Auf dem heutigen globalisierten Markt ist eine zeitnahe Reaktion auf sich ändernde Kundenbedürfnisse ein entscheidender Wettbewerbsfaktor und setzt eine
hohe Innovationsfähigkeit des Unternehmens voraus. Die dafür erforderliche
fachliche und technische Flexibilität kann durch den Einsatz von Geschäftsprozessmanagement (GPM) sowie serviceorientierten Architekturen (SOA) geschaffen werden. In der Literatur finden sich hierzu eine Vielzahl von unterschiedlichen Methoden zur Einführung von GPM und SOA, sodass Unternehmen vor der Aufgabe stehen, die für sie geeignete Form der Umsetzung zu finden.
Im Rahmen dieser Masterarbeit werden anhand eines Beispielunternehmens verschiedene Vorgehensweisen zur Geschäftsprozessmodellierung gegenübergestellt sowie mögliche Formen für ihre serviceorientierte Realisierung erarbeitet. Zielsetzung hierbei ist es, die Geschäftsprozessmodelle dahingehend zu untersuchen, inwiefern sie die Umsetzung einer serviceorientierten Architektur unterstützen.
Zu Beginn der Arbeit werden die Projektschritte sowie Projektstrukturen zur Vorbereitung der Einführung von GPM und SOA erörtert. Im Anschluss erfolgt eine Analyse der Stärken und Schwächen von verschiedenen Methoden zur Geschäftsprozessmodellierung.
Die einzelnen Geschäftsprozessmodelle bilden wiederum die Basis für die darauffolgende Betrachtung unterschiedlicher Arten der Serviceidentifikation. In diesem Zuge erfolgen ein Vergleich der einzelnen Serviceidentifizierungsarten anhand bestimmter Kriterien sowie eine Überprüfung ihrer Eignung für die entwickelten Geschäftsprozessmodelle.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Zielsetzung der Arbeit
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Grundlegende Begrifflichkeiten
2.1 Geschäftsprozess
2.2 Geschäftsprozessmanagement
2.3 Geschäftsprozessmodelle
2.4 Geschäftsprozessmanagementkreislauf
2.4.1 Strategisches Prozessmanagement
2.4.2 Prozessentwurf
2.4.3 Prozessimplementierung
2.4.4 Prozesscontrolling
2.4.5 Zusammenhänge zwischen den Phasen
2.5 Funktionsorganisation versus Prozessorganisation
2.6 Serviceorientierte Architektur
2.7 Services
2.7.1 Servicearten und Servicehierarchie
2.7.2 Serviceeigenschaften
2.7.2.1 Zentrale Merkmale
2.7.2.2 Unterstützende Eigenschaften
2.7.3 Zusammenhänge zwischen den Merkmalen
3 Darstellung des untersuchten Unternehmens
3.1 Unternehmenssituation
3.2 Unternehmensorganisation
3.2.1 Organisationsbereiche des Kerngeschäfts
3.2.2 Unterstützende Organisationsbereiche
3.2.3 Unternehmensorganigramm
4 Gestaltung des Projektes zur Einführung von Geschäftsprozessmanagement
4.1 Vorbereitung
4.2 Projektorganisation
4.2.1 Einfluss-Projektorganisation
4.2.2 Reine Projektorganisation
4.2.3 Matrix-Projektorganisation
4.2.4 Modifizierte Matrixorganisation für Geschäftsprozessmanagementprojekte
4.3 Rollen im Projekt
4.3.1 Aufbauorganisation
4.3.2 Zuständigkeiten beim Geschäftsprozessmanagement
4.3.2.1 Zuständige Personen für die gesamte Geschäftsprozesslandschaft
4.3.2.2 Einzelrollen innerhalb von Geschäftsprozessen
4.3.2.3 Gruppen und Gremien
4.3.3 Serviceverantwortlichkeiten
4.3.4 Beziehungen zwischen den Gremien und Rollen
