Durch die Entwicklungen der letzten Jahrzehnte, besonders der fortschreitenden Globalisierung der Wirtschaft, hat sich die Wirtschaftsstruktur in Deutschland verändert.
Der Wandel von einer Industriegesellschaft zu einer Dienstleistungsgesellschaft macht eine neu ausgerichtete Wirtschaftspolitik notwendig, um den Wirtschaftsstandort Deutschland an die neuen Rahmenbedingungen anzupassen und seine Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten.
Wachsende Bedeutung in der Wirtschaftspolitik erlangen dabei die Regionen und die Innovationen.
In einem Land oder einer Region verändern sich die Engpassfaktoren der wirtschaftlichen Entwicklung in Abhängigkeit des gegenwärtigen Entwicklungsstandes. In niedrigentwickelten Gebieten ist beispielsweise die ausreichende Versorgung mit Rohstoffen einer der ausschlaggebenden Engpassfaktoren. In hochentwickelten Regionen mit stark ausgebildetem tertiärem Sektor entsteht ein Engpass vor allem bei dem zu Verfügung stehenden und ausreichend qualifiziertem Humankapital, sowie dem Zugang zu wirtschaftlichen und technologischen Informationen.
Zum Ausgleich der Folgen des Strukturwandels ist es notwendig, neue Märkte aufzubauen oder sich Wettbewerbsvorteile zu verschaffen, um bereits bestehende Wirtschaftszweige in Deutschland zu halten. Dies wird u.a. durch steigende Innovationsaktivität ermöglicht. Um im Wettbewerb mit Niedriglohnländern bestehen zu können, ist es notwendig den Fokus auf den personalintensiven Dienstleistungssektor zu setzten, da im sekundären Sektor zunehmend der Faktor Arbeit durch Kapital substituiert wird (Automatisierung) oder in Niedriglohnländer verlagert wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Einführung in die Thematik der Bachelorarbeit
1.2. Vorgehensweise zur Umsetzung der Bachelorarbeit
1.3. Begriffsklärungen und Definitionen
1.3.1. Invention, Innovation, Diffusion
1.3.2. Region
1.3.3. Humankapital
1.4. Einordnung in die allgemeine Wirtschaftspolitik
2. Theoretische Grundlagen
2.1. Innovationsorientierte regionale Wirtschaftspolitik
2.1.1. Regionales Innovationssystem
2.1.2. Regionale Innovationsförderung
2.2. Evolutionsansatz
3. Empirische Anwendung
3.1. RIS Koblenz-Mittelrhein
3.2. Beispiel Technologie Zentrum Koblenz
3.2.1. Hintergrund
3.2.2. Theoriebezug
3.3. Beispiel IT.Stadt Koblenz
3.3.1. Hintergrund
3.3.2. Theoriebezug
4. Situationsanalyse
5. Abschließender Überblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept der innovationsorientierten regionalen Wirtschaftspolitik und analysiert dessen praktische Anwendung sowie Umsetzung innerhalb der Region Koblenz-Mittelrhein vor dem Hintergrund des aktuellen Strukturwandels.
- Analyse theoretischer Grundlagen zu Innovationssystemen und Evolutionsökonomie.
- Untersuchung der Bedeutung von Humankapital und Wissen als Engpassfaktoren.
- Erforschung regionaler Netzwerke und Cluster als Instrumente der Wirtschaftspolitik.
- Empirische Fallstudien zum Technologie Zentrum Koblenz und zum Verein IT.Stadt Koblenz e.V.
Auszug aus dem Buch
1.3.1. Invention, Innovation, Diffusion
Die Erste der drei Phasen des technischen Fortschritts ist die Invention. In der Inventionsphase schafft der Inventor neues Wissen, welches benötigt wird um eine Innovation zu erzeugen.
Eine Innovation ist die erstmalige Anwendung eines neuen Produktes am Markt, bzw. die Anwendung eines neuen Produktionsverfahrens. Sie ist ein „evolutionärer, kumulativer, interaktiver und rückgekoppelter Prozess des Transfers von Information, implizitem und explizitem Wissen in Neuerungen technischen und organisatorischen Charakters“, der außerdem durch Unsicherheit gekennzeichnet ist.
Wenn Inventor und Innovator nicht identisch sind, liegt der Prozess der Diffusion vor. Unter diesem Prozess versteht man zum einen den Informationstransfer zwischen Inventor und Innovator, aber auch zwischen Innovator und Adoptoren, Adaptoren oder Imitatoren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert den wirtschaftlichen Strukturwandel und die wachsende Bedeutung von Regionen und Innovationen für die Wettbewerbsfähigkeit.
2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die innovationsorientierte regionale Wirtschaftspolitik sowie den Evolutionsansatz als Erklärungsmodell für wirtschaftliche Entwicklungsprozesse.
3. Empirische Anwendung: Hier wird die praktische Umsetzung der Theorie anhand des regionalen Innovationssystems (RIS) in Koblenz-Mittelrhein sowie spezieller Projekte wie dem Technologie Zentrum Koblenz und der IT.Stadt Koblenz e.V. dargestellt.
4. Situationsanalyse: Die Analyse fasst den Stand des Strukturwandels und die Ausgestaltung der Innovationspolitik in der Region Koblenz zusammen.
5. Abschließender Überblick: Das Fazit hebt die zentrale Rolle von Humankapital und Information hervor und resümiert die Bedeutung regionaler Netzwerke für den Innovationsprozess.
Schlüsselwörter
Innovationspolitik, Regionale Wirtschaftspolitik, Innovationssystem, Humankapital, Wissenstransfer, Evolutionsökonomie, Cluster, Technologiezentrum, Strukturwandel, Wettbewerbsfähigkeit, Koblenz, Netzwerkbildung, Diffusion, Regionalökonomie, Standortmarketing.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der innovationsorientierten Wirtschaftspolitik auf regionaler Ebene und untersucht, wie diese theoretisch begründet und praktisch umgesetzt wird.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind regionale Innovationssysteme, der Evolutionsansatz in der Ökonomie, Wissenstransfer sowie die Rolle von Netzwerken und Clustern für die regionale Entwicklung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist zu klären, was eine innovationsorientierte regionale Wirtschaftspolitik ausmacht und wie die Region Koblenz-Mittelrhein dieses Konzept in die Praxis umsetzt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Fundierung durch Literaturanalyse und kombiniert diese mit einer empirischen Situationsanalyse der Region Koblenz-Mittelrhein anhand konkreter Beispiele.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen (einschließlich VSB-Paradigma) erarbeitet und anschließend auf die empirischen Gegebenheiten in Koblenz angewendet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Innovationssystem, Humankapital, regionale Wirtschaftspolitik, Wissensdiffusion und Standortvorteile.
Welche Rolle spielt das Technologie Zentrum Koblenz (TZK)?
Das TZK dient als konkretes Fallbeispiel für ein politisches Instrument zur Förderung technologieorientierter Unternehmensgründungen und zur Bereitstellung eines innovativen Umfelds.
Welche Funktion erfüllt der Verein IT.Stadt Koblenz e.V.?
Der Verein fungiert als Netzwerk-Initiator, der darauf abzielt, die Wirtschaftsstruktur in den Bereichen IT und Multimedia zu stärken und ein regionales IT-Profil zu schärfen.
- Arbeit zitieren
- Patrick Schmitt (Autor:in), 2013, Innovationsorientierte regionale Wirtschaftspolitik in der Region Koblenz-Mittelrhein, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/210063