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Der Umgang mit musealen Kulturgütern

Fallbeispiele - bearbeitet nach den 'Ethischen Richtlinien für Museen' des ICOM

Titel: Der Umgang mit musealen Kulturgütern

Essay , 2011 , 15 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Anne Riedel (Autor:in)

Geschichte Europas - Neueste Geschichte, Europäische Einigung

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

„Ein Museum ist eine gemeinnützige, auf Dauer angelegte, der Öffentlichkeit zugängliche Einrichtung im Dienste der Gesellschaft und ihrer Entwicklung, die zum Zwecke des Studiums, der Bildung und des Erlebens materielle und immaterielle Zeugnisse von Menschen und ihrer Umwelt beschafft, bewahrt, erforscht, bekannt macht und ausstellt.“

Sie zeigen als Einrichtungen angewandter Geschichte also die Objekte als historische Zeugnisse. Der sorgsame Umgang mit solchen Kulturgütern muss dementsprechend auch einen hohen Stellenwert in der Museumsarbeit einnehmen.

Zu diesem Zwecke wurden vom Internationalen Museumsrat (International Council of Museums), kurz ICOM, die „Ethischen Richtlinien für Museen“ (Code of Ethics for Museums) entwickelt, welche weltweit gelten und die Grundlage für den korrekten Umgang mit musealem Kulturgut bilden.
Trotz der Maßnahmen zum guten Umgang mit Museumsgut kommt es weiterhin auch vermehrt zum Gegenteil. „Zahllose Raubgrabungen an archäologisch bedeutsamen Stätten, die zerstörerische Plünderung von antiken Kulturstätten sowie der massenhafte Diebstahl von Kunstgegenständen aus Kirchen und Museen in aller Welt bedrohen die wissenschaftliche Erschließung, die Erhaltung und den allgemeinen Zugang zu unserem gemeinsamen kulturellen Erbe.“ Die Umsätze mit dem illegalen Kulturgüter-Handel sind immens hoch, doch die von ihm verursachten wissenschaftlichen Verluste sind aber noch viel höher.

Wie ICOM aufgrund der „Ethischen Richtlinien für Museen“ gegen solch einen Kulturmissbrauch ankämpfen kann, soll in dieser Arbeit genauer betrachtet werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. EINLEITUNG

II. FALLBEISPIELE

a. Beispiel 1: Museum Krefeld

b. Beispiel 2: Stadtmuseum Tübingen

c. Beispiel 3: Neues Verwaltungssystem in Hessen

d. Beispiel 4: Maori-Schädel

e. Beispiel 5: Gemälde aus Niedersachsen

f. Beispiel 6: Kambodscha

III. SCHLUSSGEDANKEN

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den ethischen Umgang mit musealen Kulturgütern im 21. Jahrhundert, insbesondere im Hinblick auf die „Ethischen Richtlinien für Museen“ des ICOM, und analysiert anhand von Fallbeispielen, wie Konflikte zwischen Museen und Trägerschaften oder Herkunftsgesellschaften gelöst werden können.

  • Ethische Prinzipien und Richtlinien der Museumsarbeit
  • Konfliktmanagement bei Eigentumsfragen und Provenienzproblemen
  • Verantwortung von Museumsträgern gegenüber Sammlungsbeständen
  • Umgang mit Restitutionsforderungen indigener Völker
  • Wissenschaftliche Integrität versus wirtschaftliche oder politische Interessen

Auszug aus dem Buch

a) Beispiel 1: Museum Krefeld

Vor einiger Zeit war in den Zeitungen in Krefeld und darüber hinaus zu lesen, dass das Dach des Museums dringend erneuert werden muss, weil es an verschiedenen Stellen undicht geworden war. Aufgrund der schwierigen Haushaltslage der Stadt hat der Stadtkämmerer das Museum aufgefordert, ein bedeutendes Gemälde aus seinen Sammlungen zu verkaufen, damit das Dach repariert und aus dem Erlös bezahlt werden kann. Der Museumsdirektor hat ICOM gebeten zu diesem Fall Stellung zu beziehen.

