In meiner Bachelorarbeit beziehe ich mich darauf, wie genau die Bautätigkeit von Marcus Ulpius Traianus (*18.09.53 n. Chr., † 08.08.117 n. Chr.), bekannt als Kaiser Trajan (98-117 n. Chr.) auf seinen Münzen dargestellt wurde.
Hierbei stellt sich zunächst die Frage, was es bedeutet, dass Architekturen auf Münzen abgebildet wurden und welches Konzept man daraus ablesen kann. Dabei gehe ich genauer darauf ein, wie sich dies bei Kaiser Trajan zeigte. Auf welche Weise stellte er sich bei seinen Untergebenen im Römischen Reich mithilfe der Münzprägung selbst dar? Daneben werden ebenfalls die Gründe und Absichten für diese von Kaiser Trajan verfolgte Art der Selbstdarstellung, Bauten auf seine Münzen prägen zu lassen, genauer untersucht. In einem kurzen abschließenden Teil sollen die Münzabbildungen des Kaisers Trajan, die sich auf seine Bautätigkeit beziehen, mit denen von Kaiser Hadrian verglichen werden.
Meine Arbeit basiert dabei auf dem Teil der Antiken Numismatik, der sich neben der Münzkunde und -geschichte mit der Methodik der Materialanalyse und deren Auswertung beschäftigt. Die Münzen als staatliches Metallgeld der Antike, mit den Funktionen als Zahlungs-, aber auch als Nachrichten- und Massenkommunikationsmittel, bieten sich aus nachfolgend dargestellten Gründen als Primärquellen an. Bedeutend ist ihre absolute Authentizität, da sie als offizielles, rechtsgültiges Dokument galten, ihre Originalität, welche bestätigt, dass die Münzen keinerlei Überlieferungsfehler enthalten, die Unvergänglichkeit des Stoffes und die Vielzahl der Exemplare. Somit ist es möglich, wegen der geringen Zahl schriftlicher Quellen, aus den bildlichen Münzmotiven geschichtliche Erkenntnisse zu gewinnen.
Grundlegend ist dafür zum einen die Prosopographie, die als geschichtliche Hilfswissenschaft Einblicke in die Werdegänge einiger Personenkreise bietet, zum anderen die Ikonographie, die sich mit der wissenschaftlichen Beschreibung und Erklärung von Bildinhalten befasst.
Besonders die Darstellungen auf den Münzen des Kaisers Trajan und die beigefügten Legenden spielen bei der Verbreitung von bestimmten Botschaften eine besondere Rolle, da antike Münzen als eine der wichtigsten Quellen „zur Erschließung von chronologischen, personengeschichtlichen, kultur- und wirtschaftsgeschichtlichen Tatbeständen“ gelten.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 KAISER TRAJAN
2.1 Die Baupolitik des Kaisers Trajan
2.2 Die Münzprägung des Kaisers Trajan
3 DIE DARSTELLUNG DER TRAJANISCHEN BAUTÄTIGKEIT AUF REICHSRÖMISCHEN MÜNZEN
3.1 Das Forum Traiani
3.1.1 Der Arcus am Eingang zum Forum Traiani
3.1.2 Der Equus Traianus
3.1.3 Die Basilica Ulpia
3.1.4 Die Columna Traiani
3.2 Die Erweiterung des Circus Maximus
3.3 Sakralbauten
3.3.1 Der Tempel des Iupiter Victor
3.3.2 Der Tempel des Divus Pater Traianus
3.3.3 Der Tempel der Venus Genetrix
3.3.4 Der Tempel der Vesta
3.3.5 Der Tempel des Iupiter Feretrius
3.3.6 Der Tempel für Honos
3.3.7 Die Basilica Aemilia
3.4 Wasserversorgung – Die Aqua Traiana
3.5 Straßenbau – Die Via Traiana
3.6 Der Arcus Triumphalis
3.7 Der Portus Traiani in Ostia
3.8 Brückenbauten: Pons Sublicus
4 VERGLEICHENDE NUMISMATISCHE STUDIEN ZUR DARSTELLUNG DER BAUTÄTIGKEIT KAISER HADRIANS
5 SCHLUSSGEDANKEN
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Kaiser Trajan seine umfangreiche Bautätigkeit als Medium zur politischen Selbstdarstellung und Herrschaftslegitimation auf reichsrömischen Münzen nutzte, um seine Erfolge und sein Fürsorgebild im gesamten Römischen Reich zu propagieren.
- Analyse der Baupolitik des Kaisers Trajan und deren Transformation in numismatische Motive.
- Untersuchung der Funktion von Münzen als Massenkommunikationsmittel der Antike.
- Detaillierte Interpretation der Darstellung von Foren, Sakralbauten und Infrastrukturprojekten.
- Vergleich der trajanischen Selbstdarstellung mit der nachfolgenden Herrschaft des Kaisers Hadrian.
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Der Arcus am Eingang zum Forum Traiani
Der Zutritt zum Trajansforum führte vom Augustusforum durch das pompöse Eingangsportal hinein. Der auf Senatsbeschluss, für den Kaiser 116 erbaute Triumphbogen repräsentierte vor allem die militärischen Glanztaten des Kaisers.
