Immer wieder fallen Kinder durch ein bestimmtes, oft negatives oder auffälliges, Verhalten in der KiTa auf. Die üblichen Hilfestellungen, die ihnen angeboten werden, damit sie sich in die Gruppe und den Alltag integrieren können, nutzen sie nicht als ihren Vorteil. Diese Kinder haben oft ein aggressives Verhalten, könnten aber auch unter AD(H)S leiden.
Durch ein solches Verhalten werden diese Kinder häufig sozial isoliert. Andere Kinder haben Angst oder fühlen sich im Spiel gestört und lehnen sie deshalb ab. Mehrere Untersuchungen ergaben, dass der Aufbau von Kontakten und das Gestalten von Beziehungen den Kindern schwer fällt, welche eine Entwicklungsstörung haben (Sarimski, Schaumburg 2010, S. 124). Befragungen von Eltern und ErzieherInnen ergaben, dass auch junge Kinder mit Behinderungen seltener Freundschaften schließen als Kinder ohne Behinderung (ebd. S. 125). Die Isolation ist ein Teufelskreislauf. Sie führt zu Stress, Einsamkeit und somit auch weniger Empathiefähigkeit, was es wiederum erschwert Freunde zu finden. Die Gefahr gemobbt zu werden erhöht sich ebenfalls dadurch.
Viele erzieherische Versuche sind bei einigen Kindern nicht ausreichend erfolgreich, sodass ein Gefühl der Machtlosigkeit entsteht. Wenn ein Kind häufig negativ auffällt, wird es mit diesem Verhalten interpretiert. Es wird dann zum Beispiel „Problemkind“ genannt. Verhalten die ErzieherInnen sich gegenüber diesem Kind deutlich frustriert, so hat das Kind keine Motivation mehr sich anzustrengen: „Die Erzieherin schimpft sowieso immer mit mir.“ Eine sich selbst erfüllende Prophezeiung bewirkt dasselbe.
In dieser Hausarbeit beschäftige ich mich mit aggressivem Verhalten in der KiTa und gehe auf mögliche Handlungsschritte im Umgang mit den Kindern, aber auch den Eltern ein. Allgemein kann besonders die Zusammenarbeit mit den Eltern kompliziert und herausfordernd sein, wie ich in einem Praktikum miterleben konnte, weshalb dieses Thema in einem eigenen Kapitel beschrieben wird.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Aggressives Verhalten
1.1 Analyse
1.2 Ursachen
1.3 Maßnahmen
2. Elternzusammenarbeit
3. Eigene Meinung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen und Erscheinungsformen von aggressivem Verhalten bei Kindern in Kindertagesstätten und entwickelt daraus Handlungsempfehlungen für den pädagogischen Alltag sowie die Zusammenarbeit mit Eltern.
- Analyse von aggressivem Verhalten bei Kindergartenkindern
- Identifikation biologischer, psychosozialer und situativer Ursachen
- Präventionsmöglichkeiten und Strategien zur Verhaltenssteuerung
- Herausforderungen und Gestaltung der Elternzusammenarbeit
- Einflussfaktoren durch Medienkonsum und gesellschaftliche Rahmenbedingungen
Auszug aus dem Buch
1.2 Ursachen
Was sind Aggressionen? Zuerst einmal besitzt jeder ein gewisses Aggressionspotential. Das Wort Aggression an sich ist sehr schwer zu definieren, da es sich auch in der Literatur nicht deutlich genug von anderen Auffälligkeiten abgrenzt (Essau, Conradt 2004). Der Begriff stammt aus dem lateinischen aggredere und bedeutet kriegerischer Angriff. Erst später wurde das Adjektiv dazu gebildet und wird gleichgesetzt mit angriffslustig oder auch herausfordnerd (Drosdowski u. a. 1963, S. 14). Unter Aggressionen werden heute unterschiedliche Verhaltensweisen zusammengefasst, die einem Organismus schädigen (Werbik 1971, S. 233). Kinder benutzen Aggressionen, um ihre Grenzen und ihren sozialen Handlungsspielraum auszutesten (Eibl-Eibesfeldt 2000, S. 212). Durch die verschiedenen Reaktionen merken sie schnell, was erlaubt ist und was nicht und passen sich meist an. Reift die Persönlichkeit des Kindes, so kann es seine Aggressionen auch besser kontrollieren. Die Kultur, in der sich das Kind befindet, legt fest, inwieweit Aggressionen erlaubt sind. Die körperliche Züchtigung wurde damals als bewährte Erziehungsmaßnahme anerkannt und ist heute, nicht in allen Ländern, aber auf jeden Fall in Deutschland, gesetzlich verboten (BGB § 1631 Abs. 2).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Problematik auffälligen Verhaltens in Kindertagesstätten und erläutert die negativen Folgen der sozialen Isolation für betroffene Kinder.
