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Neue Medien in Daniel Kehlmanns "Ruhm". Identitätskonstruktionen, Doppelwelten und Nebenwirkungen digitaler Mediennutzung

Title: Neue Medien in Daniel Kehlmanns "Ruhm". Identitätskonstruktionen, Doppelwelten und Nebenwirkungen digitaler Mediennutzung

Term Paper (Advanced seminar) , 2013 , 28 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: B.A. Saskia Guckenburg (Author)

German Studies - Modern German Literature

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Summary Excerpt Details

Der erste Teil der Arbeit untersucht die Möglichkeit der neuen Informations- und Kommunikationstechnologien, ein alternatives Selbst in einer Doppelwelt konstruieren zu können, aber auch die neumedial bedingte Gefahr des Identitätsverlustes, des „Unwirklichwerden des Alltags“ und die verhängnisvolle Technikabhängigkeit.

Während sich der erste Teil jeweils mit den Schicksalen einzelner Charaktere beschäftigt, so widmet sich der darauffolgende Teil den allgemeineren Folgen und Risiken, die mit der medialen Transformation unseres Raum-, Zeit-, Welt- und Selbstverständnisses einhergehen und mehrere Figuren betreffen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Neue Medien, Parallelwirklichkeiten und Identitätskonstruktionen

2.1 Mediennutzung als Eskapismus aus dem realen Sein

2.1.1 Eblings Realitätsflucht mittels Mobiltelefon

2.1.2 Die Suche des Elektrotechnikers nach Sinn und Sinnlichkeit

2.1.3 Transzendenz, Transparenz und Mollwitz‘ Identitätsspaltung

2.2 Mediale Exkommunikation als Chance

2.2.1 Tanners Ausweg aus der medialen Hyperrealität

2.2.2 Rubinsteins Loslösung von der Realität des Scheins

3 Risiken und Nebenwirkungen der neuen Medien

3.1 Nonsens und Spaßkultur am Beispiel des Fernsehens

3.2 Handlungsmacht der digitalen Medien

3.3 Objektivität und Glaubwürdigkeit neumedialer Inhalte

3.4 Fehlende Rückkopplung und Einfachheit der Lüge

4 Schlussbetrachtung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht in Daniel Kehlmanns Roman "Ruhm" die Auswirkungen elektronischer Medien wie Internet, Computer und Mobiltelefon auf die menschliche Identität. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie diese Technologien einerseits Möglichkeiten zur Konstruktion alternativer Identitäten in Parallelwelten eröffnen und andererseits Gefahren wie Identitätsverlust, Technikabhängigkeit und das Unwirklichwerden des Alltags bergen.

  • Konstruktion von Parallelwirklichkeiten durch digitale Medien
  • Eskapismus und die Suche nach Sinn in der digitalen Welt
  • Die mediale Medialisierung und ihre Folgen für das Selbstverständnis
  • Risiken der Anonymität, der Lüge und des Kontrollverlusts durch Technik
  • Der Übergang von traditionellen Sinnmedien zu neumedialen Sinneserfahrungen

Auszug aus dem Buch

2.1.1. Eblings Realitätsflucht mittels Mobiltelefon

In der postmodernen, westlichen Welt ist es oft nicht mehr ausreichend, der biblischen Weisheit nachzukommen, ein Haus zu bauen, bei der Heirat einen symbolischen Baum zu pflanzen und einen Sohn zu zeugen, um das Leben als sinnvoll und erfüllt zu betrachten. So fehlt dem Computertechniker Ebling eine sinngebende Zentralperspektive: Obwohl der verheiratete Hauseigentümer zwei Kinder sowie einen ihm Freude bereitenden Job hat, „gab [es] viel, das Ebling an seinem Leben nicht mochte.“ (9) Seine „geistesabwesende“, „dumme Bücher“ (9) lesende Frau kann nicht kochen und mit seinen Kindern weiß er nichts anzufangen. Obwohl Ebling zunächst von den nicht für ihn bestimmten Anrufen genervt ist, findet er bald Gefallen daran, in Ralf Tanners turbulentes Leben einzutauchen und an dem für ihn normalerweise nicht zugänglichen Lebensbereich teilzuhaben.