Dennoch zeigt das Münzbild die Fassade des Trajansforum, die als ein riesiges Portal an einen Triumphbogen erinnert. Es zeigt in der Mitte einen „breiten Haupteingang, der anscheinend an beiden Seiten von kleineren Toren oder Nischen flankiert wurde“. Das sechssäulige, einem Triumphbogen ähnliche Bauwerk erhebt sich von zwei Stufen.
Die Nische in der Mitte enthält eine Türöffnung und in den beiden Nischen links und rechts vom Mitteltor befinden sich kleine Sockel, die man als Schreine deuten könnte, auf denen Gestalten stehen. In den fünf Giebelnischen befindet sich jeweils über den Figuren ein rundes Schild. Auf der Attika steht in der Mitte der Kaiser, bekränzt von einer Viktoria in einer Quadriga, welches links und rechts von je zwei stehenden Gestalten und einem Siegeszeichen umrahmt wird. Dabei war auf den Münzbildern als Krönung auf der Attika seltener eine Quadriga zu finden, als ein Sechsgespann.
Es ist zu erkennen, dass selbst auf den kleinen Darstellungen auf diesem historischen Nachrichtenmedium Siegeszeichen dargestellt waren, die an die militärischen Erfolge des Kaisers erinnern sollten. Mit den in den Giebelnischen dargestellten Feldzeichen sollten die Feldherren des Kaisers in den Dakerkriegen geehrt werden und die stehenden Gestalten in den Nischen könnten vermutlich gefesselte Daker sein.
So wurden die Münzen mit dem Münzbild des Arcus am Eingang des Forums mit der Legende FORVM TRAIAN(i) im Abschnitt, auf reichsrömischen Goldmünzen in den Jahren 112-114 und 117 und auf Bronzemünzen aus dem 5. Konsulat des Kaisers Trajan (103-111) geprägt und ausgegeben.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Einführung in die Fragestellung, wie Kaiser Trajan seine Bautätigkeit auf Münzen zur Selbstdarstellung nutzte, sowie Erläuterung der numismatischen Methodik.
2 KAISER TRAJAN: Beleuchtung der historischen Person Trajans, seiner Baupolitik und der allgemeinen Münzprägung als Propagandainstrument.
3 DIE DARSTELLUNG DER TRAJANISCHEN BAUTÄTIGKEIT AUF REICHSRÖMISCHEN MÜNZEN: Hauptteil der Arbeit, der detailliert die verschiedenen Bauwerke – von Foren über Sakralbauten bis hin zur Infrastruktur – auf Münzbildern interpretiert.
4 VERGLEICHENDE NUMISMATISCHE STUDIEN ZUR DARSTELLUNG DER BAUTÄTIGKEIT KAISER HADRIANS: Analyse der Kontinuität und Unterschiede in der bildlichen Herrschaftsdarstellung unter Trajans Nachfolger.
5 SCHLUSSGEDANKEN: Resümee über die Wirksamkeit der Münzbilder als Mittel der Herrschaftslegitimation und als Spiegelbild der trajanischen Regierungszeit.
Schlüsselwörter
Kaiser Trajan, Römische Münzen, Numismatik, Herrschaftslegitimation, Baupolitik, Forum Traiani, Trajanssäule, Optimus Princeps, Propaganda, Architektur, Antike, Bautätigkeit, Kaiser Hadrian, Restitutionsmünzen, Ikonographie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie Kaiser Trajan seine Bauprojekte auf Münzen abbilden ließ, um sein Image als idealer Herrscher und seine militärischen sowie zivilen Verdienste im Römischen Reich zu verbreiten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die römische Architektur der Kaiserzeit, die numismatische Bildsprache, die kaiserliche Selbstdarstellung und die Verbindung von politischer Botschaft und künstlerischer Gestaltung auf Münzen.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, mit welchen Konzepten Kaiser Trajan seine Bautätigkeit auf Münzen visualisierte und welche Absichten er mit dieser spezifischen Art der Selbstdarstellung bei seinen Untertanen verfolgte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt Methoden der antiken Numismatik, insbesondere der Materialanalyse, kombiniert mit ikonographischen Auswertungen und dem Vergleich mit literarischen Quellen wie dem Panegyricus des Plinius.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Beschreibung und Interpretation spezifischer Bauten, darunter das Forum Traiani, der Circus Maximus, diverse Tempel, die Aqua Traiana und die Via Traiana, jeweils in Verbindung mit den entsprechenden Münzdarstellungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Trajan, Reichsprägung, Herrscherideologie, Bauprojekte, Numismatik und Repräsentation.
Wie unterschied sich die Münzprägung Hadrians von der Trajans?
Hadrian legte den Fokus stärker auf Reiseerinnerungsmünzen und widmete sein Bauprogramm eher der Erneuerung bestehender Denkmäler, wobei er sich durch Bescheidenheit als Nachfolger des "optimus princeps" zu profilieren suchte.
Welche Bedeutung hatten die Restitutionsmünzen Trajans?
Diese Münzen dienten dazu, das Ansehen der älteren Geschichte Roms und der eigenen Vorfahren zu betonen und damit Trajans Respekt vor der Tradition sowie die Legitimität seiner eigenen Herrschaft hervorzuheben.
- Arbeit zitieren
- Anne Riedel (Autor:in), 2012, Die Münzen des Kaiser Trajan und die Darstellung seiner Bautätigkeit, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/211182