Die Geschichte des Münsterländer Kreidebeckens begann vor ungefähr 100 Ma in der Unterkreide, genauer gesagt im Alb. Zu dieser Zeit wurde ein Gebirge, das seit dem Karbon bestand, allmählich vom Meer überflutet, bis es dann im Cenoman komplett vom Meer überdeckt war. Die Entwicklung des Rheinischen Schiefergebirges begann dagegen viel früher, nämlich im Mittel-Devon vor etwa 400 Ma. Zu dieser Zeit überdeckte ein ausgedehntes Meer Europa, wodurch es zur Ablagerung von feinen Sanden und Tonen kam. In flacheren Meeresregionen bildeten sich aufgrund des wärmeren Wassers Korallenriffe. Im Karbon fand schließlich die Diagenese dieser Sedimente statt: Die Kalkschlämme aus den tieferen Meeresregionen wurden zu Kalksteinen, Tone wurden zu Tonsteinen oder Kieselschiefer, Sande zu Sandsteinen und Korallen wurden diagenetisch umgewandelt zu Riffkalksteinen.
Inhaltsverzeichnis
1. Die geologische Entwicklung des Münsterländer Kreidebeckens und des Rheinischen Schiefergebirges
2. Erster Tag: Erster Aufschluss im Cemex-Steinbruch südöstlich von Beckum
3. Erster Tag: Zweiter Aufschluss im Steinbruch der Firma „Killing & Co. Natursteine“ südlich von Beckum
4. Erster Tag: Drittter Aufschluss an der Gaststätte „Route 66“
5. Erster Tag: Vierter Aufschluss in einem Steinbruch am Ortsausgang von Altenrüthen
6. Zweiter Tag: Erster Aufschluss in einem Steinbruch am Ortsausgang von Brilon
7. Zweiter Tag: Zweiter Aufschluss in einem Steinbruch in Messinghausen
8. Zweiter Tag: Dritter Aufschluss in einem Steinbruch bei Niederhof
9. Zweiter Tag: Vierter Aufschluss im Steinbruch Arnstein zwischen Padberg und Adorf
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit dokumentiert eine zweitägige geologische Geländeübung, deren Ziel die Untersuchung verschiedener Aufschlüsse zur Bestimmung der geologischen Entwicklung des Münsterländer Kreidebeckens und des Rheinischen Schiefergebirges ist. Dabei werden insbesondere Sedimentstrukturen, tektonische Merkmale sowie vulkanische Gesteinsformen analysiert und zeitlich eingeordnet.
- Geologische Entwicklung des Münsterländer Kreidebeckens
- Sedimentationsprozesse und marine Ablagerungen
- Tektonische Verformungen und Kluftsysteme
- Vulkanismus und Gesteinsmetamorphose
Auszug aus dem Buch
2. Erster Tag: Erster Aufschluss im Cemex-Steinbruch südöstlich von Beckum
Um den ersten Aufschluss der Geländeübung zu erreichen, ist unsere Gruppe vom Institut für Geologie und Paläontologie, Corrensstr.24, von Münster aus 60km südöstlich nach Beckum zum westlichen Ortsrand gefahren. Dort hat unsere Gruppe den Steinbruch der Cemex Logistic GmbH besucht.
Der gesamte Aufschluss ist 20-30m mächtig und besteht überwiegend aus dicken Kalkbänken, die mit dünnen Mergeln alternieren. Diese Schichtfolge ist auch bekannt als die Beckumer Schichten. Die Kalksteine sind überwiegend weiß bis hellgrau, es finden sich aber auch hellbraune Schichten die durch aus dem Wasser gefällte Stoffe entstanden sind, die sich hier als rostige Beschläge ablagern. Die Gesteine sind sehr feinkörnig und mit dem Hammer leicht in Bruchstücke zu zerkleinern. Die Mergelschichten dagegen sind sehr lehmig und tonig und haben ein dunkleres Grau, als die Kalkbänke. Auch sind die Mergel sehr weich und lassen sich mit bloßen Händen zerbrechen. Beide Gesteinstypen brausen mit 10%-iger Salzsäure, was ein Indiz für das Vorhandensein von Karbonat ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die geologische Entwicklung des Münsterländer Kreidebeckens und des Rheinischen Schiefergebirges: Dieses Kapitel erläutert die stratigraphische Geschichte und die großräumigen tektonischen Prozesse, die das Münsterländer Kreidebecken und das Rheinische Schiefergebirge geformt haben.
2. Erster Tag: Erster Aufschluss im Cemex-Steinbruch südöstlich von Beckum: Die Untersuchung der Beckumer Schichten zeigt eine Wechsellagerung von Kalken und Mergeln, die auf marine Ablagerungsbedingungen und Turbiditströme hindeutet.
3. Erster Tag: Zweiter Aufschluss im Steinbruch der Firma „Killing & Co. Natursteine“ südlich von Beckum: Hier werden glaukonitführende Sandsteine und spezielle tektonische Kluftstrukturen mit fächerförmiger Ausprägung analysiert.
