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Inwieweit eignet sich eine Unterrichtssequenz zum Thema „Deutscher Kolonialismus“ zur Förderung historischen Lernens?

Titel: Inwieweit eignet sich eine Unterrichtssequenz zum Thema „Deutscher Kolonialismus“ zur Förderung historischen Lernens?

Hausarbeit , 2012 , 17 Seiten

Autor:in: Kathleen Bothe (Autor:in)

Didaktik - Geschichte

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Zusammenfassung Leseprobe Details

Hamburg – Tor zur Welt! Der Satz, der uns heute mit geschwellter Brust aufhören lässt, ist nicht nur positiv zu sehen. Hamburgs Entwicklung zu einem wichtigen Wirtschaftsstandort und Handelsplatz für die ganze Welt wurde maßgeblich durch die europäische Kolonialexpansion beeinflusst. Im Stadtbild Hamburgs ist dieser Einfluss auch zu finden. So gibt es auffällig viele kolonial geprägte Straßennamen, das Schimmelmanndenkmal oder die Lettow-Vorbeck Kaserne. Weniger bekannt dagegen ist der „Tansania Park“ mit den Askari-Reliefs in Jenfeld auf dem Gelände der Lettow-Vorbeck Kaserne.
Ziel einer gelebten Erinnerungskultur sollte es sein, kritisch mit der Vergangenheit umzugehen, aber auch ein geeignetes Verhältnis zwischen Gedenken und Mahnen zu schaffen. [...] Denn „postkoloniale Erinnerungsarbeit begnügt sich nicht damit, auf die Vergangenheit zu schauen.“ Vielmehr spürt sie auch den kolonialen Prägungen in unseren jetzigen Vorstellungen nach und versucht sie zu dekonstruieren.“ Die Antwort, ob Hamburg der Auftrag gelingt, scheint einfach, sobald man die seit 2002 anhaltende Debatte um den sogenannten „Tansania Park“ betrachtet.[...] Bis heute wurde der Park nicht offiziell eröffnet und eine Beteiligung der Regierung Tansanias bleibt aus den eben dargestellten Gründen natürlich aus.
Im Rahmen des Seminars „Postkoloniales Erinnern in transkulturellen Räumen“ fand sich der nötige Raum, über die gelungene oder nicht gelungene Positionierung des „Tansania Parks“ und die De-Konstruktion der Askari-Reliefs nachzudenken. Innerhalb des Seminars fand unter anderem die Überlegung statt, im Rahmen einer geschichtlichen Unterrichtssequenz das Thema „Deutscher Kolonialismus“ nach geschichtsdidaktischen Anforderungen aufzuarbeiten. Im Folgenden soll beschrieben werden, inwieweit eine kurze Unterrichtssequenz von circa drei bis vier Stunden geeignet ist, in einer neunten Klasse, Mittelstufe, historisches Lernen zu fördern. Die theoretische Grundlage, wie historisches Lernen erfolgen sollte, bildet das Kompetenz-Strukturmodell historischen Denkens von Andreas Körber und Waltraud Schreiber, welches im Hauptteil näher erläutert wird. Weiterhin wird auf die zunehmende Bedeutung interkulturellen Lernens im Geschichtsunterricht eingegangen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Projektdidaktische Überlegungen

2.1 Vorüberlegungen zur geplanten Unterrichtssequenz

2.2 Das Unterrichtskonzept zum Thema „Deutscher Kolonialismus“

3. Was ist historisches Lernen?

5. Anwendung auf die geplante Unterrichtssequenz

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial einer dreibis vierstündigen Unterrichtssequenz zum Thema „Deutscher Kolonialismus“, um bei Schülern der neunten Klasse historisches Lernen zu fördern und eine kritische Auseinandersetzung mit postkolonialen Erinnerungsorten, speziell dem „Tansania-Park“ in Hamburg, zu ermöglichen.

  • Analyse des Kompetenz-Strukturmodells historischen Denkens (Körber/Schreiber).
  • Bedeutung von Multiperspektivität und Interkulturalität im Geschichtsunterricht.
  • Kritische Dekonstruktion kolonialer Denkmäler und Erinnerungskultur.
  • Implementierung von Re- und De-Konstruktionsprozessen im Unterricht.
  • Verbindung von regionaler Hamburger Geschichte mit globalen kolonialen Zusammenhängen.

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Hamburg – Tor zur Welt! Der Satz, der uns heute mit geschwellter Brust aufhören lässt, ist nicht nur positiv zu sehen. Hamburgs Entwicklung zu einem wichtigen Wirtschaftsstandort und Handelsplatz für die ganze Welt wurde maßgeblich durch die europäische Kolonialexpansion beeinflusst. Im Stadtbild Hamburgs ist dieser Einfluss auch zu finden. So gibt es auffällig viele kolonial geprägte Straßennamen wie Woermannsweg, Dominikweg oder Gaiserstraße, das Schimmelmanndenkmal oder die Lettow-Vorbeck Kaserne. Weniger bekannt dagegen ist der „Tansania Park“ mit den Askari-Reliefs in Jenfeld auf dem Gelände der Lettow-Vorbeck Kaserne.

