Die Türkei als ehemals Kranker Mann am Bosporus erwies sich in den letzten Jahren als ein immer stärkeres, seriöses Land mit prosperierender Wirtschaft.
In diesem Elaborat wird die Wichtigkeit des Beitritts aus deutscher Perspektive betrachtet und zusammenfassend gesagt, weshalb das Land eine Mitgliedschaft in der Europäischen Union erlangen muss.
Dies war zu Zeiten Gerhard Schröders als Bundeskanzler anders. Er war eindeutiger Befürworter der Vollmitgliedschaft von Ankara, und ist der Meinung, dass eine sog. ´privilegierte Partnerschaft` gar nicht in Frage kommen darf und sich Deutschland auch aus Eigeninteresse für einen Beitritt aussprechen sollte. Um dies zu bekräftigen sagte er der Süddeutschen Zeitung gegenüber, dass die Türkei jetzt schon „zu den 20 größten Volkswirtschaften der Welt [gehört und sie wirtschaftlich] weitaus stärker [ist] als etwa die EU-Mitglieder Schweden, Polen oder Belgien.“
Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung
2.Rechte und Pflichten
3. Land und Leute
3.1 Reformen
4. Analyse der deutschen Position hinsichtlich einer EU-Erweiterung um die Türkei
5. Türkei - ein notwendiger Partner oder islamischer Ballast?
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Facharbeit untersucht die komplexe Frage des EU-Beitritts der Türkei unter Berücksichtigung politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Faktoren sowie der ambivalenten Haltung Deutschlands zu diesem Vorhaben.
- Aufnahmekriterien und Kopenhagener Kriterien für EU-Mitgliedschaften
- Entwicklung und Reformprozesse in der Türkei
- Analyse der deutschen politischen Position und parteiübergreifende Kontroversen
- Geostrategische Bedeutung der Türkei (Energieversorgung, Nabucco-Pipeline, NATO)
- Abwägung zwischen ökonomischen Potenzialen und integrationspolitischen sowie kulturellen Bedenken
Auszug aus dem Buch
3. Land und Leute
Die Türkei [Türkiye Cumhuriyeti] ist eine demokratische Republik mit 99% muslimischer Bevölkerung. Sie liegt sowohl in Asien, als auch in Europa und ist somit das einzige Land, welches geografisch gesehen durch zwei Kontinente verläuft. Die türkische Republik wurde am 29.10.1923 von Mustafa Kemal Atatürk gegründet, der auch erster Staatspräsident wurde. Sie entstand aus dem damaligen Osmanischen Reich. Die Hauptstadt wurde Ankara und das Hauptwirtschaftszentrum Istanbul. Seither gilt sie als ein laizistisch geprägter Staat, der sich schon früh westlich orientierte. Das Militär verfügte jedoch im jungen Staat über einen großen Einfluss, was zur Folge hatte, dass die Regierung in den Jahren 1960 und 1980 geputscht wurde. Im Jahre 1961 wurde daraus folgend, der türkische Außenminister Fadin Rüstü Zorlu, der erste Ministerpräsident Adnan Menderes und viele weitere Politiker und Beamte verurteilt und gehängt - alle wegen des ´Versagens der Demokratie`. Die zweite Militärregierung entstand, aufgrund der bürgerkriegsähnlichen Umstände zwischen der links- und rechts orientierten jungen Bevölkerung. Das Kriegsrecht wurde vom damaligen Generalen und späterem Staatspräsidenten Kenan Evren ´zum Schutz des Staates und der Einheit der Nation` ausgerufen. Die türkische Innenpolitik wird seit den 90er Jahren als stabil eingestuft und die Türkei selbst ist heute militärisch als auch wirtschaftlich gesehen mit dem Westen eng verflochten.
Zusammenfassung der Kapitel
1.Einleitung: Der Autor erläutert seine persönliche Motivation für das Thema und legt die Leitfragen sowie das methodische Vorgehen der Facharbeit dar.
2.Rechte und Pflichten: Dieses Kapitel beschreibt die Grundlagen der Europäischen Union, die Kopenhagener Kriterien und die aktuellen Hindernisse in den Beitrittsverhandlungen, insbesondere bezüglich der Zypernfrage.
3. Land und Leute: Hier wird die historische Entwicklung der modernen Türkei seit ihrer Staatsgründung sowie ihre wirtschaftliche und sicherheitspolitische Verflechtung mit dem Westen analysiert.
3.1 Reformen: Dieser Abschnitt beleuchtet die politischen und wirtschaftlichen Reformbemühungen der Türkei, insbesondere im Hinblick auf Bildung, Verfassungsanpassungen und den Schutz von Minderheiten.
4. Analyse der deutschen Position hinsichtlich einer EU-Erweiterung um die Türkei: Das Kapitel untersucht die gespaltene Haltung deutscher Parteien und der Bundesregierung zum türkischen Beitrittsgesuch und die zugrunde liegenden politischen Motive.
5. Türkei - ein notwendiger Partner oder islamischer Ballast?: Hier werden die wirtschaftlichen Vorteile, wie Energieprojekte, gegen die politischen Bedenken und Sicherheitsrisiken abgewogen.
6. Fazit: Der Autor fasst seine Ergebnisse zusammen und begründet seine eigene Befürwortung eines raschen EU-Beitritts der Türkei.
Schlüsselwörter
Türkei, Europäische Union, Beitrittsverhandlungen, Kopenhagener Kriterien, Geopolitik, Nabucco-Pipeline, Reformprozess, Deutschland, Religion, Minderheitenschutz, Wirtschaftswachstum, NATO, Zypernkonflikt, Integration, Außenpolitik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der aktuellen Debatte um einen möglichen Beitritt der Türkei zur Europäischen Union.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Themen umfassen die Aufnahmekriterien der EU, die wirtschaftliche Entwicklung der Türkei, die deutsche Haltung zum Beitritt sowie die geostrategische Bedeutung des Landes.
Was ist die zentrale Forschungsfrage?
Die zentrale Frage lautet, ob die Türkei ein notwendiger Partner für Europa ist oder ob sie als islamischer Ballast betrachtet werden sollte.
Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?
Der Autor führt eine Literatur- und Internetrecherche durch, um Argumente und Gegenargumente zu analysieren und eine eigene Position zu begründen.
Was steht im Hauptteil im Fokus?
Im Hauptteil stehen die politischen Reformen, die wirtschaftliche Verflechtung durch die Zollunion sowie die Analyse der deutschen Außenpolitik und der Energieabhängigkeit im Vordergrund.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die wichtigsten Begriffe sind EU-Erweiterung, Kopenhagener Kriterien, deutsch-türkische Beziehungen und geostrategische Partnerschaft.
Warum wird die Zypernfrage als so kritisch für den Beitritt angesehen?
Sie gilt als Grundvoraussetzung, da die Türkei die Republik Zypern nicht anerkennt, was zu Stilllegungen in den Verhandlungskapiteln geführt hat.
Welche Rolle spielt die Nabucco-Pipeline in der Argumentation?
Sie wird als Vorzeigeprojekt angeführt, das die Abhängigkeit Europas von russischen Gaslieferungen verringern und die strategische Bedeutung der Türkei erhöhen könnte.
- Arbeit zitieren
- Muhammed Buran (Autor:in), 2011, Analyse der Deutschen Politik hinsichtlich einer EU-Erweiterung um die Türkei, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/210687