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Auswirkungen der Reformation auf die Beerdigungspraxis im christlichen Europa des 16. Jahrhunderts

Title: Auswirkungen der Reformation auf die Beerdigungspraxis im christlichen Europa des 16. Jahrhunderts

Term Paper (Advanced seminar) , 2010 , 25 Pages , Grade: 1.7

Autor:in: Michael Kulüke (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age

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Summary Excerpt Details

Man kann ohne große Probleme die Reformation als eine der wichtigsten Entwicklungen des ausgehenden Mittelalters und der frühen Neuzeit betrachten. Die Veränderungen die sie hervorrief dürften keinen Bereich im spirituellen und weltlichen Leben des christlichen Europas ausgelassen haben. Die historizistische Fachliteratur scheint auf den ersten Blick einig zu sein, was die Bewertung der Reformation in den verschiedenen Aspekten des historischen Geschehens angeht. Bei genauerem Hinsehen allerdings offenbaren sich Fragen, die es im Detail zu klären gilt.
Wenn Barbara Happe schreibt
"Die Reformatoren brachen mit dem Dogma von einer wirksamen Handlung für den Tten und so mit jeglicher Form der Fürbitte. Nach protestantischem Verständnis endet mit der Stunde des Todes jeder seelsorgerische Dienst am Nächsten. Hierdurch verliert der wichtigste theologische Grund für den Zusammenhang von Kirche und Begräbnisplatz seine Gültigkeit, und es entstehen die Vorraussetzungen für eine Neubestimmung des Begräbnisortes.
Die bibliographische Nachsuche ergab, daß dem Einfluß der Reformation auf die Entwicklung der Friedhöfe in der Forschung bisher nicht genügend Aufmerksamkeit entgegengebracht wurde."1
so scheint sie ein Problem zu benennen, das von der bisherigen Auffassung von den Auswirkungen der Reformation ausgehend garnicht existieren dürfte. Allerdings wird bei genauerer Recherche klar, dass über die Auswirkungen der Reformation gerade im christlichen Begräbniswesen kein Konsens herrscht. Die größte Veränderung wird dem 18. Jahrhundert und der Aufklärung zugeschrieben, über die Rolle der Reformation herrscht große Uneinigkeit: von den einen als Wegbereiter betrachtet, wird sie von anderen als Randerscheinung oder simpler Steigbügelhalter für die Veränderungen der folgenden Zeit betrachtet, und wiederum andere sehen die Reformation als klare Konsequenz einer veränderten Verhältnis zu den Toten.
Diese Arbeit wird sich zuerst mit der Geschichte des europäischen Begräbniswesens bis zur Reformation beschäftigen. Danach werde ich die Ansichten der Reformatoren erläutern, mit Berücksichtigung nicht-theologischer Tendenzen zu der Zeit, die zu einer veränderten Wahrnehmung des Begräbniswesens geführt haben. Abschließend werde ich die verschiedenen Standpunkte in der Fachliteratur darlegen und mit Referenz zu ausgewählten Kirchenordnungen als Quellen der betreffenden Zeit bewerten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Die Geschichte des christlichen Begräbniswesens in Europa

2.1. Die vorchristliche Zeit

2.2. Die christliche Zeit bis in das Spätmittelalter

2.3. Die Zeit der Reformation

2.3.1. Neue alte Grundlagen

2.3.2. Der hygienische Aspekt

2.3.3. Ohne Fegefeuer, mit sanitären und ästhetischen Bedenken

3. Tatsächliche Auswirkungen

3.1. Standpunkte in der Fachliteratur

3.2. Die Kirchenordnungen

4. Schlussfolgerung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den Einfluss der Reformation auf die Begräbnispraxis im Europa des 16. Jahrhunderts, um zu klären, ob theologische Neuausrichtungen tatsächlich direkt zu einer Verlagerung von Friedhöfen aus den städtischen Zentren führten oder ob andere Faktoren wie Hygiene oder administrative Entscheidungen eine größere Rolle spielten.

  • Historische Entwicklung der Bestattungskultur von der Antike bis zum 16. Jahrhundert.
  • Analyse der reformatorischen Theologie in Bezug auf Jenseitsvorstellungen und Totenkult.
  • Untersuchung von Hygienebedenken und städtischen Platzproblemen als Triebfeder für Friedhofsverlegungen.
  • Kritische Auseinandersetzung mit der gängigen Fachliteratur zur Rolle der Reformation.
  • Auswertung zeitgenössischer Kirchenordnungen als Primärquellen.

Auszug aus dem Buch

2.3.1. Neue alte Grundlagen

"Zwölftens glaube ich, dass die Erfindung des Fegefeuers ebenso sehr, wie sie ihren Erfindern Gewinn brachte, etwas ist, das die in Christus frei geschenkte Erlösung verachtet. Denn wenn es notwendig ist, mit Marter und Qualen zu tilgen, was wir durch unsere Vergehen verdient haben, wäre Christus vergeblich gestorben [...], und die Gnade würde entleert [...]. Konnte im Christentum etwas abscheulicheres ausgedacht werden als das?"

