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Die Gabe in der epischen Literatur des Mittelalters

Title: Die Gabe in der epischen Literatur des Mittelalters

Examination Thesis , 2011 , 73 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Anonym (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies

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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem Phänomen der Gabe in der Epik des Mittelalters. Grundsätzliches zur Gabe hat die moderne Ethnologie, aber auch die Soziologie erforscht. Insbesondere die Arbeit von Marcel Mauss ist in diesem Feld als grundlegend zu erachten. Geben, Schenken und Nehmen sind auch für jüngere Ethnologen immer wieder Anlass zu intensiven Forschungen gewesen. Daher soll hier zuerst die ethnologische und soziologische Gaben-Forschung betrachtet werden, wobei selbstverständlich auch Erkenntnisse der modernen Mediävistik und kulturwissenschaftlichen Nachbardisziplinen betrachtet werden. Da die Ethnologie, oder wie einige Wissenschaftler bevorzugen, die Kulturanthropologie, das Allgemein-Menschliche erforscht, ist die Übertragung kulturanthropologischer Erkenntnisse auf die Mediävistik gerechtfertigt. In der mediävistischen Wissenschaft gilt die Alterität des Mittelalters, also die Andersartigkeit im Vergleich zu unserer Neuzeit als grundlegend. Andersartigkeit kann an dieser Stelle aber nicht bedeuten, dass allgemein-menschliche Betrachtungen, wie sie die Kulturanthropologie anstellt, für die Analyse des Mittelalters nicht gelten dürfen. Im Gegenteil, die Andersartigkeit im Vergleich zur westlichen Neuzeit lässt vermuten, dass bei einem Vergleich mit Menschen aus anderen nicht-westlichen Kulturen eine Eröffnung von Perspektiven für das Mittelalter gewonnen werden kann.
Im Anschluss an eine intensive Betrachtung der modernen Gaben-Theorie soll eine Übertragung dieser Erkenntnisse auf mittelalterliche Texte stattfinden. Die grundlegende Frage lautet dabei: Kann die ethnologische Gabenforschung zur Epenbetrachtung des Mittelalters einen Teil beitragen? Ist es möglich, auf ihrer Grundlage die Gabensituation in den mittelalterlichen Texten zu erhellen? Meine These lautet: dies ist möglich. Von kulturanthropologischen Erkenntnissen kann die Mediävistik profitieren. Die Situation der Gabe in den mittelalterlichen Epen kann durch die Gabenforschung der Kulturanthropologie erhellt werden. Dass hierbei nicht jede Theorie die Texte gleichermaßen erhellt, ist wahrscheinlich und wird in Kauf genommen. Insgesamt ergibt sich jedoch eine zusätzliche gewinnbringende Perspektive.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Etymologische Betrachtungen zur Gabe

