Psalm 23 ist für mich einer der schönsten Psalme. Er gibt dem Menschen Zuversicht, Hoffnung, Freude und Vertrauen. In einer Arbeit über die christliche Kunst wurde ich zum ersten Mal auf das Bild des „guten Hirten“ aufmerksam. Die Metapher des Hirten ist so vielschichtig, sodass es besonders interessant ist, die Hintergründe und Motive des Hirtenpsalms zu erforschen. Aufgrund des Umfanges der Hausarbeit ist es mir nur möglich, einen relativ kurzen Überblick über die wichtigsten Themen zu geben. Zunächst ist es bedeutsam zu wissen, in welcher Umgebung der Psalm eingebettet ist. Denn sowohl Psalm 22 als auch Psalm 24 stehen mit dem Psalm 23 in enger Verbindung.
Der Psalm enthält eine Vielzahl an Metaphern. Die wichtigsten davon werden interpretiert und in den historischen Kontext gesetzt. In dem Punkt „Gott- Mensch- Beziehung“ geht es darum zu zeigen, weshalb die Sprechrichtungen innerhalb des Psalms wechseln und welche Bedeutung diesem Wechsel zukommt.
Der „Sitz im Leben“ beschreibt die historische Entstehungssituation des Psalms. Es ist von großer Wichtigkeit zu wissen, unter welchen Voraussetzungen dieser Psalm verfasst wurde. Nur dann kann die Situation, in der sich der Verfasser befand und die Interpretation, verstanden werden.
Die „Bezüge zur Davidüberlieferung“ versuchen Aufschluss darüber zu geben, weshalb die Psalme unter dem Namen Davids veröffentlicht wurden. Zum Schluss wird die Bedeutung dieses Psalms für den zeitgenössischen christlichen Glauben analysiert, da er eine Aussagekraft besitzt, die auch in unserer heutigen Zeit noch von großer Relevanz ist.
Das Thema des „Rückblicks auf das Grunddatum von Israels Erwählung und Errettung“ verdient große Aufmerksamkeit. Aufgrund des Umfangs der Hausarbeit wurden nur die wichtigsten Textstellen im Bezug auf den Exodus thematisiert.
1. EINLEITUNG 1
2. EINBETTUNG IN DEN TEXTZUSAMMENHANG 2
3. GLIEDERUNG DES PSALMS 2
4. EXEGESE UND ERLÄUTERUNG EINIGER METAPHERN 4
4.1„Der Herr ist mein Hirte“ (V.1a) 4
4.2 „grüne Auen“ (Ps 23,2a) und JHWH als Führer (Ps 23,3b) 6
4.3 „finstere Schlucht“ (Ps 23,4a) 7
4.5 JHWH als Gastgeber 7
5. BEZIEHUNG GOTT- MENSCH 8
6. SITZ IM LEBEN 9
7. BEZÜGE ZUR DAVID- ÜBERLIEFERUNG 10
8. RÜCKBLICK AUF DAS GRUNDDATUM VON ISRAELS ERWÄHLUNG UND ERRETTUNG 11
9. DIE BEDEUTUNG VON PSALM 23 FÜR DEN ZEITGENÖSSISCHEN CHRISTLICHEN
GLAUBEN 12
10. SCHLUSS 13
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. EINBETTUNG IN DEN TEXTZUSAMMENHANG
3. GLIEDERUNG DES PSALMS
4. EXEGESE UND ERLÄUTERUNG EINIGER METAPHERN
4.1„Der Herr ist mein Hirte“ (V.1a)
4.2 „grüne Auen“ (Ps 23,2a) und JHWH als Führer (Ps 23,3b)
4.3 „finstere Schlucht“ (Ps 23,4a)
4.5 JHWH als Gastgeber
5. BEZIEHUNG GOTT- MENSCH
6. SITZ IM LEBEN
7. BEZÜGE ZUR DAVID- ÜBERLIEFERUNG
8. RÜCKBLICK AUF DAS GRUNDDATUM VON ISRAELS ERWÄHLUNG UND ERRETTUNG
9. DIE BEDEUTUNG VON PSALM 23 FÜR DEN ZEITGENÖSSISCHEN CHRISTLICHEN GLAUBEN
10. SCHLUSS
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert Psalm 23, insbesondere die zentrale Hirtenmetaphorik, um die komplexe Beziehung zwischen Gott und dem Menschen sowie die existenzielle Bedeutung des Vertrauens in göttliche Fürsorge aufzuzeigen. Dabei wird der Psalm sowohl in seinen historischen Kontext, einschließlich der Exilzeit und David-Überlieferung, als auch in die Relevanz für den zeitgenössischen Glauben eingebettet.
- Exegese der zentralen Metaphern (Hirte, Gastgeber, finstere Schlucht).
- Analyse der wechselnden Sprechrichtungen und der chiastischen Struktur.
- Untersuchung der historischen Entstehungssituation ("Sitz im Leben").
- Bezugnahme auf die David-Überlieferung und das Exodus-Grunddatum.
- Reflektion der Bedeutung des Psalms für den modernen christlichen Glauben.
Auszug aus dem Buch
4.1„Der Herr ist mein Hirte“ (V.1a)
Gleich zu Beginn des Psalms 23 findet sich eine der wichtigsten Metaphern „Der Herr ist mein Hirte“ (V.1). Es ist die Vorstellung von Gott, der wie ein Hirte für seine Schützlinge sorgt und sie vor Gefahren schützt, die in unserer Zeit sehr vertraut erscheint. Im Alten Testament findet sich das Bild des Hirten an einigen Stellen wieder (vgl. Ps 79,13; 80,2; 95,7; 100,3; Jes 40,11). Doch vorrangig durch das Johannesevangelium wurde die Vorstellung des Hirten im Christentum weiterverbreitet. In Joh 10,11 grenzt sich Jesus gegenüber der pharisäischen Führerschaft ab, indem er sich selbst als „der gute Hirte“ vorstellt. Er ist in seiner unendlichen Güte bereit, sein Leben für die Schafe hinzugeben. Das Volk versteht sich als die Herde seines Gottes.