4.4 Formulierung von Modellierungsgrundsätzen
4.4.1 Individuelle Grundsätze
4.4.2 Grundsätze ordnungsmäßiger Modellierung
4.4.3 Abhängigkeiten zwischen den Arten der Grundsatzformulierung
5 Analyse und Modellierung der Geschäftsprozesslandschaft
5.1 Bestimmung des Informationsbedarfs der Organisation
5.1.1 Domain-Level-Matrix
5.1.2 Metamodell
5.2 Bestimmung der Unternehmensabläufe
5.2.1 Existierende Dokumentationen
5.2.2 Workshops
5.2.3 Detaillierungsgrad der Analyseschritte
5.3 Modellierung der Geschäftsprozesslandschaft
5.3.1 Standardprozessmodell
5.3.1.1 Festlegung der Prozessklassen und Prozessgruppen
5.3.1.2 Festlegung der primären Geschäftsprozesse
5.3.1.3 Bestimmung der sekundären Geschäftsprozesse
5.3.1.4 Ermittlung der Bearbeitungsobjekte
5.3.1.5 Geschäftsprozesslandschaft der ersten Ebene
5.3.1.6 Bestimmung der Teilprozesse
5.3.1.7 Prozessvarianten
5.3.1.8 Prozessschritte
5.3.1.9 Weitere geschäftsspezifische Detaillierungen
5.3.2 Geschäftsserviceorientierte Modellierung
5.3.2.1 Geschäftsservices der ersten Ebene
5.3.2.2 Festlegung des Serviceausschnitts
5.3.2.3 Funktionale Verfeinerung des Serviceausschnitts
5.3.2.4 Elementare Geschäftsservices festlegen
5.3.2.5 Geschäftsobjekte bestimmen
5.3.3 Individuelle Geschäftsmodellentwicklung mittels vordefinierter Abstraktionsebenen
5.3.3.1 Unternehmensinstanz
5.3.3.2 Kernprozessinstanz
5.3.3.3 Hauptprozessinstanz
5.3.3.4 Unterprozessinstanz und Detailinstanz
5.3.4 Gegenüberstellung der Geschäftsprozessmodelle
6 Methoden zur Identifizierung von Services
6.1 Ableitung von Services aus ereignisgesteuerten Prozessketten
6.2 Serviceidentifizierung mittels spezieller Suchalgorithmen
6.3 Domänen und Komponenten als Basis einer serviceorientierten Architektur
6.3.1 Entwicklung von Domänen
6.3.2 Bestimmung der Anwendungsservice
6.3.3 Entwicklung von Komponenten der Anwendungslandschaft
6.3.4 Bewertung der Methode
6.4 Gegenüberstellung der Methoden zur Serviceidentifizierung
7 Fazit
Zielsetzung & Themen
Ziel der Arbeit ist es, die Eignung verschiedener Geschäftsprozessmodelle zur Unterstützung der Implementierung einer serviceorientierten Architektur (SOA) in einem Beispielunternehmen zu analysieren und zu bewerten.
- Grundlagen des Geschäftsprozessmanagements (GPM) und der SOA
- Projektorganisation zur Einführung von GPM-SOA-Landschaften
- Methoden zur Modellierung der Geschäftsprozesslandschaft
- Vergleich von Serviceidentifizierungsmethoden
- Praktische Anwendung anhand des Reiseunternehmens CKR
Auszug aus dem Buch
2.1 Geschäftsprozess
Die Begriffe Prozess und Geschäftsprozess werden in der Literatur oftmals gleichgesetzt oder synonym verwendet (Becker und Schütte 2004, S. 107). Wie schwierig diese Bezeichnungen zu unterscheiden sind, wird durch die nachfolgend aufgeführten Definitionen deutlich.
FELDBRÜGGE UND BRECHT-HADRASHEK sehen in einem Prozess „eine Kette von zusammenhängenden Aktivitäten, die gemeinsam einen Kundennutzen schaffen“ (2008, S. 15). Prozesse bestehen demzufolge aus mehreren Aktivitäten und tragen direkt zum Kundennutzen bei (Feldbrügge und Brecht-Hadrashek, S. 16).