Die Stadt Krefeld geht in diesem Konfliktfall zunächst davon aus, dass diese Forderung angemessen ist, da Kultur allgemein als Angelegenheit der verschiedenen Länder angesehen wird.

In §1.3 heißt es, dass der Museumsträger (in diesem Fall ist es die Stadt Krefeld) „sowohl angemessene Räumlichkeiten, als auch ein geeignetes Umfeld für das Museum gewährleisten“ soll, damit dieses seine Funktionen ordnungsgemäß erfüllen kann. Eine als angemessen angesehene Räumlichkeit wäre in diesem Fall eine mit einem reparierten, dichten Dach, da nur so der Erhalt der Sammlungen wirklich gewährleistet werden kann. Außerdem ist der Träger allgemein „für Fortbestand, Weiterentwicklung und Finanzierung des Museums verantwortlich“.

Zusammenfassung der Kapitel

I. EINLEITUNG: Einführung in die Definition des Museums als Bewahrer kultureller Zeugnisse sowie Vorstellung der ICOM-Richtlinien als normativen Rahmen für den Umgang mit Kulturgütern.

II. FALLBEISPIELE: Detaillierte Untersuchung von sechs Konfliktfällen aus der Museumspraxis, in denen die Einhaltung ethischer Richtlinien bei Managemententscheidungen, Sicherheitsfragen und Restitutionsansprüchen geprüft wird.

III. SCHLUSSGEDANKEN: Synthese der Ergebnisse, wobei die Bedeutung internationaler Regelwerke und die vorrangige Verpflichtung der Museen zum Schutz des Kulturerbes hervorgehoben werden.

Schlüsselwörter

Museale Kulturgüter, ICOM, Ethische Richtlinien, Museumsarbeit, Provenienz, Restitution, Kulturgüterschutz, Museumsträger, Sammlungserhalt, Eigentumsrecht, Kulturmissbrauch, Ethik, Museumsethik, Kulturerbe, Konfliktlösung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der ethischen Dimension der Museumsarbeit und analysiert, wie Museen in Konfliktsituationen auf Basis internationaler Richtlinien korrekt agieren sollten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die Themen Kulturgüterschutz, die Verantwortung von Museumsträgern, der Umgang mit illegalem Handel sowie Restitutionsfragen bei indigenem Kulturgut.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das ICOM durch seine ethischen Richtlinien bei konkreten Interessenkonflikten zwischen Museen, Städten und Herkunftsgesellschaften vermitteln und Fehlverhalten verhindern kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Fallstudienmethode, um abstrakte ethische Paragrafen auf praktische Konflikte der Museumswelt anzuwenden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden sechs spezifische Fallbeispiele – von baulichen Sanierungskonflikten über Diebstahl bis hin zur Rückgabe indigener Artefakte – detailliert analysiert.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Museumsethik, Kulturgutschutz, Eigentumsrecht, Provenienz und die Verantwortung des Museumsträgers.

Wie bewertet die Arbeit den Verkauf von Museumsobjekten zur Finanzierung von Baumaßnahmen?

Sie lehnt dies als unzumutbar ab, da die Pflicht zur Bereitstellung angemessener Räumlichkeiten beim Museumsträger liegt und Sammlungen nicht als leicht verwertbares Aktivvermögen betrachtet werden dürfen.

Wie sollte laut ICOM-Richtlinien mit Restitutionsforderungen umgegangen werden?

Museen sollen in einen unparteiischen Dialog treten, der auf wissenschaftlichen und humanitären Prinzipien basiert, statt sich hinter rein rechtlichen Eigentumstiteln zu verschanzen.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Umgang mit musealen Kulturgütern
Untertitel
Fallbeispiele - bearbeitet nach den 'Ethischen Richtlinien für Museen' des ICOM
Hochschule
Universität Bayreuth
Veranstaltung
Blockseminar
Note
1,7
Autor
Anne Riedel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
15
Katalognummer
V209993
ISBN (eBook)
9783656399971
ISBN (Buch)
9783656400981
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Museum
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anne Riedel (Autor:in), 2011, Der Umgang mit musealen Kulturgütern, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/209993
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  15  Seiten
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