„C'est boring à soir“ - Vielfältiger und vermischter zeigt sich eine Sprache nur selten. Doch was ist das, was dort zu lesen ist? Das Ziel dieser Arbeit ist die Untersuchung der sprachlichen Strukturen dieser besonderen hybriden Sprachvarietät - dem Chiac, eine Varietät des akadischen Französisch, das im Osten Kanadas gesprochen wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Wahl der Textkorpora
2.1 Das Modell von Koch/Oesterreicher
3. Die Textbeispiele - Vorstellung
3.1 Textbeispiel I
3.1.1 Morphologie
3.1.1.1 Verben
3.1.1.2 Adjektive/Adverbien
3.1.1.3 Nomina
3.1.1.4 Diskurspartikel
3.1.1.5 Konjunktionen
3.1.1.6 Präpositionen
3.1.2 Syntax
3.2 Textbeispiel II
3.2.1 Morphologie
3.2.1.1 Verben
3.2.1.2 Adjektive/Adverbien
3.2.1.3 Nomina
3.2.1.4 Diskurspartikel
3.2.1.5 Konjunktionen und Präpositionen
3.3 Vergleich der beiden Textbeispiele
4. Der Mischcharakter des Chiac
5. Umgang mit Chiac in Literatur und Alltag
6. Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die hybride Sprachvarietät "Chiac", die in der Region Moncton (Ostkanada) gesprochen wird. Das Ziel ist es, auf Basis einer morphologischen und syntaktischen Analyse zweier Textkorpora – eines literarisierten Liedtextes und einer Internet-Diskussion – zu ergründen, inwiefern das Französische trotz starker englischer Einflüsse die dominierende Matrixsprache bleibt und wie die Öffentlichkeit auf diese sprachliche Hybridität reagiert.
- Analyse der sprachlichen Strukturen von Chiac
- Vergleich von literarischer Sprache und Internet-Kommunikation
- Anwendung des Modells von Koch/Oesterreicher
- Untersuchung von Mischmechanismen (Insertion, Alternation)
- Gesellschaftliche Akzeptanz und Identitätsbildung im Kontext von Chiac
Auszug aus dem Buch
Die Textbeispiele - Vorstellung
Das primär analysierte Textbeispiel (im Folgenden Textbeispiel I genannt) ist ein Liedtext der akadischen Sängerin Marie-Jo Thério, die 1965 in Moncton, der Mutterstadt des Chiac, geboren wurde. Der Text findet sich auf der offiziellen Homepage der Sängerin. Das Lied selbst ist auf http://www.youtube.com/watch?v=jxev9qgQnIg (Aufruf am 13.07.2010 um 20:53 Uhr) zu hören. Weitere Liedtexte, die in die Analyse miteinbezogen werden, um ein vollständigeres Bild der Sprache zu erhalten, sind „Café Robinson“ und „Arbre à fruits“ (beide von Marie-Jo Thério).
Der zweite analysierte Textkorpus (Textbeispiel II) bezieht sich mit seinem Inhalt direkt auf den oben vorgestellten Liedtext beziehungsweise auf die Präsentation des Liedes auf www.youtube.com und ist teils auf Französisch, teils auf Chiac geschrieben. Der Korpus findet sich direkt unter dem Video von „A Moncton“ und beinhaltet Kommentare und Meinungen zu dieser musikalischen Darbietung des auf dieser Seite befindlichen Liedes. Die Forenbeiträge sind im Anhang aufgeführt, allerdings fand auf Grund einiger für die Arbeit irrelevanter Beiträge und der sehr heterogenen Oberfläche, die allerdings für Foren und auch Chats typisch ist, eine kleine Vorsortierung statt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung definiert das Chiac als hybride Varietät des akadischen Französisch und stellt die Forschungsfragen bezüglich seiner sprachlichen Struktur, dem Einfluss des Englischen und seiner öffentlichen Wahrnehmung.
2. Wahl der Textkorpora: Dieses Kapitel begründet die Auswahl von Liedtexten und Internet-Forenbeiträgen als Untersuchungsgrundlage und führt das Modell von Koch/Oesterreicher zur Analyse konzeptioneller Mündlichkeit ein.
3. Die Textbeispiele - Vorstellung: Hier werden die Korpora im Detail vorgestellt, wobei das erste Beispiel einen literarisierten Liedtext und das zweite reale Internet-Kommentare umfasst.
4. Der Mischcharakter des Chiac: Das Kapitel analysiert die Mischmechanismen des Chiac anhand von Pieters Muyskens Theorie, insbesondere hinsichtlich Insertion und Alternation.
5. Umgang mit Chiac in Literatur und Alltag: Diese Sektion diskutiert die kritische öffentliche Rezeption des Chiac, wobei sowohl puristische Ablehnung als auch identitätsstiftende Verteidigung beleuchtet werden.
6. Schlussbemerkung: Die Arbeit schließt mit der Feststellung, dass Chiac eine komplexe Grammatik besitzt, die auf dem Französischen als Matrixsprache basiert und eine wichtige identitätsstiftende Funktion erfüllt.
Schlüsselwörter
Chiac, akadisches Französisch, Sprachkontakt, Hybridität, Code-Mixing, Internet-Kommunikation, Moncton, Insertion, Alternation, Mehrsprachigkeit, Sprachvarietät, Identitätsbildung, Morphologie, Syntax, Soziolinguistik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Sprachvarietät "Chiac", einem durch starken englischen Einfluss geprägten akadischen Französisch, das im Osten Kanadas gesprochen wird.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die morphologische und syntaktische Analyse der Sprache, der Vergleich zwischen literarischer Darstellung und alltäglicher Chat-Kommunikation sowie die öffentliche Einstellung gegenüber diesem Sprachphänomen.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, wie sich der Mischcharakter des Chiac verhält, ob das Englische das Französische als Matrixsprache verdrängt und wie die Gesellschaft auf diese hybride Form reagiert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es erfolgt eine korpusgestützte Analyse von Liedtexten und Internet-Kommentaren, ergänzt durch linguistische Modelle zur Beschreibung von Code-Mixing (insbesondere nach Pieter Muysken) und konzeptioneller Mündlichkeit (Koch/Oesterreicher).
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Korpora, deren morphosyntaktische Untersuchung sowie eine theoretische Diskussion des Mischcharakters und der gesellschaftlichen Akzeptanz des Chiac.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Chiac, Hybridität, Sprachkontakt, Insertion, Alternation und Identitätsbildung im frankophonen Kanada.
Warum wurde das Modell von Koch/Oesterreicher gewählt?
Es dient dazu, die Mündlichkeit und Nähe der Kommunikation in Internetforen und Chats linguistisch einzuordnen, auch wenn das Medium durch das Schreiben schriftlich fixiert ist.
Welche Rolle spielt die Stadt Moncton für das Chiac?
Moncton gilt als "Mutterstadt" des Chiac, in der durch die frankophone Universität und das Zusammenleben mit Anglophonen die Bedingungen für diese spezielle Sprachmischung gegeben sind.
Wie bewertet die Arbeit die Rolle des Französischen im Chiac?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass das Französische trotz der englischen Beimischungen die tragende Matrixsprache bleibt und das Chiac erst durch dieses französische Fundament funktioniert.
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- Franziska Reinsberg (Author), 2010, „A Moncton“ von Marie-Jo Thério. Chiac in Literatur und Alltag., Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/208852