Bei den Kunden wird zwischen internen und externen Kunden unterschieden. Externe Kunden sind die potentiellen Abnehmer und Anwender der erstellten Güter, während ein Prozess im Rahmen eines Geschäftsprozesses interner Kunde des vorherigen Teilprozesses ist (Feldbrügge und Brecht-Hadrashek, S. 17). Die internen Kunden-Lieferanten-Beziehungen werden jedoch oftmals vernachlässigt, da das Verständnis dafür fehlt, den Kollegen als Kunden der eigenen Leistung zu sehen (Feldbrügge und Brecht-Hadrashek, S. 18).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung der Problemstellung, Zielsetzung und des Aufbaus der Arbeit.
2 Grundlegende Begrifflichkeiten: Definition von GPM, SOA, Geschäftsprozessen und den Merkmalen von Services.
3 Darstellung des untersuchten Unternehmens: Vorstellung der CKR als Beispielunternehmen und ihrer organisatorischen sowie IT-technischen Situation.
4 Gestaltung des Projektes zur Einführung von Geschäftsprozessmanagement: Analyse von Projektorganisationsformen, Rollen und Modellierungsgrundsätzen für GPM-SOA-Projekte.
5 Analyse und Modellierung der Geschäftsprozesslandschaft: Methodik der Ist-Analyse, Modellierung von Prozessen und Vergleich dreier Prozessmodellierungsansätze.
6 Methoden zur Identifizierung von Services: Erörterung verschiedener Ansätze zur Identifizierung von Services aus Prozessmodellen und deren Bewertung.
7 Fazit: Zusammenfassende Schlussfolgerungen zur Wahl und Eignung von Modellen und Methoden.
Schlüsselwörter
Geschäftsprozessmanagement, Serviceorientierte Architektur, SOA, Geschäftsprozessmodellierung, Serviceidentifizierung, CKR, Prozessorganisation, Wertschöpfungskette, Modellierungsgrundsätze, IT-Anwendungslandschaft, Business Process Management, Prozessmodell
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit primär?
Die Arbeit untersucht das Zusammenspiel zwischen Geschäftsprozessmanagement und serviceorientierten Architekturen, um die Flexibilität von Unternehmen in einem dynamischen Markt zu erhöhen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit behandelt die Modellierung von Geschäftsprozessen, die Projektorganisation bei der Einführung von SOA sowie verschiedene Methoden zur Identifizierung von Services.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel besteht darin, die Eignung verschiedener Geschäftsprozessmodelle zur Unterstützung der Umsetzung einer SOA zu untersuchen und Kriterien für deren Auswahl und Anwendung abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine Literaturanalyse durchgeführt, ergänzt durch eine anwendungsorientierte Analyse am Beispiel des fiktiven Unternehmens "Christoph Kolumbus Reisen AG" (CKR).
Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen von GPM und SOA, die Darstellung von Projektstrukturen, die detaillierte Analyse der Prozessmodellierung sowie den Vergleich von Methoden zur Serviceidentifizierung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
GPM, SOA, Prozessmodellierung, Serviceidentifizierung, Organisationsformen und Wertschöpfung.
Welche Rolle spielt die "Christoph Kolumbus Reisen AG" in der Arbeit?
Die CKR dient als Beispielunternehmen, um die theoretischen Konzepte der Prozessmodellierung und Serviceidentifizierung in einem konkreten Kontext zu veranschaulichen.
Warum ist die Wahl der Projektorganisation für GPM-SOA-Projekte entscheidend?
Da GPM und SOA organisationsübergreifende Ansätze sind, ist eine Projektstruktur erforderlich, die sowohl fachliche Anforderungen als auch IT-Belange integriert, wie es beispielsweise eine modifizierte Matrixorganisation leistet.
Was ist das Ergebnis des Vergleichs der Serviceidentifizierungsmethoden?
Der Vergleich zeigt, dass die Wahl der Methode stark vom gewählten Geschäftsprozessmodell abhängt und dass jede Methode unterschiedliche Schwerpunkte bei der Servicequalität und der Dokumentation fachlicher Abläufe setzt.
- Quote paper
- Fabian Freitag (Author), 2011, Geschäftsprozessmodelle zur Unterstützung einer serviceorientierten Architektur, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/211583