Ein Artikel in der Süddeutschen Zeitung hat im März 2010 die Frage gestellt, warum es jeder Bank möglich ist, Produkte des Finanzsektors ohne Prüfung auf dem Markt zu etablieren. Medikamente bedürfen einer langen Prüfung sowie Testphase, um sicher zu sein, dass der Nutzen größer ist, als die Nebenwirkungen. Finanzinstrumenten wird eine solche Prüfung nicht unterzogen. Daraus resultiert, dass gerade nach der Wirtschaftskrise viele Stimmen laut werden, die ein Verbot bzw. eine strengere Regulierung solcher Instrumente fordern, um deren negative Auswirkungen auf die Volkswirtschaft, die Wirtschaft und einzelne Staaten zu schmälern. Doch sind es wirklich Finanzinstrumente, wie Derivate, die global drartige Auswirkungen haben?
Um die Wirkung dieser Instrumente verstehen zu können und sich über ihre Auswirkung ein Urteil bilden zu können, muss erstmal verstanden werden, wie sie funktionieren.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Derivate
3. Termingeschäfte
3.1. Optionen
3.2. Futures
3.3. Forward Rate Agreement
4. Swaps
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die grundlegenden Arten von Derivaten sowie deren spezifische Einsatzmöglichkeiten im Finanzsektor. Ziel ist es, durch die Erläuterung der Funktionsweise dieser Finanzinstrumente ein Verständnis für deren Rolle in der Volkswirtschaft zu schaffen und kritisch zu hinterfragen, inwiefern die mediale Kritik an Derivaten berechtigt ist.
- Grundlagen und Definition von Derivaten als Finanzinstrumente
- Systematik der verschiedenen Arten von Termingeschäften
- Detaillierte Analyse von Optionen, Futures und Forward Rate Agreements
- Funktionsweise und Anwendungsbereiche von Swaps
- Kritische Bewertung von Chancen, Risiken und Regulierungsnotwendigkeiten
Auszug aus dem Buch
3.2. Futures
Futures beinhalten eine Verpflichtung zur Erfüllung des Vertrages im Erfüllungszeitpunkt. Hierbei handelt es sich jedoch um standardisierte Verträge, die an der Börse gehandelt werden. Die vertragliche Vereinbarung bezieht sich darauf, dass eine bestimmte Menge zu einem im Voraus festgelegten Preis an einem späteren standardisierten Fälligkeitstag zu liefern bzw. abzunehmen ist.
In der Regel wird eine physische Lieferung des Vertragsgegenstandes nicht gewünscht, sondern stattdessen ist es das Ziel der Akteure, eine Differenz zwischen dem Futurekurs der Positionseröffnung und dem späteren Zeitpunkt zu beziehen. Die Glattstellung bewirkt, der Verpflichtung zur Erfüllung des Geschäftes zu entgehen. Dies erfolgt über den rechtzeitigen Eingang der Gegenposition, d.h. die Kongruenz zwischen der Anzahl der ge- und verkauften Futures und die Identität der Kontrakte sind zu beachten. Die Anzahl der offenen Positionen wird durch das Open Interest gemessen, dass eine hohe Marktliquidität suggeriert und zum Ende der Laufzeit abnimmt, um der physischen Lieferung und Andienung zu entgehen. Die Auftragsarten werden unterschieden in preislich unlimitierte und limitierte Aufträge sowie kombinierte und Stop- Aufträge.
Der Fair Value beschreibt den Preis des Futures, welcher sich nicht eigendynamische entwickelt, sondern von dem Basistitel bzw. äquivalenten Kassatitel abhängt.
Zur Anwendung von Futures kommt es beim Hedging, wobei die Absicherung einer Position gegen unerwünschte Marktentwicklungen durch ein Eingehen einer adäquaten Gegenposition verstanden wird. Des Weiteren werden mittels Futures Arbitragefunktionen ausgenutzt, die versuchen, risikolose Gewinne durch die Ausnutzung von Preisunterschieden zwischen Kassa- und Terminmarkt zu bewirken.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle mediale Debatte über Finanzinstrumente nach der Wirtschaftskrise und definiert den Fokus der Arbeit auf die Funktionsweise und Arten von Derivaten.
2. Derivate: Dieses Kapitel definiert Derivate als Finanzinstrumente, deren Wert von der Entwicklung eines Basiswertes abhängt und skizziert ihre wesentlichen Merkmale.
3. Termingeschäfte: Hier werden die Ursprünge und Formen der Termingeschäfte erläutert, wobei eine klare Abgrenzung zwischen Kassageschäften und verschiedenen Terminmarkt-Instrumenten erfolgt.
3.1. Optionen: Dieses Kapitel beschreibt Optionen als Wahlrechte zum Kauf oder Verkauf von Basiswerten und erläutert die Rollen von Käufer und Stillhalter sowie die Einflussfaktoren auf den Optionspreis.
3.2. Futures: Der Fokus liegt hier auf den verpflichtenden, standardisierten Kontrakten, deren Einsatz zur Absicherung (Hedging) oder zur Spekulation.
3.3. Forward Rate Agreement: Dieser Abschnitt thematisiert individuelle, nicht börsengehandelte Verträge zur Zinsabsicherung zwischen zwei Vertragsparteien.
4. Swaps: Dieses Kapitel erläutert den Tausch von Zinsverpflichtungen oder Währungsströmen als Instrument des Risikomanagements und der Optimierung von Finanzierungskonditionen.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Risiken wie Intransparenz und Hebeleffekte zusammen und diskutiert die Notwendigkeit sowie die Grenzen staatlicher Regulierung.
Schlüsselwörter
Derivate, Termingeschäfte, Optionen, Futures, Forward Rate Agreement, Swaps, Hedging, Spekulation, Leverage Effekt, Finanzinstrumente, Basiswert, Risikomanagement, Börse, Zinsänderungsrisiko, Finanzmarktregulierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das komplexe Themenfeld der Derivate im Bankwesen und untersucht deren Arten, Funktionsweisen sowie Einsatzmöglichkeiten für Investoren und Unternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Systematik von Termingeschäften, insbesondere Optionen, Futures, Forward Rate Agreements sowie Swaps und deren Bedeutung für das Risikomanagement.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, ein fachliches Verständnis für Derivate zu schaffen, um die mediale Kritik an diesen Instrumenten fundiert einordnen und bewerten zu können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine deskriptive Analyse und Literaturrecherche, um die theoretischen Grundlagen der verschiedenen Derivat-Instrumente systematisch aufzuarbeiten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Derivaten und die detaillierte Vorstellung spezifischer Instrumente wie Optionen, Futures, Forward Rate Agreements und Swaps.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Derivate, Hedging, Leverage Effekt, Termingeschäfte, Risikomanagement und Finanzmarktstabilität.
Was unterscheidet Optionen von Futures in der Anwendung?
Während Optionen dem Inhaber ein Wahlrecht einräumen, begründen Futures eine verpflichtende Erfüllung des Kontrakts zu einem festgelegten zukünftigen Zeitpunkt.
Warum wird im Fazit vor einer Überregulierung gewarnt?
Die Autorin argumentiert, dass der Staat zwar den Missbrauch durch Spekulanten verhindern muss, aber ein zu starkes Eingreifen das notwendige Gleichgewicht der Wirtschaft gefährden könnte.
- Arbeit zitieren
- Melanie Rüthenbudde (Autor:in), 2011, Arten und Einsatzmöglichkeiten von Derivaten, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/211392