1. Aggressives Verhalten: Dieses Kapitel analysiert Erscheinungsformen aggressiven Verhaltens, beleuchtet wissenschaftliche Ursachenforschungen und stellt präventive Maßnahmen sowie Trainingsprogramme für Kinder vor.
2. Elternzusammenarbeit: Das Kapitel thematisiert die Bedeutung einer partnerschaftlichen Kooperation zwischen Erziehern und Eltern und gibt methodische Hinweise für schwierige Elterngespräche.
3. Eigene Meinung: Hier reflektiert die Autorin kritisch gesellschaftliche Rahmenbedingungen, wie den Leistungsdruck durch ständige Förderangebote und den Einfluss von Medienkonsum und Ernährung auf das kindliche Verhalten.
Schlüsselwörter
Aggressives Verhalten, Kindertagesstätte, Sozialverhalten, Gewaltprävention, Elternzusammenarbeit, Erziehung, Konfliktlösung, Reaktiv-aggressive Kinder, Instrumentell-aggressive Kinder, Stressfaktoren, Medienkonsum, Ernährung, Selbstwertgefühl, Verhaltensauffälligkeiten, Impulskontrolle
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Problematik von aggressivem Verhalten bei Kindern im Kindergartenalter und den daraus resultierenden Herausforderungen für das pädagogische Fachpersonal.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen sind die Analyse von Aggressionsursachen, pädagogische Maßnahmen zur Prävention, die Gestaltung der Zusammenarbeit mit Eltern sowie eine kritische Reflexion über äußere Einflussfaktoren.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für aggressives Verhalten zu entwickeln und konkrete Handlungsstrategien im Umgang mit betroffenen Kindern und deren Eltern aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die verschiedene psychologische und pädagogische Studien heranzieht, um theoretische Grundlagen mit praktischen Handlungsempfehlungen zu verknüpfen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die Analyse von Aggressionsformen, die biologischen und psychosozialen Ursachen, verschiedene Präventionsprogramme sowie die Professionalisierung der Elternkommunikation thematisiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Aggressives Verhalten, Gewaltprävention, Elternzusammenarbeit, Sozialverhalten und die Analyse von Einflussfaktoren wie Erziehung und Medien.
Wie unterscheiden sich reaktiv-aggressive und instrumentell-aggressive Kinder laut den Studien im Dokument?
Reaktiv-aggressive Kinder reagieren aufgrund von Ängstlichkeit und Impulsivität auf Stress, während instrumentell-aggressive Kinder Aggression bewusst einsetzen, um Ziele zu erreichen.
Welche Rolle spielt die Elternzusammenarbeit bei aggressiven Kindern?
Die Zusammenarbeit ist essenziell, da Eltern eine Vorbildfunktion haben und durch gezielte Trainingsprogramme lernen können, das Verhalten ihrer Kinder positiv zu beeinflussen und konsequenter zu erziehen.
Warum hinterfragt die Autorin moderne Förderangebote für Kleinkinder?
Die Autorin argumentiert, dass eine "Reizüberflutung" durch einen überfüllten Terminkalender und ständige Förderkurse bei Kleinkindern Stress erzeugt, der wiederum als auslösender Faktor für Aggressionen fungieren kann.
- Arbeit zitieren
- Nicole Eckelmann (Autor:in), 2013, Aggressives Verhalten in der Kindertagesstätte, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/211538