Am 28. Oktober des Jahres 312, besiegte Kaiser Konstantin Kaiser Maxentius in der Schlacht an der milvischen Brücke, obwohl er seinem Gegner unterlegen war. Bis heute beschäftigen sich die Forscher kontrovers mit der Frage, ob Konstantin diese Schlacht im Zeichen des Kreuzes geführt hat oder nicht. In engem Zusammenhang damit wird auch diskutiert, ob Konstantin sich unter jenes Zeichen und damit auch unter Christi Schutz, auf Grund einer Vision bzw. eines Traumes stellte. Auch hier gehen die Forschermeinungen weit auseinander. Jeder der Forscher gewichtet bei seinem Antwortversuch die zahlreich vorhandenen Quellen anders.
In den zur Verfügung stehenden literarischen Quellen wird sehr unterschiedlich über das mögliches Visionserlebnis Konstantins vor der Schlacht gegen Maxentius berichtet. In der vorliegenden Hausarbeit soll betrachtet werden, wie die christlichen Autoren Laktanz und Eusebius von Caesarea dieses Ereignis beschreiben. Dazu wird untersucht wie in diesen beiden Darstellungen, die Fragen wann, wo und wie Konstantin die Vision vor der Schlacht an der milvischen Brücke erlebt hat, beantwortet werden. Außerdem wird betrachtet, wie die Autoren das Zeichen, mit dem Konstantin gesiegt hat, darstellen.
Inhaltsverzeichnis
I Einleitung
II Konstantins Vision aus dem Jahre 312
II A) Die Darstellung bei Laktanz
II B) Die Darstellung bei Eusebius von Caesarea
III Zusammenfassung
IV Quellen- und Literaturverzeichnis
IV A) Quellen
IV B) Sekundärliteratur
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die kontrovers diskutierte Frage nach dem Visionserlebnis Kaiser Konstantins vor der Schlacht an der milvischen Brücke im Jahr 312. Ziel ist es, die unterschiedlichen Berichte der christlichen Autoren Laktanz und Eusebius von Caesarea vergleichend gegenüberzustellen, um herauszuarbeiten, wie diese das Ereignis sowie das dabei verwendete Siegeszeichen interpretieren.
- Vergleich der Visionsberichte bei Laktanz und Eusebius von Caesarea
- Analyse der zeitlichen und örtlichen Diskrepanzen in den Darstellungen
- Untersuchung der christlichen Deutung von Siegeszeichen
- Darstellung der Schlacht als religiöser Wendepunkt
Auszug aus dem Buch
II A) Die Darstellung bei Laktanz
Der christliche Apologet Laktanz, berichtet über die Schlacht an der milvischen Brücke in seinem Werk: De mortibus persecutorum.
De mortibus persecutorum, wahrscheinlich um 314/ 15 entstanden und an Donatus und die christliche Gemeinde in Bithynien gerichtet, ist eine „tendenziöse, polemische Abrechnung mit den Feinden Gottes“. Laktanz versucht mit seinem wahrscheinlich in Trier vollendeten Werk zu verdeutlichen, dass Gottes Gegner noch auf der Erde für ihre Verbrechen bestraft werden.
Er schreibt dort über einen Traum den Konstantin „ a. d. sextum Kalendas Novembres [...] in quiete “ , also in der Nacht vom 27. Auf den 28 Oktober, folglich in der Nacht vor der Schlacht an der milvischen Brücke, hatte. In diesem wird Konstantin aufgefordert ein „caeleste signum dei“ auf die Schilde seiner Soldaten anzubringen. Dies macht Konstantin, indem er „transversa X littera“ und „summo capite circumflexo“.
Konstantin lässt also, laut Laktanz, ein himmlisches Zeichen Gottes an den Schildern seiner Soldaten anbringen. Dieses Zeichen entsteht, indem zuerst der Buchstabe x umgelegt wird. Aus dem x wird so ein +. In einem zweiten Schritt wird seine Spitze umgebogen. Es entsteht das monogrammatische Kreuz, auch Staurogramm genannt.
Zusammenfassung der Kapitel
I Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Problematik der konstantinischen Vision vor der Schlacht an der milvischen Brücke ein und umreißt die kontroverse Forschungslage.
II Konstantins Vision aus dem Jahre 312: Dieses Kapitel analysiert detailliert die Visionsberichte von Laktanz und Eusebius von Caesarea bezüglich Zeitpunkt, Ort und Art der Vision sowie des gewählten Zeichens.
III Zusammenfassung: Hier werden die Ergebnisse der Analyse zusammengeführt und die gravierenden Unterschiede zwischen den Berichten von Laktanz und Eusebius hervorgehoben.
IV Quellen- und Literaturverzeichnis: Dieses Verzeichnis listet die verwendeten antiken Primärquellen und die herangezogene moderne Sekundärliteratur auf.
Schlüsselwörter
Konstantin der Große, Schlacht an der milvischen Brücke, Vision, Laktanz, Eusebius von Caesarea, De mortibus persecutorum, Vita Constantini, Christogramm, Labarum, Staurogramm, Sol Invictus, Konstantinische Wende, Christentum, Kaiser, Milvische Brücke.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit behandelt die literarischen Zeugnisse zur Vision Kaiser Konstantins unmittelbar vor der Schlacht an der milvischen Brücke im Jahr 312.
Welche Autoren stehen im Zentrum der Untersuchung?
Die Arbeit konzentriert sich auf die Darstellungen der beiden christlichen Autoren Laktanz und Eusebius von Caesarea.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Es wird untersucht, wie die beiden Autoren das Visionserlebnis schildern und welche Unterschiede in Bezug auf das „Wann“, „Wo“ und „Wie“ der Vision sowie die Natur des göttlichen Zeichens bestehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine quellenkritische Untersuchung, die auf einem Vergleich der antiken Schriften basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die Berichte von Laktanz und Eusebius einzeln analysiert und ihre Beschreibungen von Vision, Traum und der Anfertigung des Siegeszeichens detailliert gegenübergestellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Konstantin, Milvische Brücke, Vision, Laktanz, Eusebius, Labarum und Konstantinische Wende.
Wie unterscheidet sich die Vision bei Laktanz von der bei Eusebius?
Laktanz berichtet von einem nächtlichen Traum in Italien kurz vor der Schlacht, während Eusebius eine Vision am helllichten Tag in Gallien beschreibt, der später ein Traum folgt.
Welche Rolle spielt das Labarum in der Argumentation des Eusebius?
Das Labarum ist eine von Konstantin nach göttlicher Anweisung angefertigte Standarte, die laut Eusebius zum Sieg gegen Maxentius führt; bei Laktanz kommt dieses spezifische Objekt hingegen nicht vor.
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- Anonym (Author), 2012, Konstantins Vision vor der Schlacht an der milvischen Brücke. Die Darstellungen bei Laktanz und Eusebius von Caesarea, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/210272