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Liquiditätsanforderungen nach Basel III

Die Auswirkungen der neuen Liquiditätsanforderungen nach Basel III auf die Bilanzstruktur und die Ertragssituation einer mittelständischen Bank

Titel: Liquiditätsanforderungen nach Basel III

Masterarbeit , 2012 , 88 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Steve Meißner (Autor:in)

BWL - Bank, Börse, Versicherung

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Ausgangspunkt für Reformen oder neue aufsichtsrechtliche Anforderungen
sind zunehmend Krisen. Die in 2007 begonnene Finanzkrise
ist immer noch nicht vollständig überwunden. Ausgangspunkt
waren hohe Ausfallquoten der Subprime-Kredite in den USA,
welche über Anleihen und andere Finanzkonstrukte wie ABSs (Asset
Backed Securities) und CDOs (Collaterized Debt Obligations) verbrieft
und so in die Portfolios der Banken verkauft wurden. Verständlich
in diesem Zuge ist, dass diese Kreditinstitute Schwierigkeiten
durch die anhaltende Finanzmarktkrise bekamen. Der Interbanken-
Geldmarkt kam zum stocken, da Vertrauensverluste vorlagen und die
gegenseitigen Ausleihungen ausblieben.
Es hat sich in diesem Zusammenhang bestätigt, dass Banken eine
zentrale Rolle im heutigen Wirtschaftssystem spielen. Dementsprechend
definiert der Baseler Ausschuss, dass ein widerstandsfähiges
Bankensystem die Grundlage für nachhaltiges Wirtschaftswachstum
ist. Banken sind dabei Intermediäre zwischen Sparern und Anlegern.
Die Finanzkrise, welche sich mittlerweile zu einer Schuldenrespektive
Staatenkrise ausgeweitet hat, ist die Grundlage für die
neuen Basel III-Reformen. Zielsetzung ist es, aus den Fehlern zu
lernen und über neue Eigenkapital- und Liquiditätsanforderungen
einzelne Institute, wie auch den gesamten Bankensektor, zu stabilisieren.
Um dieses Ziel zu erreichen, wurden den Banken Vorgaben
gegeben um systemweite wie auch institutsspezifische Schocks zu
überstehen.
Die folgende Abhandlung befasst sich ausgehend von den Grundbegriffen
der Liquidität mit den aktuellen aufsichtsrechtlichen Anforderungen
der Banken. Die vornehmlich qualitativen Anforderungen
wurden durch den neuen Basel III-Kontext durch quantitative Vorgaben
erweitert. Die neuen Basel III-Anforderungen setzen sich mit
zwei Hauptthemengebieten auseinander: den neuen Eigenkapitalvorschriften und den neuen Liquiditätsstandards. Schwerpunkt dieser
Arbeit liegt auf der Aufbereitung der neuen Liquiditätsanforderungen
nach Basel III. Der Baseler Akkord verstärkt die quantitativen
Anforderungen durch die zwei Kennzahlen Liquidity Coverage Ratio
und Net Stable Funding Ratio sowie durch Überwachungsinstrumente.[...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Regulatorische Liquiditätsanforderungen von mittelständischen Banken

