantieren zu können. Folglich ist die Schreibung Hant inkorrekt, nach dem morphematischen Prinzip muss diese der heutigen, die Hand, ähneln (MUNSKE 2005: 57).

3.1 Das 16. Jahrhundert

Die Auslautverhärtung nimmt im Regelwerk des Jonannes Claius eine bedeutende Rolle ein; während er auf die morphematisch motivierte Schreibung der Umlaute von a und au verzichtet, wird jedoch die „graphische Kennzeichnung der auslautenden Plosivalternanzen morphemidentifizierend funktionalisiert“ (MOULIN 2004: 49). Claius gibt zu verstehen, dass die korrekte Schreibweise des Wortes Kalb mit dem Lenisbuchstaben zu erfolgen habe, sodass eine graphische Realisierung in Form von das Kalb zu verwenden sei, nicht das Kalp. Er begründet dies mit der Bildung des Plurals; demzufolge heißt es nach Claius die Kelber, nicht jedoch Kelper (MOULIN 2004: 49). Weiterhin macht er darauf aufmerksam, dass man auch bei der umgekehrten Verfahrensweise entsprechend vorzugehen habe. Diejenigen Wörter, die mit einem Fortisbuchstaben enden, sollen nach seinen Regeln keinesfalls mit dem äquivalenten Lenisbuchstaben enden. Als Beispiel nennt er das Schwert, das aufgrund des Plurals keineswegs als Schwerd realisiert werden dürfe. Die Kontrolle der korrekten Form müsse auch hier durch die Bildung des Plurals erfolgen (CLAIUS 1578: 9). Mit Hilfe dieser „analogistische Explikationsregel durch Bildung von grammatisch zusammenhängenden Formen“ ist es Claius gelungen, als erster Grammatiker eine „systematische Regelung der Auslautalternanzen im plosiven Bereich“ zu formulieren (MOULIN 2004: 50).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Definition des morphematischen Prinzips und Erläuterung der Zielsetzung der Arbeit, die morphemidentifizierende Funktion der Schreibung zu beleuchten.

2. Die morphematisch motivierte Schreibung der Umlaute a und au: Untersuchung der historischen Entwicklung der Umlautschreibung von der morphologischen Markierung bis hin zur Festigung im 18. Jahrhundert.

3. Die graphische Vernachlässigung der Auslautverhärtung: Analyse, wie Grammatiker die Orientierung am Stammmorphem nutzten, um Auslautalternanzen zu systematisieren.

4. Doppelter Konsonantenbuchstabe für die Silbenrandpositionen bei sollen, wollen, können: Diskussion der späten Entwicklung der Konsonantenverdopplung zur Bewahrung der Stammwortkonstanz.

5. Abschließende Betrachtung: Zusammenfassung der unterschiedlichen Entwicklungsverläufe der drei behandelten Phänomene und Fazit zur Rolle der Grammatiker für die heutige Norm.

Schlüsselwörter

Morphematisches Prinzip, Deutsche Orthographie, Frühneuhochdeutsch, Stammprinzip, Morphemidentifizierung, Umlautschreibung, Auslautverhärtung, Konsonantendoppelschreibung, Sprachgeschichte, Grammatikographie, Schottelius, Adelung, Flexion, Derivation, Lexemidentifikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung der deutschen Rechtschreibung unter besonderer Berücksichtigung des morphematischen Prinzips zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind die morphematisch motivierte Umlautschreibung, der Umgang mit der Auslautverhärtung und die Entwicklung der Doppelschreibung von Konsonanten.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das morphematische Prinzip die Lesbarkeit und Wortidentifikation im Deutschen über Jahrhunderte hinweg durch die Arbeit der Grammatiker geformt hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Der Autor nutzt eine historisch-deskriptive Methode, bei der er zeitgenössische Regelwerke der Grammatiker mit aktuellen linguistischen Forschungsergebnissen vergleicht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die drei genannten orthographischen Phänomene jeweils in den Epochen des 16., 17. und 18. Jahrhunderts chronologisch untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen das morphematische Prinzip, Stammkonstanz, Orthographiegeschichte und die morphemidentifizierende Funktion.

Welche Rolle spielt Justus Georg Schottelius bei der Entwicklung der Konsonantendoppelschreibung?

Schottelius war maßgeblich an der theoretischen Durchdringung der Konsonantenschreibung beteiligt und leistete mit seinem „Prinzip der Stammwortkonstanz“ einen wesentlichen Beitrag zur Normierung.

Wie unterschieden sich die Ansätze von Johann Kolross und Fabian Frangk bei der Umlautkennzeichnung?

Während Kolross nur Derivate berücksichtigte, weitete Frangk die Regeln auf die Flexion und Pluralmarkierung aus, was einen wichtigen Fortschritt für das morphematische Prinzip darstellte.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das morphematische Prinzip in der Geschichte der deutschen Sprache
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz  (Deutsches Institut)
Veranstaltung
Frühneuhochdeutsch
Note
1,3
Autor
Johannes Mücke (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
16
Katalognummer
V211901
ISBN (eBook)
9783656396765
ISBN (Buch)
9783656396956
Sprache
Deutsch
Schlagworte
prinzip geschichte sprache
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Johannes Mücke (Autor:in), 2012, Das morphematische Prinzip in der Geschichte der deutschen Sprache, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/211901
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Leseprobe aus  16  Seiten
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