Voraussetzend für die sich entwickelnde Handlung ist die Funktion des Mobiltelefons als „Interaktionskoordinator“, wobei die von Mollwitz ignorierte Warnmemo über die Doppelzuteilung der Interaktionskoordinaten der ausschlaggebende Punkt ist. Ebenso wird die Funktion der Medien als „Unwahrscheinlichkeitsverstärker“, der Transformation von Unwahrscheinlichem in Wahrscheinlichkeit, narrativ thematisiert: Schließlich ist es relativ unwahrscheinlich, dass Ebling jemals die Chance gehabt hätte, ohne Mobiltelefon in Tanners Rolle zu schlüpfen.

Der Kontrast zwischen den Welten von Tanner und Ebling wird besonders deutlich, indem zwei Abschnitte konträr angeordnet sind: Im ersten Abschnitt beauftragt ihn seine Ehefrau Elke telefonisch, dass er Gurken besorgen soll (10). Daraufhin folgt der Anruf einer flirtenden, vermutlich attraktiven Unbekannten: „Auf so eine wie sie verzichte man nur, wenn man ein Idiot sei“ (10). Ebling reagiert auf dieses für ihn ungewöhnliches Telefonat mit Herzklopfen (11), einem trockenen Hals und ist „verwirrt und nervös“ (11). Weitere pathologische Folgen sind Konzentrationsstörungen, Händezittern und Appetitlosigkeit. Dementsprechend verschmäht er die Hälfte des Wiener Schnitzels, auf welches er sich normalerweise schon Tage zuvor freut, um möglichst schnell das Handy wieder einzuschalten.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in Daniel Kehlmanns Roman "Ruhm" als Porträt der mobilen Netzwerkgesellschaft ein und umreißt den Fokus der Arbeit auf elektronische Medien und deren Problematik von Sinn, Schein und Sein.

2 Neue Medien, Parallelwirklichkeiten und Identitätskonstruktionen: Dieses Kapitel analysiert, wie die elektronische Medialisierung zur Verdopplung der Lebenswelt führt und Individuen Möglichkeiten zur Identitätskonstruktion, aber auch zum Identitätsverlust bietet.

2.1 Mediennutzung als Eskapismus aus dem realen Sein: Hier wird untersucht, wie Charaktere wie Ebling und der Abteilungsleiter Mobiltelefone zur Flucht aus einem als unbefriedigend empfundenen Alltag nutzen.

2.1.1 Eblings Realitätsflucht mittels Mobiltelefon: Diese Sektion verdeutlicht anhand von Ebling, wie das Mobiltelefon als Interaktionskoordinator den Eintritt in eine fremde Identität ermöglicht und suchtartige Züge annimmt.

2.1.2 Die Suche des Elektrotechnikers nach Sinn und Sinnlichkeit: Der Fokus liegt hier auf dem Abteilungsleiter, der durch moderne Kommunikationstechnologie versucht, sein als öde empfundenes Leben durch die Konstruktion einer Parallelwelt aufzuwerten.

2.1.3 Transzendenz, Transparenz und Mollwitz‘ Identitätsspaltung: Das Kapitel befasst sich mit der Nutzung von Internetforen durch Mollwitz zur Inszenierung einer fiktiven Identität und der allgemeinen Tendenz, dass Medien zunehmend auf Transparenz statt auf Transzendenz ausgerichtet sind.

2.2 Mediale Exkommunikation als Chance: Dieser Teil betrachtet Fälle, in denen der erzwungene oder plötzliche Entzug von Kommunikationstechnologie nicht als Ende, sondern als Chance zur Rückbesinnung auf die eigene Identität fungiert.

2.2.1 Tanners Ausweg aus der medialen Hyperrealität: Hier wird Ralf Tanners Weg analysiert, wie er sich durch einen technischen Kommunikationsausschluss von seiner öffentlich-medialen Identität befreit.

2.2.2 Rubinsteins Loslösung von der Realität des Scheins: Maria Rubinsteins Geschichte zeigt, wie die unerwartete mediale Exkommunikation zu einer Nüchternheit führt, die sie aus ihrer bisherigen, medienabhängigen Existenz reißt.

3 Risiken und Nebenwirkungen der neuen Medien: Kapitel 3 diskutiert allgemeine Gefahren und negative Begleiterscheinungen, die mit der Nutzung elektronischer Medien im Alltag einhergehen.

3.1 Nonsens und Spaßkultur am Beispiel des Fernsehens: Diese Sektion thematisiert, wie das Fernsehen den transzendenten Sinn zugunsten einer seichten Unterhaltungs- und Spaßkultur verdrängt.