2.1. Liquidität und Liquiditätsrisiko

2.2. Abgrenzung für mittelständische Banken

2.3. Aktuelle aufsichtsrechtliche Liquiditätsanforderungen im Bankenbereich

2.4. Basel III als Weiterentwicklung der aufsichtsrechtlichen Anforderungen

2.4.1. Regulatory Framework nach Basel III

2.4.2. Framework for Liquidity nach Basel III

2.5. Liquidity Coverage Ratio als neue Mindestliquiditätsquote

2.5.1. Liquidity Coverage Ratio als neue Stresskennzahl

2.5.2. Komponenten der Schockkennzahl

2.5.2.1. Zähler: Bestand an erstklassigen liquiden Aktiva

2.5.2.2. Nenner: Gesamter Nettoabfluss an Barmitteln

2.6. Net Stable Funding Ratio als neue strukturelle Liquiditätsquote

2.7. Überwachungsinstrumente

2.8. Übergangsbestimmungen

3. Liquiditätssteuerung bei Banken

3.1. Liquiditätssteuerung als Bestandteil der Gesamtbanksteuerung

3.2. Liquiditätssteuerung bei Banken

3.3. Liquiditätssteuerung in Hinblick auf die Erhöhung der Liquidity Coverage Ratio und Net Stable Funding Ratio

3.4. Ausgangssituation bei mittelständischen Banken

3.5. Auswirkungen durch Veränderung der Bilanzstruktur auf Liquidity Coverage Ratio und Net Stable Funding Ratio

3.5.1. Ausgangssituation: Beide Liquiditätskennzahlen werden erfüllt

3.5.2. Fall 1: Nur die Net Stable Funding Ratio wird erfüllt

3.5.3. Fall 2: Nur die Liquidity Coverage Ratio wird erfüllt

3.5.4. Fall 3: Beide Kennzahlen werden nicht erfüllt

3.6. Ertragsorientiertes Management bei Banken

3.6.1. Grundlagen der Margenkalkulation

3.6.2. Überblick über die Verfahren der Margenkalkulation

3.7. Ertragsorientiertes Management in Hinblick auf Mindestliquiditätsquote und strukturelle Liquiditätsquote

4. Auswirkungen der neuen aufsichtsrechtlichen Liquiditätskennzahlen auf mittelständische Finanzinstitute

4.1. Auswirkungen auf die Bilanzstruktur

4.2. Auswirkungen auf die Ertragssituation einer Bank

4.3. Die Umsetzung von Basel III und die Entstehung weiterer Problemfelder

5. Schlussbetrachtungen und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die Auswirkungen der neuen quantitativen Liquiditätsanforderungen gemäß Basel III – insbesondere der Liquidity Coverage Ratio (LCR) und der Net Stable Funding Ratio (NSFR) – auf die Bilanzstruktur und Ertragssituation mittelständischer Banken. Ziel ist es, den Lesenden für die Anforderungen zu sensibilisieren und Handlungsalternativen für die Bilanzsteuerung aufzuzeigen, um die Stabilität der Banken bei gleichzeitiger Ertragsorientierung zu gewährleisten.

  • Grundlagen der Liquiditätsrisiken und aufsichtsrechtliche Anforderungen nach Basel III
  • Strukturelle Analyse der Liquiditätskennzahlen LCR und NSFR
  • Integration der Liquiditätssteuerung in die Gesamtbanksteuerung
  • Fallbeispiele zur Optimierung der Bilanzstruktur unter Berücksichtigung von Anrechnungsfaktoren
  • Auswirkungen der neuen Kennzahlen auf Ertragssituation und Wettbewerb

Auszug aus dem Buch

3.1. Liquiditätssteuerung als Bestandteil der Gesamtbanksteuerung

Die Gesamtbanksteuerung wird nach der aktuellen Meinung als integriertes Ergebnis- und Risikomanagement auf Gesamtbankebene aufgefasst. Die wertorientierte Unternehmensführung bedingt die integrierte Messung und Steuerung der erzielten Ergebnisse im Verbund mit entstehenden Risiken. Dabei steht die konsequente Wertausrichtung des Unternehmens im Mittelpunkt. Abbildung 2: Gesamtbanksteuerung zeigt die Verbindung zwischen der Strategie, welche von der Geschäftsleitung respektive dem Vorstand vorgegeben wird, der Steuerung, geleitet durch das Treasury des KIs, und dem Controlling. Daraus erkenntlich ist die Liquidität ein Bestandteil, welcher sowohl gesteuert und kontrolliert werden muss, aber auch in die strategische Planung der Geschäftsleitung mit einfließt. Betriebswirtschaftlich vereinfacht ist es das Zusammenspiel aus Messung, Steuerung und Planung unter Beachtung des Unternehmensziels.

Anhand dieser Übersicht können nun Kernelemente der Gesamtbanksteuerung definiert werden. Ausgehend von der Gewinnerzielungsabsicht einer Bank müssen alle möglichen Risikoarten, welche diese beeinflussen können, quantifiziert werden. Dem folgt eine Definition der erfolgswirksamen Risiken stets unter der Beachtung von aufsichtsrechtlichen Vorgaben sowie der jederzeitigen Wahrung der Liquidität. Erst dann kann eine Allokation der Ergebnis- und Risikobeiträge auf die Geschäftsfelder erfolgen.

Liquidität ist somit Grundlage für jeglichen Geschäftsbetrieb und Ertragsgedanken. Dies hat sich vor allem in der 2007 begonnen Finanzkrise gezeigt, als Bonität vor Liquidität stand. Die Auswirkungen der Krise sind bekannt und waren Anlass für die Zentralisierung der Liquiditätsrisiken in den neuen Basel III-Richtlinien. Die qualitativen Anforderungen der MaRisk respektive Basel II, wurden mit der Verordnung zum Liquiditätsrisiko auch mit den beiden Kennzahlen LCR und NSFR quantitativ konkretisiert. Dies hat zur Folge, dass sowohl in strategischer als auch in operativer Liquiditätssteuerung gearbeitet werden musste.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Finanzkrise ein und erläutert die Zielsetzung sowie das methodische Vorgehen der Arbeit im Kontext von Basel III.

