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„Annexation is the order of the day”. Die Aufteilung Afrikas und der Entstehungsprozess Nigerias in der Berichterstattung der Times

Der Wandel der „öffentlichen Meinung“ in Großbritannien

Title: „Annexation is the order of the day”. Die Aufteilung Afrikas und der Entstehungsprozess Nigerias in der Berichterstattung der Times

Bachelor Thesis , 2012 , 79 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Volker Sundermann (Author)

History - Miscellaneous

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Summary Excerpt Details

Einleitung
„We seem (…) to have conquered and peopled half the world in a fit of absence of mind.” Diese oft zitierte Aussage von John Robert Seeley enthält zwei Thesen über die Art und Weise, wie das britische Empire entstanden ist: Erstens habe der Genese dieses Weltreichs keine kohärente politische Strategie zugrunde gelegen. Vielmehr sei die Initiative zur Erschließung neuer Märkte und somit neuer Gebiete von Kaufleuten ausgegangen, den so genannten „men on the spot“, die von London Interventionen und den Schutz ihrer Handelsinteressen forderten, wenn diese bedroht waren. Zweitens seien die Briten insgesamt ihren kolonialen Besitzungen gegenüber relativ gleichgültig gewesen. Die Kolonien seien nicht als zu Großbritannien gehörig angesehen worden und es habe kaum Interesse an kolonialen Angelegenheiten bestanden. Beide Thesen dienen als Ausgangspunkt für diese Fallstudie zur Berichterstattung der Times über den kolonialen Wettlauf in Westafrika.
Ziel dieser Arbeit ist zu ergründen, wie der Erwerb von Kolonien in der Zeit des Hochimperialismus in der Öffentlichkeit gesehen wurde. Welche Reaktionen, Stimmungen, Meinungen und Diskussionen gab es? Porter und MacKenzie untersuchten verschiedenste Bereiche des öffentlichen Lebens auf ihren imperialen Charakter. MacKenzie behauptete, dass viele Institutionen durch eindeutige Propaganda in Großbritannien zur „Imperialisierung“ der Gesellschaft beigetragen hätten, u.a. das Militär, Schulen, Jugendbewegungen, Kirchen, Missionsgesellschaften, öffentliche Unterhaltungsveranstaltungen und Jugendbücher. Aus seiner Untersuchung ausgenommen war allerdings die Presse. Zu Recht wurde Gallaghers und Robinsons diplomatiegeschichtliche Studie über das „official mind of Imperialism“ dafür kritisiert, die Rolle der Presse auszuklammern. Laut Thompson, der den Einfluss des Empires auf die britische Politik untersuchte, sei es unrealistisch, dass Empire-Politik betrieben wurde, ohne die Organe der öffentlichen Meinung zu berücksichtigen:
„(…) the mainsprings of imperial campaigning are to be found not in party or parliamentary structures but in extra-parliamentary activism and press agitation.“
Auch Berke kritisierte die Vernachlässigung des „Kolonialenthusiasmus der Öffentlichkeit als Antriebskraft für imperiale Aktivitäten“ . Dennoch mangelt es noch an Detailstudien zur Rolle einzelner Zeitungen und deren Rolle beim Wandel der „öffentlichen Meinung“.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