3.2 Handlungsmacht der digitalen Medien: Hier wird aufgezeigt, wie Menschen dem Computer menschliche Eigenschaften zuschreiben und eine blinde Abhängigkeit von der Technik entwickeln.

3.3 Objektivität und Glaubwürdigkeit neumedialer Inhalte: Die Analyse beleuchtet das Misstrauen gegenüber medial konstruierten Realitäten und die Frage, inwieweit Medien als objektive Wahrheitsträger fungieren.

3.4 Fehlende Rückkopplung und Einfachheit der Lüge: Das Kapitel befasst sich mit den Folgen fehlender direkter Kommunikation wie der Erleichterung von Lügen und dem Mangel an Empathie durch technische Vermittlung.

4 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ambivalenz der Mediennutzung zusammen und betont, dass Technik zwar den Alltag erleichtert, aber auch gravierende Risiken für das Selbst- und Weltverständnis birgt.

Schlüsselwörter

Daniel Kehlmann, Ruhm, elektronische Medien, Identitätskonstruktion, Parallelwelten, Eskapismus, Medialisierung, Identitätsverlust, Technikabhängigkeit, Hyperrealität, Kommunikation, Exkommunikation, Sinnverlust, Internet, Mobiltelefon

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht Daniel Kehlmanns Roman "Ruhm" unter dem Aspekt der Medientheorie, insbesondere wie elektronische Medien die Identität und Lebenswirklichkeit der Romanfiguren beeinflussen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen umfassen die Konstruktion von Identitäten durch digitale Medien, die Flucht in Parallelwelten, die Auswirkungen technischer Abhängigkeit und die Risiken medialer Kommunikation.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie moderne Kommunikationstechnologien als "Unwahrscheinlichkeitsverstärker" fungieren und welche Gefahren des Identitätsverlusts oder der seelischen Verstümmelung mit der ständigen Erreichbarkeit und medialen Inszenierung verbunden sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse unter Einbeziehung medientheoretischer Ansätze, etwa von Jochen Hörisch, Jean Baudrillard und Niklas Luhmann, um die mediale Thematik des Romans zu deuten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der eskapistischen Mediennutzung einzelner Charaktere (Ebling, Mollwitz, Abteilungsleiter), die Untersuchung von Identitätsbefreiung durch "Exkommunikation" (Tanner, Rubinstein) sowie eine allgemeine Darstellung der Risiken der neuen Medien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Identitätskonstruktion, Eskapismus, Hyperrealität, mediale Exkommunikation, Technikabhängigkeit, virtuelle Doppelwelten und der Verlust des Realitätsbezugs.

Wie bewertet der Autor die Rolle des Mobiltelefons bei Ebling?

Das Mobiltelefon fungiert bei Ebling als Interaktionskoordinator, der ihm den Einstieg in ein fremdes Leben ermöglicht, führt jedoch zu pathologischen Suchterscheinungen und einer zunehmenden Entfremdung von seiner eigenen Realität.

Warum wird die Exkommunikation für Tanner als Chance gewertet?

Tanner wird durch den Kommunikationsausschluss von seiner verfälschten, öffentlich-medialen Identität befreit, was ihm ermöglicht, wieder eine Verbindung zu seinem ursprünglichen, realen Selbst aufzubauen.

Welche Bedeutung hat das Internet für Mollwitz?

Mollwitz nutzt das Internet zur Flucht aus seiner körperlich und sozial frustrierenden Realität, um sich dort als "mollwitt" eine neue Identität zu konstruieren, verliert dabei jedoch zunehmend den Bezug zur tatsächlichen Welt.

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Details

Title
Neue Medien in Daniel Kehlmanns "Ruhm". Identitätskonstruktionen, Doppelwelten und Nebenwirkungen digitaler Mediennutzung
College
University of Mannheim
Grade
1,0
Author
B.A. Saskia Guckenburg (Author)
Publication Year
2013
Pages
28
Catalog Number
V210696
ISBN (eBook)
9783656385950
ISBN (Book)
9783656387060
Language
German
Tags
Neue Medien Ruhm Internet Handys Internetsucht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
B.A. Saskia Guckenburg (Author), 2013, Neue Medien in Daniel Kehlmanns "Ruhm". Identitätskonstruktionen, Doppelwelten und Nebenwirkungen digitaler Mediennutzung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/210696
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