Die Grundvorstellung der Hirtenmetapher entstammt aus der Lebenswelt der israelischen Kleinviehnomaden. Die Hirten waren mit ihren Herden in der kargen Landschaft Israels unterwegs um nach Weideflächen zu suchen. Zunächst scheint diese Alltagshandlung nichts Besonderes vermitteln zu wollen. Doch auch schon in der Zeit des Psalmbeters ist diese Hirtenmetaphorik von großer Bedeutung. Die Metapher enthält eine altorientalische und zudem innerisraelische Geschichte. Gemeinorientalisch ist der Hirte einer der alten Königstitel (Ägypten, Mesopotamien). Die Bezeichnung „Hirte“ wurde auf den König der Stadt oder des Reiches angewandt. Der König hatte die Aufgabe, für die Menschen in seinem Herrschaftsgebiet zu sorgen, sie zu beschützen und alles Böse abzuwenden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Autorin begründet ihr Interesse an der Hirtenmetaphorik und gibt einen Überblick über die Themen der Hausarbeit.
2. EINBETTUNG IN DEN TEXTZUSAMMENHANG: Es wird dargelegt, wie Psalm 23 in das Psalterbuch eingebettet ist und in welcher Verbindung er zu den benachbarten Psalmen (22 und 24) steht.
3. GLIEDERUNG DES PSALMS: Dieses Kapitel erläutert die chiastische Struktur des Psalms und die Gliederung in vier Abschnitte.
4. EXEGESE UND ERLÄUTERUNG EINIGER METAPHERN: Hier werden die zentralen Bilder des Psalms, wie der Hirte, die grüne Auen, die finstere Schlucht und der Gastgeber, exegetisch analysiert.
5. BEZIEHUNG GOTT- MENSCH: Der Fokus liegt auf dem Wechsel der Sprechrichtungen innerhalb des Psalms, der die enge Beziehung zwischen dem Beter und JHWH verdeutlicht.
6. SITZ IM LEBEN: Es wird untersucht, aus welcher historischen Situation der Psalm entstanden ist und ob er eher in den privaten oder kultischen Bereich einzuordnen ist.
7. BEZÜGE ZUR DAVID- ÜBERLIEFERUNG: Dieses Kapitel beleuchtet, wie König David mit dem Psalm verknüpft wird und welche Bedeutung diese fiktive oder historische Autorschaft hat.
8. RÜCKBLICK AUF DAS GRUNDDATUM VON ISRAELS ERWÄHLUNG UND ERRETTUNG: Hier wird die Verbindung zwischen der Hirtenmetaphorik und dem rettenden Handeln Gottes im Exodus hergestellt.
9. DIE BEDEUTUNG VON PSALM 23 FÜR DEN ZEITGENÖSSISCHEN CHRISTLICHEN GLAUBEN: Eine Analyse, wie der Psalm trotz seines Alters Relevanz für die Ängste und Hoffnungen der heutigen Zeit besitzt.
10. SCHLUSS: Abschließende Zusammenfassung der zentralen Ergebnisse, dass der Psalm zeitlos die Fürsorge und Gnade Gottes bezeugt.
Schlüsselwörter
Psalm 23, Hirtenmetaphorik, JHWH, Gottvertrauen, Exegese, David, Exodus, Sitz im Leben, Gottesbeziehung, christlicher Glaube, altes Testament, Metapher, Gastfreundschaft, Fürsorge, Hoffnung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit einer exegetischen und theologischen Analyse von Psalm 23, wobei der Schwerpunkt auf der Entschlüsselung der verwendeten Metaphern liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentral sind die Metaphern des Hirten und des Gastgebers, die Struktur des Psalms, die Gottesbeziehung, die historische Verortung sowie die Bedeutung des Textes für das christliche Leben.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die Hintergründe der Hirtenmetaphorik zu erforschen, die Beziehung zwischen Gott und dem Beter zu ergründen und aufzuzeigen, warum der Psalm eine zeitlose Aussagekraft besitzt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine exegetische Herangehensweise gewählt, die literarische Analyse, historische Kontextualisierung und theologische Interpretation kombiniert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die detaillierte Exegese der einzelnen Verse, die Untersuchung der chiastischen Struktur, die Analyse der Beziehung zwischen Gott und Mensch sowie die Bezüge zur davidischen Überlieferung und zum Exodus.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Psalm 23, Hirtenmetaphorik, Gottvertrauen, Gottesbeziehung und Exegese.
Warum ist die Unterscheidung zwischen dem Hirten- und dem Gastgeberbild relevant?
Die Autorin diskutiert die vermeintliche Unvereinbarkeit dieser Bilder und weist darauf hin, dass beide auf das umfassende Bild des königlichen Gottes verweisen.
Welche Rolle spielt die Einbettung in den Textzusammenhang für das Verständnis des Psalms?
Die Einbettung in die Nachbarschaft von Psalm 22 und 24 hilft zu verstehen, dass der Beter in einer "Vorgeschichte" von Not und Gottverlassenheit steht, worauf in Psalm 23 das Empfangen des Gastmahls als Antwort folgt.
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- Victoria Theis (Autor:in), 2013, Textzusammenhang und Metaphern des Psalm 23, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/208797