Ziel einer gelebten Erinnerungskultur sollte es sein, kritisch mit der Vergangenheit umzugehen, aber auch ein geeignetes Verhältnis zwischen Gedenken und Mahnen zu schaffen. „Erinnerungsarbeit sollte darauf zielen, herrschende Sichtweisen und Diskurse aufzuspüren und in Frage zu stellen.“ Es stellt sich die Frage, ob die Stadt Hamburg diesen Auftrag mit der momentanen Darstellung kolonialer Vergangenheit erfüllt. Denn „postkoloniale Erinnerungsarbeit begnügt sich nicht damit, auf die Vergangenheit zu schauen.“ Vielmehr spürt sie auch den kolonialen Prägungen in unseren jetzigen Vorstellungen nach und versucht sie zu de-konstruieren.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die koloniale Prägung Hamburgs und führt in die Problematik des „Tansania-Parks“ als umstrittenen Erinnerungsort ein, was die Notwendigkeit für kritische Bildungsarbeit unterstreicht.

2. Projektdidaktische Überlegungen: Hier werden die Überlegungen zur Unterrichtsplanung sowie die konkrete Skizze der Unterrichtssequenz zum Thema „Deutscher Kolonialismus“ dargelegt.

3. Was ist historisches Lernen?: Dieses Kapitel theoretisiert historisches Lernen nach Jörn Rüsen und erläutert die Bedeutung von Interkulturalität sowie die Kriterien für guten Geschichtsunterricht.

5. Anwendung auf die geplante Unterrichtssequenz: In diesem Teil erfolgt die praktische Anwendung der didaktischen Prinzipien und Kompetenzmodelle auf die zuvor entworfene Unterrichtsreihe.

6. Fazit: Das Fazit resümiert, dass die Unterrichtssequenz erfolgreich dazu beiträgt, bei Schülern Kompetenzen für einen kritischen Umgang mit Geschichte und gesellschaftlicher Verantwortung zu fördern.

Schlüsselwörter

Deutscher Kolonialismus, Historisches Lernen, Hamburg, Tansania-Park, Askari-Reliefs, Geschichtsbewusstsein, Multiperspektivität, Postkolonialismus, Erinnerungskultur, Kompetenzmodell, Interkulturelles Lernen, Dekonstruktion, Unterrichtsplanung, Geschichtsunterricht, Identität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht, wie eine kurze Unterrichtssequenz zum deutschen Kolonialismus in einer neunten Klasse dazu genutzt werden kann, historisches Lernen durch die Analyse lokaler Erinnerungskultur zu fördern.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen den deutschen Kolonialismus, die postkoloniale Erinnerungspolitik am Beispiel Hamburgs sowie die theoretische Fundierung historischen Denkens und interkulturellen Lernens.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, ein Unterrichtskonzept vorzustellen, das Schülern ermöglicht, koloniale Denkmäler kritisch zu hinterfragen und eigene historische Urteils- sowie Methodenkompetenzen zu entwickeln.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf fachdidaktische Theorien, insbesondere das Kompetenz-Strukturmodell historischen Denkens von Schreiber und Körber, sowie auf die Analyse von Quellen zur Hamburger Kolonialgeschichte.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen des historischen Lernens und die konkrete didaktische Anwendung auf eine geplante Unterrichtssequenz inklusive einer anschließenden Analyse.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Kolonialismus, Historisches Denken, Erinnerungskultur, Dekonstruktion, Didaktik und Multiperspektivität charakterisiert.

Warum spielt der „Tansania-Park“ eine so zentrale Rolle?

Er dient als konkretes, lokal verortetes Beispiel für eine unreflektierte, problematische Erinnerungskultur, an der Schüler die Diskrepanz zwischen kolonialer Verherrlichung und historischer Realität erarbeiten können.

Wie werden die Schüler dazu gebracht, historisch zu denken?

Durch die Methode der De- und Re-Konstruktion werden die Schüler befähigt, Bauwerke und Darstellungen zu analysieren, Lebensgeschichten von Akteuren zu recherchieren und die Bedeutung der Vergangenheit für die Gegenwart kritisch zu reflektieren.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten  - nach oben
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Details

Titel
Inwieweit eignet sich eine Unterrichtssequenz zum Thema „Deutscher Kolonialismus“ zur Förderung historischen Lernens?
Hochschule
Universität Hamburg
Autor
Kathleen Bothe (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
17
Katalognummer
V210676
ISBN (eBook)
9783656936626
ISBN (Buch)
9783656936633
Sprache
Deutsch
Schlagworte
inwieweit unterrichtssequenz thema deutscher kolonialismus förderung lernens
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Kathleen Bothe (Autor:in), 2012, Inwieweit eignet sich eine Unterrichtssequenz zum Thema „Deutscher Kolonialismus“ zur Förderung historischen Lernens?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/210676
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Leseprobe aus  17  Seiten
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