In der vorliegenden Arbeit soll das Prinzip der Selbstevaluation nach Joachim König beispielhaft anhand des Angebots der Schülernachmittagsbetreuung dargestellt werden.
Zunächst sollen dazu nötige Begriffe geklärt werden, wobei die genannte Leistung der Schülerbetreuung erst im Anschluss an die Einleitung erläutert wird. Zu beachten ist, dass die Beschreibung dieser Leistung anhand des Angebots der Nachbarschaftshilfe Unterschleißheim unter Punkt 2 zwar als Anhaltspunkt für die folgende Ausführung dient. Das Beispiel ist jedoch aufgrund verschiedener Abwandlungen und Fokussierungen teilweise nicht mehr deckungsgleich mit den realen Sachverhalten und Vorgängen. Das widerspricht dennoch nicht der Themenstellung einer beispielhaften Darstellung auf theoretischer Ebene, da in dieser Arbeit die Thematik der einzelnen Schritte der Selbstevaluation im Mittelpunkt stehen soll. Folglich ist dies schon aufgrund der nicht bestehenden Möglichkeit der Erhebung realer Daten in Kombination der von diesen Daten teilweise abhängigen Gestaltung einzelner Arbeitsschritte eine rein hypothetische Abhandlung.
Der Begriff der Evaluation beschreibt einen Vorgang der Bewertung. Übertragen auf die Soziale Arbeit, und das vorliegende Beispiel ist ein Teil derselben, bedeutet das die Erhebung von Daten über qualitative und quantitative Verfahren, ihre Verwertung und die Bildung von Rückschlüssen auf die Qualität der untersuchten sozialarbeiterischen Handlungen. Die Problematik der Definition von Qualität sozialer Arbeit soll in dieser Arbeit bei der Formulierung der Ziele der Selbstevaluation nicht weiter ausgeführt werden, da dies den Rahmen der Abhandlung sprengen würde.
Unter dem Begriff der Selbstevaluation ist ein Verfahren der internen Evaluation zu verstehen. Hier soll folgende Definition Joachim Königs als Grundlage dienen: „Selbstevaluation meint die Beschreibung und Bewertung von Ausschnitten des eigenen alltäglichen beruflichen Handelns und seiner Auswirkungen nach (selbst) bestimmten Kriterien“ . Somit lässt sich dieses Verfahren einerseits durch die Deckung der forschenden und der, im Sinne der untersuchten Leistung, handelnden Tätigkeit von der Fremdevaluation und aufgrund der Durchführung durch Mitarbeiter, nicht aber durch von außen herangezogene Fachkräfte, von den Verfahren der externen Evaluation abgrenzen. [...]
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Leistung der Schülernachmittagsbetreuung ausgehend vom Angebot der Nachbarschaftshilfe Unterschleißheim
3 Die Abhandlung der zehn Arbeitsschritte der Selbstevaluation nach J. König
3.1 Der erste Arbeitsschritt: Die Ziele der Selbstevaluation
3.2 Der zweite Arbeitsschritt: Die nötigen Bedingungen
3.3 Der dritte Arbeitsschritt: Die Eingrenzung des Untersuchungsgegenstands
3.4 Der vierte Arbeitsschritt: Die Operationalisierung des Gegenstands
3.5 Der fünfte Arbeitsschritt: Die Entwicklung von Bewertungskriterien
3.6 Der sechste Arbeitsschritt: Die Festlegung von Informationsquellen
3.7 Der siebte Arbeitsschritt: Beispiele für Methoden zur Datenerhebung
3.8 Der neunte Arbeitsschritt: Die Beurteilung der Selbstevaluation
3.9 Der zehnte Arbeitsschritt: Die Verwertung der Ergebnisse
4 Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, das theoretische Prinzip der Selbstevaluation nach Joachim König anhand eines praktischen Fallbeispiels – der Schülernachmittagsbetreuung der Nachbarschaftshilfe Unterschleißheim – darzustellen und exemplarisch auf die einzelnen Arbeitsschritte anzuwenden.
- Grundlagen und Definition der Selbstevaluation nach Joachim König
- Analyse der institutionellen und individuell-gruppendynamischen Voraussetzungen
- Operationalisierung von Sozialkompetenz als zentralem Untersuchungsgegenstand
- Methoden zur Datenerhebung und Dokumentation in der Praxis
- Kriterien der Qualitätsbeurteilung und Ergebnisverwertung in der Evaluation
Auszug aus dem Buch
3.1 Der erste Arbeitsschritt: Die Ziele der Selbstevaluation
Als erster Arbeitsschritt müssen die Ziele der Selbstevaluation festgelegt werden. Dabei lässt sich eine Einteilung in fünf grundlegende Kategorien vornehmen: Erfolgskontrolle, Aufklärung, Qualifizierung, Legitimierung und Innovation. Zwar kann sich ein Zielkatalog so gestalten, dass alle fünf dieser Kategorien zu Zielen formuliert werden, da im vorliegenden Beispiel jedoch aus Platzgründen nur drei Ziele genannt und davon zwei bearbeitet werden, sind die Kategorien nicht vollständig abgedeckt. Daher soll hier der jeweils stellenweise vorgenommene Hinweis auf den Einbezug der genannten Aspekte ausreichen, die Kriterien nicht aber detailliert ausgeführt werden.
