Aristoteles geht davon aus (wie in seiner Nikomachischen Ethik vorbereitet), dass der Mensche stets nach dem höchsten Gut strebt. Um das höchste Gut, also die Glückseeligkeit/ eudaimonia, zu erreichen bilden die Menschen Gemeinschaften welche in der Form des Staates ihren Höhepunkt finden (1252, a1). Dieser Essay betrachtet knapp die Grundzüge Aristoteles´ Politik.
Inhaltsverzeichnis
1. Aristoteles – Politik – Erstes Buch
2. Drittes Buch
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit den zentralen Thesen des ersten und dritten Buches der „Politik“ von Aristoteles auseinander, um dessen Verständnis von Gemeinschaft, Staatlichkeit und Herrschaftsformen zu beleuchten.
- Die Entstehungsgeschichte und Notwendigkeit menschlicher Gemeinschaft
- Die naturalistische Legitimation von Sklaverei und Herrschaftsverhältnissen
- Unterscheidung zwischen Hausverwaltungskunst und widernatürlichem Gelderwerb
- Kriterien für Verfassungsformen und die Rolle des Gemeinwohls
- Aristoteles' Auseinandersetzung mit der Demokratie als Herrschaftsform
Auszug aus dem Buch
Aristoteles – Politik – Erstes Buch
Aristoteles geht davon aus (wie in seiner Nikomachischen Ethik vorbereitet), dass der Mensche stets nach dem höchsten Gut strebt. Um das höchste Gut, also die Glückseeligkeit/ eudaimonia, zu erreichen bilden die Menschen Gemeinschaften welche in der Form des Staates ihren Höhepunkt finden (1252, a1). Um diese These zu rechtfertigen analysiert Aristoteles im Folgenden die Entstehungsgeschichte der menschlichen Gemeinschaft. Er beginnt mit den „kleinsten Teilen des Ganzen“ (ebenda) um die Gegenstände zu verfolgen, „wie sie sich von Anfang an entwickeln“ (ebenda). Emil Dúrkheim wird ca. 1500 Jahre später einen ähnlichen Weg gehen, um seine Theorie über segmentäre Gesellschaften zu entwickeln und zu stützen.
Beginnend mit der naturgemäßen Fortpflanzung der Menschen beginnt er bei der Verbindung von Mann und Frau und stellt gleichermaßen das natürliche Verhältnis von Herrschenden und Beherrschten auf. Er unterscheidet hier zwischen denen, die mit Verstand ausgestattet sind (Herrschende) und denen, die mit einem starken Körper ausgestattet sind (Dienende). Die naturalistische Legitimation der Sklaverei bzw. der Griechen als Herrscherrasse sollte sicherlich kritisch hinterfragt werden (Bezug auf 1252, b1).
Aus der Verbindung von Mann und Frau und dem Herrschenden und Beherrschten entsteht nun als erste gemeinschaftliche Instanz das „Haus“ (1252, b1) dessen Aufgabe das Sorgen für das Fortbestehen der Gemeinschaft ist. Im nächsten Schritt zeigt Aristoteles nun recht knapp das Dorf, als Verbund aus mehreren Häusern, jeweils regiert von den Ältesten der einzelnen Häuser. Letztendlich „um des bloßen Lebens willen entstanden, dann aber um des vollkommenen Lebens willen bestehend“ (1253, a1) sieht er in vollendeter Autarkie den Staat als Endzustand menschlicher Gemeinschaft.
Zusammenfassung der Kapitel
Aristoteles – Politik – Erstes Buch: Dieses Kapitel analysiert die teleologische Entstehung der menschlichen Gemeinschaft vom Haus über das Dorf bis hin zum Staat als Mittel zum Erreichen des höchsten Gutes.
Drittes Buch: Hier diskutiert der Autor verschiedene Verfassungsformen anhand der Kriterien Staatszweck und Anzahl der Herrschenden, wobei die Demokratie als notwendiges Übel kritisch beleuchtet wird.
Schlüsselwörter
Aristoteles, Politik, Gemeinwohl, Staat, Gemeinschaft, Sklaverei, Verfassungsformen, Demokratie, Hausgemeinschaft, Autarkie, Herrschaft, Eudaimonia, Erwerbskunst, Polis, Philosophie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine philosophische Einführung in die ersten beiden Bücher von Aristoteles' Werk "Politik" und erläutert seine Konzepte von Staat, Herrschaft und Gemeinschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen die Entstehung der Polis, das natürliche Verhältnis von Herrschenden und Beherrschten, die ökonomischen Ansichten des Autors sowie die Klassifizierung politischer Verfassungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Aristoteles' Argumentationskette nachzuvollziehen, die den Menschen als staatenbildendes Lebewesen definiert, und die Relevanz seiner Verfassungstheorie aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt eine textimmanente Analyse der aristotelischen Schriften unter Einbezug komparativer Ansätze zu späteren soziologischen Theorien, etwa von Émile Durkheim.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Haus- und Dorfstruktur (erstes Buch) sowie die systematische Einteilung und Bewertung von Verfassungsformen (drittes Buch).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Aristoteles, Polis, Sklaverei, Gemeinwohl, Demokratie, Herrschaftsform, Autarkie und politische Philosophie.
Wie bewertet Aristoteles das Verhältnis zwischen Herr und Sklave?
Aristoteles sieht darin eine naturalistische Notwendigkeit, in der der mit Verstand ausgestattete Herr den körperlich arbeitenden Sklaven als "beseeltes Werkzeug" zur wirtschaftlichen Existenzsicherung einsetzt.
Warum hält Aristoteles den Staat für ursprünglicher als den Einzelnen?
Da der Mensch erst in der Gemeinschaft und den Gesetzen der Polis seine volle Bestimmung als soziales Lebewesen findet, betrachtet Aristoteles das Ganze (den Staat) als notwendige Voraussetzung für das vollkommene Leben des Einzelnen.
Wie differenziert der Autor zwischen „Erwerbskunst“ und „Kapitalismus“?
Aristoteles unterscheidet zwischen der notwendigen, bedarfsdeckenden Beschaffung von Gütern und der widernatürlichen, auf unbegrenzten Gelderwerb und Zins ausgerichteten Kaufmannskunst.
Welche Position nimmt der Text zur Demokratie ein?
Die Arbeit zeigt auf, dass Aristoteles die Demokratie zwar als instabil und problematisch einstuft, sie aber im Kontext seiner Verfassungslehre als das "kleinste Übel" gegenüber der Tyrannei betrachtet.
- Arbeit zitieren
- Joel Eiglmeier (Autor:in), 2010, Einführung und Überblick über das erste und dritte Buch der "Politik" von Aristoteles, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/210621