2. Methodische Überlegungen

3. Vor der Aufteilung: Die Jahre bis zur Berlin-Konferenz (1861-1884)

3.1. Britische Wirtschaftsinteressen in Westafrika und eine Politik der minimalen Verpflichtung

3.1.1. „Official indecision“ in den 1860er Jahren

3.1.2. Französische und britische Expansionsbestrebungen in den 1870er Jahren

3.2. Die Diskussionen um Westafrika

3.2.1. Westafrika verlassen?

3.2.3. Das wachsende Interesse an Westafrika und die Zurückhaltung der Times in den 1870er Jahren

4. Die erste Phase der Aufteilung Nigerias (1884-1895)

4.1. Ereignisse und Entwicklungen

4.1.1. Die Berlin-Konferenz 1884/85: England als „Niger Power“

4.1.2 Der Wettlauf um Protektionsverträge zwischen Hewett und Nachtigal

4.1.3. Die Royal Niger Company: Wiederbelebung des Chartered Company-Modells (1886)

4.1.4. England und Frankreich: Rivalitäten und Abkommen (1890-93)

4.2. Die Berichterstattung über die Berlin-Konferenz

4.2.1. Eine Bestandsaufnahme vor der Konferenz

4.2.2. Die Berlin-Konferenz ein Erfolg?

4.2.3. Die Stimme der Kaufleute und Industriellen: C.S. Salmons Forderung nach Annexionen

4.2.4. Irritationen zwischen Nachbarn: England, Deutschland und die Kamerunfrage

4.3. Die Royal Niger Company in der Kritik (1887-1890)

4.3.1. Unruhen auf dem Niger

4.3.2. Moralische Kritik: Der Leserbrief J.G. Lovells in der Daily News

4.3.3. The real position: Die Meinung der Times

4.3.4. Die Position der Royal Niger Company

4.3.5. Beschwerden aus Deutschland und die Reaktion der Times

4.3.6. Die Diskussionen um eine mögliche Ausweitung des Herrschaftsgebiets der Royal Niger Company

4.4. Die Darstellung des französisch-englischen Abkommens von 1890

4.5. Die Darstellung des deutsch-englischen Abkommens von 1893

5. Die endgültige Aufteilung der Niger-Region (1895-1898)

5.1. Ereignisse und Entwicklungen

5.1.1. Joseph Chamberlain und die neue imperiale Haltung im Kabinett Salisbury

5.1.2. Der letzte Streitpunkt: Borgu

5.1.3. Die französisch-englische Nigerkonvention von 1898

5.2. Die Darstellung der Times

5.2.1. Chamberlains Ernennung zum Kolonialminister und seine ersten Amtshandlungen in den Leitartikeln der Times

5.2.2. Die Rechtfertigung der Eroberungen von Nupe und Ilorin in der Times

5.2.3. Die Diskussionen um die Zukunft der Nigerterritorien

5.2.4. Die Definierung von nationalen Identitäten im Zuge der englisch-französischen Rivalitäten

5.2.5. Die Kritik der Times an den Anti-Imperialisten im House of Commons

5.2.6. Die Bewertung der französisch-englischen Nigerkonvention

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Wandel der „öffentlichen Meinung“ in Großbritannien während des Wettlaufs um Afrika, fokussiert auf die Berichterstattung der Times über den Entstehungsprozess Nigerias. Ziel ist es zu ergründen, wie der Erwerb von Kolonien in dieser Zeit dargestellt wurde und welche Rolle die Zeitung bei der Entwicklung imperialer Meinungsbilder spielte.

  • Die Rolle der Times bei der Vermittlung imperialer Ideen.
  • Die Entwicklung von Skepsis gegenüber dem Empire hin zu einem von Chauvinismus geprägten Bewusstsein.
  • Die Analyse diplomatischer und militärischer Ereignisse in Nigeria zwischen 1861 und 1898.
  • Das Spannungsfeld zwischen ökonomischen Interessen und imperialen politischen Strategien.
  • Die Bedeutung der Times als Instrument und Gradmesser politischer Diskursbildung.

Auszug aus dem Buch

3.2.1. Westafrika verlassen?

Wie der Bericht des Sonderausschusses des Unterhauses von 1865 gezeigt hat, gab es zu dieser Zeit Stimmen, die nicht nur einer Expansion in Westafrika skeptisch gegenüber standen, sondern sogar die bestehenden Besitzungen aufgeben wollten. Den Antrag, durch eine Kommission den Wert der westafrikanischen Kolonien untersuchen zu lassen, stellte am 21. Februar 1865 der konservative Abgeordnete Charles Adderley. Zwei Tage später erschien in der Times ein Leitartikel, der sich in dieser Frage klar positionierte. Der Autor unterstützt den Antrag Adderleys und wertet es als gutes Zeichen, dass die „öffentliche Meinung“ in Großbritannien nicht mehr den Unsinn und die Grausamkeiten ertrage, die die Aufrechterhaltung der Handelsstationen und die Unterdrückung des Sklavenhandels in Westafrika mit sich bringen. Folgt man den Ausführungen des Autors, mutet es gar absurd an, dass Großbritannien überhaupt Kolonien in Westafrika besitzt, da Europäer in diesem Teil der Erde kaum überleben könnten. Die Besitzungen in Westafrika werden als Auswüchse eines übertriebenen Imperialismus mit mitunter zweifelhaften Beweggründen - Habgier und Philanthropie - dargestellt:

„On the most pestilential coast in the world, under a scorching sun, amid jungle and marsh, from which fetid exhalations arise to strike down Europeans by fever and cholera, the former greed or the present humanity of England has planted four settlements.”

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Thematik der Entstehung des britischen Empires und die Leitfragen der Untersuchung zur Rolle der Times.