2. Regulatorische Liquiditätsanforderungen von mittelständischen Banken: Dieses Kapitel definiert Liquidität sowie Liquiditätsrisiken und erläutert detailliert die quantitativen und qualitativen Vorgaben der Basel III-Reformen, einschließlich LCR und NSFR.

3. Liquiditätssteuerung bei Banken: Hier wird die Integration der Liquiditätssteuerung in die Gesamtbanksteuerung thematisiert und anhand von Fallbeispielen die Wirkung der Bilanzumstrukturierung auf die Erfüllung der Kennzahlen demonstriert.

4. Auswirkungen der neuen aufsichtsrechtlichen Liquiditätskennzahlen auf mittelständische Finanzinstitute: In diesem Kapitel werden die strukturellen Konsequenzen für die Bilanzgestaltung und die Auswirkungen auf die Ertragssituation der Banken analysiert.

5. Schlussbetrachtungen und Ausblick: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zur Anwendbarkeit von Basel III zusammen und gibt einen Ausblick auf künftige Herausforderungen für Finanzinstitute.

Schlüsselwörter

Basel III, Liquiditätsrisiko, LCR, NSFR, Gesamtbanksteuerung, Bilanzstruktur, Ertragsorientiertes Management, Mittelständische Banken, MaRisk, Liquiditätssteuerung, Margenkalkulation, Refinanzierung, Finanzkrise, Aufsichtsrecht, Kapitalanforderungen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Masterarbeit untersucht die Auswirkungen der durch Basel III eingeführten Liquiditätskennzahlen (LCR und NSFR) auf mittelständische Banken und deren Gesamtbanksteuerung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Themen umfassen die aufsichtsrechtlichen Liquiditätsregulierungen, die praktische Liquiditätssteuerung innerhalb von Banken sowie die Auswirkungen dieser Vorgaben auf Bilanzstruktur und Ertragslage.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, das Verständnis für die neuen quantitativen Liquiditätskennzahlen zu schärfen und aufzuzeigen, wie Banken ihre Bilanzstruktur anpassen können, um regulatorische Anforderungen zu erfüllen, ohne die Rentabilität zu gefährden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse, ergänzt durch eine beispielhafte, quantitative Darstellung anhand von Strukturbilanzen und Fallunterscheidungen, um Auswirkungen verschiedener Bilanzkonstellationen zu veranschaulichen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die regulatorischen Grundlagen von Basel III, die theoretische Integration in die Banksteuerung sowie eine detaillierte Analyse der Auswirkungen auf Bilanzstruktur und Ertrag unter Berücksichtigung von Margenkalkulationen.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Liquidity Coverage Ratio (LCR), Net Stable Funding Ratio (NSFR), Liquiditätsrisikomanagement, Gesamtbanksteuerung, Bilanzstruktur und Ertragsorientierung.

Wie beeinflusst die LCR die Bilanzstruktur einer Bank?

Die LCR erfordert die Vorhaltung hochwertiger, liquider Aktiva, was Banken dazu zwingt, ihr Portfolio vermehrt auf LCR-konforme Wertpapiere, wie Staatsanleihen, umzuschichten, was wiederum die Rendite beeinflussen kann.

Welche Rolle spielt das Ertragsmanagement bei der Umsetzung von Basel III?

Banken stehen vor der Herausforderung, trotz der regulatorisch bedingten Umschichtung hin zu weniger rentablen, aber liquiden Aktiva, ihre Margen zu schützen, was eine präzise Margenkalkulation und strategische Bilanzoptimierung erforderlich macht.

Ende der Leseprobe aus 88 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Liquiditätsanforderungen nach Basel III
Untertitel
Die Auswirkungen der neuen Liquiditätsanforderungen nach Basel III auf die Bilanzstruktur und die Ertragssituation einer mittelständischen Bank
Hochschule
Universität Siegen  (Wirtschaftswissenschaften)
Veranstaltung
Risikomanagement in Banken
Note
2,3
Autor
Steve Meißner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
88
Katalognummer
V209890
ISBN (eBook)
9783656430513
ISBN (Buch)
9783656437994
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Basel III Risikomanagement Regulierung Liquidität Liquiditätskennzahlen Liquidity Coverage Ratio Net Stable Funding Ratio LCR NSFR Basel II MaRisk Bank mittelständische Bank
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Steve Meißner (Autor:in), 2012, Liquiditätsanforderungen nach Basel III, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/209890
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Leseprobe aus  88  Seiten
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