Die Ottonen – ein mächtiges Geschlecht, die sehr oft als die Begründerdynastie eines deutschen Imperiums gelten. Doch ist diese Betitelung gerne ein übertriebener Pathos, denn von einem deutschen Reich kann da noch nicht gesprochen werden. Jedoch liegt der Grundstein für Grundstein für die Entstehung eines mächtigen Reiches auf deutschen Boden definitiv bei den Ottonen begründet.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. VORGESCHICHTE
3. DER ZWEITE ITALIENZUG
4. DIE NEUE DEVISE: „RENOVATIO IMPERII ROMANORUM“
5. DER HISTORIKERSTREIT
6. FAZIT
7. QUELLENVERZEICHNIS
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Herrschaft von Kaiser Otto III. mit einem besonderen Fokus auf seinen zweiten Italienzug (997–998) und die damit verbundene Devise „Renovatio imperii Romanorum“, um deren politische Tragweite vor dem Hintergrund historischer Kontroversen neu zu bewerten.
- Lebensgeschichte und politische Voraussetzungen unter Otto III.
- Ablauf und Auswirkungen des zweiten Italienzuges
- Analyse des „Renovatio“-Konzepts und der kaiserlichen Selbstdarstellung
- Diskussion unterschiedlicher historischer Forschungsmeinungen
Auszug aus dem Buch
Die neue Devise: „Renovatio imperii Romanorum“
Eine große Bedeutung hat eine Urkunde, die Otto III. am 28. April 998 für das Kloster Einsiedeln aufsetzte. In der Datierungszeile wurde explizit auf die Hinrichtung von Crescentius I. Nomentanus verwiesen. Die Besonderheit dieser Urkunde ist jedoch die Bleibulle, die der Urkunde mit beigefügt wurde. Bullen sind Siegel aus Metall, die Urkunden beglaubigen sollen. Bleisiegel wurden dabei meisten von Herrschern aus dem Mittelmeerraum verwendet. Otto III. verwendete diese Art von Bullen auf seine Urkunde für das Kloster Einsiedeln in den westlichen Alpen. Auf dieser Bulle ließ Otto III. die Devise „Renovatio imperii Romanorum“ prägen. Diese Devise sorgte für viele Diskussionen, auf denen im weiteren Verlauf der Hausarbeit eingegangen wird.
Die Vorderseite der Bleibulle zeigt die Darstellung eines jungen Mannes mit gelocktem Haar und mit einer Toga gekleidet. Der Stil dieser Darstellung ist römisch geprägt. Das Bild wird von der Inschrift „OTTO IMPERATOR AUGUSTUS“ umgeben. Auf der Rückseite ist ebenfalls eine Person abgebildet. Diese Person trägt einen Speer und ein Schild und ist ebenfalls im römischen Stil abgebildet. Die Haare scheinen lang und als Zopf im Nacken getragen zu werden. Auch trägt die abgebildete Person ein Gewand, welches einer Toga ähnelt. Es ist nicht klar erkennbar, ob es sich bei der Darstellung um Otto III. oder möglicherweise um eine römische Göttin handelt. Auch hier befindet sich eine Inschrift mit dem genauen Wortlaut „RENOVATIO IMPERII ROMANORUM“.
Zusammenfassung der Kapitel
EINLEITUNG: Es wird der Grundstein der ottonischen Dynastie und die historische Ausgangslage des 10. Jahrhunderts skizziert, um die Bedeutung der kurzen Herrschaft Ottos III. einzuführen.
VORGESCHICHTE: Das Kapitel beleuchtet die konfliktreiche Beziehung zwischen Otto III., dem römischen Papsttum und dem stadtrömischen Adel unter Crescentius I. Nomentanus.
DER ZWEITE ITALIENZUG: Hier werden die Ereignisse zwischen 997 und 998, insbesondere die Niederschlagung des Aufstandes und das Schicksal des Gegenpapstes Johannes XVI., detailliert beschrieben.
DIE NEUE DEVISE: „RENOVATIO IMPERII ROMANORUM“: Dieses Kapitel analysiert die Bedeutung der kaiserlichen Bleibulle und definiert das Konzept des römischen Erneuerungsgedankens.
DER HISTORIKERSTREIT: Es werden die gegensätzlichen wissenschaftlichen Positionen, etwa von Percy Ernst Schramm und Knut Görich, bezüglich der politischen Zielsetzung Ottos III. gegenübergestellt.
FAZIT: Eine abschließende Einordnung der Persönlichkeit und Politik Ottos III. unter Berücksichtigung zeitgenössischer und moderner historiographischer Bewertungen.
Schlüsselwörter
Otto III., Ottonen, Renovatio imperii Romanorum, Italienzug, Crescentius I. Nomentanus, Papsttum, Mittelalter, Römischer Erneuerungsgedanke, Historikerstreit, Heiliges Römisches Reich, Bleibulle, Geschichtswissenschaft, Politische Konzepte, Machtanspruch.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Regierungszeit von Kaiser Otto III. unter besonderer Berücksichtigung seiner Italienpolitik und des damit verbundenen symbolischen Herrschaftsprogramms.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Themen sind das Papsttum im 10. Jahrhundert, die Auseinandersetzungen mit dem römischen Adel, die kaiserliche Selbstdarstellung durch Symbole sowie die wissenschaftliche Debatte darüber.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Vorgänge um den zweiten Italienzug darzustellen und die „Renovatio“-Devise als politisches Programm innerhalb des historischen Kontexts kritisch zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Analyse von Urkunden und zeitgenössischen Quellen sowie den kritischen Vergleich unterschiedlicher historiographischer Interpretationen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die politische Vorgeschichte in Italien, den Verlauf des Italienzuges 997/998, die Untersuchung der Bleibulle und die Auseinandersetzung mit dem Historikerstreit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Otto III., Renovatio imperii Romanorum, Italienzug, Papsttum und der römische Erneuerungsgedanke.
Wie bewerten zeitgenössische Quellen wie die Quedlinburger Annalen den Kaiser?
Die Annalen betrachten sein Handeln eher subjektiv und tendenziell positiv, was unter anderem auf die Verwandtschaft der Chronistinnen mit dem Kaiser zurückgeführt werden kann.
Was unterscheidet die Sicht von Thietmar von Merseburg auf Otto III. von anderen Quellen?
Thietmar von Merseburg äußert sich kritisch über den Kaiser, was durch dessen Eingriffe in kirchliche Strukturen, wie die Aufhebung des Bistums Merseburg, beeinflusst wurde.
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- Christin Pinnecke (Author), 2012, Der zweite Italienzug Ottos III.: Der „römische Erneuerungsgedanke“, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/211380