Methodische Überlegungen: Erläuterung der chronologischen Struktur der Arbeit und die quellenkritische Einordnung der Times als Medium der „öffentlichen Meinung“.

Vor der Aufteilung: Die Jahre bis zur Berlin-Konferenz (1861-1884): Analyse der frühen britischen Interessen in Westafrika und die vorherrschende Haltung der „minimalen Verpflichtung“.

Die erste Phase der Aufteilung Nigerias (1884-1895): Untersuchung der Auswirkungen der Berlin-Konferenz und der Etablierung der Royal Niger Company auf die britische Kolonialpolitik.

Die endgültige Aufteilung der Niger-Region (1895-1898): Analyse der verschärften Expansionspolitik unter Chamberlain und die endgültige territoriale Abgrenzung Nigerias.

Fazit: Zusammenfassende Darstellung des Wandels der britischen Einstellung zum Imperialismus und die Rolle der Presse als Begleiter dieses Prozesses.

Schlüsselwörter

Britische Kolonialpolitik, The Times, Nigeria, Wettlauf um Afrika, Imperialismus, öffentliche Meinung, Royal Niger Company, Berlin-Konferenz, Joseph Chamberlain, Westafrika, Handelsinteressen, Kolonialismus, Presse, territoriale Expansion, Außenpolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie die britische Zeitung The Times den Prozess der Aufteilung Afrikas, insbesondere im Hinblick auf Nigeria, im späten 19. Jahrhundert begleitet und beeinflusst hat.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zu den zentralen Themen gehören die Rolle der Presse bei der Bildung öffentlicher Meinung, der Wandel von der Kolonialskepsis hin zum Hochimperialismus sowie die wirtschaftlichen und politischen Strategien Großbritanniens in Westafrika.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu untersuchen, ob und wie die Berichterstattung der Times einen imperialen Enthusiasmus in der britischen Gesellschaft förderte und welche Rolle die Zeitung im Spannungsfeld zwischen offizieller Regierungspolitik und ökonomischen Interessen einnahm.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer quellenkritischen Analyse von Presseartikeln der Times, die mit historischer Kontextualisierung und der Rekonstruktion politischer Ereignisse verknüpft wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in drei chronologische Phasen: die Jahre vor der Berlin-Konferenz, die erste Phase der Aufteilung ab 1884 und die endgültige Aufteilung der Niger-Region bis 1898.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Imperialismus, Kolonialpolitik, Niger-Region, The Times und öffentliche Meinung charakterisiert.

Wie bewertet der Autor die Rolle der „Royal Niger Company“?

Die Arbeit zeigt auf, dass die Firma als „main vehicle of British imperialism“ fungierte und kritisch beleuchtet wird, sowohl durch zeitgenössische moralische Stimmen als auch durch die ökonomische Konkurrenz.

Welchen Einfluss hatte Joseph Chamberlain auf die Berichterstattung?

Mit seinem Amtsantritt 1895 stützte die Times aktiv seinen Kurs des „konstruktiven Imperialismus“ und unterstützte die offensivere Ausrichtung der britischen Kolonialpolitik.

Was zeigt der Vergleich zwischen der Berichterstattung in den 1860ern und 1890ern?

Es zeigt sich ein deutlicher Wandel: Während in den 1860er Jahren Skepsis gegenüber kolonialen Verpflichtungen in Westafrika dominierte, wurde der Imperialismus Ende der 1890er Jahre in der Zeitung als nationales Ziel und Vorbildfunktion glorifiziert.

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Details

Title
„Annexation is the order of the day”. Die Aufteilung Afrikas und der Entstehungsprozess Nigerias in der Berichterstattung der Times
Subtitle
Der Wandel der „öffentlichen Meinung“ in Großbritannien
College
Carl von Ossietzky University of Oldenburg  (Institut für Geschichte)
Grade
1,3
Author
Volker Sundermann (Author)
Publication Year
2012
Pages
79
Catalog Number
V208909
ISBN (eBook)
9783656363842
ISBN (Book)
9783656364856
Language
German
Tags
Imperialismus Öffentliche Meinung British Empire Times Kolonialismus Großbritannien Kolonialpolitik Palmöl Zeitungen Presse Westafrika Nigeria
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Volker Sundermann (Author), 2012, „Annexation is the order of the day”. Die Aufteilung Afrikas und der Entstehungsprozess Nigerias in der Berichterstattung der Times, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/208909
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