Zwei der Ziele der Selbstevaluation im vorliegenden Beispiel ergeben sich aus dem Wertekodex der Anbieter, also der oben genannten Nachbarschaftshilfe: Die wachsende Selbstständigkeit sowie eine erweiterte Sozialkompetenz der Schüler. Diesen beiden Aspekten übergeordnet ist das Ziel eines hohen Wirkungsgrades, was die Verbesserung der schulischen Leistungen der Adressaten aufgrund der Teilnahme an der Schülernachmittagsbetreuung betrifft.
Die Erläuterung der Ziele wird nach dem Grad der Vorrangigkeit, also der Kombination aus zeitlicher Dringlichkeit und inhaltlicher Wichtigkeit, geordnet. Als in diesem Sinne wichtigstes und vorangestelltes Ziel soll hier die Verbesserung der Effizienz des Programms herangezogen werden. Die Teilnahme der Schüler an dem Programm soll sich in möglichst hohem Maße positiv auf die schulischen Leistungen auswirken. Denn mit positiven Ergebnissen einer diesbezüglich ausgerichteten Erhebung lässt sich der Anspruch auf finanzielle Unterstützung und somit die Weiterführung des Angebots legitimieren. Kategorisch fällt dieser Bereich in die Erfolgskontrolle, da hier beispielsweise „Erfolg und Misserfolg auf der fachlichen […] Ebene“ sichtbar gemacht wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die theoretische Thematik der Selbstevaluation und Abgrenzung zum beispielhaften Anwendungsbereich der Schülernachmittagsbetreuung.
2 Die Leistung der Schülernachmittagsbetreuung ausgehend vom Angebot der Nachbarschaftshilfe Unterschleißheim: Vorstellung der Rahmenbedingungen, Ziele und Finanzierungsstruktur des betrachteten Praxisfeldes.
3 Die Abhandlung der zehn Arbeitsschritte der Selbstevaluation nach J. König: Detaillierte theoretische Darstellung und beispielhafte Anwendung der Evaluationsschritte von der Zielsetzung bis zur Ergebnisverwertung.
4 Schluss: Zusammenfassung der durchgeführten Schritte und Ausblick auf die Bedeutung der Evaluation in der Sozialen Arbeit.
Schlüsselwörter
Selbstevaluation, Joachim König, Soziale Arbeit, Schülernachmittagsbetreuung, Sozialkompetenz, Qualitätsmanagement, Erfolgskontrolle, Operationalisierung, Datenerhebung, Evaluation, Praxis, Bildung, Nachbarschaftshilfe, Methoden, Dokumentation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der methodischen Umsetzung einer Selbstevaluation nach dem Modell von Joachim König, angewandt auf ein soziales Projekt zur Schülernachmittagsbetreuung.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Evaluation, die Definition von Zielen, die Operationalisierung komplexer Begriffe wie Sozialkompetenz sowie die methodische Planung und Beurteilung von Evaluationsprozessen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel ist eine beispielhafte, theoriegeleitete Darstellung, wie die zehn Arbeitsschritte einer Selbstevaluation in der Praxis Sozialer Arbeit umgesetzt werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische, hypothesengeleitete Abhandlung, die den Leitfaden von Joachim König als Strukturvorgabe nutzt und diese durch fachliche Literatur ergänzt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die schrittweise Erarbeitung der Evaluationskriterien, angefangen bei der Zielsetzung, über die notwendigen Bedingungen, bis hin zur Operationalisierung und Erhebungsmethodik.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Selbstevaluation, Sozialkompetenz, Qualitätsmanagement und Soziale Arbeit definieren.
Warum wird im Beispiel der Fokus explizit auf die Sozialkompetenz gelegt?
Dies geschieht aufgrund der Relevanz für das Betreuungsangebot und der Annahme, dass die Förderung von Sozialkompetenz und Selbstständigkeit direkt mit einer Verbesserung der schulischen Leistungen korreliert.
Welche Rolle spielt die Dokumentation durch die Mitarbeiter?
Die Dokumentation, etwa durch Tagebuchführung, ist essenziell für die Selbstbeobachtung und liefert wichtige qualitative Daten über den Verlauf und die Erfolge des Projekts im Alltag.
- Quote paper
- Dominik Amersdorffer (Author), 2011, Selbstevaluation in der Schülernachmittagsbetreuung. Eine Darstellung nach Joachim König, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/209728