Was Ulrich Zwingli so drastisch auszudrücken verstand ist für diese Arbeit in dem Maße wichtig, dass es ein Umdenken in der christlichen Selbstwahrnehmung markiert: war die Definition der jenseitigen Geographie bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts nicht allein Aufgabe des von der römischen Kurie geleiteten Kanons, machten sich nun vermehrt Stimmen bemerkbar die diese jahrhundertealten Denkweisen unter Berufung auf die Bibel kritisierten und massiv in Frage stellten. So schrieb Martin Luther 1537 in den schmalkaldischen Artikeln:

"Erstens das Fegefeuer. Da hat man mit Seelenmessen, Vigilien, dem siebten, dem dreißigsten und jährlichem Begängnis, zuletzt mit der Gemeindewoche und dem Allerseelentag und Seelenbad ins Fegefeuer gehandelt, daß die Messe schier allein für die Toten gebraucht ist, so doch Christus das Sakrament allein für die Lebendigen gestiftet hat. Darum ist das Fegefeuer mit all seinem Gepränge, Gottesdienst und Gewerbe für lauter Teufelsgespinst zu achten. Denn es ist auch gegen den Hauptartikel, daß allein Christus und nicht Menschenwerk den Seelen helfen soll, während uns sonst nichts von den Toten befohlen oder geboten ist."

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Die Einleitung stellt die Forschungsfrage und beleuchtet die Uneinigkeit in der Literatur über die tatsächliche Rolle der Reformation bei der Veränderung der Bestattungskultur.

2. Die Geschichte des christlichen Begräbniswesens in Europa: Dieses Kapitel zeichnet die Entwicklung von antiken Trennungen der Bestattungsorte bis hin zur christlichen Integration von Friedhöfen in den Lebensraum der Menschen nach.

3. Tatsächliche Auswirkungen: Hier werden unterschiedliche wissenschaftliche Positionen diskutiert und anhand von Original-Kirchenordnungen auf ihre historische Belastbarkeit geprüft.

4. Schlussfolgerung: Die Schlussbetrachtung kommt zu dem Ergebnis, dass die Reformation zwar theologische Grundlagen änderte, aber keine unmittelbare, flächendeckende Veränderung der Begräbnisörtlichkeiten erzwang.

Schlüsselwörter

Reformation, Begräbnispraxis, Friedhof, Kirchhof, Kirchengeschichte, Bestattungskultur, 16. Jahrhundert, Martin Luther, Ulrich Zwingli, Fegefeuer, Seelenheil, Kirchenordnungen, Hygiene, Stadtgeschichte, Sepulkralkultur

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, welchen Einfluss die Reformation auf die Art und Weise der Bestattung und die Verortung von Friedhöfen in der frühen Neuzeit hatte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Entwicklung des christlichen Begräbniswesens, die Rolle der reformatorischen Theologie im Totenkult und die hygienischen sowie stadtplanerischen Herausforderungen des 16. Jahrhunderts.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu hinterfragen, ob die oft behauptete direkte Kausalität zwischen Reformation und der Verlegung von Friedhöfen vor die Stadttore tatsächlich durch historische Quellen belegbar ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit kombiniert eine Literaturanalyse des Forschungsstandes mit der direkten Auswertung von zeitgenössischen Kirchenordnungen als Primärquellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung, eine Analyse der reformatorischen Lehren zum Jenseits sowie eine kritische Prüfung der Thesen in der Fachliteratur und den entsprechenden Kirchenordnungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Reformation, Bestattungskultur, Friedhofsverlegung, Kirchenordnungen, christliches Begräbniswesen und das Verhältnis von Leben und Tod in der frühen Neuzeit.

Warum spielt das Fegefeuer eine so wichtige Rolle in der Argumentation der Reformatoren?

Die Ablehnung des Fegefeuers durch Reformatoren wie Luther und Zwingli entzog den bisherigen Totenmessen und dem damit verbundenen religiösen Geschäft die theologische Grundlage, was das gesamte bisherige Bestattungsverständnis erschütterte.

Warum lassen sich die Thesen zur Friedhofsverlegung in den Kirchenordnungen oft nicht bestätigen?

Die Untersuchung der Kirchenordnungen zeigt, dass diese sich primär auf Liturgie und seelsorgerische Aspekte konzentrierten, während konkrete Anweisungen zur Verlegung der Grabstätten vor die Tore der Stadt in den Quellen des 16. Jahrhunderts kaum zu finden sind.

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Details

Title
Auswirkungen der Reformation auf die Beerdigungspraxis im christlichen Europa des 16. Jahrhunderts
College
University of Cologne  (Historisches Seminar - Mittlere und Neuere Geschichte)
Course
Der Tod im Ancien Regime
Grade
1.7
Author
Michael Kulüke (Author)
Publication Year
2010
Pages
25
Catalog Number
V211317
ISBN (eBook)
9783656390756
ISBN (Book)
9783656391661
Language
German
Tags
Ancien Regime Reformation Bestattungspraxis
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Kulüke (Author), 2010, Auswirkungen der Reformation auf die Beerdigungspraxis im christlichen Europa des 16. Jahrhunderts, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/211317
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