3. Die Gabe in der Kulturwissenschaft

3.1. Die Gabe bei Marcel Mauss

3.1.1. Der Kula in Melanesien

3.1.2. Der Potlatsch in Nordwestamerika

3.2. Die Rezeption von Mauss

3.3. Alain Caillés Interpretation - Aufbruch zu einem neuen Paradigma der Sozialwissenschaften

3.4. Die Gabe bei Maurice Godelier – von den Dingen, die behalten werden

3.5. Die Gabe bei Marcel Hénaff – die Zäsur des sozialen Bandes

3.6. Die Gabe bei Peter M. Blau – ökonomischer versus sozialer Tausch

3.7. Die Gabe bei Marshall D. Sahlins – die Typen der Reziprozität

3.8. Die Gabe bei Georg Simmel – das stärkste Bindemittel der Gesellschaft

3.9. Die Gabe bei Alvin W. Gouldner – die Gabe der Wohltätigkeit

3.10. Die Gabe bei Pierre Bourdieu – symbolisches Kapital gewinnen

3.11. Die Gabe bei Claude Lévi-Strauss – Frauen als höchste Gaben

3. 12. Die Gabe in der Mediävistik

4. Die Gabentheorien und die möglichen Fragestellungen für die Epik des Mittelalters

5. Gaben in der Literatur des Mittelalters

6. Kudrun

6.1. Die Gaben im Hagenteil

6.2. Die Gaben im Hagenteil im Lichte der Gabentheorien

6.3. Die Gaben im Hildeteil

6.4. Die Gaben im Hildeteil im Lichte der Gabentheorien

6.5. Die Gaben im Kudrunteil

6.6. Die Gaben im Kudrunteil und im gesamten Werk im Lichte der Gabentheorien

7. Das Nibelungenlied

7.1. Das Nibelungenlied – Gunther und Siegfried zwischen Geben und Nehmen

7.2. Gunther und Siegfried im Spiegel der Gabentheorien

7.3. Der Nibelungenhort – das Nehmen und Geben wollen eines Ungebbaren

7.4. Geben und Nehmen des Nibelungenhorts im Spiegel der Gabentheorien

8. Schlussfolgerung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Phänomen der Gabe in der epischen Literatur des Mittelalters unter Einbeziehung ethnologischer und soziologischer Gabentheorien, um zu ergründen, ob diese Theorien zum Verständnis der mittelalterlichen Gabensituation beitragen können.

  • Analyse moderner kulturwissenschaftlicher Theorien zum Gabentausch (Mauss, Bourdieu, Lévi-Strauss u.a.)
  • Untersuchung der Funktion von Geben, Schenken und Nehmen in mittelalterlichen Epen
  • Übertragung ethnologischer Erkenntnisse auf die literaturwissenschaftliche Mediävistik
  • Analyse der Werke "Kudrun" und "Das Nibelungenlied" hinsichtlich ihrer Gabenpraxis

Auszug aus dem Buch

3.1. Die Gabe bei Marcel Mauss

Marcel Mauss, Émil Durkheims Neffe, war eine der führenden Figuren in der Ethnologie und Soziologie Frankreichs zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Er brachte die Zeitschrift „Année Sociologique“ heraus. Mauss gehörte zu einer Gruppe brillanter junger Wissenschaftler, die sich um Durkheim scharten. Allerdings führte der Erste Weltkrieg zu großen Verlusten unter den Wissenschaftlern und Mauss, der überlebte, betrachtete es zeitlebens als seine Aufgabe, das Vermächtnis seiner Freunde und Kollegen weiterzuführen, auch wenn darunter sein eigenes wissenschaftliches Tun litt.

So beschreibt zumindest in seinem Vorwort zur Gabe Edward Evan Evans-Pritchard, der ihn noch persönlich kennen lernte, Mauss grundsätzliche Lebenshaltung. Dies mag ein Grund sein, dass es von Mauss selbst nicht viele wissenschaftliche Beiträge gibt. „Die Gabe: Form und Funktion des Austauschs in archaischen Gesellschaften“ aus dem Jahr 1924 wird als sein wichtigstes Werk erachtet. Mauss geht an die Frage von Geben und Nehmen mit der Methode des Vergleichs heran. Er betrachtet den Kula-Ring auf Melanesien und bezieht dabei Nachbarregionen wie Polynesien oder Neuseeland mit ein, untersucht den Potlatsch bei den nordwestamerikanischen Indianern, die Native Americans, wie die mittlerweile bevorzugte Bezeichnung lautet, und betrachtet in seinem dritten Kapitel auch altes römisches, germanisches und hinduistisches Recht.

Schließlich zieht er Schlussfolgerungen auch für unsere westlichen Gesellschaften. Er hat beobachtet, dass das scheinbar freiwillige Geben und Nehmen in archaischen Gesellschaft, dennoch einen „zwanghaften und eigennützigen Charakter“ hat. Die Gesellschaften reproduzieren sich symbolisch und sozial über den Zyklus von Geben und Nehmen und Erwidern. Die Gabe ist ambivalent zu sehen, sie verläuft zwischen Freiwilligkeit und Spontanität auf der einen Seite und sozialen Verpflichtungen auf der anderen Seite. Bei den beiden von Mauss in den Mittelpunkt gestellten Gabensystemen dem Kula und dem Potlatsch haben wir es mit einer Konkurrenzsituation von Gebenden und Nehmenden zu tun. Beim Potlatsch kann dies bis zum ökonomischen Ruin eines Kontrahenten führen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung legt das Ziel fest, ethnologische und soziologische Theorien zur Gabe auf die mittelalterliche Epik anzuwenden, um die Gabensituation in diesen Texten zu erhellen.