4. Erster Tag: Drittter Aufschluss an der Gaststätte „Route 66“: Dieser Standort bietet einen geomorphologischen Überblick über die Schichtstufenlandschaft des Münsterlandes und verdeutlicht die erosive Wirkung auf verschieden resistente Gesteinsschichten.
5. Erster Tag: Vierter Aufschluss in einem Steinbruch am Ortsausgang von Altenrüthen: Die Untersuchung umfasst zwei Teilbereiche, die unterschiedliche Altersstufen der Unterkreide sowie marine Sandstein- und Kalkablagerungen aufzeigen.
6. Zweiter Tag: Erster Aufschluss in einem Steinbruch am Ortsausgang von Brilon: Der Fokus liegt auf riffnahen Gesteinsformationen aus dem Mittel-Devon, die durch Karstverwitterung und Subrosionsprozesse geprägt sind.
7. Zweiter Tag: Zweiter Aufschluss in einem Steinbruch in Messinghausen: Die Identifikation von Diabasen, die durch submarinen Vulkanismus im Unter-Karbon entstanden sind, steht hier im Mittelpunkt.
8. Zweiter Tag: Dritter Aufschluss in einem Steinbruch bei Niederhof: Die Analyse von Diabas-Bänken in Kombination mit Stinkekalken sowie die Untersuchung komplexer Schieferungs- und Schichtungsbeziehungen bilden den Kern dieses Standorts.
9. Zweiter Tag: Vierter Aufschluss im Steinbruch Arnstein zwischen Padberg und Adorf: Der Abschluss der Exkursion widmet sich Kissenbasalten aus dem Mitteldevon, die durch ihre spezifische Entstehung und Einbettung in Sedimente charakterisiert sind.
Schlüsselwörter
Geologie, Münsterländer Kreidebecken, Rheinische Schiefergebirge, Aufschluss, Kalkstein, Mergel, Diabas, Sedimentation, Tektonik, Karbonat, Paläontologie, Stratigraphie, Kissenbasalt, Subrosion, Geländeübung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit dokumentiert eine geologische Geländeübung, in der verschiedene Aufschlüsse in der Region Münster/Brilon untersucht wurden, um die erdgeschichtliche Entwicklung der dortigen Sedimente und vulkanischen Gesteine nachzuvollziehen.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Themen umfassen die geologische Chronologie von der Devon-Zeit bis zur Kreide, marine Ablagerungsprozesse, vulkanische Aktivitäten unter Wasser sowie tektonische Prozesse wie Faltungen und Kluftbildungen.
Was ist das Ziel der Geländeübung?
Das primäre Ziel ist es, durch die praktische Beobachtung vor Ort die theoretischen Kenntnisse über die geologische Entwicklung und die Entstehungsgeschichte der Gesteinsformationen des Münsterlandes und des Schiefergebirges zu vertiefen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Methode basiert auf der geologischen Kartierung und Analyse von Aufschlüssen, ergänzt durch einfache chemische Tests (Salzsäure-Test auf Karbonat) und die visuelle Bestimmung von Gesteinsstrukturen, Fossilien und Lagerungsverhältnissen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich chronologisch in die zwei Exkursionstage und beschreibt die spezifischen Beobachtungen an insgesamt neun verschiedenen Aufschlusspunkten, inklusive der fotografischen Dokumentation und fachlichen Deutung der Gesteine.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Schlüsselbegriffe sind insbesondere Sedimentation, marine Ablagerungen, Diabas, Kalkstein, Karbonat sowie tektonische Begriffe wie Schieferung und Vergenz.
Welche Bedeutung haben die „Beckumer Schichten“ für die Untersuchung?
Die Beckumer Schichten, die im ersten Steinbruch untersucht wurden, dienen als Referenz für eine marine Schichtfolge, die den Wechsel von Kalkbänken und Mergeln sowie die Auswirkungen von Turbiditströmen anschaulich dokumentiert.
Wie lässt sich die „Besenstruktur“ im zweiten Aufschluss erklären?
Die besenähnliche Struktur im Gestein ist ein Hinweis auf ein spezifisches Kluftsystem, das sich fächerförmig ausbreitet und auf die tektonische Beanspruchung des Gesteins unter flachmarinen Bedingungen zurückzuführen ist.
Warum wird der Begriff „Stinkekalk“ im Zusammenhang mit dem Steinbruch bei Niederhof verwendet?
Die Bezeichnung rührt von dem bei der Untersuchung festgestellten Schwefelgeruch und der Reaktion mit Salzsäure her, was auf einen hohen Gehalt an organischem Material in Verbindung mit Kalksedimenten hindeutet.
Was unterscheidet die „Kissenbasalte“ von den übrigen Funden?
Die Kissenbasalte in Padberg/Adorf zeichnen sich durch ihre spezifische, subaquatische Entstehung aus und zeigen deutlich runde Gesteinsformen, die auf eine schnelle Abkühlung der Lava unter Wasser hindeuten, im Gegensatz zu den massiven Diabas-Bänken anderer Standorte.
- Arbeit zitieren
- Amalia Aventurin (Autor:in), 2010, Eine geologische Exkursion in das Münsterländer Kreidebecken, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/209064