2. Etymologische Betrachtungen zur Gabe: Dieses Kapitel untersucht die Begriffsgeschichte von „Gabe“ und „Schenken“ im Althochdeutschen und Mittelhochdeutschen basierend auf Jacob Grimm.

3. Die Gabe in der Kulturwissenschaft: Eine umfassende Darstellung theoretischer Positionen zur Gabe, beginnend bei Marcel Mauss bis hin zu zeitgenössischen Ansätzen wie Bourdieu oder Lévi-Strauss.

4. Die Gabentheorien und die möglichen Fragestellungen für die Epik des Mittelalters: Hier werden die zuvor erläuterten Theorien in konkrete Forschungsfragen für die Analyse mittelalterlicher Texte überführt.

5. Gaben in der Literatur des Mittelalters: Dieses Kapitel skizziert die zentrale Rolle, die das Schenken und Geben in der mittelalterlichen Literatur einnimmt.

6. Kudrun: Eine detaillierte Untersuchung der Gabenpraxis im Epos Kudrun, gegliedert in die verschiedenen Handlungsabschnitte.

7. Das Nibelungenlied: Diese Analyse beleuchtet das komplexe Geflecht von Geben und Nehmen im Nibelungenlied, inklusive der Rolle des Nibelungenhorts.

8. Schlussfolgerung: Das Fazit fasst zusammen, inwieweit die anthropologische Gabenforschung zum Verständnis mittelalterlicher Epen beitragen kann und wo die Grenzen liegen.

Schlüsselwörter

Gabe, Gabentausch, Marcel Mauss, Reziprozität, Mittelalter, Epik, Kudrun, Nibelungenlied, Kulturwissenschaft, Soziologie, Symbolisches Kapital, Schenken, Ethnologie, Gabentheorien, Soziale Bindung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Phänomen der Gabe in der epischen Literatur des Mittelalters und verknüpft dabei literaturwissenschaftliche Fragestellungen mit ethnologischen und soziologischen Theorien über den Gabentausch.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die moderne Gabenforschung, die Übertragung dieser Erkenntnisse auf mittelalterliche Texte sowie die Analyse der sozialen und ökonomischen Funktionen des Schenkens in "Kudrun" und im "Nibelungenlied".

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist zu erforschen, ob moderne kulturwissenschaftliche Ansätze zur Gabe helfen können, das Verhalten und die soziale Struktur in mittelalterlichen Epen besser zu verstehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin verwendet einen komparativen Ansatz, bei dem sie ethnologische und soziologische Theorien (z.B. von Mauss, Bourdieu, Sahlins) auf literarische Texte des Mittelalters anwendet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Gaben in der Kulturwissenschaft) und eine praktische Analyse der Gabenpraxis in den Epen "Kudrun" und "Das Nibelungenlied".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Gabe, Gabentausch, Reziprozität, Marcel Mauss, symbolisches Kapital, mittelalterliche Epik und soziale Bindung.

Inwiefern spielt der "Nibelungenhort" eine besondere Rolle in der Argumentation?

Der Hort wird nicht nur als ökonomischer Schatz, sondern als magisches, gefährliches Objekt betrachtet, das im Spannungsfeld zwischen der Schenkökonomie und dem Versuch der Aneignung durch Akteure wie Siegfried und Kriemhild steht.

Wie unterscheidet sich die Gabenpraxis in "Kudrun" von der im "Nibelungenlied"?

Während in der "Kudrun" Gaben häufiger als Mittel zur Allianzbildung und sozialen Absicherung genutzt werden, ist der Gabentausch im "Nibelungenlied" oft gestört oder von Machtstreben und tragischen Konflikten überschattet.

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Details

Title
Die Gabe in der epischen Literatur des Mittelalters
College
Karlsruhe Institute of Technology (KIT)  (Institut für Literaturwissenschaft)
Course
Examen
Grade
1,5
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2011
Pages
73
Catalog Number
V210772
ISBN (eBook)
9783656383796
ISBN (Book)
9783656383918
Language
German
Tags
Kudrun Nibelungenlied Gabe Mittelalter Kulturanthropologie Ethnologie Geschenke Geschenktheorie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2011, Die Gabe in der epischen Literatur des Mittelalters, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/210772
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